Forum: Netzwelt
Gerichtsurteil: WhatsApp-Nutzern könnten Abmahnungen drohen
AFP

Wer WhatsApp nutzt, stimmt der Weitergabe seines Adressbuches an das Unternehmen zu. Diese Praxis sei illegal, urteilt das Amtsgericht Bad Hersfeld im Fall eines Elfjährigen. Für Nutzer könnte das Folgen haben.

Seite 1 von 19
kalsu 27.06.2017, 16:24
1. Das ist doch alles nicht neu.

Jetzt werden viele der Ich-hab-doch-nichts-zu-verbergen-Wer-nervt-Fratzenbuch-User sagen, was ist denn schon dabei, wenn die Datenkrake des Herr Zuckerberg die Kontakte kennt. Es geht gar nicht darum ob man etwas zu vergeben hat oder nicht. Es geht darum, dass jedem selbst die Entscheidung vorbehalten bleiben muss, was mit seinen Daten passiert und an wenn die weiter gegeben werden. Wer glaubt, nur weil er sich selbst im Netz nackig macht, machen und wollen das alle anderen auch, der irrt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
myonium 27.06.2017, 16:28
2.

Interessantes Urteil. Es ist aber nicht richtig, dass man WhatsApp nicht nutzen kann, wenn man dem Zugriff auf das Adressbuch widerspricht. Zumindest unter Android kann man einfach das entsprechende Zugriffsrecht verweigern (oder auch nachträglich wieder entziehen). Das Ergebnis ist dann eine Art reduziertes WhatsApp - man muss alle Kontakte von Hand dort eintragen, und wenn eine Nachricht von einem nicht dort eingetragenen Kontakt ankommt, sieht man nur die Telefonnummer und (logischerweise ...) keinen Namen dazu. Das geht also alles - ich kenne nur kaum jemanden, der das so nutzt, weil es halt unbequemer ist ... Mal schauen, ob sich das nach diesem Urteil ändert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
B.F.Skinner 27.06.2017, 16:29
3. Exakt der Grund....

... weshalb ich kein WhatsApp benutze. Allerdings finde ich es kritisch, dass hier Versäumnisse des Gesetzgebers, das Sammeln von Daten zu reglementieren und WhatsApp auf die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen zu verpflichten, auf die Nutzer abgewälzt werden. So sehr ich dem Urteil inhaltlich zustimme - dass Eltern flächendeckend die Smartphones ihrer Kinder kontrollieren und schriftliche Einverständniserklärungen aller Kontakte beibringen sollen, ist wohl kaum realistisch umsetzbar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
no-phone 27.06.2017, 16:29
4. Interessantes Problem

Möchte nicht wissen, wieviele andere Eltern/Nutzer auch hier betroffen sind.
Ist denn nicht mit der Weitergabe der Kontaktdaten bereits implizit ein Einverständnis zur Speicherung und Weitergabe gegeben? Zumindest ist es ja gelebte Praxis.
Für Unternehmen gibt es ja die Möglichkeit über Containerapps (z.B. SecureContacts) Mitarbeiterdaten vor Zugriff von dritt-Apps zu schützen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponor 27.06.2017, 16:39
5.

Zitat von myonium
Interessantes Urteil. Es ist aber nicht richtig, dass man WhatsApp nicht nutzen kann, wenn man dem Zugriff auf das Adressbuch widerspricht. Zumindest unter Android kann man einfach das entsprechende Zugriffsrecht verweigern (oder auch nachträglich wieder entziehen). Das Ergebnis ist dann eine Art reduziertes WhatsApp - man muss alle Kontakte von Hand dort eintragen, und wenn eine Nachricht von einem nicht dort eingetragenen Kontakt ankommt, sieht man nur die Telefonnummer und (logischerweise ...) keinen Namen dazu. Das geht also alles - ich kenne nur kaum jemanden, der das so nutzt, weil es halt unbequemer ist ... Mal schauen, ob sich das nach diesem Urteil ändert.
Meine Frau nutzt WA so, sie hat sich dem Unvermögen/dem Unwillen der meisten ihrer Kontakte gebeugt, einen empfehlenswerten, coolen Messenger zu nutzen...:
Untereinander nutzen wir Wire (s. https://wire.com/de/privacy/).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
simie 27.06.2017, 16:39
6.

Handelt es sich um den gleichen Familienrichter, der letztes Jahr ein Nutzungsverbot bis zum 17. Lebensjahr, geschehen ebenfalls am Amtsgericht Bad Herzfeld, ausgesprochen hat? Wenn ja, sollte man durchaus die Einstellung dieses Richters kritisch überprüfen. Zumindest liegt da der Verdacht nahe, dass hier ein Richter ein persönliches Problem mit Whatsapp hat und seine Machtposition unzulässig und auf Kosten der betroffenen Familien ausnutzt. Das kann nicht dem Kindeswohl dienen! Dieses muss jedoch Grundlage aller Entscheidungen sein. Nicht eine eventuelle Profilierungssucht eines Provinzrichters.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
iimzip 27.06.2017, 16:42
7.

Verwunderlich, dass erst jetzt ein Gericht darauf aufmerksam macht. Als ich nach dem WA-Kauf durch Zuckerberg einen WA-Af(f)icionado frug, warum MZ wohl 42$ für seine Daten lockergemacht hätte (und wieviel er selbst davon abbekommen habe), habe ich nur Unverständnis in seinem Blick gesehen. Obwohl ich selbst Threema-Nutzer bin, kennt MZ über ihn mich, mein Geburtsdatum, Adresse(n), Arbeitsstelle, Telefonnummern, Partner, Familie, Freunde, vermutlich auch einige Vorlieben etc. Und über andere WA-Nutzer alle, in deren Kontakten ich und/oder eine meiner Telefonnummern auftaucht. - Und das ist nur das, was mir so im ersten Aufschlag einfällt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Korken 27.06.2017, 16:49
8. Gefällt mir sehr

Endlich wird dieses Gebaren mal ins Bewusstsein gerufen! Eine hervorragende Möglichkeit, ungeliebten Menschen zu denken zu geben. Man denke auch an die nun besseren Möglichkeiten, die Mobbingopfer haben. Ich kann sämtliche diesbezüglich Betroffene nur aufmuntern, aktiv zu werden und Abmahnungen durchzusetzen. Vielleicht lernt es dann die Whatsfaceabhängige Fraktion mal wieder, was Privatsache ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
scooby11568 27.06.2017, 16:49
9. Was für ein unsinniges Urteil...

Das Gericht befindet, dass die Praxis der Datenweitergabe illegal ist. Anstatt dem Hersteller den Vertrieb der Software in dieser Form einfach zu verbieten, werden Nutzer belangt, die natürlich davon ausgehen, dass eine legal zu beziehende App auch legal ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 19