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Gerichtsentscheidung: Schweden beantragt keinen neuen Haftbefehl gegen Assange
Matt Dunham / AP

Ein schwedisches Gericht hat entschieden, keine Auslieferung von Assange nach Schweden zu fordern. Zu den Vergewaltigungsvorwürfen soll der WikiLeaks-Gründer stattdessen in London befragt werden.

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aliof 03.06.2019, 17:50
1. Das sind extrem schlechte Nachrichten für Herrn Assange

.. denn in Schweden hätte ein ggf. von ihm gestellter Asylantrag eher Aussicht auf Erfolg (gehabt) als in the UK.

.. dumm gelaufen ..

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ted211 03.06.2019, 17:53
2. Australien

Sollte Australien seinem Staatsbürger nicht hilfreich zur Seite stehen?

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jj2005 03.06.2019, 17:57
3. Unpopulär

Man muss Assange nicht mögen. Klar ist aber doch, dass Whistleblower hochgradig unerwünscht sind, und dass er systematisch fertiggemacht werden soll, damit niemand in Zukunft auf ähnliche Ideen kommen kann. Das hat mit Manning schon funktioniert, das macht man auch mit dem Bundeswehroffizier, der seine "Kameraden verraten" hat. Denunzianten sind unpopulär, klar doch. Offenbar sind sie aber notwendig, es sei denn, man steckt den Kopf in den Sand und lässt die Militärs machen, was sie wollen, mit oder ohne braunen Hintergrund. Traurig!

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fellmonster_betty 03.06.2019, 18:00
4. seltsam?

jetzt geht doch? Schweden wollte wohl dem Auslieferungsgesuch der Amis Au dem Wege gehen. die Engländer wollen wohl Luxushandelverträge mit Trumpi und haben jetzt ein Verhandlungsobjekt!

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spon_5082081 03.06.2019, 18:04
5. Ecce homo

Das Schicksal Julian Assanges hat mir drei Ueberzeugungen beschert: Erstens hat Macchiavelli noch immer recht, zweitens kann man von Staaten, die im Schatten einer "Schutzmacht" hinvegetieren, keine unabhängigen Gerichte erwarten, und drittens, dass der Grossteil der Lämmer schweigt.

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NikoG 03.06.2019, 18:17
6. glücklich?

Schweden hat sich bewusst dagegen entschieden, da sie sonst die Auslieferungsfrage mit USA klären müssen (und nachgeben). jetzt wird die UK Assange nach USA ausliefern (müssen)

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larsmach 03.06.2019, 18:44
7. Nach Sex unwohl oder ausgenutzt fühlen - in Schweden "Vergewaltigung"!

Nach schwedischem Recht können Nötigung oder "Vergewaltigung in einem minder schweren Fall" vorliegen, wenn sich eine Frau nach dem Sex unwohl oder ausgenutzt fühlt. Im Falle des Julian Assange gab es offenbar Irritationen seitens seiner Gastgeberin sowie der anwesenden jungen Fotografin, als diese feststellten, beide nacheinander mit dem eingeladenen Vortragsredner intim gewesen zu sein - die Fotografin ohne Schutz. Als diese anderntags nach dem gemeinsamen Frühstück und Assanges Abreise bei dessen neuer Gastgeberin anrief, bei der dieser nun wohnte, um den Prominenten um einen HIV-Test zwecks möglicher Postexpositionsprophylaxe zu motivieren, fiel die Angerufene aus allen Wolken. War auf beiden Seiten mehr Exklusivität erwartet worden? Die Ältere der Frauen schlug eine Strafanzeige wegen Vergewaltigung vor (ganz im Sinne der in ihrem Blog veröffentlichten "7 Steps to Legal Revenge", um als Racheengel gezielt Anklagen gegen Männer zu erreichen) - der Vorwurf der Vergewaltigung wurde von der Staatsanwaltschaft sogleich abgelehnt; stattdessen ließ das schwedische Gesetz aber die Anklage wegen "Vergewaltigung in einem minder schweren Fall" aus o.g. Gründen zu ("sich ausgenutzt fühlen").
Mich macht dieses Ereignis trotz meiner persönlichen Zweifel an Julian Assanges Charakter nachdenklich... Reicht unspezifische Gefühligkeit heutzutage aus, um Chemiekonzerne trotz gegenteiliger evidenzbasierter Studien zu Milliardenstrafen zu verurteilen ("wahrscheinlich krebserregend" gilt neuerdings als "wissenschaftliche" Definition) und narzissistische Polit-Aktivisten als mutmaßliche "Vergewaltiger" (natürlich meist ohne Details) in die Schlagzeilen zu bringen? In was für Zeiten leben wir? Nehmen wir bald schon Menschen den Führerschein ab, weil wir FÜHLEN, sie seien vor einer Schule zu schnell gefahren - obwohl die Tempomessung der Polizei das Gegenteil belegt? - Immerhin sieht die schwedische Justiz angesichts der eigentlichen Hintergründe dieser mutmaßlichen "Vergewaltigung", als die sie durch die Medien ging, keinen hinreichenden Grund, für einen neuen Haftbefehl. Die angestrengte Befragung des Beklagten durch Londoner Behörden halte ich für richtig und sinnvoll: Diese Dinge gehören - in jeder Hinsicht - aufgeklärt und öffentlich gemacht, und dies hätte schon in Schweden, dem Land der explosionsartig gestiegenen Vergewaltigungsrate (dank neuer Gesetze fast FÜNF Mal höher als in Deutschland) geschehen sollen! Man lädt einen Bewunderten zum Beischlaf ein, frühstückt mit ihm - und lässt sich dann von einer Hardcore-Feministin zu einer Vergewaltigungsanzeige gegen ihn ermuntern (auch wenn die Staatsanwaltschaft diese ja sofort stark reduziert hat)? Werden TATSÄCHLICH Vergewaltigte in Schwedens Zukunft bald nicht angemessen ernst genommen, weil man grundsätzlich davon ausgehen wird, es handle sich um einen dieser o.g. "minder schweren Fälle"? - Das wäre ein Bärendienst für Betroffene: Die sind sowieso meist für ein ganzes Leben traumatisiert!

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ellereller 03.06.2019, 19:18
8. Es wäre schon hinterfragenswert,

wie der UN-Sonderberichterstatter zum Ergebnis gekommen ist, dass Assange „über Jahre hinweg psychologischer Folter ausgesetzt worden“ sei. Wer hat ihn wo gefoltert? Die Mitarbeiter der ecuadorianischen Botschaft? Warum hat er sich dann so viele Jahre freiwillig in der Botschaft aufgehalten? Oder folterten ihn andere Mächte, obwohl er Asyl der ecuadorianischen Botschaft in London genoss? Wie geschah das genau?

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Klapperschlange 03.06.2019, 19:19
9. Endlich, denn....

Zitat von NikoG
Schweden hat sich bewusst dagegen entschieden, da sie sonst die Auslieferungsfrage mit USA klären müssen (und nachgeben). jetzt wird die UK Assange nach USA ausliefern (müssen)
.......nochmal abhauen wird er den Briten nicht. Er spekulierte ja mit einer Verlegung in ein Krankenhaus. Nach seiner Haft in England muss er sich einem Gericht in den USA stellen.

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