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Googeln nach Politikern und Parteien: Sehe ich andere Suchergebnisse als meine Nachba
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Produzieren Google-Suchergebnisse zur deutschen Politik eine Filterblase? Dieser Frage sind Forscher zur Bundestagswahl 2017 nachgegangen - mit der Hilfe von SPIEGEL-ONLINE-Lesern. Nun stehen die Ergebnisse fest.

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Willi Wacker 25.07.2018, 15:22
10.

"Inhalte aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk machen demnach nur vier Prozent der Google-Schlagzeilen aus. "

Hier könnte doch ein Problem liegen: Google steht ja bekannt mit Nachrichtenquellen sehr auf Kriegsfuß.
Vielleicht deutet die Minderrepräsentanz auf eine systematische Benachteiligung.

(Bitte, das ist ein Hinweis, aber seine fixe Feststellung!)

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geschneider 25.07.2018, 15:29
11. Die spannende Frage ist, welche Frage gestellt wird.

Wenn darüber nicht im Vorfeld gründlich nachgedacht wurde relativiert sich der Wert der Studie massiv. Aber schön plakativ und im Sinne der Auftraggeber erfolgreich war sie schon. Und also ein Erfolg.
Was wohl eine Suche nach Themen erbracht hätte ...

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DerEqualizer 25.07.2018, 15:34
12. Seltsam oberflächliche Heransgehensweise beim Experiment

Die Fragestellung, nur nach Partei- oder Politikernamen zu suchen, ist inhaltlich überaus limitiert und brigt nur dann starke Abweichungen der Inhalte in der Ergebnislisten pro Proband, wenn die Probanden zuvor den Rechner häufig selber genutzt haben, idealerweise noch dabei bei Goolge eingeloggt waren und idealerweise in den Wochen zuvor nicht nur News, sondern auch politische Themen recherchiert haben, am besten umstrittene Themenkomplexe wie z.B. "Flüchtlingsstrom" oder "Überfremdung" - je nachdem welche Probanden solche Begriffe gesucht haben und je nachdem welche Links sie sich angeschaut haben, werden ihnen definitiv sehr unterschiedliche Suchergebnisse präsentiert. Die Suchhistorie, die besuchten Seiten und die Verweildauer dort sind entscheidende Kriterien, die hier leider gar nicht erwähnt werden.

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jjs 25.07.2018, 15:36
13. Das Ergebnis der Studie entspricht der Studie

Mich wundert dieses Ergebnis der Studie überhaupt nicht. Wenn alle 4 Stunden automatische Abfragen nach allen Parteien und deren führenden Köpfen erfolgen, wird der Google-Algorithmus sicher annehmen, dass sich der User da für Parteien im allgemeinen interessiert und ihm dann entsprechend die Homepages der Parteien anzeigt. Sprich, es wird dann keine Unterschiede mehr geben können bei den einzelnen Usern, denn google wird überall gleich auf diese regelmäßigen Suchanfragen reagieren und überall die gleichen Ergebnisse zurückliefern.
Man hätte das anders machen müssen, und zwar zunächst nur einmalig: Was kommt raus, wenn zum ersten Mal diese automatischen Abfragen gemacht werden, und wie verändern sich die Ergebnisse der Suchabfragen im Laufe dieses 4-Stunden-Taktes?

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Denalos 25.07.2018, 15:53
14. Non existence of evidence is no evidence for non existence

So wie verschiedene andere Forenteilnehmer auch, denke ich, dass die Herangehensweise - vorsichtig ausgedrückt - etwas unglücklich war. Bei sehr generischen Allerweltsfragen bekommt man auch entsprechende Antworten. Viel spannender sind die Ergebnisse bei "provokanten" Fragen. Alleine die Fragestellung bei Google dürfte auch deutlich zu kurz greifen. Es müssten wohl auch jeweils bestimmte Links "angeklickt" werden und auf der Zielseite müsste entsprechend verweilt werden. Auch steht zu vermuten, dass nur bestimmte Personengruppen überhaupt gewillt waren, an diesem Experiment teilzunehmen.
Es gibt dermaßen immens viele "Stellschrauben", die eine Klassifizierung beeinflussen, dass es wohl schlicht nicht funktioniert, mit einer solch extrem simplen Herangehensweise wirklich brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Die "Google-Jungs" sind ja auch nicht ganz blöd, eine Klassifizierung basierend auf solch extrem simplen Überlegungen dürfte eher Technologie von vor 20 Jahren sein.

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AlexZatelli 25.07.2018, 16:05
15.

Das Problem ist, dass wir Googels "Optimierungen" nicht ausschalten können. Damit ist - wie angedeutet - jede Untersuchung eine Momentaufnahme in der Vergangenheit und für den aktuellen Umgang mit der Suchmaschine wertlos.

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horstenporst 25.07.2018, 16:49
16.

Bei so simplen Schlagworten wie einer Partei oder einer Person, ist es wenig überraschend das google hier die Parteiwebseite bzw. den Wikipediaeintrag als erste Treffer liefert. Interessanter wäre das Experiment mit der Suche nach kontroversen politischen Themen gewesen. Davon abgesehen empfehle ich allen Lesern auf die Datenkrake google zu verzichten und stattdessen DuckDuckGo oder StartPage zu benutzen.

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hr.lich-daemlich 25.07.2018, 18:14
17. Ich stimme den anderen zu

Mit immer gleichen Anfragen wird im Grunde nur ein Muster generiert. Der Algorithmus von Google nimmt solche Anfragen als Datenbestand auf und vergleicht sie mit anderen.
Generisch ist ganz schlecht, da die Google Suche selbst schon mit Mitteln wie Anschlagsgeschwindigkeit und ähnlichen spezifischen Daten sogar Personen vorm Computer erkennen kann, wenn sie nicht eingeloggt sind (dazu muss Google schon genügend Daten haben, dann geht das).
Zusätzlich könnte die KI bemerken, dass die Anfrage nicht vom Nutzer kommt, weil sie nicht in das Suchmuster passt und zu allgemein gehalten ist.
Zusätzlich wird kein Nutzer die gleiche Anfrage alle vier Stunden stellen. Die KI sollten inzwischen auch mit der "Tagesform" des Menschen vertraut sein. Die gleiche Suche kann zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Ergebnisse liefern, allerdings nicht bei solchen Themen wie Parteien.
Interessanter (und da braucht man nicht viele Einzelpersonen einzubeziehen) wären mehrere Rechner mit einem optimierten Skript. Das könnte zum Beispiel ein oder zwei Tage lang AfD Mitglieder und Themen suchen und dann mal eine Anfrage zur SPD oder CDU stellen und andersrum. Da kommen dann die spannenden Ergebnisse zusammen.

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Gerdd 25.07.2018, 21:17
18. Also, erstens ...

Zitat von muellerthomas
Ich tippe allerdings, dass sich 95% bis 99% der Nutzer bedanken würden, wenn Ergebnisse in einem halben Dutzend Sprachen angezeigt würden. Ihre Kritik mag stimmen, betrifft aber letztlich nur einen kleinen Bruchteil der Nutzer.
habe ich ja nichts dagegen, daß man eine Lieblingssprache angeben kann. Aber es kann doch für Gppgle nicht so schwer sein, auch mehr als eine Lieblinsgsprache zuzulassen und darüber hinaus einen Schalter anzubieten, mit dem man auch andere Sprachen zulassen kann.

Mit den Zahlen haben Sie natürlich recht - wir sind "eine kleine radikale Minderheit" (Spruch aus den Anti-Springer-Demonstrationen nach dem Attentat auf Rudi Dutschke.)

Obwohl ... Wenn man mal alle zusammenrechnet, die außer ihrer Muttersprache auch noch Englisch können, dann kommen schon ein paar Dutzend zusammen. Davon muß man dann wieder die abziehen, bei denen Englisch und die Muttersprache dasselbe sind - Amerikane, Engländer, Australier, und noch so ein paar ... - aber trotzdem, ich fühle mich damit alles andere als allein. Und wenn Sie wirklich "der" Thomas Müller sind - ich plädiere dafür, daß eine mögliche Sprachauswahl "bayrisch" ist ;-)

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Gerdd 25.07.2018, 21:24
19. Ja, der ÖR Rundfunk ...

Zitat von Willi Wacker
"Inhalte aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk machen demnach nur vier Prozent der Google-Schlagzeilen aus. " Hier könnte doch ein Problem liegen: Google steht ja bekannt mit Nachrichtenquellen sehr auf Kriegsfuß. Vielleicht deutet die Minderrepräsentanz auf eine systematische Benachteiligung. (Bitte, das ist ein Hinweis, aber seine fixe Feststellung!)
Deren Hauptproblem ist meiner Ansicht nach ja, daß da einer ziemlichen Anzahl durchaus kompetenter Redakteure durch die Spielregeln verboten wird, ernsthafte Mengen an Text ins Netz zu stellen. Und in den Mediatheken Audio-Video-Dateien nach Stichwörtern im gesprochenen Text oder im Videobild zu durchsuchen, das ist etwas, worum sich Google noch nicht genug gekümmert hat. (Wenn man mal ausprobiert, was die mit stillen Fotos schon machen können, dann ist das sicher nicht total undenkbar, wird aber im Augenblick wohl noch nicht angeboten.)

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