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Google, Facebook, Microsoft: US-Firmen fordern Reform der Internet-Überwachung

Amerikas größte Internetunternehmen schließen sich zusammen: In einer gemeinsamen Erklärung fordern unter anderem Google, Microsoft und Yahoo eine strengere Kontrolle der Geheimdienste. Die Überwachung des Internets müsse reformiert werden.

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gegenrede 09.12.2013, 09:58
40. Scheinheiligkeit

Zitat von jjcamera
Scheinheiliges Pack. Ist das ein Witz? Ausgerechnet die, die der NSA die Spähprogramme zur Verfügung stellen und von ihr für deren Entwicklung bezahlt werden, fordern eine stärkere Überwachung? Das ist ja, als würden die Hersteller von Sexspielzeug in einer gemeinsam Erklärung deren weltweites Verbot fordern..?
"Es sind nicht nur Hacker, die ihre Funde weitergeben. Laut Bloomberg werden die US-Behörden auch direkt von den Unternehmen beliefert, wenn deren eigene Sicherheitsspezialisten eine Schwachstelle entdecken. Im Tausch dafür bekommen die Unternehmen Zugang zu Geheimdienstinformationen, heißt es in dem Bericht. Und sie stellen sich auf diese Weise gut mit der Regierung, aus Überzeugung oder aus geschäftlichen Interessen."
NSA: Geheimdienste lassen sich Sicherheitslücken liefern | ZEIT ONLINE

In der Tat, es sieht danach aus. Der Deal zwischen der NSA und den Firmen, scheint nun durch sinkende Renditen gefährdet, also spielt man sich als Vertreter der Menschenrechte auf, hoffentlich fallen die Verbraucher nicht auf diesen Honeypot herein....

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vandenplas 09.12.2013, 10:04
41. Unterstützenswerte Initiative! (LOL)

Diese Initiative verdient breite Unterstützung!
Um die Bedenken der Initiatoren Google, Yahoo, Facebook und Twitter weiter mit Fakten zu untermauern, bietet sich an erster Stelle ein Massenabgang von diesen Dienstleistern an!
Zum Beispiel mit einer Kündigung der Accounts oder einer Aussetzung der Nutzung dieser Dienste.

Denn eines sollte man bedenken: Diesen Firmen ist die illegale Aushorchtätigkeit durch verschiedene Geheimdienste erst dann auf den Senkel gegangen, als die Bombe in der Öffentlichkeit geplatzt ist und für sie zu einem perfekten, existenzbedrohenden PR Desaster wurde.

Aber wahrscheinlich reichen ein paar geschaltete Anzeigen dieser Art um das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen - und zwar BEVOR irgendein Geheimdienst NACHWEISLICH seine Praxis geändert hat. (wie man das wohl zuverlässig kontrollieren und kommunizieren will? Geheimdienste sind ja geheim...)

Ich für meinen Teil habe bereits vor Monaten mein fb Account löschen lassen. Google Dienste nutze ich nur noch wenn es nicht anders geht.

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roflem 09.12.2013, 10:11
42. Tschühüss

US-Internet Firmen? Nutzen wir nicht mehr. Aber auch emails-sms und sonstige Kommunikation: immer unter dem Aspekt: Drohnbama liest mit.

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berpoc 09.12.2013, 10:11
43. es ist schon mehr

Zitat von Zündkerze
nicht mehr ist das. Naiv wer glaubt die Geheimdienste unterwerfen sich jemanden. Es ist nichts weiter als die Aufforderung seine Schnüffelaktivitäten besser zu tarnen und dazu eigene Infrastrukturen aufzubauen.
Das Geschäftsmodell der erwähnten Internetriesen ist hinfällig, wenn es bei der Überwachung bleibt. Nehmen Sie Cloud und filesharing. Dieses Konzept, auf das zB Apple massiv setzt, ist hinfällig, wenn die Feuchtträumer nicht endlich an die Kandarre genommen werden.

Ich bin mglw. naiv das Rad zurückdrehen zu wollen. Allein, ich werde davon nicht ablassen und im Zweifel für meine Rechte kämpfen auf der Grundlage von GG20/4. Die erste Reihe wird dabei wohl über die Klinge springen, kommt der Rest durch, ist es wohlgetan. Das Motto kann nur lauten: nieder mit den Feuchtträumern, nieder mit den Politikern, die diese unselige Entwicklung gesetzlich ermöglichten. Ich möchte endlich erleben, dass diese Leute für ihr Versagen zur Rechenschaft gezogen werden und persönlich haften.

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nsa 09.12.2013, 10:12
44.

Auffällig, dass Microsofts CEO (Steve Ballmer) den Aufruf nicht unterzeichnet hat. Aber bei Microsoft habe ich eh den Eindruck, dass man dort am wenigsten an Transparenz interessiert ist.

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Jasmin Kraft 09.12.2013, 10:18
45. Ich bin beeindruckt!

Sollte diese sinnvolle Allianz der größten IT-Konzerne für Privatkonsumenten die Verbraucherinteressen wenigstens zum Teil gegen einen so erzkonservativen und rückwärtsgewandten us-amerikanischen Präsidenten wie Obama durchsetzen können? Ich bin gespannt.

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apetri1 09.12.2013, 10:19
46. Der Gipfel der Heuchelei!

Zitat von sysop
Amerikas größte Internetunternehmen schließen sich zusammen: In einer gemeinsamen Erklärung fordern unter anderem Google, Microsoft und Yahoo eine strengere Kontrolle der Geheimdienste. Die Überwachung des Internets müsse reformiert werden.
Das ist doch der Gipfel der Heuchelei! "Der Staat" (welcher auch immer) überwacht ja nur und dürfte mit der Datenflut weitestgehend überfordert sein, schon weil er gar nicht über so hoch qualifiziertes Personal verfügt wie Firmen. Der wahre Moloch sind nämlich gerade Google, Microsoft, Apple, Facebook & Co, die das eben können und schamlos nicht nur zur Überwachung, sondern vor allem zur Manipulation der Konsumenten missbrauchen. NSA, BND & Co müssen sich doch einen Teil ihrer Daten bei Google & Co "abschöpfen" und stecken deshalb mit ihnen unter einer Decke.

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Duzend 09.12.2013, 10:46
47. Glänzende Analyse. Gratuliere!

Zitat von demokratie-troll
Wenn der Preis der Freiheit die Rückkehr in die Steinzeit ist, dann zurück in die Steinzeit. ...Internet... ein Monster erwiesen, ... ...Widerlich.
Ich erinnere mich an einen Beitrag auf einer von Jürgen Elsaessers Souveränitätskonferenzen - ich glaube, von Peter Scholl-Latour -, der den Tenor vermittelte, wonach es selbstverständlich einige Punkte und Belange gebe, in denen die USA ihre transatlantischen Partner an die kurze Leine nehmen und kaum Freiheiten in der Gestaltung liessen, dann aber wieder gebe es Bereiche, in denen so manche europäische Regierung sich wesentlich weniger Freiheit nehme, als sie sich erlauben könnte, also nicht hoch genug pokerte. Alles in ewigem Kreisen um die bloss vorgestellten nachteiligen Konsequenzen für den Fall, dass man die Autorität vergraulen könnte.

Im Hintersinnen um mögliche eigene Verfehlung und Schuld treffen wir mit dem Protestantismus und mit Sigmund Freud zwei sehr europäische Themen wieder an. Beide reden wir uns ein, überwunden zu haben, beide stehen in den USA hoch im Kurs. Es ist leicht geworden, uns mit unseren eigenen Waffen uns selbst schlagen zu lassen. Begnügen wir uns wirklich verkniffen pubertär-leidend im "sicherlich darf ich nicht" während wir zu faul, zu feige oder beides sind?

Mit den geistigen Randbedingungen im Blick würde ich sagen, dass wir gerade in Europa in einer sehr anspruchsvollen Zeit leben. Traditionell sind unsere Gesellschaften ständisch, elitär und also vom Misstrauen einer mächtigen Minderheit gegen die Mehrheit und ihr Wollen geprägt. Aber wir stehen nicht nur in Napoleons, sondern auch in Platons Erbe und können uns so nur schwerlich einem Wahrheitsbegriff entziehen, der etwas auffasst, das unabhängig vom gesellschaftlichen Stand desjenigen ist, der es ausspricht. Demokratie, Rechtsstaat und Marktwirtschaft liegen für uns am Weg einer sozialen Evolution aufwärts. Vom unkorrigierten Kapitalismus hat man das lange auch immer wieder behauptet. Unterscheidung in schaffendes und raffendes Kapital gilt als suspekt, wäre aber essentiell.

Letztlich drohen wir nun am Preis für unsere Zivilisation und Industrialisierung, dem Bedürfnis nach Öffentlichkeit und Unterhaltung, zu zerbrechen. Wir sind bereit, unsere Körper zu verpfänden, weil wir uns durch das süsse Leben unserer Avatare, mit denen wir im Zweifelsfall jederzeit tauschen würden, trösten lassen. In der Massensuggestion und Mythologie der Unterhaltungsindustrie war immer schon das Steigbügelhalten dazu angelegt, dass man Wahrheit in den Gewahrsam weniger zurückbringen kann. Unsere faschistoiden Regierungen usurpieren jede Zeugenbefragung, weil sie sie obsolet machen. Letztlich laufen wir durch ihr derzeitiges Verhalten Gefahr, uns als Gesellschaften des Erbes der Aufklärung als unwürdig zu erweisen, indem schlicht zu wenig Werbung dafür gemacht wurde, dass sich jeder Interessierte durch eigenes Denken der Wahrheit nähern können muss. Die Erbsünde liegt dabei in der ersten Duldung des staatlich Geheimen. Das Aufbegehren aus dem Mund der bestens sich unterhalten fühlenden Bürger, ist auch mit jedem Tag deutlicher zu viel der Erwartung an glückliche Sklaven.

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Konstruktor 09.12.2013, 10:47
48.

Zitat von Jasmin Kraft
Sollte diese sinnvolle Allianz der größten IT-Konzerne für Privatkonsumenten die Verbraucherinteressen wenigstens zum Teil gegen einen so erzkonservativen und rückwärtsgewandten us-amerikanischen Präsidenten wie Obama durchsetzen können? Ich bin gespannt.
Sorry, aber bei aller Kritik ist "erzkonservativ und rückwärtsgewandt" als Qualifizierung von Obama einfach nur blühender Blödsinn.

Der US-Präsident hat eine sehr deutlich andere Position als die deutsche Bundeskanzlerin, und die politischen Verhältnisse sind aktuell sogar extrem unterschiedlich. Sie verwechseln hier offenbar in diversen Punkten Entscheidungen des Kongreß mit Entscheidungen Obamas.

Obama benutzt die Geheimdienste sehr offensichtlich, aber ihre Befugnisse erhalten die Geheimdienste nicht vom Präsidenten, sondern vom Kongreß – der im Moment von seinen selbsterklärten Todfeinden (nein, nicht nur politischen Gegnern!) von der republikanischen Partei kontrolliert wird und der unter vielem anderen auch entgegen Obamas erklärter Absicht den Präsidenten dazu gezwungen hat, das Gefangenenlager in Guantanamo Bay weiter zu betreiben.

Sie verwechseln da aus Unkenntnis offenbar ein paar Dinge.

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pfzt 09.12.2013, 10:51
49.

Zitat von Wunderläufer
Das einzige Argument, das bei US-Amerikanern zählt ist Geld; alle andern "Werte" wie Freundschaft, Demokratie etc. stehen immer und überall zur Disposition
Durchaus richtig, allerdings sind sie im Kopf immer noch wesentlich demokratischer als wir Deutsche und außerdem gilt, wenn alle demokratisch Geld wollen, dann ist doch alles paletti.

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