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Gerichtsurteil: Online-Dienst muss Online-Kündigung akzeptieren
DPA

Unternehmen die ihre Kunden online an sich binden, müssen ihnen auch die Möglichkeit geben, das Vertragsverhältnis online wieder zu lösen, urteilt das Landgericht München. Eine Klausel die eine Kündigung per Brief oder Fax vorschrieb sei demnach unwirksam.

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oteka 19.03.2014, 12:54
1.

Man kann ruhig schreiben das es hier um Parship handelt.

Die Medien sind ja voll mit Problemen bei dieser Online-Partnervermittlungsagentur. Grade beim Thema "Kündigung". Auch hier bei Spiegel Online.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/verbraucherzentrale-wirft-partnervermittlung-parship-abzocke-vor-a-956819.html

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ohne_sorge 19.03.2014, 13:34
2. Endlich

mal wieder ein guter Richterspruch. Nach dem ESM Urteil und der OMT weitergabe an den EUGH musste man ja schon glauben, dass die deutschen Gerichte ein Anhängsel der Politik geworden sind...

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mr.hans1960 19.03.2014, 13:53
3. Das machen alle möglichen Firmen so!

Z.b.Gmx.Hat man Da die Kündigung per Einschreiben geschickt,stellen die sich trotzdem doof und versuchen weiter abzubuchen,inklusive gepfefferter Mahngebühren.Holt man das Geld zurück,wird ruckzuck das Postfach gesperrt.Wartet man auf sehr wichtige
Mails,ist man erstmal gezwungen denen das Geld in den Rachen zu werfen,um an seine Post zu kommen.Das sind keine "kundenunfreundlichen AGBs",das ist schlicht und einfach fortgesetzter gewerbsmäßiger Betrug,der unterbunden gehört.Wenigstens scheint ein Gericht etwas aufgewacht zu sein,wenn jetzt auch die Strafrechtlichen Sanktionen ausfallen dürften.Mit einem Mausklick aus Versehen,einen Vertrag an der Backe zu haben,geht weitaus schneller,als zur Post zu latschen,Schlange stehen und Einschreiben abzugeben.

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schuetze11 19.03.2014, 14:10
4. Deutsche Bahn

Zitat von sysop
Unternehmen die ihre Kunden online an sich binden, müssen ihnen auch die Möglichkeit geben, das Vertragsverhältnis online wieder zu lösen, urteilt das Landgericht München. Eine Klausel die eine Kündigung per Brief oder Fax vorschrieb sei demnach unwirksam.
Da gibt es noch weitere Kandidaten, z.B. die Deutsche Bahn. Wer online eine Bahncard erwirbt, dem wird auch vollautomatisch ein Abonnement aufgenötigt. Wer das nicht will, kann das Abonnement gleich wieder kündigen - natürlich per Fax oder Brief, nicht online. Meine regelmäßigen Proteste im Kündigungsschreiben an die Bahn wurden bisher nicht beantwortet.

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no_title 19.03.2014, 14:44
5.

Zitat von schuetze11
Da gibt es noch weitere Kandidaten, z.B. die Deutsche Bahn. Wer online eine Bahncard erwirbt, dem wird auch vollautomatisch ein Abonnement aufgenötigt. Wer das nicht will, kann das Abonnement gleich wieder kündigen - natürlich per Fax oder Brief, nicht online.
Das stimmt nicht. Ich habe meine online gekauften BCs 50 und 25 auch problemlos online gekündigt.
Hier ist eine gute Anleitung:
http://praxistipps.chip.de/bahncard-...-so-gehts_2783

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omnifight 19.03.2014, 14:52
6. Richtig so

Das sollte doch mal grundsätzlich so geregelt werden: Wo ich per Mail, Online-Formular oder Telefon einen Vertrag abschließen kann, muss ich auch die Möglichkeit haben, ihn auf genau die gleiche Art und Weise wieder zu kündigen. Wer auf schriftliche Form besteht, der sollte sich auch den Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen müssen.

Und von wegen Missbrauch: Ist denn die Missbrauchs-Gefahr bei Online-Kündigungen größer, als bei der Möglichkeit, Verträge online abzuschließen? Glaube ich kaum.

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fagballs 19.03.2014, 14:58
7. Müsste generell so sein

Also nicht nur bei Online-Diensten sondern auch anderen Dienstleistungen, die man online beauftragen kann. Von Handy-Verträgen bis Zeitschriften-Abonnements.

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angst+money 19.03.2014, 15:03
8.

Zitat von mr.hans1960
Z.b.Gmx.Hat man Da die Kündigung per Einschreiben geschickt,stellen die sich trotzdem doof und versuchen weiter abzubuchen,inklusive gepfefferter Mahngebühren.Holt man das Geld zurück,wird ruckzuck das Postfach gesperrt (...)
Nicht dass ich das gutheißen würde, aber wenn man eh kündigt stört es doch normalerweise nicht wenn das Postfach gesperrt wird...?

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AnnaJ 19.03.2014, 15:04
9. Frage an Juristen:

Heißt das, zukünftig können wir tatsächlich mit Verweis auf dieses Urteil Kündigungen an Firmen wie GMX (oder auch Bahn, allerdings ist das sicher weniger eine "Online-Firma") online senden (falls das Urteil rechtskräftig wird)? Was muss/soll so eine Kündigung enthalten (z.B. eingescannte? Unterschrift)?

Vielleicht wird solchen Firmen ja eines Tages wirklich durch schnellere und einfachere Kündigungsverfahren die Möglichkeit genommen Kunden durch zu spätes Ungültigkeitserklären der Kündigung an sich zu binden.

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