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Gesetzesverschärfung bei Cybergrooming: Auch Chats mit Lockvögeln sollen strafbar wer
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Sexuelle Belästigung von Kindern im Internet ist ein weitverbreitetes Problem. Mit einer Gesetzesverschärfung könnten Täter künftig auch dann belangt werden, wenn sie unwissend mit Ermittlern chatten.

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sven2016 26.06.2019, 12:20
1. Im vorgegebenen Rahmen mag man das

zum Schutz von Kindern als angemessen ansehen (Anfangsverdacht).

Grundsätzlich ist es ein Problem, wenn Polizisten u.a. ein strafwürdiges Umfeld aufbauen und mögliche „Täter“ hineinlocken.

Da lassen sich die absurdesten Situationen konstruieren. Aufgabe der Polizei ist das eigentlich nicht. Das ist dann eher ein allgemeiner Gesinnungstest (strafbewehrt bei falscher Reaktion).

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xineohp 26.06.2019, 12:23
2. Was haben ...

... Kinder unbegleitet im Internet verloren? Da kann man sie ja gleich der organisierten Kriminalität übergeben. Ich bin fassungslos über diese massenhafte eklatante Missachtung der Schutzbefohlenheit durch die Eltern. Das ist ja wie im Mittelalter. Das hat gar nichts mit modern zu tun. Das Internet müsste von Grund auf reformiert werden, damit es für Kinder und Erwachsene sicher wird - nicht sicherer, sondern sicher!. Bis dahin: nur das Nötigste im Internet machen und vor allem - Kinder schützen durch effektive Begleitung!

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glamax 26.06.2019, 12:48
3. Nicht sicherer sondern sicher

Soso. "Das Internet" müsse von Grund auf reformiert werden. Am besten, wir rufen beim Internet mal an und fragen, wer dafür zuständig ist.
Nicht sicherer sondern sicher also. Gibt's nicht. Jedenfalls nicht im Sinne von Idiotensicher. Beim Internet genauso wenig wie im Straßenverkehr. Und bei letzterem sterben Menschen einschließlich Kinder, da würden sich entsprechende Mühen dann auch eher rentieren.

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seb_fornpost 26.06.2019, 13:14
4. Da wird keiner gegen seinen Willen 'gelockt',

Zitat von sven2016
(...) wenn Polizisten u.a. ein strafwürdiges Umfeld aufbauen und mögliche „Täter“ hineinlocken. Da lassen sich die absurdesten Situationen konstruieren. Aufgabe der Polizei ist das eigentlich nicht. Das ist dann eher ein allgemeiner Gesinnungstest (strafbewehrt bei falscher Reaktion).
wer das Umfeld, das da aufgebaut wird betritt, entscheidet sich bewusst dafür, eine schwere Straftat zu begehen.

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Newspeak 26.06.2019, 13:23
5. ...

Wer garantiert bzw. kontrolliert, dass Ermittler nicht zu agent provocateurs werden? Sich also selbst der Dinge strafbar machen, die sie zu bekaempfen vorgeben? Wie man es bei all den V-Leuten im rechtsextremen Milieu sehen kann, die am Ende durch ihr Verhalten aktiv Rechtsextremismus foerdern, teilweise Anfuehrer sind?

Nein, in meinen Augen dient Vertuschung, Verheimlichung, das Aufbauen falscher Identitaeten nie etwas Gutem. Der Staat und seine Organe haben transparent zu arbeiten. Immer. Auch wenn das mehr Aufwand bedeutet. Das ist naemlich der entscheidende, nicht genannte Aspekt. In Deutschland soll alles immer billig sein und einfach. Deshalb verfolgt man auch lieber Bagatellkriminalitaet, als Steuer- oder Wirtschaftskriminalitaet. Letzteres ist naemlich anstrengender.

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Ayanami 26.06.2019, 13:27
6.

Zitat von xineohp
... Kinder unbegleitet im Internet verloren? Da kann man sie ja gleich der organisierten Kriminalität übergeben. Ich bin fassungslos über diese massenhafte eklatante Missachtung der Schutzbefohlenheit durch die Eltern. Das ist ja wie im Mittelalter. Das hat gar nichts mit modern zu tun. Das Internet müsste von Grund auf reformiert werden, damit es für Kinder und Erwachsene sicher wird - nicht sicherer, sondern sicher!. Bis dahin: nur das Nötigste im Internet machen und vor allem - Kinder schützen durch effektive Begleitung!
Genau, am Besten sperren wir unsere Kinder 24/7 ein und schauen ihnen permanent über die Schulter, wenn sie mit einem internetfähigen Gerät in Kontakt kommen.

Wenn ein Kind unbeobachtet das Internet nutzen will, wird es das auf jeden Fall können (über Freunde, nachts am Handy, wie auch immer). Der richtige Ansatz ist, den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium beizubringen.

Was den Artikel selbst angeht: Wenn ich eine Körperverletzung und eine sexuelle Belästigung in Tateinheit begehe, ist letzteres bisher nicht strafbar? Wie kann das denn angehen. Wenn ich also einer Frau an die Brust fasse und ihr danach eine klebe, werde ich für die Ohrfeige verurteilt? (Nein, das ist kein Aufruf, nur mein Ausdruck höchster Irritation.)

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fox69 26.06.2019, 14:27
7.

Zitat von sven2016
Grundsätzlich ist es ein Problem, wenn Polizisten u.a. ein strafwürdiges Umfeld aufbauen und mögliche „Täter“ hineinlocken.
Ein aktives "hineinlocken" darf es natürlich nicht geben.
Das sich ein Erwachsener mit falschen Angaben als Kind anmeldet ist solange unproblematisch, wie er sich so verhält, wie man es von einem Kind erwarten würde. In jedem Fall sollte der Erwachsene sexuelle Andeutungen unterlassen.

Wenn nun zwei Erwachsene aufeinander treffen, passiert dementsprechend nichts aufregendes.

Anders verhält es sich, wenn einer mit der Sexualisierung der Unterhaltung anfängt. Dann kommt es darauf an, dass der andere (der Lockvogel) sich weiterhin wie ein Kind verhält und nicht von sich aus vorprescht und das ganze "abzukürzen".

Bei entsprechend vorbereiteten Polizisten sollte das kein Problem sein, irgendwelche "selbsternannten Fahnder" würde ich da kritischer betrachten.

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dodgerone 26.06.2019, 15:09
8.

Zitat von Newspeak
Wer garantiert bzw. kontrolliert, dass Ermittler nicht zu agent provocateurs werden? Sich also selbst der Dinge strafbar machen, die sie zu bekaempfen vorgeben? Wie man es bei all den V-Leuten im rechtsextremen Milieu sehen kann, die am Ende durch ihr Verhalten aktiv Rechtsextremismus foerdern, teilweise Anfuehrer sind? Nein, in meinen Augen dient Vertuschung, Verheimlichung, das Aufbauen falscher Identitaeten nie etwas Gutem. Der Staat und seine Organe haben transparent zu arbeiten. Immer. Auch wenn das mehr Aufwand bedeutet. Das ist naemlich der entscheidende, nicht genannte Aspekt. In Deutschland soll alles immer billig sein und einfach. Deshalb verfolgt man auch lieber Bagatellkriminalitaet, als Steuer- oder Wirtschaftskriminalitaet. Letzteres ist naemlich anstrengender.
Sorry, aber so ein Käse.
Wer Kinder gezielt anspricht etc., der hat einen Plan dahinter. Hier so zu tun, als ob man hier Menschen "verführe".

Und zu rechten Gewalttäter: ob V-Männer Anführer sind oder nicht. Wenn ICH etwas kriminelles mache, dann muss ich dafür geradestehen. Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder sich so vor Gericht rechtfertigen könnte.

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catcargerry 26.06.2019, 15:54
9. Wann ist es ein unzulässige Falle?

Zitat von sven2016
zum Schutz von Kindern als angemessen ansehen (Anfangsverdacht). Grundsätzlich ist es ein Problem, wenn Polizisten u.a. ein strafwürdiges Umfeld aufbauen und mögliche „Täter“ hineinlocken. Da lassen sich die absurdesten Situationen konstruieren. Aufgabe der Polizei ist das eigentlich nicht. Das ist dann eher ein allgemeiner Gesinnungstest (strafbewehrt bei falscher Reaktion).
Wenn V-Leute und Under-Cover-Ermittler zu Straftaten anstiften, sehe ich ein Problem, aber nicht hier, wo es nur auf den Zufall ankommt, einen Fake-Account eines Ermittlers zu erwischen oder großen Schaden anzurichten. Überhaupt halte ich es für zweckmäßig, Gelegenheiten zu bieten, die sowieso gesucht werden. Da ist die kriminelle Energie bereits am Wirken und ihre Zerstörung legitim.

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