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Griechenland und die Folgen: Sie haben mir Europa kaputt gemacht

Griechenland, Spähskandal, und jetzt spüren auch noch die Feinde des Internet in London und Budapest Rückenwind. Wie die Idee von Europa implodiert, ist bereits im Netz zu spüren.

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wb3 15.07.2015, 18:19
20. Europa

lebt von der Vielfalt der Völker und Kulturen, die über die Jahrhunderte so gewachsen sind. Dazu gehören auch die Irrläufer wie vielleicht Ungarn oder Griechenland. Doch an welchem Maßstab soll das gemessen werden? Jedes Volk hat das Recht seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn es nicht von anderen Ländern für gut befunden wird. Der große Irrtum, der mit der Gründung der EU und - noch viel schlimmer - mit der Einführung des Euros begangen wurde, ist, dass man gewaltsam ein einheitliches Gebilde schaffen wollte, um den anderen Weltmächten gewachsen sein sollte. Dieses führt letztlich dazu, dass die Völker ihre Identität verlieren und ein gewaltiger Schaden angerichtet wird. Das sieht man jetzt an Griechenland. Das Land wird in seiner Substanz zerstört, nur um das fatale Geldsystem zu retten. Die Idee "Europa' ist falsch gegriffen worden mit verheerenden Folgen.

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vgruda 15.07.2015, 18:21
21. Vernetzte Ursachen und Ihre Wirkungen auf die freiheitliche Seele

mir gefällt diese Betrachtungsweise sehr, denn man kann jetzt ganz und gar nicht mehr in Schwarz/Weiß Argumenten daherkommen sondern sieht sich erstmal einer diffusen Menge an Ursachen gegenüber, die nicht unmittelbar zusammenhängen. An allen Ecken werden Fehler gemacht, weil die Beteiligten falsche Ziele haben oder von falschen Ideologien geleitet werden. Was wird, wenn wir alle in Verdächtige und Überwacher unterteilt werden, ... Woran arbeiten all diese Machtmenschen, wenn Sie nie für die Freiheit gekämpft haben. Bürokraten als Demokraten getarnt in einer Partei, die Parteien als Teil des Grundgesetzes und Hülle für die Herrschenden entfernen sich von Ihren ursprünglichen Zweck.

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oakenshield 15.07.2015, 18:22
22. so wahr...

... und so frustrierend. Es gibt ja Ebenen in Wissenschaft und Kultur, auch zwischenmenschlich, wo dieses Europa funktioniert. Das sind persönlich meine Lichtblicke. Insgesamt kann ich dem Beitrag nur zustimmen. Das lustige beim Blick auf die Sonntagsfrage: an den Werten ändert sich herzlich wenig- trotz der politischen Prozesse die wir seit Monaten bestaunen dürfen. Sind wirklich so viele Wähler (die auch wählen gehen) damit einverstanden?

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pmeierspiegel 15.07.2015, 18:23
23.

da hat der sascha lobo doch kräftig mitgeholfen. jeder eurokritker wurde auch von ihm beschimpft als rechtspopulist oder nazis.

der euro wird noch mehr spaltkraft entfalten als heute schon, wir erleben erst den anfang. richtig bitter wird es erst, wenn die finnen, die deutschen u.a. merken welche gewaltigen wohlstandtsverluste ihnen ihre regierungen mit der eurotranferunion aufgelastet haben.


wer den euro unterstützt so wie es lobo macht, ist eben auch ein spalter der EU, mag die idee auch noch so gut sein - das behaupten auch die sozialismus-anhänger, in der realität gab es aber eben die mauertoten.

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joejoejoe 15.07.2015, 18:23
24. Freiheit oder Was?

Hallo,
ich wurde im Krieg geboren und hatte das Glück, Ende der 60iger und in den 70igern das seit Jahrhunderten wohl freieste Deutschland und Europa erleben zu dürfen. Doch die Ära der Aufklärung und der Freiheit geht anscheinend rasant dem Ende entgegen. Was kann ich noch tun?
Gruß

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umaurer 15.07.2015, 18:24
25. Ich bin Schweizer

und wir Schweizer in der Mehrheit haben uns ja für die Idee Europa so wie sie uns vorgelabert wurde nie anfreunden können und sind fern geblieben. Ich habe das immer bedauert aber vielleicht haben wir recht. Zwar sind wir Rosinenpicker - doch irgendwie beschimpft wird ja jeder, der Europa kritisch sieht. Aber ich denke, Schweizerinnen und Schweizer wissen wie schwierig es ist, wenn verschiedene Kulturen und Sprachen zusammen leben sollen und dann auch mal wollen. Was all die Politiker und Schönredner gesagt haben, war nur leeres Stroh. Die wissen gar nicht, wie ein demokratisches und freies Europa sein sollte. Wohl irgendwie wie die Schweiz minus einige Unzulänglichkeiten, die wir auch haben. Meinen Sie wirklich ein Cameron, ja ein Hollande oder eine Merkel (und alle andern) würden zugunsten eines europäischen Parlamentes, das die oberste Instanz wäre (so wie bei uns das Schweizer Parlament) zurückstehen und nur noch im Kanton Deutschland etc. wirken?
Vergessen Sie es und träumen Sie anderswo. Oder treten Sie aus diesem Verein aus und wir versuchen es in einigen Jahren noch einmal. Etwas zu bauen, das nicht nur geldgesteuert ist.

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Fackel01 15.07.2015, 18:25
26. Das Leben ist kein Ponyhof

Europa ist keine Utopie sondern eine Menge politischer Entitäten, von denen sich einige in der EU zusammengeschlossen haben. Aber auch dort herrscht nicht immer Konsens. Das zu erwarten ist reiflich naiv. Also anstatt von "Zerstörung einer Idee" zu lametieren sollte man Lobo eher zurufen "aufgewacht. Europa war immer Politik"

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d.meinung 15.07.2015, 18:25
27. Nein, lieber Sascha Lobo,

Europa hat nie existiert. Die gesellschaftlichen Unterschiede der einzelnen Länder sind viel zu gross, dazu kommt das Sprach - und damit Verständigiungs - Problem. Ich selbst habe in fünf Ländern gelebt (und spreche deren Sprachen), diese an sich schöne Erfahrung hat mich von einer 'Europaidee' ziemlich schnell abgebracht. Die EU kann als Wirtschafsraum sicher gut funktionieren. Einen mehr oder weniger einheitlichen 'Demos' (ha, ein griechisches Wort!) wird es aber in absehbarer Zeit nicht geben.

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Referendumm 15.07.2015, 18:25
28. Wertegemeinschaft?

Das ich nicht lache! Europa in seiner jetzigen Form ist eher eine Unwertegemeinschaft, wo jede Regierung das maximale für sich rausholt - meist für sich persönlich noch nicht einmal für die Menschen, die in dem betreffenden Land leben.

Sie wundern sich über die Sprüche vom Cameron oder die Taten vom Urban? Das ist doch alles Pillepalle. Wir, also die EU haben (mögliche) Beitrittskandidaten der übelsten Sorte auf der Agenda. Damit meine ich explizit nicht die Türkei (obwohl dazu auch einiges zu sagen wäre) sondern solche schnuckeligen Diktaturen wie Aserbaidschan, Ukraine oder gar Weißrussland. Vor allem mit der üblen Diktatur Aserbaidschan wird fröhlich rumgekuschelt á la "Aserbaidschan ist Mitglied des Europarats und auf diese Weise in die europäischen Strukturen eingebunden."

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Aserbaidschan wird von einem Dikator regiert, der je nach Laune seine Widersacher abmurksen lässt. Und solch ein Land ist Mitglied des Europarats? Vergesst es mit der Wertegemeinschaft.

Die klappt ja noch nicht mal innerhalb der Gründungsmitglieder so richtig.

Europa und speziell die EU ist ein Hündchen der Amis und wird von denen maximal ausgebeutet und missbraucht. Nicht nur durch die kommenden Geheimabkommen á la TTIP oder TISA, sondern bereits jetzt - NSA & Co lassen grüßen.

Europa hätte wirklich unabhängiger werden können. Die Wirtschatsleistungen mit Russland betrugen bereits 1/3 derjenigen mit den USA mit stark steigenden Pluszahlen. Das wurde dank dem Ukraine-Quatsch von den Amis vorausschauend schön kaputtgemacht. Europa und die EU ist rein gar nichts. Und je schneller uns dieser Müll um die Ohren fliegt, umso besser.

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tpro 15.07.2015, 18:27
29.

Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Polittouristen aus D treffen ein:


"....Am Mittwochnachmittag aber taucht hier ein Trio auf, das kaum einer der Passanten kennen dürfte, berichtet unser Wirtschaftsredakteur David Böcking aus Athen: Die deutschen Grünen-Chefs Simone Peter und Cem Özdemir sowie der Chef der europäischen Grünen, Reinhard Bütikofer, geben eine Pressekonferenz unter freiem Himmel..."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-krise-im-newsticker-a-1043668.html

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