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Gema-Chef Heker: "Allianz gegen YouTube"

Die Gema hat die Verhandlungen mit YouTube über Musik im Netz abgebrochen. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt Gema-Chef Harald Heker, warum seine Organisation nun 600 Songs sperren lassen will, warum er Google in der Pflicht sieht - und was die Gema von Apple erwartet.

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nurmeinsenf 11.05.2010, 07:16
50. Der GEMA-Chef ist der GEMA-Chef...

...und nicht der Anwalt der notleidenden Künstler.

Daß Künstler für ihre eigenen Konzerte auf denen sie ihre eigene Musik spielen, GEMA zahlen müssen und unter Umständen Miese machen, wenn der Saal nicht voll wird, ist nicht nur ein Gerücht, wie folgender Artikel in Heise Telepolis beschreibt: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30586/1.html Demnach ist die GEMA zunächst mal ein Machtapparat für sich und finanziert sich selbst, und ist darüber hinaus noch eine Einnahmequelle für wenige große Namen, die eh im Radio rauf und runter gespielt werden und nicht so auf den Cent gucken müssen.

Der Gedanke des Urheberrechts ist eh völlig pervertiert worden. Gemeint ist schon längst nicht mehr der Urheber (=Künstler), sondern die Rechte und Pfründe der Verwertungsgesellschaften, bei denen die Künstler unter Vertrag sind. Die Künstler bekommen von dem großen Kuchen dann auch mal Stückchen zum Probieren ab. Ebenso wie Patente ursprünglich mal den Erfinder (=Urheber) davor schützen sollten, daß seine Idee von großen Konzernen einfach geklaut wird, und heute Handelsware sind und von Firmen eingesetzt werden, die eigentlich nur aus Anwälten bestehen, um auf dem Klageweg etwas Rahm abzuschöpfen.

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HAL3000 11.05.2010, 07:29
51. Offtopic

Zitat von und_die_welt_steht_still
... Beispiel Kabelanschlüsse... Bevor Sattelitenschüsseln unter 1000 DM nicht zu erwerben waren, kam man im Verhältnis mit den Kabelgebühren immer noch einigermaßen gut davon.. Sprich das Angebot war einigermaßen Fair. Heute bekommt ....
Das kann ich so nicht stehen lassen. Die Sache mit den Sat- Schüsseln und den Preisen an sich stimmt schon, nur der tatsächliche Grund, warum Kabel-TV- Veranstalter auch heute noch so viel Geld verlangen können, ist viel einfacher: Kabel-TV ist vom dt. Gesetzgeber gedeckelt. Denn sobald man Mieter ist, und der Vermieter es nicht will, darf man keine Schüssel setzen und muss stattdessen den Kabelanschluss mitmieten, will man TV- technisch nicht völlig im Dunkeln leben. Oft genug ist der Anschluss sogar schon Bestandteil der Miete.
Deshalb, und nur deshalb, können die Kabelnetzbetreiber machen was sie wollen, da sie immer einen gestzlich verbrieften, festen Mindest- Kundenstamm haben. Man hats nicht nötig, etwas preiswert anzubieten.
Und ihr Geschäftsmodell in Deutschland ist einmalig: Denn nur hier kassiert der Kabel-TV Betreiber gleich zweimal. Vom Endkunden und vom TV- Sender. Andernorts auf der Welt zahlt der Netzbetreiber an die TV- Sender, die er einspeisen möchte. Denn dadurch steigt ja die Vielfalt in seinem Kabelnetz und man gewinnt mehr Kunden...

Zurück zum Thema :o)

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mat76 11.05.2010, 07:38
52. 50 Cent

Zitat von Musikschaffender
Leider haben so gut wie alle Kommentatoren keine Ahnung wie es im Musikgeschäft mittlerweile aussieht. Sie denken es sei noch wie vor vielen Jahren als die großen Summen in der Musikbranche gescheffelt wurden. Diese Zeiten sind definitiv vorbei, auch wenn einige internationale Top-Künstler noch den Eindruck vermitteln. Die Branche hat in den letzten 10 Jahren.....
Ich stimme Dir bis auf zwei Punkte zu.
Punkt 1) Wie kann sich etwas "Musik" schimpfen, wenn es nicht fürs Livegeschäft gemacht ist? Musik entstand auf Bühnen. Musik ist Live und nicht auf CD.

Punkt 2) Auch U2, Police und Co sind in den 80er nicht monatelang ins Studio gegangen und dann sind erst die Hits entstanden. Umgekehrt geht eine Band wie Metallica auch noch monatelang ins Studio und schafft trotzdem keine Hits mehr. In Deiner Aussage besteht kein Zusammenhang.
Damals wie heute entstehen die Songs in der Freizeit, auf Tour durch probieren.

Einzig und allein die mangelnde Kreativität vieler "Künstler" und Songschreiber ist es zu verdanken, dass es heute keine großartigen Songs gibt, wie noch in den 80er. Dank Songschreiber und Produzenten vom Typ eines Dieter Bohlen wo immer nur alles schnell, schnell zu gehen hat ist es zu verdanken, dass wir heute zu 99% mit Scheiße zugemüllt werden.

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ProPolizei 11.05.2010, 08:05
53. Derdauz

Zitat von Musikschaffender
Leider haben so gut wie alle Kommentatoren keine Ahnung wie es im Musikgeschäft mittlerweile aussieht. Sie denken es sei noch wie vor vielen Jahren als die großen Summen in der Musikbranche gescheffelt wurden. Diese Zeiten sind definitiv vorbei, auch wenn einige internationale Top-Künstler noch den Eindruck vermitteln. Die Branche hat in den letzten 10 Jahren ein Umsatzrückgang von etwa 80% erlebt.
Dann müssen wir uns wohl drauf einstellen, dass Maffay, Grönemeyer, Silbermond, etc. bald auf HartzIV angewiesen sein werden. Zur Sicherung der Existenz.
Was macht dann aber nur die arme Madonna? In den USA gibt es sowas ja nicht!
Man müsste eine Zwangsabgabe vom JEDEM Computer-, Spielkonsolen- und Handynutzer verlangen. Schließlich sind die Schuld an der Notsituation der Künstler!
Ach so, wer Ironie oder Sarkasmus findet darf beide behalten.
Spaß beiseite: Das Problem der Musikindustrie sind nicht illegale downloads, sondern mangelnde Qualität und überhöhte Preise! Aber wer den Hals nicht voll kriegen kann....

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DukeGozer 11.05.2010, 08:24
54. Oder so

Ich bleibe bei meiner bisherigen Praxis: ich habe viele Bekannte, die selbst Musik machen. Glücklicherweise ist die Aufnahmetechnik, dank des PCs, heute schon so weit fortgeschritten, dass jede Garagenband quasi-professionelle Tracks liefern kann. Dabei bin ich frei von jeglicher GEMA oder anderen Zahlungen. Trotzdem unterstütze ich finanziell meine Bands,wenn Sie beispielsweise eine kleine Auflage ihrer eigenen CDs pressen. Das ist in meinen Augen eine direkte Unterstützung der Musiker.

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pekolinoh 11.05.2010, 08:25
55. Kein rechtsfreier Raum

Anscheinend begreifen viele hier nicht, dass das Internet keine rechtsfreier Raum sein kann. Es gibt nun mal gesetzliche Regelungen an die sich auch ein Megakonzern wie google gefälligst zu halten hat. Was gibt diesem Konzern eigentlich das Recht selbiges immer wieder zu beugen. Wer z.B. gibt google eigentlich das Recht alle Häuser für ihr Produkt streetview zu photografieren? Toll, ich habe die Möglichkeit zu widersprechen. Aber sollte es eigentlich nicht umgekehrt sein, dass jemand, der etwas von mir nutzen will mich um Erlaubnis bittet. Gleiches Prinzip gilt bei youtube: sich Musik umsonst "beschaffen" und dann damit kräftig verdienen. Google kann nicht einfach hergehen und die Rechte anderer mit Füßen treten. Umsonst Daten/Informationen (widerrechtlich) ziehen und dann damit einen Riesengewinn erwirtschaften (2009 immer 4,6 Milliarden Euro!). Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.

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Tiburon_Blanco 11.05.2010, 08:55
56. Praktiken der Gema

Ich habe mich mal ein wenig umgeschaut um mein Wissen über die Gema und ihre Praktiken zu erweitern. Dabei bin ich auf einen Artikel bei heise gestoßen, der so ganz und gar nicht zu dem Bild passt, welches der ach so honore Gema-Chef da von seinem Verein zeichnet:

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...633430,00.html
Zum einen scheint die Gema, die ja von youtube eine transparente Möglichkeit fordert Gebühren zu berechnen selbst wohl ganz andere Maßstäbe setzt wenn es darum geht die Gebühren auch wieder an die Künstler zu verteilen. Außerdem verblüfft es dass, gerade die unbekannten und "kleinen" Künstler ja scheinbar von der Gema über den Löffel barbiert werden während die Großverdiener noch zusätzliches Geld erhalten. Eine mehr als fragwürdige Praktik, wenn das alles so richtig ist.

Ich gewinne bei der ganzen Sache den Eindruck, dass aus einer ursprünglich guten Idee ein Verwaltungsriese geworden ist der Seinen Zweck längst verfehlt, aber aus Gründen des Selbsterhalts (denn die ganzen Verwaltungsfritzen die sich für ihre Tätigkeit einen fetten Batzen vom Künstlersalair abschneiden wollen ja nicht urplötzlich arbeitslos werden) weiter so tut als ob er wirklich im Sinne der Künstler handelt. Das widerum lässt sich natürlich dann ganz großartig und öffentlichkeitswirksam machen wenn es um youtube geht.

Vorausgesetzt die Informationen aus dem Spiegel stimmen so, dann gehört der Verein abgeschafft werden, um einer Lösung Platz zu machen von der auch unbekannte Künstler profitieren und nicht nur die Gema selbst und diejenigen die eh schon Millionen scheffeln.

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olicrom 11.05.2010, 09:00
57. In dem Fall stimmt das wohl...

Zitat von dale_gribble
Es gibt kein geistiges Eigentum(mehr). Je schneller man(Die Musikindustrie) sich damit abfindet desto besser.
... wo nix ist kann man auch nix besitzen.

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melkor23 11.05.2010, 09:07
58. GEMA-Chef kennt das Internet nicht

"Details kennen wir jedoch bislang nicht, die Geräte sind ja bei uns noch nicht erhältlich."

An diesem Zitat des GEMA-Chefs sieht man sehr schön, in welcher Zeit der noch lebt. Ich denke, über kein Gerät der Welt wurde in letzter Zeit mehr im Internet geschrieben als zu iPad. Aber die GEMA weiß nicht, was das für ein Gerät ist, weil es ja noch nicht bei uns erhältlich ist. Oh Mann, oh Mann.

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Tiburon_Blanco 11.05.2010, 09:10
59. Rechtsfreier Raum

Zitat von pekolinoh
Anscheinend begreifen viele hier nicht, dass das Internet keine rechtsfreier Raum sein kann. Es gibt nun mal gesetzliche Regelungen an die sich auch ein Megakonzern wie google gefälligst zu halten hat. Was gibt diesem Konzern eigentlich das Recht selbiges immer wieder zu beugen. Wer z.B. gibt google eigentlich .....
Natürlich darf das Internet kein rechtsfreier Raum sein. Es geht aber nicht darum, dass google/youtube nicht bezahlen möchte, sondern darum wieviel denn gezahlt werden soll und wie die Abrechnungsmodalitäten gestaltet werden sollen. De facto unterliegt auch Musik dem Gesetz von Angebot und Nachfrage und wenn sie sich nicht einigen, weil die Gema den Hals nicht voll kriegt, dann soll youtube halt die Künstler entfernen. Die Frage ist, ob denen das dann so gefallen wird, denn dann gibts ja gar nichts mehr.

Ich sehe das Problem hauptsächlich darin, dass die Gema ja auch ihre eigenen Kosten immer mit reinholen muß und daher wahrscheinlich wesentlich mehr fordert als der Markt hergibt.

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