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Geheimdienst-Operationen: "Wir überschätzen Desinformation in sozialen Medien maßlos"

Die russische Trollfabrik IRA ist "ein Sauhaufen", sagt der Geheimdienst-Experte Thomas Rid. Dennoch gebe es weitaus gefährlichere Desinformationskampagnen als deren Manipulationsversuche auf Facebook.

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ancoats 19.02.2019, 11:53
90.

Zitat von wannbrach
Die trügerischen Informationen aus dem Westen sind gefährlicher als alles Andere aus Russland. Auch unsere hauseigene Industry verkauft uns für dumm mit den falschen Werbeversprechungen und die Verbraucherschützer sind nicht aktive genug um uns zu schützen.
Selber denken muss man schon noch manchmal.

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pavel1100 19.02.2019, 11:57
91. Die Vorgehensweise hat einen Namen

Zitat von Hans_Suppengrün
Nun, grundsätzlich haben Sie wohl recht. Es geht um Meinungen. ABER: Meinungen sollten aufgrund von Fakten gebildet werden. Und hier greifen die Trolle gerne ein. Fakten werden verdreht oder als Fake-News verunglimpft. Wenn man sich bei der Meinungsbildung und bei der Diskussion nicht auf gemeinsame Fakten berufen kann, dann ist eine vernünftige Diskussion nicht möglich.
In der alten DDR nannte man das "zersetzen".

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Raisti 19.02.2019, 11:59
92. Die traurige Wahrheit ist doch

das diese Kampagnen nur funktionieren können, wenn man eine Masse von unaufgekläreten Bürger(innen) hat.

Leider haben unsere Regierungen Jahrzehnte damit zugebracht, den aufgekläreten Bürger zu verhindern.

Man schaue sich nur an wieviele Kriege in den letzten Jahrzehnten als humintäre Intervention verharmlost wurden, obwohl es immer nur um knallharte geopolitische Interessen ging.

Solange der unaufgeklärte Bürger sich für die eigenen Interessen einspannen lies, war auch alles super.

Leider sind die unaufgeklärten auch ein dankeswertes Ziel für Desinformationkampagnen des "Feindes". Sich darüber aber nun zu beklagen ist der Gipfel der Heuchelei, den die Leute die sich beklagen sind auch die, die erst die unaufgeklärten herrangezüchtet haben.

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taglöhner 19.02.2019, 12:00
93. Butter bei die Fische

Zitat von Schartin Mulz
liegt m.E. darin, dass viele offensichtlich glauben, das sei ein Problem, das nur von den Russen und den Rechten kommt. Glaubt eigentlich irgendjemand, dass diese unbegrenzten Möglichkeiten nicht auch von den Geheimdiensten anderer Staaten, auch uns verbündeter Staaten oder villeicht auch von unserem eigenen genutzt werden?
Wozu? Trump ist toll? Merkel muss weg? EU und Euro sucks? Brexit ist prima?
Wozu genau glauben Sie, werden sie von unserem Geheimdienst genutzt?
Der im Totalitarismus verheerend sozialisierte KGB- und Stasi-Mann Putin führt Krieg gegen die Aufklärung schlechthin. Dem kann man nur mit Repression seiner Instrumente und Aufklärung begegnen.

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jj2005 19.02.2019, 12:05
94. Desinformation ist normal

Wir werden jeden Tag mit Desinformation zugeschüttet, man nennt es gemeinhin "Werbung". Aber keine Hausfrau glaubt deswegen, dass Ariel weisser wäscht als das No-Name-Produkt vom Aldi. Und wenn die Präsidentschaftskandidaten D. Trump und H. Clinton jeweils eine runde Milliarde (1,000,000,000) US$ für ihre Werbung ausgeben, dann wird uns das als "Demokratie" angedreht (aber ein paar russische Hacker manipulieren die US-Wahl, klar doch...).

Trotzdem ist es natürlich zum Steinerweichen, wenn z.B. zu jedem Klima-Thread hier sofort die "Glima gibs garnich"-Trolls ihre Tastaturen malträtieren. Vielleicht sollte man "Neuland Internet" tatsächlich mal als Schulfach einführen.

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haresu 19.02.2019, 12:06
95. Alle Kreter lügen

Und es ist eine Vielzahl unterschiedlicher Bedürfnisse. Desinformation zielt deshalb nicht nur immer unmittelbar suf Destabilisierung sondern formt auch Narrative für die Entstehungsgeschichte von Entwicklungen, steuert also Prozesse einer scheinbar gelungener Selbstvergewisserungen und wirken selbst dann noch destruktiv, wenn sie enttarnt werden. Wie man zuletzt bei der Diskussion um Grenzwerte für Stickoxide gesehen hat ist das eigentliche Ziel der Desinformation die Zerstörung von Objektivität. Und da, mit einigem Recht, das Vertrauen in Medien und Politik sehr geschwunden ist und es mit dem Internet einen sehr viel direkteren Zugang zu den Köpfen der Menschen gibt, fehlen uns wirksame Abwehrmöglichkeiten. Die Überlegung "qui bono" hilft übrugens überhaupt nicht, einfach weil schon die Überlegung wem etwas nützt, bereits schon wieder jemand anderem nützt und eben natürlich, weil so die Unsicherheit insgesamt wächst. Als individuelle Marschroute gegen Desinfirmation kann man eigebtlich nur möglichst große Skepsis gegenüber dem was man gerne hören möchte empfehlen. Desinformation erfüllt Bedürfnisse und wenn man die Desinformation nicht kontrollieren kann muss man eben die Bedürfnisse kontrollieren.

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apetri1 19.02.2019, 12:06
96. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Z.B. die Frage, ob Rid die Trollgeschichten nur deshalb so runterspielt, ja fast schon verharmlost, um seinen größten Präsidenten aller Zeiten vor dem Verdacht zu bewahren, das Wahlvolk mit seiner Twitterei zu beeinflussen.

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max-mustermann 19.02.2019, 12:07
97.

"Wir überschätzen Desinformation in sozialen Medien maßlos"

Da gebe ich ihm recht, viel schlimmer ist für mich die einseitige Propaganda die von vielen "seriösen" Medien verbreitet wird um ihre Geldgeber in der Wirtschaft oder die von der Redaktion favorisierte Partei zu unterstützen. Mich dagegen interessiert die nüchterne Sachlage also sprich die ungeschönten und unverblümten Fakten, meine Meinung dazu bilde ich mir dann lieber selber dafür brauche ich keinen "moralischen Akteur" der das für mich übernimmt.

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sven2016 19.02.2019, 12:10
98. Ein Spezialist für Desinformation,

der zufälligerweise gerade ein Buch über das Thema schreibt und vom Kongress als Experte geladen wurde?

Klingt jetzt nicht so vertrauenerweckend, wenn man Senatshearings mal mitverfolgt hat.

Dass er als Beispiel einen Vorfall aus den 60er-Jahren wählt, spricht auch nicht für aktuelle Erkenntnisse in seinem Fachgebiet.

Der Letzte, der sich so ähnlich präsentierte, war „Dr.“ Sebastian Gorka, der Russlandexperte aus dem Team Trump (inzwischen in der verdienten Versenkung verschwunden).

Der Artikel macht mich skeptisch gegenüber dem Experten.

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touri 19.02.2019, 12:14
99.

Zitat von honey_d
"Neutrale" Infos gibt es nun mal nicht. Es ist bekanntlich immer gut, auch mal zu gucken, was die "politische Gegenseite" zum selben Thema sagt. Ansonsten: sogar Spon kommt ja manchmal mit "clickbait"-verdächtigen Titeln daher, mehr als früher übrigens. Oder diese nervigen Anzeigen mit dem Titel "Auch interessant" unter fast jedem Spon-Artikel. Muss so ein Titel wirklich sein? Die traurige Tendenz ist halt, dass mehr und mehr Leute ihre Infos nur noch von Facebook und Instagram beziehen - und oft einfach so drauflos glauben.
Natürlich gibt es die. Z.B. hat Dortmund zuletzt untentschieden gespielt und der FC Bayern ist jetzt bis auf drei Punkte herangerückt. Das sind neutrale Informationen. Aber ich gebe Ihnen in so weit recht, das es immer Leute geben wird, die ihren Senf zu jeder Information abgeben und versuchen damit andere auf ihre Meinungsseite zu ziehen und die Meinungshoheit einzunehmen. Das passiert von der Stammtischrunde bis hin zum Oval Office oder Kreml.

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