Forum: Netzwelt
Initiative gegen Google: Wissenschaftler fordern europäischen Web-Index
DPA

Die europäische Suchmaschine Quaero war ein teures Desaster. Informations- und Medienwissenschaftler aus Deutschland fordern nun ein Alternativmodell: einen öffentlich finanzierten Web-Index.

Seite 3 von 5
Bln79 18.02.2015, 19:37
20. @1, tüttel: Wie lange schon im Internet?

tüttel, ich frage Sie geradeheraus: "Wie lange sind Sie schon im Internet unterwegs?" Aus Ihrer Forderung nach Systematik schreit mir nämlich das Wort "Neuland" unterschwellig entgegen.
Diese Systematik, ähnlich einem Katalog in einer Bibliothek, war die Grundlage (fast) ALLER heutigen Suchmaschinen.
Erst Google hat mit dieser Tradition komplett gebrochen und keinen Katalog mehr angeboten, sondern lediglich die Suchzeile. Man sollte sich nämlich nicht mehr überlegen müssen in welche Kategorie, unter welchem Stichwort, sich ein "kluger" Mensch gedacht hat, dass Artikel X, oder Seite Y, passt, sondern einfach sagen "Suche X" - den Rest macht das System.

Retro ist zwar schwer in, aber ich bezweifele sehr stark, dass dieses Katalog-System, das seit nunmehr knapp 20 Jahren überholt sein dürfte, wieder Einzug in die Suchmaschinen von heute und die der Zukunft finden wird.

Denn gerade die Verknüpfung von Themengebieten, das daraus resultierende Transfer- und Metawissen, gewinnt an Bedeutung; nicht die klassische Sichtweise von "Schau unter 'A-F', da findest du genau das was du suchst."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lastwebpage 18.02.2015, 20:12
21. Orangen aus Spanien...

Man mag über die Subventionierung des Orangenanbaus in Spanien ja denken was man will, und der ist nicht nur positiv, aber immerhin landen die Orangen dann irgendwann, relativ preiswert, im Supermarkt, wo man die dann kaufen kann.
Wenn diese Orangen allerdings so sauer wären, dass man die nicht essen kann, könnte man schon mal diese Subventionen hinterfragen.
Und genau dieses wird bei einer EU subventionierten Suchmaschine auch passieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kioto 18.02.2015, 20:43
22. Wenig Aussicht auf Erfolg

Würde ein EU Suchmaschinenprojekt gestartet, dann kämen zuerst die regierenden Parteien, um sich Werbe- und Eingriffsmöglichkeiten zu sichern, dann die Sicherheitsdienste, dann kämen verschiedene nationale Interessen ins Spiel, um mögliche Benachteiligungen von Ländern oder Sprachen zu verhindern, dann kämen die Lobbyisten, um Vorteile für EU Firmen zu sichern, dann die Genderprofxen, um Gleichstellung zu sichern, dann die Kirchen, um zu sehr sexuelle Inhalte zu unterdrücken, dann die Grünen, um nachhaltige Inhalte zu fördern, dann die Pädagogen, um Bildung und Jugend zu fördern, usw. usw.
Alle hätten sicherlich die besten Absichten, aber das entstehend Produkt würde nichts finden, weil gegen jeden Inhalt irgendeine Lobbygruppe ihr Veto einlegen würde. Dann würde eine dillethantische Projektvergabe erfolgen und irgendeinem Konsortium von Softwarefirmen würde sich Milliarden sichern, ohne großen Erfolg nachweisen zu müssen.
Ich glaube, wir sollten das Budget besser den Griechen schenken, da wäre es auch nicht schlechter angelegt.

mfg Kioto

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Landkaertchen 18.02.2015, 20:56
23. Richtig lesen!

Es geht nicht um eine staatlich organsisierte Suchmaschine! Es geht einzig um eine Indizierung, die vollständig frei zugänglich ist. Insbesondre um den dazu notwendigen Speicherplatz und die Bandbreite. Damit wird eben nicht reglementiert, wie Suchanfrage zu speziellen Ergebnissen führen. Denn diese Suchfunktion wird nicht implementiert. Es geht nur um den Index, also die unterste Schicht der Suchmaschine. Gehen wir davon aus, dass beim Indizierungsvorgang nicht gefiltert wird, was bei einer offen zugänglichen Datenbank ja ziemlich schnell nachweisbar wäre, dann liegt die Zensur, oder die Mischung mit Werbung, oder die Priorisierung der Treffer eben nicht beim Staat, sondern denen, die den Index dann nutzen.



YaCy wurde erwähnt. Es wäre große Klasse, wenn YaCy Zugriff auf so einen Index hätte und dort auch selbst neue Seiten eintragen könnte, die die Nutzer ercrawlt haben. Ich bin selbst YaCy-Nutzer. Die Themenbreite ist dadurch, dass YaCy im Wesentlichen durch Computerfreaks verwendet wird, sehr eingeschränkt. Leider. Und im Dauerlauf, auf Low-Power-Plattformen zu Hause hakt es auch noch. Habe letztes und vorletztes Jahr selbst Versuche gefahren, einen stromsparenden Peer ans Netz zu bringen. Dort gibt es noch Entwicklungsräume.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eelay 18.02.2015, 20:57
24.

Wenn eine Suchmaschine schon Quaero heisst, dann kann sie auch nur scheitern ....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
daveshine 18.02.2015, 21:03
25. Das ist doch aberwitzig!

Wir zahlen bereits die Zwangsmediensteuer "Rundfunkbeitrag", die das Volk nicht will - und bekommt dafür jede Menge sinnbefreite Radio- und TV-Programme und anderes Zeug, was niemand wirklich bestellt hat. Und meist auch noch mit Werbung - trotz unserer Steuern.

Und jetzt will man schon wieder in unsere Taschen greifen, unter dem Deckmantel des Google-Bashings, um irgendein Bürokratie-Monster durchzuziehen. Sollte das jemals gemacht werden, es wird technisch eh hinterherhinken!

Kein deutsches Steuergeld für solchen "Müll"! Und der Rundfunkbeitrag sollte auch endlich abgeschafft werden!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
multi_io 18.02.2015, 21:20
26.

Zitat von
Die europäische Suchmaschine Quaero war ein teures Desaster. Informations- und Medienwissenschaftler aus Deutschland fordern nun ein Alternativmodell: einen öffentlich finanzierten Web-Index.
Klingt als wäre gerade mal wieder öffentliches Geld zu verteilen. Da muss man als "Informations- und Medienwissenschaftler" schonmal kreativ werden beim Ausdenken von Begründungen, warum man was davon abhaben will. :-P

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Harry143 18.02.2015, 21:21
27.

Ich bin kein wirklich großer Fan von Google. Spätestens seit dem Google+ Zwang auf Youtube hat dieser Konzern es schon ein bisschen mit mir verscherzt ABER: Trotz aller antipathie muss man einfach feststellen, dass Google in jeder Hinsicht ein TOP Produkt liefert! Google hat diese Marktstellung nicht durch Zufall sondern weil genau das geboten wird was der Kunde wünscht und das schnell, zuverlässig und qualitiv hochwertig.

Ich würde mir durchaus ein von Google unabhängiges Youtube wünschen, ich würde mir auch konkurrierende Angebote wünschen denen ich mehr vertrauen gegenüber bringe als Google aber Unmengen an Steuergelder investieren um gegen ein Unternehmen vorzugehen, dass sich seine Marktposition fair erarbeitet hat? Keine gute Idee in meinen Augen.

Stattdessen sollten andere Maßnahmen ergriffen werden. Sorgt dafür das Google Steuern zahlt in dem Maße wie es angebracht ist, verhindert, dass Google seine Marktstellung ausnutzt indem verschiedene Angebote in einer Art und Weise kombiniert werden, die niemand je erreichen kann usw. Und Notfalls muss Google halt Standard Oil folgen und in seine Teile zerschlagen werden. Aber mit Steuergeldern eine zweitklassige Konkurrenz aufbauen? Unfug!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tko2 18.02.2015, 21:25
28. Der Markt hat versagt ...

... und deshalb soll es die Politik (in Brüssel) mit Steuergeldern richten. Wie naiv ist das denn.
Gibt es überhaupt ein wesentliches Problem, welches durch die Politik jemals gelöst wurde, und das von ihr nicht vorher selbst verursacht wurde?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maestro9000 18.02.2015, 21:36
29. Versagen der Kartellbehörden

Schon für kleinere Marktdominanzen sind hüben wie drüben des Atlantiks Konzerne zurechtgestutzt worden.

Hat meines Wissens nur einmal bei IT geklappt, und zwar als IBM die Druckersparte ausgliedern musste, die dann in Lexmark aufging.
Intel konnte sich auch sehr lange ohne nennenswerte Einschränkungen behaupten weil AMD noch nennenswerte Marktanteile hielt, die leider immer weiter bröckeln.

Nicht zu vergessen ist auch der enorme Datenhunger von Google über seine Nutzer. Die zahlreichen großen Datacenter braucht Google nur teilweise für den Suchindex....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5