Forum: Netzwelt
Geplante Modernisierung: Neue Bundes-IT wird zum Milliardenfiasko
Kay Nietfeld/DPA

Für ursprünglich eine Milliarde Euro sollten alle Bundesbehörden einheitliche IT-Arbeitsplätze bekommen. Doch die Kosten explodieren, der Haushaltsausschuss des Bundestages fordert eine "Neuordnung".

Seite 6 von 6
dickebank 31.08.2019, 13:23
50. Vereinheitlichung - hahaha

Zitat von nwz86
Diese Buzzwords und ihre Verfechter sind die Ursache wenn die IT an die Wand fährt. Ihre Vereinheitlichung ist Gift. Genau das Gegenteil ist erforderlich. Maximale Autonomie einzelner Bereiche, bei Datenformaten kann man sich zum Austausch auf einen Standard einigen, aber Zentralisierung immer schlecht, weil es niemandem wirklich gerecht wird und die Komplexität mit jedem zu integrierenden Anwendungsbereich überlinear steigt.
Der Bund macht doch mit eigenen Bundesoberbehörden so gut wie nix. Die meisten Aufgaben lässt der Bund im Zuge der auftragsverwaltung durch die 16 Bundesländer erledigen.
Bestes Beispiel die Finanzverwaltung; bis zur Ebene der Oberfinanzdirektionen (OFD) sind alle Ämter im Zuständigkeitsbereich der Bundesländer. D.h. es gibt im Bereich der Finanzverwaltungen bis zu 16 unterschiedliche IT-Systeme und die müssen dann kompatibel zur IT des Bundes gemacht werden, damit die daten fließen können.

Der reibungslose Datenaustausch zwischen Länderpolizeien, Landeskriminalämtern, Bundespolizei und Bundeskriminalamt klappt ja schon nicht. Im Rahmen der Justiz gibt es die gleichen Probleme, usw. usf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ghdstz 31.08.2019, 14:53
51. Große Organisationen und die Möglichkeiten der IT ...

Verkrustete Organisationen wieder (oder auch erstmalig) auf Vordermann zu bringen ist generell ein herausforderndes Thema das auch weit in den Bereich der Psychologie hineinwirkt. Je größer, älter und vielfältiger die betreffende Organisation umso schwieriger wird die Aufgabe. Der öffentliche Dienst mag hier mit besonders viel Beharrungsvermögen auffallen, aber auch bei privaten Firmen gibt es teils massive Schwierigkeiten bei derartigen Projekten.

Diese Schwierigkeiten haben nicht immer mit IT zu tun, allerdings trägt bei vielen Menschen ein mangelndes Grundverständnis der IT zu solchen Problemen bei. Seit in den 60er-Jahren die IT begann unsere Welt zu verändern (sie hieß damals noch EDV und tat dies zunächst mittels Lochkarten und Listenausdrucken) wäre eigentlich genug Zeit gewesen in der Bevölkerung ein solches Grundverständnis zu etablieren (dazu muss man nicht unbedingt programmieren lernen). Die Grundthemen (z.B. Verständnis der funktionalen Anforderungen, Schnittstellen, Datenformate und das Ausbalanzieren zentraler und dezentraler Funktionen) welche einen erfolgreichen Einsatz der IT immer wieder behindern sind schon seit Jahrzehnten bekannt. Sie erfordern gute und weitblickende Planung, sie lassen sich normalerweise nicht mit neuen Systemsoftwarereleases oder schnelleren Prozessorchips lösen.

Hier hat das Bildungssystem versagt, und allzu viele Menschen stehen noch staunend oder zweifelnd den Verheißungen der gerade populären Hypes gegenüber (wer erinnert sich denn noch an Big Data, jetzt ist doch gerade KI in Mode ...). Vermeintliche oder tatsächliche Experten aus irgendwelchen Beratungsunternehmen übernehmen die Regie und lassen sich das gut bezahlen, ob die produzierten Resultate dann auch den tasächlichen Anforderungen entsprechen ist dann oft noch die Frage.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hoberg 31.08.2019, 17:20
52. Entweder der Chef ist Itler oder der Itler ist Chef

oder man zahlt sich dämlich. Dass im Bund Berufs-Politiker ohne relevante Berufserfahrung und bar jeglichen Kenntnissen sitzen und nur Meinungen haben , die Leitungsposten politisch besetzt werden , dürfte klar sein , was passiert . Um die Kosten gering zu halten müssen kostenbewusste Unternehmen ihre Organisation um SAP herum organisieren . Wird der Staat nicht tun. Ein Oberregierungspfeiffenkopf ändert doch nicht die Organisation in seinem Verantwortungsbereich die ihn und seine 2000 Unterregierungspfeiffen joblos macht. Arbeitslos sind sie ja schon immer. Der Rest ist Selbstbeschäftigung. Man schaue sich die baltischen Staaten an. Da gibts die ne gute Software . .. aber dann müsste man sich ja umorganisieren . Und diese Macht hat keiner . Frau Merkel? Ach... regieren heißt ? Wissen was hinten rauskommt und dann gewählt zu werden. Bei IT hat auch sie keine Kompetenz . Hört bei SMS auf. Der Rest ist dann Akte x..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oberleerer 31.08.2019, 18:10
53.

Zitat von nguelk
Das Projekt wird in kleine Häppchen eingeteilt und die Häppchen jeweils konzeptionell überprüft, bevor man sie umsetzt.
So ähnlich ist es. Großprojekte lassen sich nicht kontrollieren und auch kaum planen. Das geht erst recht nicht über 10 Jahre, wo sich ständig Anforderungen ändern.

Auch wenn es jetzt theoretisch wird, genau dieses Problem mit Großprojekten versucht man durch Scram beherrschbar zu machen. Es werden stets kleine Etappen für überschaubare Zeiträume ausgearbeitet und umgesetzt. So erhält man schnell Resultate und kann auf Änderungswünsche bei der nächsten Etappe (Sprint) darauf reagieren.

Da viele Beteiligte diese kleinen Schritte verstehen, sind Mißmanagement und Korruption schwer einzuflechten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Anandamid 31.08.2019, 19:31
54. Mit Vorratsdatenspeicherung und Bespitzelung der Bürger

...macht man sich auch in der IT nicht gerade beliebter. Know How als solches wäre ja vorhanden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dirkcoe 31.08.2019, 20:31
55. Welcher Minister

von Merkels genialem Spitzenpersonal trägt dafür die Verantwortung? Leider fehlt diese Information im Beitrag.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
svenbe 01.09.2019, 02:53
56. eine Zwischenfrage...

Wann immer eine Behörde neue IT einführen möchte, engagiert sie als erstes eine Kompanie Unternehmensberater, die das Ganze begleiten. Es entscheiden, anders als viele Vorschreiber behaupten, keineswegs "Beamte" über ein Projekt.

Sie, und jetzt nochmal: Wer setzt tatsächlich um und trägt damit Verantwortung?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matbhmx 01.09.2019, 11:06
57. Das ist schlicht falsch!

Zitat von svenbe
Wann immer eine Behörde neue IT einführen möchte, engagiert sie als erstes eine Kompanie Unternehmensberater, die das Ganze begleiten. Es entscheiden, anders als viele Vorschreiber behaupten, keineswegs "Beamte" über ein Projekt. Sie, und jetzt nochmal: Wer setzt tatsächlich um und trägt damit Verantwortung?
Auch wenn externe für die Gestaltung der IT bemüht werden - was schon aus Kostengründen relativ selten der Fall ist - , entscheiden Beamte, ob und wie es umgesetzt werden soll. Nehmen Sie allein die IT-Verwaltung in München. Das wird allein aus dem eigenen Personalpool bedient, den man mit entsprechender zentraler IT-Abteilung geschaffen hat. Und die grundlegenden Entscheidungen werden auf politischer Ebene getroffen (erst von Windows zu Linux, jetzt von Linux zu Windows - letzteres eine völlig irrationale und allein von politischen Interessen geleitete Entscheidung).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 6