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Gewaltdebatte: Gesprächstherapeuten fordern Spielverbote

Die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie fordert ein Verbot gewalthaltiger Computerspiele. Die Therapeuten vergleichen solche Computerspiele mit Kinderpornografie und bezichtigen Medienwirkungsforscher, der Spielebranche zu nahe zu stehen.

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viribus 29.11.2007, 19:01
1. mal wieder die böse Spieleindustrie...

Diese Forderung ist lächerlich, unrealistisch und in keinster Weise zielführend - eine typische Gutmenschenträumerei von Leuten, die sich überhaupt nicht mit der Materie auskennen. So was sollte man gar nicht weiter kommentieren.

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DJ Doena 29.11.2007, 19:15
2. komischer Verein

Die allermeisten "gewaltverherrlichenden Spiele" sind doch eh ab 18 oder gar indiziert oder gar ganz beschlagnahmt.

Kein Spiel einer dieser 3 Kategorien gehört in Kinderhände.

Wenn es da aber dennoch hingelangt ist, ist sowieso etwas schiefgelaufen und das hat gar nichts mit dem Inhalt des Spiels zu tun.

http://www.spiegel.de/img/0,1020,903515,00.jpg

Das abgebildete Doom ist übrigens 13 Jahre alt und das würden nur Nostalgiker überhaupt noch anfassen.

Zitat von
In ihrer Pressemitteilung erhebt die GwG schwere Vorwürfe sowohl gegen die Hersteller von Computer- und Videospielen als auch gegen Wirkungsforscher, die bislang immer noch keine kausalen Zusammenhänge zwischen Spielen und späteren Gewalthandlungen nachgewiesen haben.
Die pöhsen, pöhsen Wirkungsforscher, die einfach nicht finden wollen, wo wir doch behaupten, dass es da sein müsste.

Zur Strafe könnte man die Wirkungsforscher ja in den Irak schicken und dort die MVW suchen lassen.

Zitat von
Viele Eltern fühlen sich angesichts der medialen Übermacht zunehmend hilflos und verzweifelt.
Dann sollte es Medienkompetenzkurse für Eltern geben. Aber das würde ja Geld kosten, da ist verbieten wahrscheinlich einfacher.

Zumal die Diskussion von Jahr zu Jahr absurder wird. Ich hab 1994 Doom gespielt, da war ich 17. Heute bin ich 30 und viele meiner "Killerspieler"-Freunde (was haben wir uns in nächtelangen Quake-Sessions "darniedergemetzelt"!) sind selbst Eltern und wenn ihre Kinder ins PC-Alter kommen, dann ist die Medienkompetenz schlicht vorhanden.

Zitat von
Brutale Computerspiele, Killerspiele - verharmlosend 'Ballerspiele' genannt -, müssen genauso gesetzlich verboten werden wie Kinderpornografie.
Ballerspiele - polemisierend 'Killerspiele' genannt - stehen, wenn überhaupt, auf der selben Stufe wie normale Pornographie: Ab 18.

Sowas gehört nicht in Kinderhände, richtig, aber es mit KiPo zu vergleichen, ist nur der offensichtliche Versuch, es in die Verbrechensecke zu drücken.

Zitat von
Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE berief sich GwG-Sprecherin Ursula Reinsch auf Studien des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen (KFN) zum Thema.
Dr. Pfeiffer vom KFN polemisiert aus nur einem Grund gegen die USK: Er hätte gerne selber die Geldmittel, die sich aus der Prüfungsaufgabe ergeben. Er möchte, dass sein Institut die Aufgabe der USK übernimmt. Überraschung: Der Mann betreibt auch nur Lobbyarbeit, was ja der Computerspieleindustrie in dem Artikel in einem Zug vorgeworfen wird.


Diese Gesprächstherapeuten können zwar nicht beweisen, dass es einen Zusammenhang gibt, aber präventiv was verbieten wollen, dass können sie...

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inci 29.11.2007, 19:30
3. o

Zitat von sysop
Die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie fordert ein Verbot gewalthaltiger Computerspiele. Die Therapeuten vergleichen solche Computerspiele mit Kinderpornografie und bezichtigen Medienwirkungsforscher, der Spielebranche zu nahe zu stehen.

ich habe mir mal das vergnügen gemacht, mir die homepage des verbandes anzusehen. das ist ein fachverband, der selber kurse, weiterbildungen und bücher anbietet.

erfahrungsgemäß sind in solchen verbänden kaum aktive therapeuten engagiert, weil die verbandsarbeit so zeitraubend ist, daß für patientenbetreuung keine zeit bleibt. kann man hier alles nachlesen.

http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?pageid=1

so kurz vor weihnachten kommt so eine erzieherische maßnahme richtig gut, wenn man erwachsenen spiele verbieten will, und als argument dafür mal wieder die "notleidenden" kinder herhalten müssen. ähnlich wie für das rauchverbot in den kneipen auch die kinder herhalten mußten, die galt es ja besonders vor dem qualm zu schützen.

vielleicht sind ja ein paar ältere hier auch unterwegs, die sich an die "fachdebatten" erinnern können, in denen es darum ging, kindern mehr keine märchen zu erzählen, da diese zu grausam seien. gott sei dank gab es damals (ende der siebziger/anfang der achtziger) aber noch mehr gesunden menschenverstand, und die debatte wurde in die tonne getreten, da wo sie auch hingehört.

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ardschuna 29.11.2007, 20:03
4. Spielverbote

Harmlose Videospiele, welche keinerlei Empathie bedingen (weil nur "programmiert" und "gezeichnet" und somit nicht mit der Realität zu verwechseln) auf eine Stufe mit Kinderpornographie (wo es reale Opfer gibt!) zu stellen, ist hanebüchen und eine unerträgliche Diffamierung volljähriger Videospieler!

Ich fordere, diese Komikerin zu verbeiten und wünsche ihr eine Beleidigungsklage an den Hals. Bei all dem Unsinn zum Thema "Killerspiel" schwillt mir nur noch der Kamm, und ich habe keine Lust mehr, die bekannten Argumente dagegen wieder und wieder zu käuen.

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Ironwolf 29.11.2007, 20:19
5. Ziemlich üble aussagen

Hach Therapeuten sind herrlich. Ich geh mir erstmal ein paar Kinderpornos laden....... na gut ich geh doch lieber Team Fortress zocken aber das ist ja genauso schlimm.
Ich finde mich durch solche Aussagen schon ziemlich beleidigt.
Btw. Natürliches Mitgefühl? Ich meinte gelesen zu haben das Mitgefühl etwas erlerntes ist was man sich von seinen Eltern abschaut, das es keinefalls angebohren ist.
Landminen für die Seele? Die arme Frau sollte mal ne Runde durch Afrika oder Afghanistan drehen und sich mit Landminenopfern unterhalten.

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Karendric 29.11.2007, 20:24
6. Keine Beweise? - Wozu auch?

Sehr schön finde ich diesen Satz aus dem Artikel: "In ihrer Pressemitteilung erhebt die GwG schwere Vorwürfe sowohl gegen die Hersteller von Computer- und Videospielen als auch gegen Wirkungsforscher, die bislang immer noch keine kausalen Zusammenhänge zwischen Spielen und späteren Gewalthandlungen nachgewiesen haben."

Seit wann brauchen Ideologen denn bitteschön Beweise für ihre Hexenjagden? Hat doch einen Stalin oder McCarthy auch nicht wirklich interessiert.

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magrat 29.11.2007, 20:37
7. Fachdebatten.....

Zitat von inci
......"fachdebatten" erinnern können, in denen es darum ging, kindern mehr keine märchen zu erzählen, da diese zu grausam seien. gott sei dank gab es damals (ende der siebziger/anfang der achtziger) aber noch mehr gesunden menschenverstand, und die debatte wurde in die tonne getreten, da wo sie auch hingehört.
Oooh ja!!!!
Ich schließe inzwischen mit mir selber Wetten ab,
welche Sau denn dieses Jahr wieder durchs Dorf
getrieben wird (wird offiziell als "Fachdebatte"
bezeichnet)
und so auch hier: gäääähn!!!
Ansonsten stimme ich Forist DJ Doena bzgl.Herrn
Pfeiffer voll und ganz zu!
Und abschließend einen herzlichen Dank an
Bruno Bettelheim :"Kinder brauchen Märchen"

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Karendric 29.11.2007, 20:47
8. Herr Pfeifer - ein ausgewiesener Fachmann

Zitat von magrat
Ansonsten stimme ich Forist DJ Doena bzgl.Herrn Pfeiffer voll und ganz zu!
Nun, Herr Pfeifer hat ja auch schon mal das Onlinespiel World of Warcraft als Weltkriegs-II-Shooter deklariert und bei Diskussion immer wieder bewiesen, dass er Computerspiele überhaupt nicht kennt. Da kommen sicher lustige Zeiten auf uns zu, wenn er eines Tages tatsächlich oberster deutscher Spielebeauftragter wird.

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Dogbert 29.11.2007, 22:04
9. Nix Neues

Die Kontroversen über Computerspiele und Filme, die als jugendgefährdend im Verdacht stehen, laufen immer nach dem gleichen Muster ab: Auf der einen Seite stehen die lerntheoretisch orientierten Experten, die sagen, Kinder lernen, was sie sehen und machen den Unfug dann nach, auf der anderen Seite psychodynamisch orientierte Experten, die sagen, das ganze hat eine kathartische Wirkung und daher lassen es die Kleinen dann in der Wirklichkeit sein. Letztere werden natürlich von den Medienanbietern bevorzugt in den Streit geschickt, während verantwortungsbewusste Politiker eher auf die erste Fraktion hören. Diese Debatten, in denen immer wieder die gleichen Argumente ausgetauscht werden, gibt es mindestens seit den 60er Jahren, ohne dass sie in irgendeiner Weise origineller geworden sind oder dass sich irgendwelche Annäherungen ergeben hätten. Beide Seiten wiederholen ihre Theorien und die sie bestätigenden Forschungsergebnisse. Immerhin langt das Thema auch heute noch für eine Pressemitteilung, die "Spiegel online" übernimmt und so wissen die Leser nun, dass es die GwG gibt und dass die sich um solch brennend aktuelle Themen kümmert. Es ist wirklich schade, dasss sich so viel mehr Menschen für böse Videospiele als für wissenschaftliche Gesprächstherapie interessieren.

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