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Geheimpapier des US-Geheimdiensts: Der Vierjahresplan der NSA
AFP

Die NSA sieht "ein goldenes Zeitalter der Überwachung" - nur Politik und Gesetzgeber müssten sich den Zielen des US-Geheimdiensts noch anpassen. Ein jetzt veröffentlichtes Geheimdokument zeigt den Plan der NSA bis 2016. Sogar Vergleiche mit Atomangriffen werden gemacht.

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IMGoman 25.11.2013, 17:23
160. Ach echt?!

Meiner Meinung nach wird die ganze NSA sache zu sehr gehyped. Da mag was dran sein, dass gesammelt und ausgewertet wird bis der Arzt kommt und ich will das nicht für gut heißen! Da müssen klare Grenzen gesetzt werden und zwar schnell.
Dabei ist das Ausspähen ist eine Sache, doch was wäre wenn die NSA-Snowden Affäre nur aufgesetzt ist? Man muss nicht alles glauben was die Medien sagen...
Darf man Snowden und seinen "Originalen" Dokumenten wirklich trauen? Oder bekommen wir nur das zu sehen/hören was wir sollen... *Grübel*

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otelago 25.11.2013, 17:56
161. naja

Zitat von Maria-Galeria
läßt oft zu wünschen übrig, scheints haben schon etliche den spektakulären 11. November vergessen, über dreitausend Tote mitten in New York und unzählige traumatisierte Menschen. Zum Schutz der Industrienationen gibts die NSA, ein bischen weniger Paranoia wäre schon angebracht, die Aufgabe der Regierungen ist es nun die Menschheit vor dem Mißbrauch einer derartigen Organisation zu schützen, wie heißt es so schön "der Mensch ist des Menschen Wolf".
Wer der Ansicht ist die komplette Lebensweise und Kultur von Milliarden Menschen müsse sich nach einer Explosion im Hochhaus ausrichten, übertreibt erheblich.

Man könnte mit gewisser Berechtigung sagen, daß das Ergeignis dann quasi nach Art eines "casus belli" zumindest instrumentalisiert wird, weil die Konsequenzen offenkundig ein ganz eigenes - von gewissen Kreisen für erstrebenswert gehaltenes - Ziel darstellen.

Wer anfängt, mit Toten zu argumentieren, muß sich damit beschäftigen:

- es gibt in den USA nach offiziellen Zahlen über 10.000 Schusswaffenopfer / Jahr

- es gibt in Deutschland pro Jahr 150 Schusswaffenopfer, in Uruguay 100

Fazit: Natürlich kann man das alles nicht 1:1 gegenrechnen, aber es sind Meßwerte unterschiedlicher Ausprägung und Ausmaß von Gewalt in der Gesellschaft und den so verschiedenen Antworten darauf.

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otelago 25.11.2013, 18:17
162. Butter bei

Zitat von nmw
Die NSA ist nicht paranoid; sie ist doch nur das neue, durch Snowden erzwungene öffentliche Sprachrohr der wirklichen Machthaber. Obama und Co. wissen das, darum schweigen sie alle.
Der dessen Namen nicht genannt werden darf?

Der Verdacht, daß die Staatsgewalt nicht vom Volke ausgeht, ist für Deutschland ja nicht von der Hand zu weisen, so wabbelig, wie sich die Bundesregierung seit Jahren in diesen Fragen gebärdet.

Es mag sein, daß es Willen, Abkommen, Verträge gibt, die bestimmte Rechte einstiger Kriegsgegner vortschreiben, allerdings ist es wichtig, diese transparent zu machen, darauf haben die Menschen - ein Recht, das ihnen keiner nehmen kann.

Neu ist an den NSA Themen, die jetzt besprochen werden, die angestiegene Aufmerksamkeit und Resonanz. Im Prinzip bekommt es jeder der will mit. Man schaut, wie die Leute reagieren, man sieht, es gibt keinen Aufstand.

Die politischen Akteure in der Bundesrepublik, Verbände, Altparteien, Grüne - machen nicht viel. Vielleicht wollen sie was machen, aber sie reden nicht viel.

Einige Leute regen sich sehr auf, die meisten sind eher frustriert.

In jedem Fall gibt es ein großes Unzufriedenheitspotential, das, anders als beim EURO, nicht mehr als kleinherzige Kurzsichtigkeit umgedeutet werden kann.

Woran es fehlt, sind große Aufreger, große Beispiele, große Reden zur Schaffung eines allgemeinen Problembewusstseins.

Bisher bleibt es für die meisten Leute eine abstrakte Sache, die Relevanz ist ihnen nicht bewusst.

Ich glaube es ist relativ klar, daß es genug Indizien und Hinweise darauf gibt, daß die Geheimdienste (ohne jetzt zwischen NSA, BND, beteiligten Konzernen etc zu differenzieren) um Größenordnungen mehr Detailwissen erlangt haben und erlangen, als es der politischen Führung offiziell klar ist.

Diese Diskrepanz ist keine Kleinigkeit, kein Kavaliersdelikt. Es geht um Macht der Dienste über alle politischen Akteure, um das Sammeln belastenden Materials, um Kontrolle der Politik durch Dienste, es geht um den alten Verdacht, daß Dienste indirekt dafür sorgen, daß nur Funktionäre an die Macht kommen, über die man schwarze Akten besitzt.

All das liefert pronzipbedingt Munition für jene, die den Verschwörungsvorwurf mit Verschwörungstheorievorwürfen kontern wollen.

Die Frage ist aber dann auch - was ist schlimmer - eine echte Verschwörung dieser Dimension - oder der klare Verdacht geheimer Kontrolle der Regierungsmacht in vielen Staaten?

Was hilft ist die Orientierung am Authentischen. Das Hinterfragen der Auflösung der DDR, der Umgang mit Stasi Akten, die Rolle des CIA, der Unterlagenbehörde, des Mordes an Rohwedder, die Rolle des heutigen Bundespräsidenten.

Warum schweigt er so brüllend zu Geheimdienstthemen? Worauf wartet er denn? Er ist im Grunde der Mann auf den es mal ankommt?

Es ist unglaublich:

Es gibt wahrscheinlich 1000 mal mehr Berichte über Ex Präsident Wulffs Hotelrechnung als Äußerungen des Bundespräsidenten zur für die Bürger und Wirtschaft so wichtigen Fragen rund um Geheimdienstausspähung.

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gegenrede 25.11.2013, 18:19
163.

Zitat von otelago
- es gibt in den USA nach offiziellen Zahlen über 10.000 Schusswaffenopfer / Jahr
Seit 911 starben in den USA damit 40 mal so viele Menschen durch Schusswaffen wie durch den Anschlag ohne dass auch nur ein Waffengesetz verschärft wurde.

Was hat eigentlich die NSA dazu beigetragen diese gigantischen Zahl von Opfern zu reduzieren?

Offensichtlich ist das Argument Menschenleben retten zu wollen nur vorgeschoben.

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otelago 25.11.2013, 18:49
164. Das ist ja das Problem

Zitat von gegenrede
Seit 911 starben in den USA damit 40 mal so viele Menschen durch Schusswaffen wie durch den Anschlag ohne dass auch nur ein Waffengesetz verschärft wurde. Was hat eigentlich die NSA dazu beigetragen diese gigantischen Zahl von Opfern zu reduzieren? Offensichtlich ist das Argument Menschenleben retten zu wollen nur vorgeschoben.
Das GG, die UN Charta etc... alle gehen von einem pluralistischen Gesellschaftsmodell aus.

Wir können das natürlich auch jetzt Alles freiwillig in die Tonne treten, weil NSA zum Kampf gegen Aliens, Monsterwellen, Erdbeben, Terroristen, Seuchen oder noch biblischeren Szenarien rüsten muss.

Und sagen dann:

Ja, die Frage, ob nun ein zusammenlebendes lesbisches Damenpaar ein Kind adoptieren darf, diese Frage ist es. Sie ist wichtig, sie muß aufwendig in Koalitionsverhandlungen und Bundestagsdebatten mit dem Inbrunst der Überzeugung vertreten oder verteidigt werden, ja man muß hadern, ringen und ächzen und stöhnen über die Qualen dieser Frage. Vielleicht muß man gar neu wählen lassen?

Wer weiss.

Ich übertreibe nicht gerne.

Aber die Diskrepanz zwischen dem Ausmaß anstehender politischer Fragen und der thematischen Ausrichtung der veröffentlichten Bundespolitik ist durchaus in 2013 stärker als ich es je erlebt habe.

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seluona 25.11.2013, 19:24
165. Die Welt braucht Snowden

Ich staune immer wieder wie paralysiert die Welt auf seine Enthüllungen schaut und muß zugeben, das ich tief beeindruckt bin. Das Geld das dem BND gezahlt wird sollte komplett Snowden gegeben werde, allein schon seine Enthüllungsquote ist mehr als das BN>D in Summe hervorbrachte, von Verfehlungen gaz zu schweigen..

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nmw 26.11.2013, 10:03
166. ???

Zitat von otelago
Der […] Geheimdienstausspähung.
Können Sie oder ein Dritter mir Ihre Antwort auf mein Zitat erklären. Ich sehe keinen Sinn/Zweck in dieser ellenlangen Aneinanderreihung.

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nmw 26.11.2013, 10:18
167. Zur Paralyse

Zitat von seluona
Ich staune immer wieder wie paralysiert die Welt auf seine Enthüllungen schaut […]
Die Welt ist paralysiert, weil es zuviel Wahrheit ist, die ans Tageslicht gekommen ist. – Jeder Mensch erträgt nur ein gewisses Mass an Wahrheit, den Rest verdrängt er, sonst würden die meisten wohl durchdrehen. Was ans Tageslicht gekommen ist, ist selbst für die, die ahnten, dass etwas schief läuft, zuviel. Was wir erleben, bezeichne ich als Schockstarre der Interessierten. Denn sie haben nicht nur dies wahrgenommen, sondern auch welchen Umfang eine Gegenreaktion annehmen müsste, um eine Erfolgschance zu haben. – Die Uninterresierten (Die Mehrheit) sollten sie ohnehin vergessen; die sind für eine Lösung nicht zu gebrauchen.

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tommyg 26.11.2013, 10:45
168. Das Goldene Zeitalter der Überwachung

Was Jürgen Habermas in den 70ern als Horrorvision formulierte, die "Aufspaltung der Gesellschaft in zwei Klassen: in Sozialingenieure und Insassen geschlossener Anstalten", das wird von den NSA-Ideologen ganz unbefangen als "Goldenes Zeitalter" propagiert. Aus NSA-Sicht ergibt sich nur das Problem, daß Politiker und Juristen noch nicht ganz so drauf sind, wie sie es gern hätten. Auf die NSA-Frage: "Wollt ihr die totale Überwachung?" soll es wie aus einem Muinde schallen: "Ja!", dann ist alles gut und das Goldene Zeitalter kann umgebremst toben.

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