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Geld für Online-Presse: Warum mit dem Leistungsschutzrecht Chaos droht

Wer soll zahlen, an wen und wofür? Die Regierungskoalition will ein Leistungsschutzrecht einführen, um Verlagen online zusätzliche Einkünfte zu sichern. Wenn die Formulierungen so schwammig bleiben wie in der Absichtserklärung, droht jahrelanges Rechtschaos.

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Ulfgard 05.03.2012, 18:18
1. .......

Zitat von sysop
Wer soll zahlen, an wen und wofür? Die Regierungskoalition will ein Leistungsschutzrecht einführen, um Verlagen online zusätzliche Einkünfte zu sichern. Wenn die Formulierungen so schwammig bleiben wie in der Absichtserklärung, droht jahrelanges Rechtschaos.
Zudem, wie will Deutschland sein Rechtsverständnis
anderen Staaten aufzwingen, und was noch schwieriger
ist, weltweit durchsetzen.
In China, Russland und USA u.v.a. lacht man sich sicherlich tot,
wenn D. weltweit seine Gesetze durchsetzen will.
Ok, bei Steuergesetzen ist D. unschlagbar, da kam noch
kein Land ran. Goethe wäre sicherlich stolz auf dieses Novum, oder?

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philotes 05.03.2012, 18:31
2. ttt - Titten Thesen Temperamente

Zitat von sysop
Wer soll zahlen
Der Bürger, wer sonst?

Zitat von sysop
an wen
an einige wenige, die sich an uns bereichern, indem Desinformation gestreut wird.


Zitat von sysop
und wofür?
um angelogen zu werden.


Dass bereits bezahlte (Rundfunkgebühren) Inhalte gelöscht werden müssen, auf geheiß der Verlage ist und bleibt eine Frechheit.

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wika 05.03.2012, 18:33
3. Ich stelle mir gerade folgendes vor …

… die großen Suchmaschinenbetreiber klammerten die gewerblichen Angebote der Verlage aus ihrem Index aus, wenn sie dafür zahlen sollten und konzentrierten sich weiterhin auf die freien Inhalte. Oder aber sie verlangten in gleicher Höhe Entgelte zur Verbreitung der gewerblichen Inhalte, dann wäre es auch wieder ein Nullsummenspiel.

Das hätte doch Charme, dann kämen die Alternativen Medien besser zur Geltung und die Meinungsbügelmaschine der großen Gehirnwaschanstalten würden so weiter verdorren. Mir gefällt diese Perspektive.

Letztlich kann ich mich aber auch des Eindrucks nicht erwehren, dass die Politik hier nach Wegen sucht bei den Verlagen lieb Kind zu machen. Sprich einen Einfluss zu behalten, wie sie diesen auch vielfach ungeniert bei den „Öffentlich Rechtlichen“ ausüben. Was der einen Partei die Hoteliers sind, sind den anderen offenbar die Medien und Verlage (man braucht sie doch so sehr zu jeder Zeit). Nun gut, so gehen ja auch die Meinungen zur Meinungsfreiheit stark auseinander (böser Zukunftsausblick) und manch ein Politiker sähe die durchaus anders interpretiert und verschärft … (°!°)

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Syrus 05.03.2012, 18:42
4.

Immer wenn unsere Politiker sich laienhaft ausdrücken - und dies passiert so häufig, dass man schon Absicht unterstellen muss - sind die Gerichte lange beschäftigt.
Angeblich richtet sich dieses Gesetzt hauptsächlich gegen Firmen wie Google. Aber Google wird im Falle eines solchen deutschen Gesetzes ebenso lässig reagieren wie vor einem Jahr in Belgien: Die ganzen Verleger werden aus dem Index genommen. Nach großem Geschrei der Verleger, weil deren Seiten nicht mehr besucht werden, einigt man sich dann darauf, dass Google nichts zahlen muss, wenn man nur wieder in den Index aufgenommen wird.
Die Leidtragenden werden die ganzen kleinen Website-Betreiber sein, die wegen längeren Zitaten abgemahnt werden.

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boeseHelene 05.03.2012, 18:50
5.

Zitat von sysop
Wer soll zahlen, an wen und wofür? Die Regierungskoalition will ein Leistungsschutzrecht einführen, um Verlagen online zusätzliche Einkünfte zu sichern. Wenn die Formulierungen so schwammig bleiben wie in der Absichtserklärung, droht jahrelanges Rechtschaos.
man nehme die News und setzte sie auf eine chin oder andere Seite in Ländern man auf Urherberrecht und Leistungsschutzrecht pfeift und schon ist das ganze lächerliche Konstrukt ausgehebelt. Server kann inzwischen genauso wie Domains anonym mieten. Wenn Urheber und Lobbys so weitermachen müssen sie sich nicht wundern, wenn der deutsche Michel sie für Dreist hält und keine Lust hat ihnen noch weiter Geld in den Rachen zu werfen. Urheberrechte,Leistungsschutzrechte lassen sie aber nur, dann durchsetzen wenn sie von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen und vor allem akzeptiert werden, ist dem aber nicht so weil manche einfach den Rachen nicht voll genug bekommen, dann werden sie nicht mehr länger halten lassen.

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alterknacker 05.03.2012, 22:04
6. Der 'erbarmungswürdige' Schrei nach Tantiemen

Zitat von wika
… die großen Suchmaschinenbetreiber klammerten die gewerblichen Angebote der Verlage aus ihrem Index aus, wenn sie dafür zahlen sollten und konzentrierten sich weiterhin auf die freien Inhalte. Oder aber sie verlangten in gleicher Höhe Entgelte zur Verbreitung der gewerblichen Inhalte, dann wäre es auch wieder ein Nullsummenspiel. Das hätte doch Charme, dann kämen die Alternativen Medien besser zur Geltung und die Meinungsbügelmaschine der großen Gehirnwaschanstalten würden so weiter verdorren. Mir gefällt diese Perspektive. Letztlich kann ich mich aber auch des Eindrucks nicht erwehren, dass die Politik hier nach Wegen sucht bei den Verlagen lieb Kind zu machen. Sprich einen Einfluss zu behalten, wie sie diesen auch vielfach ungeniert bei den „Öffentlich Rechtlichen“ ausüben. Was der einen Partei die Hoteliers sind, sind den anderen offenbar die Medien und Verlage (man braucht sie doch so sehr zu jeder Zeit). Nun gut, so gehen ja auch (böser Zukunftsausblick) und manch ein Politiker sähe die durchaus anders interpretiert und verschärft … (°!°)
Hier geht es nicht um den kleinen Autoren oder Schreiber, der sich an seinen Computer setzt und sich das Hirnschmalz zermartert, wie er einen Beitrag zusammen bring, es geht darum, den Bossen der Verlage eine Handhabe zu geben, sich der Politik anzudienen und danach zusätzlich 'beruhigt' abzusahnen kann, wie es schon in den USA geschieht (Schlapphüte an der Hard- und Software-Front | Freies in Wort und Schrift), denn das Copyright-Gesetz dort ist auch ein Gesetz für die Überwachung durch die Geheimdienste. Lesen und auch Schreiben sind Grundbedürfnisse des Menschen, welche aber jetzt monetarisiert werden sollen, damit nur noch dass gedruckt und/oder veröffentlicht wird, was den Mächtigen gefällt. Zensur durch Abkassieren kann sehr gut funktionieren, wenn die falsche Politik sich einmischt.

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alterknacker 05.03.2012, 22:04
7. Der 'erbarmungswürdige' Schrei nach Tantiemen

Zitat von wika
… die großen Suchmaschinenbetreiber klammerten die gewerblichen Angebote der Verlage aus ihrem Index aus, wenn sie dafür zahlen sollten und konzentrierten sich weiterhin auf die freien Inhalte. Oder aber sie verlangten in gleicher Höhe Entgelte zur Verbreitung der gewerblichen Inhalte, dann wäre es auch wieder ein Nullsummenspiel. Das hätte doch Charme, dann kämen die Alternativen Medien besser zur Geltung und die Meinungsbügelmaschine der großen Gehirnwaschanstalten würden so weiter verdorren. Mir gefällt diese Perspektive. Letztlich kann ich mich aber auch des Eindrucks nicht erwehren, dass die Politik hier nach Wegen sucht bei den Verlagen lieb Kind zu machen. Sprich einen Einfluss zu behalten, wie sie diesen auch vielfach ungeniert bei den „Öffentlich Rechtlichen“ ausüben. Was der einen Partei die Hoteliers sind, sind den anderen offenbar die Medien und Verlage (man braucht sie doch so sehr zu jeder Zeit). Nun gut, so gehen ja auch (böser Zukunftsausblick) und manch ein Politiker sähe die durchaus anders interpretiert und verschärft … (°!°)
Hier geht es nicht um den kleinen Autoren oder Schreiber, der sich an seinen Computer setzt und sich das Hirnschmalz zermartert, wie er einen Beitrag zusammen bring, es geht darum, den Bossen der Verlage eine Handhabe zu geben, sich der Politik anzudienen und danach zusätzlich 'beruhigt' abzusahnen kann, wie es schon in den USA geschieht (Schlapphüte an der Hard- und Software-Front | Freies in Wort und Schrift), denn das Copyright-Gesetz dort ist auch ein Gesetz für die Überwachung durch die Geheimdienste. Lesen und auch Schreiben sind Grundbedürfnisse des Menschen, welche aber jetzt monetarisiert werden sollen, damit nur noch dass gedruckt und/oder veröffentlicht wird, was den Mächtigen gefällt. Zensur durch Abkassieren kann sehr gut funktionieren, wenn die falsche Politik sich einmischt.

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knuty 05.03.2012, 23:34
8.

Zitat von boeseHelene
man nehme die News und setzte sie auf eine chin oder andere Seite in Ländern man auf Urherberrecht und Leistungsschutzrecht pfeift und schon ist das ganze lächerliche Konstrukt ausgehebelt. Server kann inzwischen genauso wie Domains anonym mieten. Wenn Urheber und Lobbys....
Wie bitte? Die Urheber? Seit wann sind die Urheber für ein Leistungsschutzrecht der Verlage?

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Fred the Frog 05.03.2012, 23:46
9. Andere Zielrichtung

Zitat von Ulfgard
Zudem, wie will Deutschland sein Rechtsverständnis anderen Staaten aufzwingen, und was noch schwieriger ist, weltweit durchsetzen.
Mir scheint, hier hat sich überhaupt noch kein Rechtsverständnis gebildet. Sie schwammigen Formulierungen deuten darauf hin, dass man kein wesentliches Problem erkannt hat, an dessen Lösungen man sich jetzt heranmachen will. Es sieht vielmehr nach einer Kompensation für die Verlage aus, wenn die Öffentlich-rechtlichten Anstalten ab 2013 ihr Geld auch von Nichthörern und Nichtsehern kassieren dürfen. Geld für ein Nichtabo ist irgendwie blöd, also wertet man die Produkte auf, dass jeder Schnipsel Geld bringt. Vielleicht kommt dann die zweistündige ARD-Presseschau. Wer soll eigentlichdas Geld bekommen, wenn zwanzig Zeitungen den gleichen dpa-Bericht abdrucken?

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