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Go-Turnier Mensch gegen Maschine: "Spielzüge, die ein Mensch nie machen würde"
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Der derzeit weltbeste Spieler des asiatischen Brettspiels Go hat zum zweiten Mal gegen eine Google-Software verloren. Go-Profis weltweit sind fassungslos - auch angesichts der Spielweise der Künstlichen Intelligenz.

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comeback0815 10.03.2016, 16:19
1. Rechenleistung und Unbestechlichkeit

"Spielzüge, die ein Mensch nie machen würde" oder: Warum verlässt die Software die vielfach vorgetrampelten Wege - unerhört!

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silenced 10.03.2016, 16:30
2.

In vielen, meist älteren Gesellschaftsspielen, hat sich eine Art "Kodex" eingeschlichen wie man zu spielen hat. Das sieht man sehr schön an dem Kartenspiel "Skat".

Meine Art Skat zu spielen war schon immer unorthodox, ich habe mich nicht den "internen" Regeln entsprechend verhalten und trotzdem meine Spiele gewonnen, oder dem anderen sein Spiel zerstört, eben durch ausspielen von Karten die in dem Moment nie erwartet worden wären. Zum Beispiel anstatt mal einen König und somit 4 Punkte abzugeben eben die 10 reinwerfen die man noch hat, um so dem Gegner erstmal 10 Punkte (effektiv 6) zu schenken. Das verwirrte die meisten dermaßen, daß danach die Konzentration plötzlich weg war und man richtig merkte, daß der Gegenüber plötzlich grübelt welche Karten nun noch im Spiel sind und welche nicht. Ich hab auch gern ein Nullspiel gewagt mit einem blanken As oder König auf der Hand, und sehr oft gewonnen.

Wenn jetzt hier davon berichtet wird, daß die Softwäre Züge ausspielt, die nie ein Go-Spieler machen würde, dann sagt mir das nur eines: Go ist stehengeblieben in seiner Entwicklung und hat sich seit langer Zeit wohl nicht weiterentwickelt. Mit anderen Worten: Die sogenannten Top-Spieler hatten seit sehr langer Zeit anscheinend einen nur sehr begrenzten Mitspielerkreis und dadurch kamen keine frischen Ideen ins Spiel. Stagnation statt Innovation.

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Olaf 10.03.2016, 16:41
3.

Zitat von comeback0815
"Spielzüge, die ein Mensch nie machen würde" oder: Warum verlässt die Software die vielfach vorgetrampelten Wege - unerhört!
Eine Maschine war kreativer als ein Menschen bei der Lösung eines Problems.

Dies ist ein Meilenstein bei der Entwicklung der KI.

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Rido 10.03.2016, 16:45
4.

Ich kenne das vom Schach.

Da spiele ich liebend gerne Eröffnungen, welche selten oder so gut wie gar nicht gespielt werden.

Diese kennt der Gegner oft nicht (sehr gut) ich hingegen schon. Das verschafft mir einen Vorteil.

So ähnlich scheint das hier der Fall zu sein.

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Untertan 2.0 10.03.2016, 16:54
5. Machts nicht so spannend

Zitat von
Dann machte AlphaGo diesen einen Zug. Einen Zug, "den kein Mensch je erwartet hätte", sagt Yoon. "Dieser Zug war genial", fügt sie hinzu.
Ja was war denn dieser eine Zug?

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flupso 10.03.2016, 16:55
6. die letzte Bastion

ich war immer schon überrascht, dass es bislang nicht gelungen war, eine Go-Software zu schreiben, die in einem so begrenzten Regelumfeld dem Menschen das Wasser reichen konnte. Dass ein Computer, der aus Spielen gegen sich selbst lernt, "unorthodox" spielt, ist typisch - das war bei Schach so, Backgammon und jetzt bei Go. Dies genau wird die weitere Theorieentwicklung des Spieles massiv voran treiben. Ab hier wird es sehr schnell gehen und die allgemeine Spielstärke sowohl der Computer als auch der Profispieler in den nächsten 5-10 Jahren Quantensprünge machen, die es in 1000 Jahren vorher nicht gemacht hat. Glückwunsch und Hochachtung ans Entwicklerteam!

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Emderfriese 10.03.2016, 16:59
8. Gleichstand

Zitat von silenced
In vielen, meist älteren Gesellschaftsspielen, hat sich eine Art "Kodex" eingeschlichen wie man zu spielen hat. Das sieht man sehr schön an dem Kartenspiel "Skat". Meine Art Skat zu spielen war schon immer unorthodox, ich habe mich nicht den "internen" Regeln entsprechend verhalten und trotzdem meine Spiele gewonnen, oder dem anderen sein Spiel zerstört, eben durch ausspielen von Karten die in dem Moment nie erwartet worden wären. Zum Beispiel anstatt mal einen König und somit 4 Punkte abzugeben eben die 10 reinwerfen die man noch hat, um so dem Gegner erstmal 10 Punkte (effektiv 6) zu schenken. Das verwirrte die meisten dermaßen, daß danach die Konzentration plötzlich weg war und man richtig merkte, daß der Gegenüber plötzlich grübelt welche Karten nun noch im Spiel sind und welche nicht. Ich hab auch gern ein Nullspiel gewagt mit einem blanken As oder König auf der Hand, und sehr oft gewonnen. Wenn jetzt hier davon berichtet wird, daß die Softwäre Züge ausspielt, die nie ein Go-Spieler machen würde, dann sagt mir das nur eines: Go ist stehengeblieben in seiner Entwicklung und hat sich seit langer Zeit wohl nicht weiterentwickelt. Mit anderen Worten: Die sogenannten Top-Spieler hatten seit sehr langer Zeit anscheinend einen nur sehr begrenzten Mitspielerkreis und dadurch kamen keine frischen Ideen ins Spiel. Stagnation statt Innovation.
"...Das verwirrte die meisten dermaßen, daß danach die Konzentration plötzlich weg war und man richtig merkte, daß der Gegenüber plötzlich grübelt welche Karten nun noch im Spiel sind und welche nicht. ..."

Lach! Sie haben wohl nie mir richtigen Skat-Profis gespielt, oder?
Aber zum "go": Ich spiele das Spiel nicht, weil es mir eine viel zu lange Anfangsphase hat. Gleichzeitig frage ich mich allerdings, ob es wie bei "tic tac toe" nicht ultimative Spielzüge gibt, die - zwar in einer sehr großen Dimension - letztlich immer auf einen Gleichstand hinarbeiten könnten. Hat man den Computer schon lange genug gegen sich selbst spielen lassen, um das theoretisch zu prüfen?

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HaioForler 10.03.2016, 16:59
9.

Zitat von silenced
In vielen, meist älteren Gesellschaftsspielen, hat sich eine Art "Kodex" eingeschlichen wie man zu spielen hat. Das sieht man sehr schön an dem Kartenspiel "Skat". Meine Art Skat zu spielen war schon immer unorthodox, ich habe mich nicht den "internen" Regeln entsprechend verhalten und trotzdem meine Spiele gewonnen, oder dem anderen sein Spiel zerstört, eben durch ausspielen von Karten die in dem Moment nie erwartet worden wären. Zum Beispiel anstatt mal einen König und somit 4 Punkte abzugeben eben die 10 reinwerfen die man noch hat, um so dem Gegner erstmal 10 Punkte (effektiv 6) zu schenken. Das verwirrte die meisten dermaßen, daß danach die Konzentration plötzlich weg war und man richtig merkte, daß der Gegenüber plötzlich grübelt welche Karten nun noch im Spiel sind und welche nicht. Ich hab auch gern ein Nullspiel gewagt mit einem blanken As oder König auf der Hand, und sehr oft gewonnen. Wenn jetzt hier davon berichtet wird, daß die Softwäre Züge ausspielt, die nie ein Go-Spieler machen würde, dann sagt mir das nur eines: Go ist stehengeblieben in seiner Entwicklung und hat sich seit langer Zeit wohl nicht weiterentwickelt. Mit anderen Worten: Die sogenannten Top-Spieler hatten seit sehr langer Zeit anscheinend einen nur sehr begrenzten Mitspielerkreis und dadurch kamen keine frischen Ideen ins Spiel. Stagnation statt Innovation.
Aber auch beim Skat gilt: gutes Spiel schlägt Intuition; wenn auch "INtuition" mal gut sein kann. In 90% aller Fälle gilt beim Skat: es gibt nur einen beste zu spielende Karte. (Ich gehe hierbei vom idealen Gegnern und dem Finden zum besten Gewinnweg aus. Das bei schwächeren Spieler manchmal ein schlechteres Spiel angesagt sein kann, ist etwas anderes.

Wird dieses beste Spiel nicht gefunden, hilft Intuition nichts. Und ein wirklich professioneller Skatspieler (ich habe neben den Jungs über Jahre gesessen, 1 Vize-Weltmeister und mehrere Top-Bundesliga-Spieler) hat Konzentration, die reicht für 3 Leute ;)

Und: auch ein Top-Spieler beim Go hat keinen begrenzten Mitspieler-Kreis. Zudem ist die meiste Literatur (2 000 Bücher) in Japanisch verfaßt. Keinen Grund also, sich zu langweilen. Go hat sich immer weiterentwickelt.

Die Software ist einfach unverschämt gut, das ist alles.

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