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Immobilie an der Mosel: Wie ein alter Bundeswehrbunker zum Darknet-Rechenzentrum werd
LKA Rheinland Pfalz

Ermittler haben mit viel Aufwand in einer alten Bundeswehranlage ein Rechenzentrum hochgenommen, über das Drogen- und Waffenmarktplätze gehostet wurden. Doch wie kamen mutmaßlich Kriminelle an diese Immobilie?

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so-long 07.10.2019, 08:55
1. Interessant

finde ich auch, wie so ein großes Rechenzentrum aufgebaut werden konnte. Die Geräte gibt es nicht im Media-Markt, auch der permanente Service muss gewährleistet sein. Das machen keine Hobbybastler.

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matti99 07.10.2019, 09:26
2. prima, verkauft

der Bund hat doch prima verkauft, ohne eigene weitere Personal- und Nachsorgekosten, gutes Geld eingenomen - sollte eigentlich belobigt werden. Die 12-Mann-Wartungspersonal aus alten Bundeswehrzeiten waren doch eh übertrieben, aufgebläht, dem grossen Personalaufwand für eine 500.000-Mann Armee geschuldet. Es geht doch alles viel kleiner, zusammengedampft, mit weniger Personal, mit wenigen, einfacheren Bauten läßt sich doch auch ein Wehreinsatz führen. Die örtlichen Politiker und Kommunalverwalter haben eh nur geringen Sachverstand - auch wenn diese dann ggf. für die Gefahrenabwehr im Umweltbereich zuständig sind.....

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dr.joe.66 07.10.2019, 09:28
3. Neuland...

Da diese ganze Thematik Internet&Co. ja für unsere staatlichen Vertreter und Behörden noch komplettes Neuland ist, hätte ich da einen Vorschlag:
Der Staat stellt die Kriminellen des Darknets ein, um die staatliche IT, die Netze, und die Hacker-Abwehr auf Vordermann zu bringen. Im Gegenzug kriegen die neuen Mitarbeiter Gehälter und Boni, die jenseits ihres bisher illegalen Verdiensts liegen, sowie natürlich eine komplette Amnestie.
Das dürfte allemal immer noch deutlich billiger sein als die Kosten für die Neuland-Berater-Verträge mit Consulting-Firmen. Und besser funktionieren wird es in jedem Fall!

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HARK 07.10.2019, 09:29
4. Interessant, aber

Die eigentlich spannende Frage ist doch: Wie konnten die das Rechenzentrum ans weltweite Internet anschließen, um überhaupt ihre krummen Geschäfte zu tätigen? Bei den Datenmengen, die da geflossen sind, wird eine gewöhnliche DSL-Leitung wohl kaum gereicht haben.

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murksdoc 07.10.2019, 09:29
5. Bunkerdenken (unterirdisch)

Wenn alle so schnell denken, wie der Bürgermeister von Traben-Trabach, dem noch nicht aufgefallen ist, das Manpower seit Jahrzehnten zunehmend von zentraler Rechenleistung übernommen wird und die Tatsache, dass soetwas seit 5 Jahren störungsfrei funktioniert, eigentlich dafür spricht, dass man sich "vorstellen sollen könnte", es funktioniere tatsächlich, und zwar ohne 12 Mann in 24-Stunden-Schicht, sondern nur mit einem "Hausmeister", der wahrscheinlich auch noch in 99,9% seiner Zeit auf dem Computer, vor dem er sitzt, irgendwelche Bunkerballerspiele spielt, um auf den Super-Gau (s.o.) vorbereitet zu sein (dann kann der die PC-Games nämlich auch noch von der Steuer absetzen), dann sehe ich auch schwarz für den Vorschlag, die Millionenwerte eines Geschäftsmannes, der bis zu seiner gerichtlichen Verurteilung als unschuldig zu gelten hat, nicht einfach "absaufen" zu lassen. Im Falle einer Verurteilung braucht man das Material vielleicht noch zur Deckung eventuellen Schadensersatzes oder zur Begleichung von Strafmandaten, abgesehen davon, dass es sich offensichtlich um Beweismittel handelt, deren Zerstörung ein eigenständiger Straftatbestand ist. Bevor man also über "Umweltprobleme" durch nicht fachgerechte Behandlung der Hardware eines Inhaftierten sinniert, sollte man ersteinmal andere Probleme erkennen und diesen vorbeugen, bevor diese überhaupt erst entstehen.

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Volker Baron 07.10.2019, 09:31
6. Alles wie es sein soll

Also ich halte jetzt fest: Da kauft ein Investor eine prinzipiell als Rechenzentrum geeignete Immobilie, deklariert die Nutzung korrekt, renoviert das Objekt und hält es funktionsfähig, verspricht darüber hinaus, dass es sich um die Daten seiner Nutzer nicht kümmert: Einem anderen Rechenzentrum würde ich meine Daten niemals anvertrauen.

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draco20007 07.10.2019, 09:47
7.

Zitat von HARK
Die eigentlich spannende Frage ist doch: Wie konnten die das Rechenzentrum ans weltweite Internet anschließen, um überhaupt ihre krummen Geschäfte zu tätigen? Bei den Datenmengen, die da geflossen sind, wird eine gewöhnliche DSL-Leitung wohl kaum gereicht haben.
Sie melden sich z.B. bei der Telekom und beantragen eine entsprechende Leistung. Sie geben sich als Cloud-Anbieter aus und schon ist das überhaupt kein Problem.

Oder meinen sie, der ISP kontrolliert erst die Server und den verschlüsselten Traffic der über die Leitung geht?

So ein Rechenzentrum aufzubauen ist, abgesehen von den Kosten und dem technischen Aufwand, doch überhaupt kein Problem.
Wofür die Server am Ende genutzt werden ist doch irrelevant und kann ohnehin niemand kontrollieren.

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felisconcolor 07.10.2019, 09:55
8. Du meine Güte

Wie konnte wie hätte sein und woher und überhaupt. Sowas aufzubauen ist kein Hexenwerk. Ende der 90iger Jahre wurden mehrere Zivilschutzanlagen aufgegeben. Unter anderem waren dort sehr schöne Bunkeranlagen zu erwerben. Ich hatte auch daran gedacht solch einen Bunker für ein Rechenzentrum zu erwerben. Da macht man ein Geschäftskonzept, geht zur Bank und danach einkaufen. Eine anständige Anbindung legt einem ein Telekommunikationsprovider wenn man Geld auf den Tisch legt. Das Ganze wird als normales Rechenzentrum aufgebaut und generiert nach Aussen den seriösen Anstrich. Das dann ein paar Server eben im Darknet untergebracht werden fällt dann nicht weiter auf. Das ist ein vollkommen easy job.

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Schimanski 07.10.2019, 09:56
9.

Zitat von so-long
finde ich auch, wie so ein großes Rechenzentrum aufgebaut werden konnte. Die Geräte gibt es nicht im Media-Markt, auch der permanente Service muss gewährleistet sein. Das machen keine Hobbybastler.
So schwer ist das nicht.
Alle Bestandteile eines modernen RZ kann man sogar als Privatperson easy kaufen, oder mieten.
Jeder, der ein NAS mit USV und einer konfigurierten Firewall, oder einem VPN Tunnel zuhause hat und selber konfiguriert hat, kann sowas auf die Beine stellen, wenn er da ein bisschen Lust und Zeit rein steckt.
Das ist kein Hexenwerk, nur eben nicht ganz billig was die Kühlung und die Stromversorgung angeht.

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