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Google-Manager bei Tech-Konferenz SXSW: Die Welt des Eric Schmidt
REUTERS

Das Internet verändert die Welt - aber wer formt das Internet? Bei der SXSW-Konferenz in Texas gaben die Google-Manager Eric Schmidt und Jared Cohen erstaunliche Antworten: Überwachung, Selbstzensur und den Verlust von Privatsphäre halten sie für unausweichlich - und zweitrangig.

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david-39 09.03.2014, 13:45
40. ...

Zitat von sysop
Das Internet verändert die Welt - aber wer formt das Internet? Bei der SXSW-Konferenz in Texas gaben die Google-Manager Eric Schmidt und Jared Cohen erstaunliche Antworten: Überwachung, Selbstzensur und den Verlust von Privatsphäre halten sie für unausweichlich - und zweitrangig.
Vor 20 Jahren war das Netz ein Ort für Techniker und IT-Ler. Lustug und verschroben. Der Rest der Welt kam auch ganz gut alalog zurecht.
Plötzlich wird nun postuliert alles was sich so entwickelt hat wäre alternativlos.
Na, das kennen wir Deutschen doch schon.

Wenn ein Unternehmen, bzw, eine Elite glaubt Sie könne über die Köpfe der Menschen hinweg bestimmen und beeinflussen, wiederholt sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Das man quasi ein Kartell gebildet und conspirativ die Bezahlung der Angestellten im Sillicon Valley niedrig hält, findet natürlich nirgends Erwähung. Nur ne Randnotiz.

Jetzt hat man neben den Ami-Banken und Chemie/Öl und Waffenherstellern, die schon nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden, auch noch eine Bande technofreaks, die genau wissen wie die Leute zu denken und leben haben, bravo USA.

Wo sind die Geisteswissenschaften, die Entwicklungen in bestimme Richtungen in Frage stellen? Wo bleibt die Reflektion über mögliche gesellschaftliche Auswirkung der Vollautomatisierung der Gesellschaft, die durch einen überduchschnittlich ausgeprägten Sonnenwind schon komplett zusammenbrechen würde.

Das selbstfahrende Auto ist schön für den Berufspendler, aber sicher nicht für die Taxi, LKW und Busfahrer. Seit 40 jahren wird optimiert und automatisiert, solang bis selbst Chirurgen keinen Job mehr haben. Wer dann erst aufwacht, hat schon verloren.

Anstatt die Gesellschaft und Infrastuktur breiter aufzustellen wird alles komplexer und anfälliger.
50 Millionen Amis leben von der Wohlfahrt und können sich weder Gesundheit noch Bildung leisten und diese Fantasten wollen noch mehr einfache Leute aus dem Arbeitsmarkt entfernen.

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Midnightman 09.03.2014, 13:52
41. Google+...

Für alle, die lieber was unternehmen, statt nur jammern: Google lassen sich die üblen Schnüffelgewohnheiten schon ein wenig versalzen.
Einfach in Firefox die Addons "Track Me Not" (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/trackmenot/?src=ss) und "Google Sharing" (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/googlesharing/?src=ss) installieren (auch zu finden unter "Extras, Addons, Addons suchen) und schon gestaltet sich die Suche im Web etwas entspannter.
Natürlich besser, gleich mit einer VPN (z.B. "Cyberghost" https://cyberghostvpn.com/de/anonym-surfen.html) zu surfen, bringt allerdings nur etwas in der kostenpflichtigen Version mit freier Serverauswahl* & unlimittiertem Volume, ist deswegen wohl nicht jedermans Sache. Bei einer durchschnittlichen Verbindung von 16 Mbit/s ist die Geschwindigkeitseinbuße noch vertretbar.

*Aber bitte keinen Server in den USA, dürfte wohl klar sein ;-)

greez
midniteman

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cola79 09.03.2014, 14:12
42. Träume sind Schäume

Ein vom eigenen Geld berauschter Opa faselt herum, um die Zockerbübchen an den Stock Markets anzufixen. Schneeballsystem eben.

Es kann auch gut sein, dass in ein paar Jahrzehnten niemand mehr das Internet privat nutzen will, eben genau deshalb, weil die Leute die Technologie verstanden haben. Ist bei Waffen und Drogen auch so. Gibt zwar Waffen und Drogen, dennoch sind die Käufer und Nutzer überschaubar, ja etliche Nationen verzichten gar völlig auf private Bewaffnung (obwohl sie ja könnten, man kann ja selbst bei uns legal Waffenbesitzer werden!) und Drogen werden nur von einem Bruchteil illegal erworben, es gibt also längst keine unbegrenzte Nachfrage nach Risikoprodukten. Das kann auch in Zukunft für das Internet gelten!

Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen privat das Internet allenfalls noch für den Abruf von Entertainment nutzen, eventuell Behördengänge verkürzen und als Infoquelle. Private Daten könnten ganz verschwinden, denn auch wenn gerade der Verschlüsselungshype tobt, werden die Leute bald kapieren, dass sie sich den Aufwand sparen können, indem sie die sensible Information erst gar nicht ins Netz spülen.

Facebook, die Stasiakte zum selberbasteln, ist bald uncool. Google, die Mama, die das Tagebuch liest, ebenso.

Das Telefon wird bleiben, die werden auch abgehört-aber um den Preis gewaltiger Datenmengen. Während sich Email und Facebookinhalte kostensparend komprimieren lässt, geht das bei Telefonmitschnitten eher nicht. Soll was zu verstehen sein und unterscheidbar, geht das nur mit der zigfachen Speichermenge. Irgendwann ist jede Festplatte voll...

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MDen 09.03.2014, 14:20
43. Das ist doch kein Ponyhof

Zitat von kuac
Es geht nicht um Daten. Sondern um tatsächlichen und potentiellen Datenmissbrauch. Es geht auch um illegale Anschaffung von Daten von staatlicher Seite. Es fehlen Gesetze, Maßnahmen und Kontrollgremien zum Schütz der Bürger.
Ich halte es für naiv zu glauben, dass es ausgerechnet für das Worldwideweb solche "Maßnahmen und Kontrollgremien zum Schutz der Bürger" geben wird, wenn nicht einmal die Europäer mit der EU und dem gemeinsamen Wertekanon eine einheitliche Haltung dazu haben.

Außerdem scheinen die meisten Internetnutzer faul und gierig genug zu sein, dass sie AGB eben mal akzeptieren und so das Datensammeln genehmigen.

Es ist ein typisch deutscher Wunsch, dass ein Überstaat seine schützende Gesetzeshand über den sich selbst entmündigenden Bürger hält und mit seinen Kontrollgremien aufpasst, dass keiner schummelt. Aber so tickt eben nicht der ganze Rest der Welt und schon gar nicht die US-Amerikaner, die hier dank ihrer Ideen und Erfindungen mal wieder alle Fäden in der Hand halten.

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cola79 09.03.2014, 14:54
44. Agb

Zitat von MDen
Außerdem scheinen die meisten Internetnutzer faul und gierig genug zu sein, dass sie AGB eben mal akzeptieren und so das Datensammeln genehmigen.
AGB sind völlig hurz. Die Regeln die Vertragsinhalte, das wars. Illegales bleibt illegal, AGB hin oder her.

Man kann sich auch nicht rechtlich schlechter stellen. Wenn Datensammeln verboten ist, dann kann man in die AGB zwölfmal reinschreiben, dass der Kunde dem Datensammeln zustimmt, es bleibt illegal. Ob der Kunde oder der örtliche Mafiapate dem Auftragsmord zustimmt, ist einem Gericht herzlich egal...

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kuac 09.03.2014, 17:00
45.

Zitat von MDen
Ich halte es für naiv zu glauben, dass es ausgerechnet für das Worldwideweb solche "Maßnahmen und Kontrollgremien zum Schutz der Bürger" geben wird, wenn nicht einmal die Europäer mit der EU und dem gemeinsamen Wertekanon eine einheitliche Haltung dazu haben. Außerdem scheinen die meisten Internetnutzer faul und gierig genug zu sein, dass sie AGB eben mal akzeptieren und so das Datensammeln genehmigen. Es ist ein typisch deutscher Wunsch, dass ein Überstaat seine schützende Gesetzeshand über den sich selbst entmündigenden Bürger hält und mit seinen Kontrollgremien aufpasst, dass keiner schummelt. Aber so tickt eben nicht der ganze Rest der Welt und schon gar nicht die US-Amerikaner, die hier dank ihrer Ideen und Erfindungen mal wieder alle Fäden in der Hand halten.
Leiber naiv als schicksalsergeben. Als einige wenige die Sklaverei oder Apartheid abschaffen wollten, wurden sie auch als naiv belächelt. Menschenrechte wurden nicht geschenkt, sondern erkämpft.

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cavete 09.03.2014, 18:07
46. Die Welt ist nichts als Lug und Trug? (1)

“Bei der SXSW-Konferenz in Texas gaben die Google-Manager Eric Schmidt und Jared Cohen erstaunliche Antworten: Überwachung, Selbstzensur und den Verlust von Privatsphäre halten sie für unausweichlich - und zweitrangig.”

Die selbstzufriedene Propagierung vorgeblich unabwendbarer Entwicklungen, wird sie auch für die Herren Schmidt und Cohen gelten? Oder möchten sie solch ein Szenario doch lieber nur auf andere, nicht aber auf sich selbst angewandt wissen? Man kann annehmen, daß es wohl auch gewisse Mechanismen geben sollte, die bestimmte “Persönlichkeiten” von solch profanen Dingen wie Ausspähung ausnimmt. Eine solche Liste, wenn es sie gäbe, wäre wohl recht aufschlussreich.

Wenn man die Aktivitäten der NSA und anderer schon nicht leugnen kann, dann bleibt ja nichts Anderes, als in die Offensive zu gehen, und das als Normalität oder sogar als etwas Erstrebenswertes zu verkaufen, was in der Realität gegen die eigenen Gesetze verstößt: Überwachung der eigenen Bürger und anderer im größtmöglichen Maßstab.

Wenn Herr Schmitdt erklärt, "Irgendjemand wird in der Zukunft alles aufnehmen, was Sie sagen, genau wie jetzt gerade”, dann erscheint das als bewußte Irreführung der Zuhörer. So als sei er gar nicht auf der Höhe der Zeit und habe von den NSA-Vorgängen keinerlei Notiz genommen. Oder sollte man genau das gar als Indiz dafür werten, daß er und andere gar nicht selbst von der Affäre betroffen sind?

Auch wenn er “keine Selbstzensur empfehlen” wolle, “man sollte schon darüber nachdenken.”
Vielleicht sollte man - der Emfpehlung von Herr Schmidt folgend - nicht unbedingt über Anderes nachdenken, aber man könnte es.

Nämlich, was los ist in “god's own country”, dem “land of the free”? Wie soll man denn unter diesen Voraussetzungen noch mit Inbrunst unter dem Sternenbanner die Nationalhymne singen? Wie mit Pathos die Hand dabei aufs Herz legen?

Na gut, vielleicht ist es in der gegenwärtigen Situation noch nicht so weit, daß Herr Schmidt Selbstzensur empfehlen kann, die Umstände sind einfach nicht danach. Noch nicht. Aber als Option sollte man es für andere, ruhigere Zeiten schon mal im Auge behalten, oder? Vielleicht sind dann auch die “Arbeiten” im und am Internet entsprechend vorangekommen?

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cavete 09.03.2014, 18:09
47. Die Welt ist nichts als Lug und Trug? (2)

“Darüber nachdenken” könnte man auch, ob sich vielleicht der amerikanische Staat mit seinen maßgebenden Internet-Unternehmen schon vor Jahren zusammengesetzt hat und vielleicht eine stillschweigende Vereinbarung geschlossen hat, mit dem Ziel, die Privatsphäre abzuschaffen und die Netzinfrastruktur zu diesem Zweck zu unterminieren. Zum Nutzen des amerikanischen Staates, aber auch der entsprechenden Unternehmen.

Wenn es sich so darstellte, dann müßte man allerdings annehmen, daß uns diese Unternehmen etwas vorspielen und heucheln, wenn sie sich empört geben über einen solchen Affront der Regierung - initiiert durch die Datenabschöpfung der NSA. Oder, wenn diese Unternehmen vielleicht gar nicht so recht zu wissen scheinen, wie denn wohl Sicherheitslücken kurzfristig beseitigt werden könnten, die in der Software entdeckt wurden. Oder womöglich auch, wie sie wohl überhaupt entstanden sein mögen.

“Auf den Punkt gebracht könnte man die Haltung der Google-Vertreter zum Thema NSA so zusammenfassen: Überwachung ist unangenehm, aber wenn, dann doch bitte durch unsere eigenen Leute. Viel schlimmer ist Zensur, und das machen nur die anderen.”

Danach scheint es Herrn Schmidt offenkundig gelungen zu sein, einen Weg zu finden, wie man Zensur umgehen kann: Durch Selbstzensur nämlich. Perrrfekt. Eine Zensur findet nicht statt. Unter dem Eindruck der Fähigkeiten der Nachrichtendienste lernen und wissen die Menschen schließlich, wie man sich korrekt im Internet und auch sonst so verhält.

Wie geht es weiter? Die Welt ist nichts als Lug und Trug?

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t dog 09.03.2014, 18:10
48. Freiwillige Selbstverpflichtung

von Aktienunternehmen um eine bessere Welt zu schaffen und Geld ausgeben, ohne das das Unternehmen dadurch Gewinn erzielt ist illegal. Das Geld der Aktionäre darf nicht verschenkt werden. Das ist Diebstahl. Ohne staatliche Regeln geht Alles kaputt. Siehe globaler Finanzmarkt. / Über noch sinnvollere, ganzheitliche und Nachhaltigkeit fördernde Regeln und Gesetze kann man natürlich immer reden. Das würde Sinn machen.

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kuac 09.03.2014, 19:17
49.

Zitat von t dog
von Aktienunternehmen um eine bessere Welt zu schaffen und Geld ausgeben, ohne das das Unternehmen dadurch Gewinn erzielt ist illegal. Das Geld der Aktionäre darf nicht verschenkt werden. Das ist Diebstahl. Ohne staatliche Regeln geht Alles kaputt. Siehe globaler Finanzmarkt. / Über noch sinnvollere, ganzheitliche und Nachhaltigkeit fördernde Regeln und Gesetze kann man natürlich immer reden. Das würde Sinn machen.
Wovon reden Sie hier? Das Geld der Aktionäre? Wenn ich heute Google Aktien kaufen würde, dann kaufe ich sie nicht von Google, sondern irgend jemand in DE, der sie verkauft. Das sind nur Wetten. Ich wette, dass die Kurse steigen werden und der Verkäufer geht davon aus, dass er besser sie jetzt verkauft und Gewinne mitnimmt. Google hat damit gar nichts zu tun.

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