Forum: Netzwelt
iBooks Author: Autoren kritisieren Apples extreme Lizenzbedingungen

Wer mit diesem Programm Bücher gestaltet, darf sie nur bei Apple verkaufen: Mittels einer Passage in den Linzenzbestimmungen sichert Apple sich ein exklusives Vertriebsrecht für mit iBooks Author entworfenen Digitalbücher. Entwickler und Autoren sind empört.

Seite 12 von 16
topalino 22.01.2012, 16:50
110. wir brauchen ein neues Urheberrecht

Zitat von wadoe2
Wenn ich Musik von Apple aus dem iTunes Store kaufe, dann gehört sie mir nicht in dem Sinne, dass ich sie verschenken, vererben oder verkaufen darf. Das Argument, "kopier dir doch AACs auf die Platte" oder noch besser: "brenn dir doch ne CD" ist nicht identisch mit Besitz einer gekauften CD. Die darf ich weiterverkaufen, die darf ich auch verschenken. Apples Musik aus dem Store darf ich nicht verschenken. Ich darf einzig Geschenkgutscheine verschenken, wie auch immer das funktioniert. Wenn ich darüber hinaus auch noch eine gebrannte CD oder ein heruntergeladenes AAC File verkaufen will, bekommt man es mit den humorlosen Anwälten der Content Mafia zu tun. Das muss ja nicht sein.
Sie dürfen die Musik aus dem iTunesstore so oft verschenken, wie Sie wollen. Nur Geld verdienen dürfen Sie damit nicht - es sei denn, Sie zahlen die dafür fälligen Tantiemen an die Gema -nicht an Apple!! (mit einer gekauften CD auch nicht, dann werden auch Gema-Gebühren fällig)

Sie brauchen die Musik auch nicht im AAC-Format zu belassen:

in iTunes die Musik markieren, rechte Maustaste - im Popupmenu: MP3-Version erstellen - voila - alle in mp3. Die AAC Versionen können Sie löschen oder drin lassen - ganz nach Belieben.

Sie können so viele CDs brennen, dass das Laufwerk raucht - interessiert niemanden.

Das mit dem Vererben von gekauften Dateien ist eine interessante Frage - ich vermute mal, dass das noch gar nicht geklärt ist....in unserer Rechtsprechung

In dem Wiederverkauf einer gekauften CD steckt natürlich schon das Problem mit den Urheberrechten drin, das sich auch schon mit dem Erscheinen der Casettenrecorder andeutete.
Durch die Digitalisierung und damit Vereinfachung des Kopierens hat sich das erst so klar rausgeschält.
Deswegen gibt es in der Diskussion eben die Forderung nach einer völligen Neuordnung des Urheberrechtes.....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pat-Riot 22.01.2012, 17:00
111. Apfelbehörde

Solche läppischen AGB halten immer nur bis zum nächsten Amtsgericht. Ich würd's drauf ankommen lassen - aber ich lebe auch in einem Apple-freien Haushalt. Ich bin gegen dieses Fallobst allergisch.

Aber haben die wirklich von "Gebühr" gesprochen, wie's im Artikel heißt? Gebühren können nur Behörden verlangen. Hält sich Apple jetzt schon für eine Behörde? Größenwahn scheint keine Grenzen nach oben zu kennen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Left4Dead 22.01.2012, 17:13
112. man man man

Zitat von tubaner
weil das im Kleingedruckten auf Seite 132 so steht. Zugegeben das passiert einem internationalem Konzern eher nicht, aber welcher Freizeitautor liest schon die Nutzungsbedingungen einer Software ganz durch? Ich habe auf die Schnelle keinen Hinweis auf die Beschränkung auf Apples Produktseite gefunden.
*hust*
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Auch und gerade im 21. Jahrhundert. Ich verstehe die Aufregung nicht. Diejenigen, die nun heulen sind doch die, die nicht die Eula/Lizenz nicht gelesen haben. Selber schuld, so hart das auch klingen mag. Kann ja jeder andere Software nutzen....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dale_gribble 22.01.2012, 17:18
113.

Zitat von WasserTrinker
gegenüber dem regulären Preis? Auf alle Fälle. Im Funktionsumfang ist nichts eingeschränkt, das Paket darf nur nicht kommerziell genutzt werden.
Finde ich fuer eine Lehr- und Studienversion trotzdem total ueberzogen. Eine Studentenversion, die ich nicht kommerziell nutzen darf darf auch nichts kosten. Meiner Meinun nach.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fubared 22.01.2012, 18:55
114.

Zitat von Pat-Riot
Aber haben die wirklich von "Gebühr" gesprochen, wie's im Artikel heißt? Gebühren können nur Behörden verlangen. Hält sich Apple jetzt schon für eine Behörde? Größenwahn scheint keine Grenzen nach oben zu kennen.
Lizenzgebühren bspw. sind Ihnen noch nie untergekommen? Und Telefongebühren auch nicht? Der Begrifft ist nicht mehr wirklich nur im finanzbehördlichen Sinne gebräuchlich. Man kann sich auch wirklich alles mögliche zurechtzimmern, damit das Feindbild (Apple, Microsoft, Google, wer auch immer) keine Risse bekommt. Das passiert, wenn der eigene Wahrnehmungsfilter recht engmaschig geworden ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nadennmallos 22.01.2012, 18:59
115. ... genau dass meine ich

Zitat von dale_gribble
Ueber 300 Euro fuer eine eingeschraenkte Studentenversion finden Sie 'aeusserst guenstig'?? Kenne ehrlich gesagt auch keinen einzigen Studenten oder Schoeler, der sich die CS kauft. Die wird kopiert und gut ist.
300,- EUR sind definitiv günstig, auch wenn die Version nur eingeschränkt tauglich ist. Außerdem: Adobe ist ja nur ein Beispiel von vielen, manche machen's billiger (wie im freien Leben)

Ich kenne, ehrlich gesagt, viele Studenten, Lehrer (mit und ohne Dr.) die sich so "durchschlagen". Das geht schon so seit Windows 386, aber da lagen Sie noch in den Windeln, stimmts? Tja, mein Lieber, Augen auf und mal genauer hinsehen.

zum letzten Satz: Da haben Sie recht, so machen es leider die meisten und fallen ihren eigenen Kollegen in den Rücken (die mit dem Studium fertig sind und jetzt, mit legalisierten Versionen, ihr Geld verdienen müssen).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eurylochos 22.01.2012, 19:23
116. Leser von Spiegel Online empört!

Apple verschenkt eine tolle Software an Autoren. Diese können damit Bücher für iBooks auf iOS erzeugen können. Sie sollen aber keine konkurrierenden Vertriebsplattformen verwenden.
Wer kann sich im ernst darüber aufregen, außer konkurrierende Verlage?
1. Apple schließt niemanden auf iBooks (also auf iOS) aus. Man kann dort auch PDFs verwenden.
2. Die iBook Author Dateien kann man nur mit iBooks lesen. (Genau wo wollen denn die empörten Autoren ohne AppStore und ohne DRM ihre iBooks verkaufen?)
3. Autoren können den Inhalt ihres Buchs sehr wohl wo anders (copy&paste) verwenden. Hübsch machen müssen die es aber noch mal. Das ist nicht ungewöhnlich, wenn man ein spezielles Format produziert.
4. Man darf iBooks sehr wohl kostenlos wo anders anbieten/downloaden.
5. Benachteiligt Apple vielleicht die Autoren im AppStore? Apple behält 30% des Verkaufspreises. Das ist im Vergleich zu Verlagen, die typischer weise 80%-95% einbehalten, sehr wenig.

Worüber genau sind die Autoren da empört? Ich weiß es nicht.

Also ein Leser von Spiegel Online ist jedenfalls empört, nämlich über Spiegel Online, die ihren Autoren gar kein Tool für die Erfassung schenken und eher 80-95% statt 30% des Umsatzes behalten (das ist aber nur Spekulation!). Vielleicht schaut hier nur Spiegel Online als Verlag auf eine Firma, die plötzlich als Verlag auftritt und vieles besser macht.
Vielleicht mag der Autor von Spiegel Online elaborieren worüber genau die Autoren sich da beschweren. Dass sie für einen neuen Verlag eine Eingabesoftware gratis verwenden dürfen? Und dass sie für die Bücher in einem rasant wachsenden Markt 70% statt 5-10% des Umsatzes einstreichen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
firefox34 22.01.2012, 19:51
117.

Zu einigen Argumenten;

- Man muss das ja nicht kaufen
Welches andere Produkt kann ich den kaufen?
- Andere Hersteller haben auch Einschränkungen bei billigen Lizenzen.
Ja, haben sie, aber die betreffen nicht das Produkt welches ich mit dem Tool herstelle, sondern immer nur die Nutzung des Tools selbst.
- Digitale Bücher sind super, weil...
Schon heute haben Archive Probleme verschiedene Informationen, welche nur mit technischen Hilfsmitteln gelesen werden können, sichtbar zu machen. Kann noch jemand Dokumente aus "SignumPlus" (AtariST, Diskette) sichtbar machen oder Microfish? In 4000 Jahren werden die Menschen mehr darüber wissen wie die alten Ägypter gelebt haben, aber nicht wissen wie wir gelebt haben, welche Musik wir hörten oder was wir gelesen haben, weil all das verloren sein wird.
- Apple weiß schon was gut ist.
Selbst wenn Apple das weiß, wird es Apple ewig geben? Was passiert, wenn das Geschäft mit dem Store nicht mehr profitabel ist? Wenn der nächste hippe coole Globalplayer auftaucht, der wieder revolutionär neue Systeme, Tools, Anwendungen bereitstellt? Kann ich dann alle virtuellen Güter umziehen? Welches Interesse hätte Apple daran? Kann ich heute schon die Schulbücher dann an andere weitergeben, z.b. Geschwisterkinder? Verschenken?
- Apple produziert super Hardware, geht nie kaputt.
Mag sein, aber überlebt ein iPad auch einen sturz aus 1-2 Metern, wenn es von Kinder und Jugendlichen täglich "bewegt" werden soll?

Mehr fragen als Antworten... Und das ist nur ein Bruchteil. Nur weil es dann "interaktive" Bücher gibt überwiegt dieser vermeidliche Vorteil nicht alle Nachteile. Der wichtigste Vorteil: Apple baut das nächste Quasimonopol auf dem man sich als Konsument nur schwer entziehen kann und soll.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leepzscher 22.01.2012, 20:11
118. hier gibt es keine unabhängigen Verteidiger

Zitat von eurylochos
Apple verschenkt eine tolle Software an Autoren. Diese können damit Bücher für iBooks auf iOS erzeugen können. Sie sollen aber keine konkurrierenden Vertriebsplattformen verwenden. Wer kann sich im ernst darüber aufregen, außer konkurrierende Verlage? 1. Apple schließt niemanden auf iBooks (also auf iOS) aus. Man kann dort auch PDFs verwenden. ...
Apple braucht Content. Dazu vergeben sie eine Software, die nur dafür nütze ist, diesen Content zu verkaufen. Da nur über diese Firma verkauft werden darf, bestimmt sie über Verträge und Preise.

Wer so was gut findet, überblickt das nicht oder wird von dieser Firma belohnt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leepzscher 22.01.2012, 20:16
119.

Zitat von Left4Dead
*hust* Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Auch und gerade im 21. Jahrhundert. Ich verstehe die Aufregung nicht. Diejenigen, die nun heulen sind doch die, die nicht die Eula/Lizenz nicht gelesen haben. Selber schuld, so hart das auch klingen mag. Kann ja jeder andere Software nutzen....
"weil das im Kleingedruckten auf Seite 132 so steht. Zugegeben das passiert einem internationalem Konzern eher nic"

Auf Seite 132 steht der Passus. Und Sie meinen, Sie hätten das selbst gelesen?
Wie viele Verträge mit 132 Seiten hat der Durchschnittsbürger schon gelesen?

Also, bei allem Verständnis, aber eine so freche und herablassende Antwort habe ...

Danke SPON, aber ich bin mir sicher, dieser Passus fliegt raus. Vor keinem Gericht hält der Stand!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 12 von 16