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Google Home im Test: "Okay, Google" - was kann dein Lautsprecher?
Matthias Kremp

Der Google Home soll auf fast jede Frage eine Antwort finden, ein smartes Zuhause steuern und auch noch gut klingen. Wir haben getestet, ob der Lautsprecher mit Sprachassistent diese Versprechen einlöst.

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chk23 09.08.2017, 08:54
110.

Zitat von The Independent
Wenn Spracherkennungstechnologie aber eben zur Verfügung steht, dann will man vielleicht mal eine längere SMS diktieren, einen Kalendereintrag erstellen, einen Text diktieren und speichern, oder z.B. einen ganzen Satz googlen. Lokale Lösungen sind da auf Handys/Tablets/etc. kaum praktikabel, es sei denn man will auf eine PC-Lösung mit umfangreicher Sprachbibliothek zurückgreifen.
Also erstens *geht* es hier um ein "paar Befehle" und nicht darum, ganze Briefe oder Romane zu diktieren. Ich sprach von einer *Hausautomatisierungslösung*.

Zweitens: Ich weiß nicht, was Sie für ein Smartphone haben, aber bei meinem iPhone funktioniert die offline Sppech-To-Text Funktion hervorragend. Auf jeden Fall deutlich mehr als ausreichend für eine Sprachsteuerung.

Zitat von
Das von mir bereits beschriebene lokale Prototyp-System von Google wurde mithilfe von 3 Millionen (ca. 2000 Stunden) Sprach-Samples, die anonym aus der Sprach-Google-Suche ("OK Google") gefischt wurden, trainiert. Jedes dieser Samples wurde dann außerdem mit 20 verschiedenen möglichen (Audio-)Störquellen, die aus Youtube gefischt wurden, gemischt. D.h, dass von jedem Sprachsample auch noch 20 verschiedene Versionen angefertigt wurden. Insgesamt wurden also 63.000.000 Sprachsamples gebraucht, um die Software zu trainieren.
Ich glaube, Sie haben das Prinzip von neuronalen Netzen noch nicht so ganz verstanden. Für die Größe des austrainierten Netzes ist es völlig irrelevant, wie groß die Datenmenge war, mit der es trainiert wurde. Das von Ihnen beschriebene System belegt, austrainiert auf dem Endgerät, lediglich knapp über 20 MB Speicher - das ist auch für ein Smartphone so gut wie nichts, selbst wenn eine verbesserte Endversion das zehnfache an Speicher belegen würde.
Die ebenfalls komplett lokale offline-Gesichtserkennung unter iOS wurde ebenfalls mit hunderten von Gigabyte an Daten trainiert, belegt aber trotzdem nur einen winzigen Bruchteil davon auf dem Gerät. Weil dazu nämlich entgegen der landläufigen Annahme nicht millionen von Gesichtern auf dem Gerät gespeichert werden müssen. Das gleiche gilt übrigens auch für Handschriftenerkennung auf Geräten mit Digitizern.

Zitat von
Wie groß dann die reduzierte und hochgradig komprimierte lokale Sprachbibliothek dann noch ist, ist vermutlich noch Betriebsgeheimnis, man kann sich aber da leicht vorstellen, dass herkömmliche Bibliotheken bisher einfach zu groß für den verfügbaren Handyspeicher waren.
Wie gesagt, diese Bibliothek belegt etwas über 20 MB auf dem Endgerät (Quelle: https://9to5google.com/2016/03/11/google-accurate-offline-voice-recognition/=.

Zitat von
Google denkt zumindest schon weiter ... da das Platzproblem nun halbwegs gelöst ist, und die Trefferquote weiter verbessert wird, denkt man im Entwickler-Manifest schon an die Integration der Spracherkennung in Kleidungsapplikationen (siehe https://arxiv.org/pdf/1603.03185.pdf, "PERSONALIZED SPEECH RECOGNITION ON MOBILE DEVICES").
Na sehen Sie, sie bestätigen doch selbst meine Aussage. Offline-Spracherkennung auf Kleinstgeräten ist technisch kein Problem und heutzutage machbar.

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DocEmmetBrown 09.08.2017, 09:54
111.

Ich verstehe gar nicht, warum sich hier Leute gerade über diese Lautsprecher mehr Sorgen machen als über ihr Smartphone oder ihren Computer. In letzter Konsequenz alles Geräte mit Mikrofon, teilweise Kamera und Internetverbindung. Ob nun zusätzlich zum Smartphone auf dem Tisch noch ein "Smartspeaker" auf der Kommode steht, macht bzgl. Risiko keinen Unterschied.
Letztendlich bleibt die Frage, ob man den Beteuerungen von Google, Amazon und Apple glaubt oder nicht. Das muss jeder für sich entscheiden.
Aber bei Smartspeakern den Überwachungsstaat zu fürchten und gleichzeitig ausgiebig Smartphone und Computer zu nutzen, ist halbherzig. Wer die Überwachung also ausschliessen will, sollte sich mit all seinen Geräten vom Internet abklemmen. Smartphone und Computer bekommen sicher mehr vom Leben, Gewohnheiten & vertraulichen Informationen mit als so ein Lautsprecher.

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chk23 09.08.2017, 13:58
112.

Zitat von DocEmmetBrown
Ich verstehe gar nicht, warum sich hier Leute gerade über diese Lautsprecher mehr Sorgen machen als über ihr Smartphone oder ihren Computer. In letzter Konsequenz alles Geräte mit Mikrofon, teilweise Kamera und Internetverbindung. Ob nun zusätzlich zum Smartphone auf dem Tisch noch ein "Smartspeaker" auf der Kommode steht, macht bzgl. Risiko keinen Unterschied. Letztendlich bleibt die Frage, ob man den Beteuerungen von Google, Amazon und Apple glaubt oder nicht. Das muss jeder für sich entscheiden. Aber bei Smartspeakern den Überwachungsstaat zu fürchten und gleichzeitig ausgiebig Smartphone und Computer zu nutzen, ist halbherzig. Wer die Überwachung also ausschliessen will, sollte sich mit all seinen Geräten vom Internet abklemmen. Smartphone und Computer bekommen sicher mehr vom Leben, Gewohnheiten & vertraulichen Informationen mit als so ein Lautsprecher.
Nun ja, bei Smartphones lässt sich die "always listen" und Assistenten-Funktion aber deaktivieren, bei diesen Lautsprechern stellt sie die eigentliche Hauptfunktionalität dar, ohne die sie nicht funktionieren würden. Ein Restrisiko (bzw. Vertrauenssache) bleibt natürlich bei Beiden - bei Smartphones werden zum Glück regelmässig von Hackern und Sicherheitsexperten stichprobenartige Tests durchgeführt, und viele Android-Geräte sind dabei negativ durch eine sehr fahrlässige oder schludrige Implementierung von Sicherheitsmechanismen aufgefallen - bleibt abzuwarten, wie diese Assistenten in den Sicherheitschecks abschneiden, und zu hoffen, dass die Hersteller sich hier mehr Mühe gegeben haben.

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