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Hetze im Netz: Wer duldet ist mit schuld
DPA

CSU-Politiker Andreas Scheuer äußert sich rassistisch und kommt in seiner Partei damit durch. Wer Hass nicht will, muss sich klar gegen Rassismus stellen. Die CSU sollte Scheuer entlassen.

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stefanb66 21.09.2016, 14:24
1. Rassismus gesellschaftsfähig?

Rassismus scheint mittlerweile schleichend zur Normalität zu werden. Insofern wird es Zeit, endlich mal die Grenze aufzuzeigen. Wehret den Anfängen.

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csm101 21.09.2016, 14:26
2. Was hat er wirklich gesagt?

"Entschuldigen S' die Sprache, das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist - weil den wirst Du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling." Das hat Andreas Scheuer tatsächlich gesagt. Öfter mal recherchieren. Und zwar bei Spiegel Online. Kann manchmal erhellend sein.

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Svenner80 21.09.2016, 14:34
3. Rassismus, ach je

Jetzt fängt auch noch Sascha mit dem "meinen täglichen Rassismus gib mir heute" Mantra an.

Dass Scheuers Kommentar arm, dümmlich und kleingeistig war, darüber müssen wir nicht diskutieren. Und wer sich mit solchen Sprüchen identifizieren kann, ist einfach nur selbst schuld.

Aber was ist denn daran bitte rassistisch? Und bitte kommt mir jetzt nicht mit den neudeutschen "Rassismus-ist-alles-was-irgendwen-ausgrenzen-könnte" Definitionen.

Für mich ist ein Rassist jemand, der Menschen aufgrund ihrer Abstammung / Hautfarbe für genetisch anders - und natürlich üblicherweise: schlechter - hält. So ist der Begriff historisch belegt, die meisten interpretieren ihn dahingehend. Jetzt wird er inflationär gegen alle verwendet, mit dem Ziel der schnellen und endgültigen Diffamierung der Zielperson.

Was Scheuer da billig und klischeehaft über einen Senegalesen gesagt hat, wäre in den 60ern genauso über einen Italiener, in den 90ern vielleicht über Polen und jetzt halt über irgendwen anders gesagt worden, der vermeintlich faul und unintegrativ ist.

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partyduler 21.09.2016, 14:36
4. Gestern Korrektur

Gestern gab es hier doch erst die Korrektur:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/andreas-scheuer-csu-generalsekretaer-unrichtig-zitiert-a-1113129.html

Wenn Sie einen Artikel verfassen, dann geben Sie doch bitte das ganze Zitat wieder und nicht nur einen einzelnen Satz, der alleine eine ganz andere Wirkung entfaltet, als im Zusammenhang mit der Gesamtaussage.

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waswuerdeflassbecksagen 21.09.2016, 14:38
5.

Zitat von csm101
"Entschuldigen S' die Sprache, das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist - weil den wirst Du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling." Das hat Andreas Scheuer tatsächlich gesagt. Öfter mal recherchieren. Und zwar bei Spiegel Online. Kann manchmal erhellend sein.
Ich verstehe, was Sie meinen, aber 1. dümmer hätte es Scheuer nicht formulieren können und 2. die Position von Scheuer hat Signalwirkung, so geht das nicht, ich weiß, jetzt werden Sie Gabriel anführen usw. - wir halt nun eine Politikergeneration deren sprachliches Talent zwischen den den Seychellen und Maurituis liegt, traurig ...

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l.augenstein 21.09.2016, 14:40
6. Gestern wurde doch in den Medien,

auch hier auf SpOn richtiggestellt, dass es sich bei dieser Aussage um eine aus dem Zusammenhang gerissene überspitzte Darstellung handelt.
Scheuer hat in seinem Vortrag über die Schwierigkeiten gesprochen, abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland abzuschieben. Wie allgemein bekannt, haben die abgelehnten Asylbewerber eine Menge Möglichkeiten, ihre Abschiebung zu verhindern oder hinauszuzögern. Dazu reichen schon fadenscheinige ärztliche Atteste oder unüberprüfbare Behauptungen des Abzuschiebenden. In dem Zusammenhang hat Scheurer ein reines Gedankenbeispiel aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen ein ansonsten nicht mehr Aufenthaltsberechtigter mehr oder weniger unabschiebbar wird.
Und die Realität zeigt doch, dass diese Aussage stimmt. Was das mit Rassismus zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

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postbote101 21.09.2016, 14:40
7.

@Sascha Lobo, wieso haben Sie nur den einen Satz zitiert und den zweiten unterschlagen?
Das ist genau das, was Populisten beider Seiten in den Medien seit Jahren exzesiv treiben. Hetzen ohne wirkliche Grundlage.

Das Sie sich nur auf einen Teil der Aussage beziehen ist schäbig.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/andreas-scheuer-csu-generalsekretaer-unrichtig-zitiert-a-1113129.html

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KingTut 21.09.2016, 14:41
8. Überspitzte Wortwahl

Interessant, wie viele Artikel der Spiegel Herrn Scheuer in den letzten Tagen widmet und jetzt darf man endlich auch darüber diskutieren. Herr Scheuer hat selbst geäußert, dass seine besagte Aussage bewusst überspitzt war, um darauf hinzuweisen, dass wir eine Vielzahl von nicht asylberechtigten Zuwanderern aufgenommen haben und weiterhin aufnehmen, die wir nicht mehr abschieben können und die von uns Steuerzahlern dauerhaft alimentiert werden müssen. Als Steuerzahler haben wir das Recht, eine solche Situation zu begrüßen oder sie abzulehnen. Ein Politiker, der seine Aufgabe als Volksvertreter ernst nimmt, muss auf diese Problematik aufmerksam machen. Insofern halte ich die Kritik an Herrn Scheuer für überzogen. Man kann natürlich über die Wortwahl unterschiedlicher Meinung sein, aber ein Rassist ist er definitiv nicht. Das ist eine Etikettierung, die vom eigentlichen Thema ablenkt, nämlich der Frage, wie wir die enormen Herausforderungen bewältigen werden, mit denen wir uns seit einem Jahr konfrontiert sehen. Ich halte es für zulässig zu hinterfragen, warum wir die vielen Flüchtlinge in unser Sozialsystem dauerhaft hier behalten und unterstützen sollen. Das tun neben Herrn Scheuer Millionen Menschen in diesem Land.

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e.pudles 21.09.2016, 14:41
9. Professionelle Polterer

Jede Partei hat ihren sogenannten Polterer, der welcher , die unbeliebten Aussagen der Partei Leitlinien macht. Sie treten immer selbstbewusst, arrogant und uneinsichtig auf. Dies ist nicht nur ein Phänomen in Deutschland, sondern findet sich in jedem Land. Bei uns in der Schweiz hat die SVP, die rechtsgerichtete sogenannte Volkspartei auch so eine Person. Die letzte, ein Mitglied des Parlaments wurde schlussendlich nicht wiedergewählt, weil er es zu doll trieb. Er hat aber schon seinen "würdigen" Nachfolger in einem Verleger einer Wochenzeitung gefunden und steht seinem Vorgänger in keinster Weise nach. Anscheinend brauchen die Parteien solche Scharfmacher um "plotically inkorrekte" Aussagen machen zu können. Das gehört anscheinend zu dem schmutzigen Geschäft, der Politik, dazu. Leider!

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