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Haftung bei Links: Urteil aus Hamburg sorgt für Entsetzen im Netz
DPA

Der Betreiber einer Website verlinkt auf ein Bild mit falschem Lizenzhinweis - nun soll er für den Urheberrechtsverstoß haften. Internet-Aktivisten sind empört.

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h_maulwurf 09.12.2016, 16:43
10.

Das LG Hamburg mal wieder. Wurde dort eigentlich schon mal irgendein Urteil zuungunsten der Abmahnindustrie gefällt?

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just_ice 09.12.2016, 16:47
11. Knapp 0,2% aller Deutschen...

...sind als Rechtsanwälte oder Notare tätig. Ihr Anteil an der Zusammensetzung des jetzigen Bundestags beträgt jedoch rund 13%. Bevor ich jetzt eine Abmahnung von der deutschen Anwaltskammer erhalte, verzichte ich lieber auf eine Schlussfolgerung.

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Marellon 09.12.2016, 16:49
12. Und wann kommt das Urteil gegen die Abmahnungen?

Und wann kommt das Urteil gegen die Abmahnungen und die damit verbundene Abzockerei?

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PaulMeister 09.12.2016, 16:54
13. Landgericht Hamburg - war ja klar...

Ein vollkommen absurdes und zugleich weltfremdes Urteil.
Die 3 Richter haben ganz offensichtlich den Sinn des Internets nicht verstanden. Man muss sich auch fragen, warum Abmahnanwälte besonders gern in Hamburg abmahnen.

Keine Frage, wurde vom Webseitenbetreiber der Zielseite eine Urheberrechtsverletzung begangen, sollte man als Rechteinhaber sich dagegen wehren können.
Jetzt aber jeden der auf eine Seite mit einer U-Verletzung verlinkt haftbar zu machen und ihn zu verpflichten die Zeilseite auf eine etwaige Urheberrechtsverletzung zu überprüfen ist schon ein Schildbürgerstreich.

Warum wurde nicht einfach der Webseitenbetreiber mit der Urheberrechtsverletzung abgemahnt. War der nicht erreichbar oder wollte man gleichmal zum Rundschlag ausholen um bei der Gelgenheit die pot. Abmahnadressaten für die Zukunft künftig deutlich zu erhöhen? Nach diesem Urteil wird es den Abmahnanwälten ja noch einfacher gemacht Opfer zu finden. Da wird bestimmt schon der Drucker und Kuvertiermaschinenpark aufgestockt um mit dem zu erwartenden künftigen Abmahnvolumen klar zu kommen.
Was ist beispielsweise wenn die Urheberrechtsverletzung auf der Zielseite erst nach der Verlinkung eintritt? Wie soll der Verlinker beweisen, dass sie zum Verlinkungszeitpunkt noch nicht da war? Soll er von allen Eventualitäten präfentiv Screenshots anfertigen nur für den Fall, dass ihn irgendwann jemand vorm Landgericht Hamburg abmahnt?
Weiter: Muss der Verlinker nur die konkrete Zielseite auf Urheberrechtsverletzung überprüfen oder die gesamte Website des Ziels, welche ja bei verschiedenen Webseiten ja schnell mal mehrere tausende, oder hundertausende Seiten (bspw. SPON als Ziel) sein können?

Sicher es ist nur eine einstweillige Verfügung, aber der Tenor ist höchstgefährlich.

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#4711 09.12.2016, 16:54
14. In Hamburg sind merkwürdige Urteile

zum Thema Internet und Urheberrecht Standard.
Wenn ich so an Marion denke - nein, den vollen Namen nenne ich jetzt nicht - und an die Tiefe des Rechtes. Könnte der Senat nicht mal Fortbildungsseminare "Internet" für Richter organisieren? Nach 1 oder 2 Jahren haben die Damen und Herren vielleicht ihren Horizont erweitert :-)

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hdudeck 09.12.2016, 16:55
15. Die Richter leben auf dem Planet Erde,

Zitat von Putin-Troll
Keine Ahnung auf welchem Planeten die Richter leben, die Erde kann es aber offensichtlich nicht sein...
Continent Europa, Land Deutschland. Und die haben sich an das geltene Recht zu halten. Sie haben zwar das Recht, Gesetze und Urteile zu interpretieren und dementsprechend einigen Spielraum. Aber wenn das Gesetz es vorschreibt, haben sie keine Wahl. Da koenne Leute heulen, aber Unwissenheit schuetzt nicht vor Strafe. Wer im Netz beruflich taetig ist, weiss das auch sehr genau. Schliesslich ziehen sie daraus einen Nutzen Und soweit ich weiss gilt in Deutschland (immer) noch das Preussische Landrecht - Wer den Nutzen hat hat auch den Schaden.

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xcountzerox 09.12.2016, 16:58
16. Dieses Landgericht...

taucht seit Jahren mit dubiosen Urteilen auf. Lasst diese Richter endlich in Pansion gehen, bevor sie Deutschland in die dritte Welt verfrachten. Unfassbar...

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peterpeterweise 09.12.2016, 17:03
17. Nicht die Richter sind die Verantwortlichen dafür

Die Verantwortung für diese Abmahnanwälte liegt nicht bei den Richtern. Die entscheiden nach den bestehenden Gesetzen. Und diese Gesetze sind nicht auf die Abwehr von solchen Forderungen ausgelegt. So verlangt zum Beispiel die Abmahnkanzelei W.F. aus München für kleine Bildchen auf privaten Websites mehrere tausend Euro. Dabei stehen viele dieser Bilder in offenen Katalogen und haben ganz offensichtlich nur den Zweck, Menschen in die Abmahnfalle zu locken.
Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Eine Höchstgebühr von 50,- Euro für die erste Abmahnung, und schon wäre es nicht mehr so lukrativ für die Abmahner. Solange die Gesetze so sind, dass Abmahnanwälte ein Vermögen mit diesem Geschäftsmodel scheffeln können, so lange werden diese immer neue Ideen haben und es wird es auch Richter geben die den Anwälten das Geld zusprechen. Rein rechtlich besteht die Möglichkeit. Also muss das Recht dem einen Riegel vorschieben.

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PaulMeister 09.12.2016, 17:05
18. Was ist mit Google?

Damit müsste ja Google jetzt zu praktisch jeder Seite abgemahnt werden können, die im Google Suchindex enthalten ist und eine Urheberrechtsverletzung enthält, da vermutlich nahezu jede Seite von Google verlinkt wird.

Ich würde sagen Google kann man sicher auch eine Gewinnerezielungsabsicht attestieren und öffentlich gemacht wird die Website mit der Urheberrechtsverletzung, der Argumentation des Landgericht Hamburg folgend, ja auch.

Damit dürften wir ja alle objektiven Vorraussetzungen zusammen haben, oder hab ich was vergessen?

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lionel_hutz 09.12.2016, 17:06
19. Kreativer Lösungsvorschlag?

Kann man nicht eigentlich als Seitenbetreiber den Zugriff durch alle Hamburg zuordnenbaren IPs blockieren? Damit könnte man dann doch evtl. den Gerichtsstand in Hamburg aushebeln und dafür soargen, dass diese Sachen mal von vernünftigen Gerichten entschieden werden. Außerdem werden sich die Mitglieder der Hamburger Kammer mal richtig darüber freuen, wenn ihre Freunde (falls sie noch welche haben) und Familie sich bei Ihnen persönlich dafür bedanken, dass der für sie verfügbare Content sich gerade um 99,9% verkleinert hat.

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