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Haftung bei Links: Urteil aus Hamburg sorgt für Entsetzen im Netz
DPA

Der Betreiber einer Website verlinkt auf ein Bild mit falschem Lizenzhinweis - nun soll er für den Urheberrechtsverstoß haften. Internet-Aktivisten sind empört.

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j.vantast 10.12.2016, 09:37
90. Völlig realitätsfremd

Ein Link auf einer Webseite ist einem Hinweisschild gleichzusetzen, mehr ist es eigentlich nicht. Denn die verlinkte Webseite ist ja in der Regel öffentlich aufrufbar. Demnach müsste man also jeden Suchmaschinenbetreiber verklagen können, denn der macht nichts anderes als einem im Ergebnisfenster jede Menge Links zum Suchergebnis aufzulisten. Und bei diesen Ergebnissen könnte genauso gut ein Link zu einer Seite enthalten die Urheberrechtsverletzungen begeht.
Anders formuliert: Wenn mich ein Passant nach dem Weg zu einem Uhrengeschäft fragt, ich ihm den Weg erkläre und es sich hinterher herausstellt das in diesem Geschäft gefälschte Rolex verkauft werden, dann kann man mich verklagen weil ich jemand anders den Weg dorthin gezeigt habe?
Irgendwie hat auch heute noch die Rechtsprechung in Deutschland das Internet nicht verstanden. Man sollte wirklich den Richtern in Hamburg, aber auch in Köln mal eine Schulung verpassen

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j.vantast 10.12.2016, 09:42
91. Wirklich?

Zitat von hdudeck
Continent Europa, Land Deutschland. Und die haben sich an das geltene Recht zu halten. Sie haben zwar das Recht, Gesetze und Urteile zu interpretieren und dementsprechend einigen Spielraum. Aber wenn das Gesetz es vorschreibt, haben sie keine Wahl. Da koenne Leute heulen, aber Unwissenheit schuetzt nicht vor Strafe. Wer im Netz beruflich taetig ist, weiss das auch sehr genau. Schliesslich ziehen sie daraus einen Nutzen Und soweit ich weiss gilt in Deutschland (immer) noch das Preussische Landrecht - Wer den Nutzen hat hat auch den Schaden.
Das eine Urheberrechtsverletzung strafbar ist ist klar. Aber zeigen Sie mir doch bitte die rechtliche Grundlage für diesen Fall der Verlinkung.

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j.vantast 10.12.2016, 09:47
92. Nicht gelesen?

Zitat von Steve.Joe
Ohne in die Details einsteigen zu wollen. Das Urteil bezieht sich auf einen kommerziellen Anbiter ... ganz ehrlich ... wenn jemand ein Gewerbe betreibt, und eine Webseite erstellt, sollte sie/er sich m.E. sehr wohl einmal um Urheberrechte Gedanken machen. Ein bißchen mehr Problembewußtsein ware angebracht. Mir scheint schon manchmal im Internet sehr freizügig mit dem "Urheberrechten" anderer umgegangen zu werden. Verstehe aber auch etwas die Aufregung. Natürlich muss die Rechtsprechung ein gewisses Verhältnismäßigkeit beachten, damit nicht nur "Prozess-Treibern" in die Hände gespielt wird.
Der angeklagte Seitenbetreiber hat ein Link zu einem Bild auf einer anderen Webseite gesetzt welches mit einer Creative-Commons-Lizenz gekennzeichnet war. Demnach wäre das alles völlig in Ordnung gewesen. Woher soll der Linkersteller aber bitte wissen dass das BIld nachträglich bearbeitet wurde und diese Lizenz somit im Nachhinein hinfällig war?

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