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Gefälschte Nachrichten und Propaganda: Gegen Fake News hilft kein Gesetz
REUTERS

Aus Angst vor Wahlmanipulationen durch Fake News werden Rufe nach einem starken Staat laut. Aber kann man im Netz verbreiteten falschen Nachrichten wirklich mit Strafen beikommen?

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Fragende_Leere 14.12.2016, 16:26
20. Bewertung erwünscht

Wie wäre denn mit folgendem Sachverhalt umzugehen?

http://www.swr.de/report/getarnte-werbung-fuer-das-familienministerium/-/id=233454/did=2478132/nid=233454/smzpwt/index.html

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BaMargera 14.12.2016, 16:26
21. Kein staatliches Informationsmonopol

Vielen Dank, Herr Lobo, für diesen ausgezeichneten Artikel! Ich teile nicht immer Ihre Meinung, aber hier haben Sie voll ins Schwarze getroffen und überzeugend dargelegt, dass es zwischen offensichtlichen Falschmeldungen und überprüfbaren Wahrheiten viele Abstufungen und Schattierungen mit Interpretationsspielraum gibt. Ein Grundproblem in unserer heutigen Medienlandschaft haben Sie jedoch nicht angesprochen: in wirklich keinem Informationsmedium bekommt der Wissbegierige heutzutage tatsächlich noch ein wirklich objektives Nachrichtenbild präsentiert, das frei ist von Einflüssen der Lenkung oder Meinungsbildung. Selbst wenn der Autor keiner politischen Partei nahe steht, wird es ihm kaum gelingen, ein selbst von einer politischen/gesellschaftlichen Sicht freies und neutrales Bild eines Sachverhalts zu liefern. Seine Subjektivität steht ihm dabei ihm Weg! Bedauerlich ist es, dass der Nachrichteninteressierte sich heute meist mit 8-10 unterschiedlichen Quellen befassen muss, um sich selbst ein halbwegs objektives Bild zusammen zu setzen. Sobald jedoch der Staat bestimmt, was wahr und was falsch, befinden wir uns an einem Punkt, an dem der Staat quasi das Informationsmonopol besitzt. Und wohin eine informationelle Gleichschaltung führen kann, haben wir in der deutschen Vergangenheit bereits erleben müssen.

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pennywise 14.12.2016, 16:37
22. Windmühlenflügen

werden da von Dir bekämpft lieber Sascha.
Zum einen ist der Michel zutiefst überzeugt:
"Wenns ein Gesetz gibt, ist das Problem aus der Welt!"
Das in Deutschland auch Diebstahl und Mord verboten sind und trotzdem geschehen blendet Michel aus.
Zum anderen:
Der Michel will, dass man ihm die Nachrichten perfekt serviert:
Kurz, knapp, leicht verständlich.
Ganz zuwider sind im unterschiedliche Nachrichten.
Wenn ihm mehrere Fakten präsentiert werden und er abwägen muß, welche Fakten nun die vertrauenswürdigsten sind - dann ist der Michel am Ende.
Das ist die "Wir schaffen das" Denke die bei ihm so gut ankommt.
Man sagt ihm "Das ist halt so!" wie einem kleinen Kind, das eine komplizierte Frage stellt.
Deswegen würde der Michel es begrüßen, wenn es eine Art Wahrheitsministerium gäbe, dass jegliches Eigendenken überflüssig macht. Der Hinweis, dass ein Wahrheitsministerium Zensur bedeutet, quitiert er mit einem gleichgültigen Schulterzucken.

Aus Sicht der "Eliten" ist der Denkansatz "Gesetze!" wünschenswert.
Alles was nicht ins "Konzept" passt wird als "Fakenews" gebrandmarkt - fertig.

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martinbabenhausen 14.12.2016, 16:55
23.

"Fake-News" haben doch nur dann eine Chance geglaubt zu werden, wenn sie
überwiegend im Bereich des möglichen liegen UND durch erlebbare Wahrheiten
in diesen Bereich verortet werden können. Zum Bsp erweist sich somit die gezielte Islamisierung Europas alles andere als ein Fake. Leider.

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joking_hazard 14.12.2016, 17:02
24. Digitales Mittelalter

Manchmal fühle ich mich in Bezug auf 'soziale' Medien ans finstere Mittelalter erinnert: Aberglaube überall, Katastrophenpropheten und Hassprediger, und ein leicht zu manipulierendes Volk. 'Soziale' Medien verfolgen genau so kapitalistische Ziele wie alle Internetunternehmen, also Gewinnmaximierung - egal mit was, hauptsache es werden sog. Klicks generiert. Klicks bringen Geld. Und Big Data sowieso. Sensationen sind besonders Aufmerksamkeitswirksam, also bedient man sich Lügen und Gerüchten. Gesetze werden herzlich wenig helfen, da die Urheber fast immer durch deutsches Recht gar nicht belangt werden können. Die sitzen nämlich im Ausland und lachen sich über unsere Gesetze tot. Und eine Zensur darf schon laut deutschem Recht nicht stattfinden, wir haben nun mal Meinungsfreiheit (in sinnvollen Grenzen, selbstverständlich). Auch Glaubensfreiheit, also darf jeder glauben was er im Internet liest - oder auch nicht (Vorsicht Sarkasmus!). Ich erinnere mich an eine Zeit, als das Internet noch jung und unkompliziert war - damals musste eine Homepage noch kein Impressum haben und Abmahnungen waren unbekannt. Es war interessant, spassig und leicht. Jetzt 'gehört' das Internet den Digitalkonzernen. Und die interessiert halt nur das Geld. Was bleibt uns also? Wir brauchen ein Zeitalter der digitalen Aufklärung! Wir dürfen uns nicht länger zum Spielball von Manipulateuren machen, die mit unseren Daten grosses Geld kassieren und unsere Gesellschaft mit Propaganda und Hasspredigten spalten. Misstrauen ist angebracht, nicht alles unreflektiert übernehmen was irgendeiner verbreitet. Wir mögen die Algorithmen und die Technik dahinter nicht verstehen, aber wir können ablehnen zu partizipieren. Wir können darauf achten unsere Daten zu schützen. Wir können darauf achten, aus welchen Nachrichtenquellen wir unser Wissen beziehen.

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naklar? 14.12.2016, 17:05
25. Richtig und nur so kann sich die Demokratie weiterentwickeln. Es ...

... sind noch so viele Hausaufgaben nicht gemacht und es ist sehr schade, daß Journalisten heute schon abhängig von den Geldern sind, welche das ÖR-TV für die Teilnahme an deren Talkrunden (mit sorgfältig ausgewähltem Klatschpublikum) springen läßt.
Ich wünsche mir auf jedenfall eine Welt, wo die Menschen weniger abhängig vom Staat und Sozialtafeln sind um zu überleben.
Vielleicht wird das ja schon bald Realität mit dem BGE in Europa.

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taurus078 14.12.2016, 17:05
26. Das geneigte Wahlvolk

glaubt jeden Unsinn aus dem Netz, weil auch real und in echt sehr viel Unsinn von unseren sogenannten Volksvertretern abgesondert wird. Es ist kein Unterschied festzustellen. Also: selbst schuld.

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Dengar 14.12.2016, 17:11
27. Zusätzliche Gesetze sind Unfug

Verleumder können auch heute schon gerichtlich belangt werden, das reicht auch im Internet aus. Wenn jetzt angefangen werden soll, VTs zu verbieten, muss das im Analogen auch für Gerüchte gelten. Wo soll das dann enden? Stasi 2.0? Gesinnungspolizei? - Demokratie mit Meinungspluralität muss auch ein gewisses Maß an Müll verkraften, sonst landen wir schnell in einem totalitären System. Zwar praktisch für die Herrschenden, aber unangenehm für den Rest.

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100034.47 14.12.2016, 17:14
28. Ich teile das nicht

Es ist längst überfällig, dass Facebook, Twitter, etc. denselben Regularien unterworfen werden, wie jede Zeitschrift, jede Zeitung in Deutschland, die Hetzartikel und -leserbriefe veröffentlicht. V.i.S.d.P., von der Unterlassungserklärung bis zur Strafanzeige, auch für Social Media-Dienste. Und man würde staunen, wie schnell die Betreiber dieser Seiten dafür sorgen, daß auch auf ihren Plattformen gesellschaftlich akzeptable Verhaltensformen eingehalten würden.

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jjcamera 14.12.2016, 17:15
29. der Kern

Vielleicht wird eines fernen Tages in Geschichtsbüchern der Siegeszug des Internet und der sozialen Medien als ursächlich für das Ende der Demokratien in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts gesehen. Mit Menschen, die alle der gleichen Meinung sind, und davon abweichende Meinungen nicht dulden oder akzeptieren, lässt sich keine "Demokratie" machen. Der öffentliche Diskurs, die Verschiedenheit und Meinungsvielfalt, ist der eigentliche Kern der Demokratie.

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