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Griechenland und die Folgen: Sie haben mir Europa kaputt gemacht

Griechenland, Spähskandal, und jetzt spüren auch noch die Feinde des Internet in London und Budapest Rückenwind. Wie die Idee von Europa implodiert, ist bereits im Netz zu spüren.

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grey_mouser 16.07.2015, 10:07
310.

Zitate sind ein wunderbares Mittel, um Meinungen in gewünschte Richtungen zu lenken, dabei ist es auch völlig egal, ob man sie kürzt, Stellen auslässt oder aus dem Zusammenhang reißt. Generell bin ich auf Herrn Lobos Seite, was die von übermäßiger Überwachung ausgehenden Gefahr anbelangt, als auch die Sorge vor Missbrauch gesammelter Daten, wenn das in einem Umfang geschieht, bei dem Geheimdienstler und auch so mancher Staatschef oder Innenminister ein feuchtes Höschen bekommt, allerdings erweist man dem Kampf gegen diese Auswüchse einen Bärendienst, wenn man selber nicht so anständig ist, Aussagen der Befürworter einer totalitären Überwachungsideologie korrekt und komplett zu zitieren. Man kann Leute auch zu Unreflektiertheit erziehen, allerdings halte ich das nicht für wünschenswert. Und ich denke, ich bin damit nicht alleine. Herr Lobo, fassen sie sich ein Herz und geben doch das komplette Cameron-Zitat wieder (Quellenangaben sind auch immer gerne gesehen!) , gehen dann speziell auf die angesprochenen Punkte ein und überprüfen dann das Gesagte, mit dem Handeln, anstatt auf so einem niederen, populistischen Niveau zu agi(ti)eren.

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claude 16.07.2015, 10:08
311. die Causa Griechenland

die Causa Griechenland hat viel Porzellan zerschlagen und der Europäischen Solidarität enorm geschadet.
Durch die Verweigerungshaltung, den Konfrontationskurs, die Beleidigungen in Richtung der Geberländer, haben Tsipras und insbesondere Varoufakis, Europa einen Bärendienst erwiesen. Alle Länder Europas, die in Zukunft der Solidarität bedürfen, werden künftig auf grosse Skepsis der Geberländer stossen, Griechenland sei Dank. Die Regierung in Athen hat einen grossen Fehler gemacht, die Rettungsbemühungen als etwas anzusehen, was man bekämpfen müsse, statt konstruktiv mitzuarbeiten. Athen hat die Geberländer mehrfach enorm gegen den Kopf gestossen, kein Wunder dass der Willen zur Solidarität schwindet. An der aufkommenden Anti-EU Bewegung, hat Athen ein grosses Mass an Mitschuld.

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denis111 16.07.2015, 10:11
312. Ich denke

der Bericht sollte primär nicht unterhalten - zu Ernst ist sein Inhalt - er tat es aber dennoch. Sarkastisch und eloquent zugleich, weit weg jeglicher Polemik (da begründet): klasse!

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Gut jeder zehnte? 16.07.2015, 10:21
313. Unzulässige Verkürzung?

Herr Lobo, Sie zitieren Herrn Cameron wie folgt: "Wollen wir in unserem Land Kommunikationsmittel zwischen Menschen erlauben, die wir [als Staat] nicht lesen können? ... Nein, wir dürfen das auf keinen Fall erlauben."
Dann erfolgt der Vergleich mit Stalin und außerdem schreiben Sie was vom faktischen Verbot von WhatsApp. Sie erwecken den Eindruck, dass der Staat jederzeit alles von jedem mitlesen möchte.
In anderen Publikationen wird Camerons Aussage etwas präziser dargestellt: „Wollen wir in unserem Land eine Möglichkeit der Kommunikation zwischen Menschen erlauben, die wir im Extremfall mit einem vom Innenminister unterschriebenen Durchsuchungsbefehl nicht lesen können?“ Das hört sich für mich etwas anders an und es erklärt, worum es eigentlich geht. Ich finde Ihr Zitat unzulässig und manipulativ verkürzt.
Und noch eine Frage zurück: Wollen Sie, dass Ihr Nachbar, der Bombenbauer oder Kinderschänder ist, von einer richterlich angeordneten Hausdurchsuchung verschont wird, weil er ein durch die Staatsgewalt nicht öffenbares Türschloss besitzt?

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dasagich 16.07.2015, 10:21
314. Zu viel Europa oder zu wenig?

da gehen die Meinungen weit auseinander.
Die Medien, insbesondere die Presse, zeichnen ein tief pessimistisches Bild.
Das verkauft sich und verklickt sich gut.
Schade, denn diese egoistische Denkweise ist ein Hauptproblem.
Die Bevölkerung ist, würde sie gefragt, mit Mehrheit für die EU.
Das sieht man sogar in GR.
Derzeit entsteht der Eindruck nur mehr EU oder es bricht alles zusammen.
Dazu werden alle möglichen Pseudoargumente herbei gezerrt.
So wie der Vergleich mit den USA.
Aber Europa ist anders.
Es ist die Gemeinschaft souveräner Staaten.
Man hat sich Regeln gegeben und solange die im Prinzip eingehalten werden, gibt es keine großen Probleme. Es ist angenehm mit einer Währung und offenen Grenzen. Unangenehm ist die Regelungswut.
Alle Kritiker haben ein vereintes Europa im Sinn, also einen Staat Europa.
Das war aber nicht das Ziel, das sind eher Phantasien linker Weltverbesserer.
Warum orientieren wir uns nicht einfach an der EU wie sie ist?
Fehler, wie Steueroasen muss man natürlich korrigieren.
Eine EU wie sie ist kann erhalten werden, wenn die Regeln eingehalten werden. Aber das gilt doch für alle Gemeinschaften, sowohl politischer als auch wirtschaftlicher.
Das Problem ist, dass die Sanktionen für Fehlverhalten unterdimensioniert sind.
Nur mit dem Zeigefinger kann man das nicht regeln.
Es muss wirksame Sanktionen geben bis hin zum Austritt.
Ich freue mich auf den ersten optimistischen Beitrag aus der Presse.

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jayram 16.07.2015, 10:32
315. Er spricht

mir aus der Seele.

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ernsdie 16.07.2015, 10:32
316. Berechtigte Zweifel

Als langjähriger Arbeitsmigrant in der Schweiz, habe ich als deutscher und bekennender Europäer jahrelang in Diskussionen für die EU geworben. Wie in diesem Artikel schön beschrieben, habe auch ich mittlerweile meine Zweifel. Trotz allem hoffe ich, dass die massiven Probleme, auch Ideologischer Art überwunden werden können und der Ursprungsgedanke sich letztlich durchsetzt. Nicht das meiste Geld sondern die beste Idee.
Das wünsche ich mir und den Generationen nach uns, denn ein Zerfall in Kleinstaatlichkeit und Abgrenzung scheint mir nicht erstrebenswert weder die EU betreffend, noch die Welt als ganzes.

Allerdings müssten die Menschen die Sucht nach dem eigenen Vorteil zugunsten einer Solidargemeinschaft überwinden, was meine Zweifel wiederum verstärkt...

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agua 16.07.2015, 10:44
317. An#307 IB 31

Nein,ich wollte auf das eingehen,was Sparmaßnahmen für die Bevölkerung bedeutet.Wenn der Lohn gekürzt wird,aber die Mehrwertsteuer erhöht wird,auch auf Lebensmittel,bleibt dem Bürger kein Geld für den Konsum.Er ist beschäftigt seine Lebensunterhaltskosten zu bestreiten,die sich auch erhöhen,weil Strom und Wasserin Folge der Privatisierungen teurer geworden sind.Der Bürger zahlt einen höheren Sozialversicherungsbeitrag,der in Portugal die medizinische Versorgung impliziert,gleichzeitig wird in diesem Bereich gekürzt.Der "Eintritt"in die Gesundheitscentren wurde erhöht,Krankenwagenfahrten muss der Kranke bezahlen.Bestimmte Medikamente stehen nicht zur Verfügung....
Die Hilfspakete dienen zur Stützung der Banken und dazu Kredite zurückzuzahlen,sonst nichts.Projekte,für die der Steuerzahler schon Steuern gezahlt hat,werden privatisiert.Volkseigentum wird verscherbelt!

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pirat_andi 16.07.2015, 10:47
318. schleichende Diktatur

Europa entwickelt sich schleichend zur Diktatur. Unter dem Deckmantel der Terrorabwehr und der Bewältigung der Finanzkrise werden nach und nach demokratische Standards geschleift. Mittels totalitärer Überwachung der elektronischen Kommunikation können Kritiker aufgespürt und mundtot gemacht werden. Wenn dann ein Land, wie zuletzt Griechenland, eine Volksabstimmung durchführen lässt, wird es abgestraft. Ich bin für Europa, aber für ein demokratisches Europa.

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io_gbg 16.07.2015, 10:47
319.

Zitat von maxi_stulz
Wie die meisten Befürworter machen sie den Fehler EU und Euro mit Europa gleichzusetzen. DAS ist ein grundlegender Denkfehler.
Das ist kein Denkfehler.
Zur EU gehören 75-80 % der europäischen Bevölkerung.

Noch nicht dabei sind
Island, Norwegen, Weißrussland, die Ukraine, die Schweiz, Albanien, die Reststaaten des ehemaligen Jugoslawien, Albanien und fünf Klein-/Kleinststaaten.

Mit dem europäisch-asiatischen Randstaat Türkei wird verhandelt, vier andere der o.g. Staaten sind schon Beitrittskandidaten.
Weitere werden als potentielle Beitrittskandidaten gehandelt.

Die EU steht für Europa und den Gedanken der europäischen Einigung.

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