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Gamesbranche: Die Angst vor dem zweiten Crash

Ende der Goldgräberzeit: Die Wirtschaftskrise hat die Gamesindustrie voll im Griff. Umsätze sinken dramatisch, immer mehr Entwicklerstudios gehen vor die Hunde. Fieberhaft sucht die Branche jetzt nach einem Ausweg aus der Misere - denn sie weiß: Ihre ganze Zukunft steht auf dem Spiel.

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tylerdurdenvolland 21.03.2010, 02:08
20. ...

Das Problem liegt wohl eher darin, dass die Neuheit der Video Spielerei generell langsam ab-ebbt. Selbst der Infantilste und Dümmste merkt nach ein einigen Jahren, dass es da draussen, weg vom Computer tatsächlich so etwas wie ein richtiges Leben gibt. Und man sein Geld auch für besseres ausgeben kann.

Hinzu kommt auf der Hersteller Seite, dass viel zu viel Leute, deren ganzes Wissen letztlich darin besteht eine 1 von einer 0 unterschieden zu können und sie im Programm an den richtigen Platz zu setzen, dafür auch noch gut bezahlt werden wollen.
Der Kapitalismus und die Profitmaximierung holen diee Ignoranten mit ihrer ganz eigenen, unvirtuellen, Realität jetzt ein. Ich kann mich nicht entsinnen jemals einen Computer Nerd getroffen zu haben, der auch nur das geringste Interesse für politisches Vertsändnis zeigte. Und so viel Dummheit gehört halt bestraft. Mitleid ist hier völlig unangebracht.....

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I.E. 21.03.2010, 02:45
21. Wie man in den Wald hineinruft...

Ich bin ein begeisterter PC-Spieler. Und ich habe null Mitleid mit den Publishern. Ich freue mich sogar, dass die den Bach runter gehen. Am besten wäre es, wenn alle großen Publisher pleite gehen und endlich neue Vertriebsmodelle eine Chance bekommen würden.
Leider kann ich mir nicht erklären, wieso sich Leute jedes Jahr ein FIFA XY, ein SIMS XY oder Call of Duty XY kaufen müssen. Ich habe seit Jahren nicht mehr das Gefühl, als würde mein Spielerlebnis bei der Entwicklung im Vordergrund stehen. Die Produkte sind einfallslos und austauschbar.
Jeder Spieler, hat mit Sicherheit kreative neue Ideen, wie man ein Spiel gestalten könnte; es gibt 100'te Autoren die spannende Geschichten zu erzählen haben. Aber anstatt neue Wege zu gehen, Produziert man einfach mal das übliche.

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Zereus 21.03.2010, 03:03
22. Umdenken muss die Branche

Dass Activision/Blizzard noch schwarze Zahlen schreibt, hat genau einen Grund: WoW. 10 bis 12 mio Abonnenten, die jeden Monat 5-15$überweisen sowie alle 2-3 Jahre nochmal 40$ für das nächste Addon hinblättern, sind einfach eine Bank.

Woher das kommt? Ganz einfach, Blizzard setzt als einziger Publisher überhaupt auf Qualität statt Quanitität. Als Beispiel: Assassins Creed mag ein tolles Spiel sein, allerdings ist es doch eher "Popcorngaming": man ist 2-3 Abende damit beschäftigt, dann hat mans durch und stellt es in den Schrank, wo es verstaubt bis mans irgendwann entweder in die Tonne kloppt oder auf Ebay verhökert. Und alle anderen mir bekannten Titel von Ubisoft sind entweder ähnlich ausgelegt, oder gängeln den Spieler mit Kopierschutzmassnahmen, die völlig übertrieben sind. Bei allen anderen Publishern siehts ähnlich oder sogar noch schlimmer aus.

Was die Publisher also versäumen ist einfach, den Spielen etwas auf den Weg zu geben, das langfristig Spaß macht. Irgendwann wird dann der Punkt kommen, an dem sich niemand mehr die 5. Fortsetzung eines sog. "AAA"-Titels kaufen wird, weil er eh weiß, dass er 50-60€ dafür auf den Tisch legt, maximal eine Woche unterhalten zu werden. Da helfen keine noch so ausgeklügelten Kopierschutzmechanismen, eher im Gegenteil. Wenn die Gefahr besteht, dass mein Spielstand nicht gespeichert wird, weil mein Router gerade nach dem 24h-Disc eine neue Verbindung aufbauen musste, überlege ich mir 5 mal, ob ich wirklich Die Siedler 8 haben muss.

Die Branche geht einfach einen falschen Weg. Sie muss wieder innovativ werden, statt blind Millionen in noch realistischere Grafik zu investieren, die letzlich eh kaum jemand bewundern kann, weil sich die wenigsten alle 2-3 Jahre einen High-End-PC oder die neueste Konsole zulegen. Sie sollte einfach mehr Wert auf Langzeitmotivation legen, den Spielern mehr Freiheiten geben, bspw. durch Mapeditoren, die man nicht studiert haben muss oder durch Onlinemodi, die über stupides Deathmatch - Geballere und "capture the flag" Orgien hinausgehen.

Und genau dort liegt Blizzard eben Lichtjahre vor den Publishern, die jetzt in der Krise in Schwierigkeiten kommen.

Im Übrigen erscheint mir der Hinweis auf die Free to Play- Browsergames von Bigpoint und Konsorten nicht als Ausweg aus der Misere der großen Publisher. EA probiert derzeit mit BattleForge sein Glück mit einem ähnlichen Modell, scheint aber zu scheitern. Free to Play funktioniert eben nur dann, wenn man auch realistische Chancen hat, irgendwas in dem Spiel zu erreichen, ohne es dann am Ende doch kaufen zu müssen und obendrauf nochmal 20-30 € für Extrafeatures zu bezahlen. Das Spiel war für mich jedenfalls ein Paradebeispiel, wie man ein solches Konzept nicht gestalten sollte. Eine einfache zeitlich begrenzte Demo wäre irgendwie zielführender gewesen, dann hätte ich mir das Spiel evtl. sogar zugelegt..

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cassikov 21.03.2010, 04:37
23. alles halb so wild

Alles halb so wild. Alle Jahre wieder wird von solch einem Crash berichtet, der dann doch nicht eintritt. Das ganze hängt auch mit dem Lebenszyklus aktueller Konsolen zusammen. So nähert sich der Nintendo DS gerade dem Ende seines Zyklus und wird aller Wahrscheinlichkeit nach am Ende des Jahres von einem Nachfolger abgelöst. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass seit Monaten kein Megahit mehr für diese Konsole erschienen ist, da viele Entwicklungsstudios wahrscheinlich schon an Software für den DS2 arbeiten.

Zusammen mit dem Einbruch bei Musikspielen, lässt sich ein Großteil der Krise erklären. Aber hier waren die Publisher auch selbst Schuld. Nach hunderten halbgaren Fortsetzungen und Guitar Hero Klonen ist der Markt einfach gesättigt. Generell wird in der Games Industrie Cash Cows schnell ausgelutscht. Wenn ich jetzt schon sehe, wieviele Spiele auf der Call of Duty Welle reiten, dann werden moderne Shooter auch bald nicht mehr an den Mann zu bringen sein. Noch ist die Qualität der Klone zwar gut (Battlefield, Medal of Honor), aber spätestens, wenn Weihnachten zehn Modern War Shooter erscheinen, ist dieser Hype auch wieder vorbei.

Zum Thema PC Spiele und Kopierschutz wurde ja schon viel geschrieben. Ich denke aber dass PC Spiele noch an einer anderen Krankheit leiden. Und zwar an riesigen Patches. Ich bin Gelegentheitsspieler und spiele max. eins/zwei Tage in der Woche. Wenn ich diese wenige Zeit, die ich für mein Hobby verwende mit dem runterladen von Patches verbringe, dann vergeht mir doch die Lust. Ich habe WoW gespielt und alle paar Wochen kam ein mehrere hundert MegaByte Patch heraus. Mit normaler 2 MBit Leitung zieht sich das einfach hin. Habe mein Abo dann gekündigt. Irgendwie wird in der Branche an den Realitäten vorbei entwickelt.

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bigdaddy2 21.03.2010, 08:35
24. selbst schuld

Es werden seit Jahren nur noch halbfertige Spiele auf dem Markt geworfen,gute Spieleserien werden komplett umgekrempelt und haben nur noch den Namen gemeinsam.
Als Bsp. nenne ich mal das aktuelle C&C 4.Wie kann man so eine Serie nur verhunzen und vor dem Baum fahren?
Oder wie wäre es mit der Need for Speed Serie,jedes Jahr ein neuer Aufguß vom letzten Jahr.
Mal überlegen...,ach ja da wäre noch die Seuche mit den DLC'S und der damit verbundenen Kundenverar...ung.
Siehe AC2,da wurden Teile des Spiels wieder raus geschnippelt um sie dann hinterher wieder als kostenpflichtigem DLC wieder an zubieten.
Oder der neue Kopierschutz von Ubisoft,wo man eine permanente Onlineverbindung braucht um ein Offlinespiel spielen zukönnen.Wer da kein Internet hat kann nicht spielen.Da wird der Kunde an die Kette gelegt und fühlt sich wie ein Schwerverbrecher behandelt.Spiele werden immer leichter und leichter und dem Casualmarkt angepaßt.
Studios werden aufgekauft ausgeschlachtet und hinterher geschlossen.
Einen hätte ich noch,Spiele werden immer kürzer.Das aktuelle CoDMW2 hat im Singleplayer nur 4-5h Spielzeit.
Und da wundern sich die Puplisher???

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Zylex 21.03.2010, 09:19
25. "Heult doch"

Kann das Gejammer nicht verstehen. Wenn man so krass seine Kunden über den Tisch zieht, braucht man sich nicht wundern, daß die Leute irgendwann die Lust am Kaufen verlieren. Die neuste Gängelung mit der Zwangsonlineverbindung setzt dem ganzen ja die Krone auf, während trotzdem 5 Tage nach dem erscheinen schon ein Crack verfügbar war (zumindest für Silent Hunter 5). Übrigens was soll eigentlich immer das PC-Bashing? Auf der XBOX360 und der WII wird mindestens genauso viel (wenn nicht sogar mehr) kopiert, nur die PS3 ist noch "sicher". Komischerweise sollen aber immer die bösen PC-Kunden schuld sein..?

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Die Gebrauchsanweisung befand sich noch immer in der ungeöffneten Klarsichthülle. Zusammen mit dem für Computer üblichen Garantie-Zertifikat, in dem sich folgernder Hinweis finden lässt: Wenn das Produkt 1) nicht funktioniert, 2) nicht das leistet, was die teuren Werbeanzeigen behaupten, 3) die Nachbarn mit Stromschlägen tötet und sich 4) überhaupt nicht in der aufwendigen Verpackung befindet, so ist völlig, absolut und ganz und gar ausgeschlossen, daß der Hersteller dafür die Verantwortung trägt. Der Käufer kann sich 5) glücklich schätzen, daß er sein Geld dem Hersteller geben darf, und 6) jeder Versuch, das gerade erworbene und bezahlte Produkt wie rechtmäßiges Eigentum zu behandeln, muß zwangsläufig dazu führen, daß man Besuch von ernst dreinblickenden Herren mit bedrohluch wirkende Aktenkoffern und sehr dünnen Armbanduhren bekommt.

Die von der Computer-Industrie angebotenen Garantien hatten Crowley [einen Dämon in Menschengestalt] so sehr beeindruckt, daß er mehrere Exemplare nach UNTEN schickte und einen gelben Merkzettel beifügte, dessen schlichte Aufschrift lautetet: "Nehmt euch ein Beispiel daran Jungs". T.Pratchett - Ein gutes Omen

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jjh 21.03.2010, 09:49
26. Kreativitätsverlust

Aus meiner Konsumentensicht kann ich nur sagen, dass es mir einfach an Kreativität in den modernen Spielen mangelt. Jahrelang wurde in immer "perfektere" Technologie investiert, für die der Benutzer ständig neue Hardware braucht um sie spielen. Gleichzeitig sinken die tatsächlichen Unterschiede immer mehr ab, die Spiele sehen immer gleicher aus. Als jemand der Computerspiele seit den 80er Jahren kennt kann ich nur sagen, dass die technischen Limitationen dieser Zeit teilweise viel spassigere und kreativere Spiele hervorgebracht hat als die (fast) perfekte 3-D-Welt unserer Zeit.

Hinzu kommt der rapide Wertverlust: Die Neuheit von heute, die 50-70 Euro kostet, bekomme ich in 1-2 Jahren für 5 Euro auf dem Grabbeltisch. Und EA Spiele boykottiere ich inzwischen grundsätzlich weil sie dermassen unsägliche Online-Kopierschutzmaßnahmen haben, dass es einfach keinen Spaß mehr macht. Sogar bei 10-Euro "Classics". Als ob ich die Raubkopieren würde! Es kann nicht sein, dass ich für 10 Euro mal n' schnelles Spiel kaufe, für das ich dann eine halbe Stunde Zeit und eine Breitbandverbindung brauche nur damit ich es spielen kann...

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frubi 21.03.2010, 10:00
27.

Zitat von sysop
Ende der Goldgräberzeit: Die Wirtschaftskrise hat die Gamesindustrie voll im Griff. Umsätze sinken dramatisch, immer mehr Entwicklerstudios gehen vor die Hunde. Fieberhaft sucht die Branche jetzt nach einem Ausweg aus der Misere - denn sie weiß: Ihre ganze Zukunft steht auf dem Spiel.
??? Versteh ich nicht. Ich habe selten so viele Spiele gekauft wie in den letzten 12 Monaten. Dantes Inferno, Dragon Age, Fifa 10, God of War (frisch am Freitag bekommen), Final Fantasy 13, White Knight, Resident Evil 5.

Die Studios müssen sich nur einfach mal wieder mehr Zeit lassen anstatt sich von irgendwelchen Erwartungen unter Druck setzen zu lassen. Auf Final Fantasy habe ich knappe 4 Jahre gewartet (mal mehr, mal weniger) und es jetzt zu spielen, so perfekt wie es ist, genieße ich jede Sekunde.

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Meckermann 21.03.2010, 10:59
28. Blizzard ist auch nicht besser

Zitat von Zereus
Und genau dort liegt Blizzard eben Lichtjahre vor den Publishern, die jetzt in der Krise in Schwierigkeiten kommen.
Ich wäre sehr, sehr vorsichtig Blizzard hier als Musterbeispiel für Qualität herzunehmen.

World of Warcraft ist kein hochwertiges, innovatives Game mit vorbildlicher Spieltiefe und Komplexität. WoW ist ein für den Massenmarkt weichgespültes und auf den kleinsten gemeinsammen Nenner von 11 Millionen Spieler zusammengestuztes Fast-Food Produkt, für das der Betreiber unter dem Vorwand der Betriebskosten horrende Monatsgebühren nimmt, die zu 40% direkt an die Aktionäre weitergeleitet werden.

Blizzard hat seit 5 Jahren kein Spiel mehr auf den Markt gebracht, die Entwickler, die Warcraft, Starcraft und Diablo gemacht haben, arbeiten alle nicht mehr dort. Nun stehen neue Spiele endlich wieder in den Startlöchern und was sehen wir da? Abzocke (Starcraft 2 wird in drei Module unterteilt, um 3 mal das selbe spiel verkaufen zu können), Online-Zwang (LAN-Modus gibts womöglich nicht mehr), und Registierungszwang (Spiel wird permanent mit Battlenet-Account verknüfpt, kein Weiterverkauf), also alles, was wir an EA und Ubisoft so lieben.

Blizzard gehört heute leider zu den Bösen.

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Mollari 21.03.2010, 11:27
29. So sehe ich das auch

Zitat von Viper2024
Die Spielebranche leidet in erster Linie unter einem Feldzug von EA und Ubisoft GEGEN die Kunden. Wenn diese beiden Firmen sich nicht jedes Jahr einen immer schlimmeren Kopierschutz ausdenken würden, würde es auch bei den Umsätzen und Gewinnen stimmen.
Völlig richtig. Deswegen spiele ich keine EA und Ubisoft Spiele mehr. Zumal ich sowieso kein Ego-Shooter-Spieler bin. Für Blizzard tuts mir leid, denn bei denen hatte ich immer das Gefühl das die Spiele machen die sie selber gerne spielen. Siehe Diablo und Starcraft. Von Online Spielen halte ich nichts.
Und wenn man mal anfangen würde nicht immer nur auf mehr Grafik, mehr Power, bessere Rechner u.s.w. schauen würde, sondern mehr auf Spielspass, auf Innovation, dann stimmen auch wieder die Zahlen.
Beispiele: Siehe Wii, einfach Genial und eben Innovation und nicht nur Grafik- bzw. Rechenpower. Und Blizzard wird auch schwarze Zahlen schreiben wenn (irgendwann einmal) Starcraft und vor allen Dingen Diablo 3 erscheinen werden.
Und schaut euch nur einmal Torchlight an, von ehemaligen Blizzard-Mitarbeitern entwickelt, hat nicht die Super-Anforderungen und macht trotzdem riesig Spass.
Auf Firmen die ihre Kunden verarschen, wie EA kann ich jedenfalls verzichten.
Just my 2 cents

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