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Gamesbranche: Die Angst vor dem zweiten Crash

Ende der Goldgräberzeit: Die Wirtschaftskrise hat die Gamesindustrie voll im Griff. Umsätze sinken dramatisch, immer mehr Entwicklerstudios gehen vor die Hunde. Fieberhaft sucht die Branche jetzt nach einem Ausweg aus der Misere - denn sie weiß: Ihre ganze Zukunft steht auf dem Spiel.

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Wuschelkopp 20.03.2010, 18:38
1. ...

interessanter und guter Artikel zum Thema, jedoch zunächst eine kleine (subjektive) Anmerkung:
world of goo ist eher ein "independent game", also ein hochgeradig kreatives, geniales minispiel mit neuartigem spielprinzip, aber niedrigsten kosten. casual games sind dabei simpel für den massenmarkt zusammengestöpselte allerweltsspielchen, ich sehe da noch irgendwo einen unterschied...

Zur Gamesbranche: Selbst Schuld. Shareholder value killt halt bei einer Krise sofort. Jetzt wird mal wieder der McKinsey Folterkasten ausgepackt und schön das skalpell angesetzt und der Kern der Unternehmen gefleddert...wer meint, dadurch würde es besser?

Wieso wird nicht einfach mal durch Kooperation gespart? Spiele sind heutzutage ausschließlich technischer Natur. Noch bessere Grafik, noch bessere Physik, ist quasi wie das PS & Hubraumgeprotze der amerikanischen Automobilindustrie.

Ist nicht der profitabelste Spielehersteller immer noch Blizzard (zumindest bis vor der Fusion mit Activision)? Genau, dass sind die mit den wenigen Spielen und besch...Grafik. Dafür einer genialen Markentreue und zumindest dem Anschein, noch Spaß an den eigenen Spielen zu haben.

Direktvertrieb via Steam & Co, mehr lizensierte Grafik & Technik, dafür Spiele die ihren Anspruch als gleichberechtigtes Kulturgut zwischen Film / Buch / Musik gerecht werden. Nicht jeder Regisseur entwickelt erstmal die Kamera neu, nicht jeder Verlag entdeckt erstmal den Buchdruck neu, nur um ein geniales Produkt herauszubringen.

Es ließe sich so viel Geld sparen, wenn an Stelle in die Grafik einfach mal in die Story / das Spielerleben investiert würde. Zweites Paradebeispiel: Bioware.

Es gibt genügend Goldgruben in der Spieleindustrie - scheinbar sind diese aber wirklich schwer zu kopieren. Dann lieber zurück zu McKinsey....

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Käsebär 20.03.2010, 18:41
2. Käsekuchen

Natürlich gibt es einige kleinere Firmen, die bei der ganzen Geschichte den kürzeren ziehen, aber im allgemeinen verdient die Spieleindustrie genug Geld um ihre Mitarbeiter auch bezahlen zu können wenn sie nur wollten.

Hier zahlen und Fakten
http://www.vgchartz.com/
http://www.biu-online.de/fakten/

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Wuschelkopp 20.03.2010, 18:50
3. ...

Zitat von Käsebär
Natürlich gibt es einige kleinere Firmen, die bei der ganzen Geschichte den kürzeren ziehen, aber im allgemeinen verdient die Spieleindustrie genug Geld um ihre Mitarbeiter auch bezahlen zu können wenn sie nur wollten. Hier zahlen und Fakten
und wie sollen die von Ihnen zitierten Zahlen von 2008, gepaart mit absoluten Verkaufswerten ohne Vergleich von 2010 den Artikel widerlegen? Ihre Charts sind der "AAA-Bereich" und oh wunder: In den Jahrescharts tauchen massenweise casual-games auf...genau der Artikeltenor.

Es werden insbesondere die größeren Firmen den kürzeren ziehen, zumindest einige von ihnen, siehe Ubisoft & EA. Die kleinen haben eine Chance - zumindest die Entwickler, die kreativ genug sind: Siehe World of Goo. Die Digitalisierung wird vor der Spieleindustrie nicht halt machen, wenn er schon Zeitungen erfasst, wieso nicht auch die digitalste aller Branchen? Das ist Risiko für die großen und Chance für die kleinen. Siehe eben der Boom von Independent-Spielen wie World of Goo oder zuletzt Altitude / Bree etc. bei Steam. Die Krise ist nur Brandbeschleuniger, nicht Ursache.

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Lostcow 20.03.2010, 19:07
4. meine meinung

meiner ansicht nach, ist die branche selbst schuld an dem ganzen. es wurde im neuen jahrtausend viel zu viel auf visuelle reize gesetzt und der spielwitz, die eigentliche spielidee wurde weit in den hintergrund verdrängt.
jedes spiel muss einer gewissen kategorie angehören. wenn man aber in den kategorien nach spielen schaut, sind fast alle immer nach dem selben muster gestrickt. bei den first-person-shooter fällt dies am meisten auf.
durch die reduzierung auf die grafik der spiele, was sehr oft geschieht, kosten die spiele in der entwicklung eine menge geld, das dem eines hollywood-streifens gleich kommt.

zum thema illigaler kopien:
meiner meinung nach verkauft sich qualität immer. ich denke auch, dass über 90% der kopierten spiele entweder vom kopierer selbst orginal nie gekauft würden oder es wird eine kopie erstellt, die nicht oder nur angespielt wird.

aufgrund der immer weniger werdenden demos, und wenn es welche gibt, dann erst spät nach dem erscheinen des titels ( es gibt auch ausnahmen), kann ich nachvollziehen, wenn spieler vorher sehen wollten, für was sie geld ausgeben. auf grund der in den letzten jahren erschienen titel, bei denen man beta-tester sein muss und es direkt zur veröffentlichung gleich einen patch gibt, ist dies sicher für viele nachvollziehbar. spiele werden bevor sie fertig programmiert sind auf den markt geworfen, weil ein sehr hoher druck von den publishern aufgebaut wird. dadurch sind viele titel nicht sonderlich gut angekommen.

man wird sehen wohin die reise geht, aber die käufer von spielen mit immer noch regideren methoden zu quälen sehe ich nicht als den richtigen weg. eine daueronline verbindung ist eine riesen schweinerei. so ist es nicht mehr möglich das spiel unterweg oder im urlaub zu spielen. aber eines der größten frechheiten ist die bindung des spiels an einen account, damit ein weiterverkauf nicht statt findet. ich kann nur jedem raten, der seine spiele weiterverkaufen will, sich für jeden titel einen neuen account anzulegen und diesen weiter zu geben.

lostcow

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Viper2024 20.03.2010, 19:16
5. Lächerlicher Artikel

Die Spielebranche leidet in erster Linie unter einem Feldzug von EA und Ubisoft GEGEN die Kunden. Wenn diese beiden Firmen sich nicht jedes Jahr einen immer schlimmeren Kopierschutz ausdenken würden, würde es auch bei den Umsätzen und Gewinnen stimmen.

Ich alleine jedenfalls habe folgende PC-Titel Mass Effect 1, C&C4 und Spore von EA und Assassins Creed 2 und Silent Hunter 5 von Ubisoft wegen dem Kopierschutz boykottiert - und ich denke da war ich nicht der einzige, zumindest bei Amazon.de und Amazon.com gibt es hunderte von Rezensionen mit ähnlichem Inhalt.

Aber keine Sorge EA. hat noch jede gute Spieleserie (Wing Commander, Ultima,...) vernichtet und deswegen ist es nur gerecht, das diese Firma seit 2 Jahren rote Zahlen schreibt. Ich hoffe nur Bioware kann sich diesem Negativstudel noch irgendwie entziehen, denn deren Mitarbeiter sind die einzigsten EA Mitarbeiter die wirklich Ahnung haben von dem was sie tun.

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spon-1196345868844 20.03.2010, 19:33
6. Ursachenforschung

Bei solchen drakonischen Kopierschutzmaßnahmen und zunehmend lieblos hingeklatschten Sequels ist es kein Wunder, dass die Umsätze und Gewinne einbrechen. Schuld sind daran natürlich nicht die Unternehmen, die wahrscheinlich bald permanente Videoüberwachung via Webcam als neueste copy protection einführen, sondern die bösen Raubmordkopierer. Immerhin hat die Spielebranche ein in Stein gemeißeltes Recht auf Zuwächse von Jahr zu Jahr, nicht wahr?

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sol invictus 20.03.2010, 19:46
7. Nicht drei-, nicht zwei- sondern eindimensional

Ich frag mich echt ob das Gee Magazin wirklich den Quatsch glauben den die da so ungefiltert präsentieren oder ob nicht doch Interessensverbände aus der Industrie und Anzeigenkunden die Feder geschwungen haben. Ein aboslut unkritischer Artikel, der auf die wichtigen Fragen aus Kundensicht nicht im geringsten eingeht.

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kleenermann 20.03.2010, 21:32
8. titel

Also ich als langjähriger PC-Spieler sehe das etwas anders:

Firmen wie EA, Ubisoft und mittlerweile leider auch ActivisionBlizzard gängeln ihre zahlenden Kunden immer mehr mit diversen Kopierschutzmaßnahmen sei es DRM, ständige Serververbindung, Onlineaktivierung oder ähnliches.

Zudem ist man als Kunde oft zahlender Betatester, da viele Spiele Bug verseucht sind bei erscheinen.
Über Onlinevertrieb wäre viel mehr möglich aber bei vielen kostet die digitale Version das gleiche wie die Ladenversion!!!Hallo?? Es entfällt der Zwischenhandel, das DVD-Pressen, Handbuchdrucken, ganze Logistik und ihr wollt das gleiche Geld.

Dann kommt noch der wachsende MMO Markt dazu, von vielen weiß ich die MMO's wie z.B. World of Warcraft länger spielen, das Sie sich während dessen deutlich weniger andere Spiele zulegen.

Dann wäre da noch die Qualität der Spiele, oft gibt es nur Aufgüße irgendwelche Serien, die Fortsetzungen bieten meist kaum genug neuen Inhalt um einen Vollpreis rechtzufertigen.
Hinzukommt die Spielen werden immer kürzer eine Solospieldauer von 8-10 Stunden ist leider schon fast Standard geworden.

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Salatsauce 20.03.2010, 21:45
9. .

Die Probleme haben zwei Namen:

EA und Ubisoft.

Die Spiele werden für XBox, Playstation und PC gleichermaßen mit der heißen Nadel gestrickt. Die Software ist daher auf allen Plattformen gleichmäßig technisch unausgereift: Veraltete Grafik, eine Steuerung die wegen der Multiplattformstrategie auf keiner Plattform richtig funktioniert und Bugs welche es in der Regel unmöglich machen die Spiele zum Releasezeitpunkt zu spielen.

Die Programmierer werden ausgebeutet, wie auch in dem Bericht erwähnt. Wie sollen die Jungs unter den Umständen kreativ sein?

Als Sahnehäubchen kommen dazu absolut unverschämte Kopierschütze, Onlineregistrierungspflicht, Onlinepflicht sogar beim Singleplayer, Wiederverkauf nicht möglich,... Als direkte Konkurrenz gibt es natürlich Raubkopien, ohne Kopierschutz im Hintergrund laufen diese Versionen deutlich absturzsicherer.

Ich habe mir in letzter Zeit einiges Angeschaut: Modern Warfare 2, Assasines Creed, Anno, GTA4,... und ohne die Kopierschütze hätte ich jedes der Spiele gekauft. Stattdessen habe ich dieses Jahr nur drei Spiele gekauft, inzwischen lese ich am PC lieber auf Spiegelonline als mir die Neuerscheinungen auf dem Softwaremarkt anzutun.

Positive Momente waren für mich Mass Effect 2, Dragon Age - und das kostenlose Quake Live.

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