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Interview mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales: "Fake-Nachrichten können die Wikipedia-C
Martin BUREAU / AFP

Jimmy Wales hat 2001 zusammen mit Larry Sanger Wikipedia gegründet. Gut 18 Jahre später spricht er über neue Herausforderungen für die Online-Enzyklopädie - von Desinformation bis Diversität.

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emcioran 06.11.2019, 10:47
1. Hoch lebe Wikipedia!

Auch wenn ich mehrere vielbändige Lexika im Keller - nicht im Gemüse- bzw. Kohlenkeller - stehen habe, will und kann ich auf die Wikipedia nicht verzichten. Das liegt auch an den Vorzügen diditaler Medien. Wenn ich z. B. einen Artikel in der Brockhausenzyklopädie, in der MGG, RGG oder im Lexikon des Mittelalters nachschlage, dann ist mein Schreibtisch bald voll mit weiteren Bänden. In der digitalen Welt reich eben schon ein Klick. Und weil das so ist, bekommt Wikipedia jedes Jahr im Dezember eine moderate Spende. Ich wünsche Wikipedia ein langes Leben!

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Susi64 06.11.2019, 10:48
2. Wikipedia ist sehr unterschiedlich

Wenn es um Wissenschaft geht, dann ist das englischsprachige Wikipedia sehr gut, auch in Deutsch ist es in Ordnung, allerdings gibt es da weniger verfügbare Artikel und in vielen Fällen sind es auch nur Kopien der englischsprachigen Seiten.
Alles, was in irgendeiner Form mit "Meinung" zu tun hat ist zumindest in der deutschsprachigen Wikipedia ein Problem. Zum einen sind Meinungen verschieden und gerade die neuere Geschichte wird von verschiedenen Seiten eben verschieden beurteilt. Hier halte ich von der deutschen Wikipedia gar nichts. Offensichtlich gibt es gerade zu politische Fragen einen eingeschworenen Klüngel, der seine Meinung durchsetzt. Sicher sind politische Fragen besonders strittig, aber wenn Wikipedia seinem Ruf gerecht werden will, dann sollte die Vielfalt abgebildet werden.
Wenn es um Stars und Sternchen geht, dann habe ich kein Problem damit, wenn sie ihre Fan-Seite eben auch auf Wikipedia haben, solange es sich um Fakten handelt und nicht um Klatsch und Tratsch.

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vielflieger_fred 06.11.2019, 10:50
3.

Dünnes Eis. Das System Wikipedia funktioniert auch nicht tadellos. Da spielt auf Adminseite noch eine viel zu große Menge Stolz mit.

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Motorpsycho 06.11.2019, 10:52
4.

Einfach mal nach Wikipedia und "Feliks" googeln. Viele Themen sind von bestimmten Grüppchen besetzt und wer unbedarft Wissen ergänzt, der wird sein blauer Wunder erleben. Kein Wunder, dass da abseits dieser Fanatiker niemand mehr Lust darauf hat, da mitzuarbeiten.

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static_noise 06.11.2019, 10:59
5.

Schade wenn man die Objektivität zu seinem "Baby" verliert.

Die Wikipedia ist lange nicht mehr objektiv und sachlich, durch die interne 'Hirarchie' entstanden durch reine 'Dominanz' werden ganze Themenbereiche von Autorengruppen dominiert die Ihre Sicht durchdrücken.

Diese entscheiden was als "wikiwürdig" gilt, was "sachlich" ist. Klar, offiziell gibt es Standards aber am Ende sind es diese grauen Eminenzen die Wahrheit definieren.

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leontion 06.11.2019, 11:04
6. Problem der Moderatoren

Ich habe schon viele Beiträge und Ergänzungen in WP-Artikel geschrieben und dabei Erfahrungen mit Moderatoren gemacht. Ich weiß bis heute nicht, wie die zu ihrer Stellung kommen. Die meisten sind in Ordnung und kennen sich auf ihrem Gebiet aus, andere führen sich als Zensoren auf. Der Moderator oder die Moderatorin des Artikels über Bremen z.B. löscht alle negativen Bemerkungen und Tatsachen über Bremen, selbst wenn die aus anderen WP-Artikeln stammen. Ein Leser erfährt nicht. dass Bremen die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller Bundesländer, die höchste Kriminalität und Arbeitslosigkeit, die niedrigsten PISA-Werte etc. hat. Alles wird gelöscht. Setzt man so etwas wieder rein, wird einem mit Sperrung wegen Vandalismus gedroht.
Solche Fälle wurden bekannt, als es einst um einen schwäbischen Fernsehturm ging, der keiner war, aber als solcher bezeichnet wurde.

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Humanfaktor 06.11.2019, 11:18
7. Fragwürdige Fragen....

Vorweg: ich unterstütze die Wikipedia, sie ist in vielen Sachfragen neine nützliche Quelle und eine meiner ersten Anlaufstellen, um mir ein Bild zu machen, wenn es Informationsbedarf gibt. Nicht als alleine selig machend, aber als Einstieg allemal tauglich.

Doch es gibt erheblich mehr zu hinterfragen, als im Gespräch angerissen wird. Da wird als einziges Negativ-Ereignis eine Randnotiz gebracht und auch so bewertet, die gewissermaßen als Ausrutscher plakatiert wird. Und das ist vor dem Hintergrund der erheblich irritierender Informationen und Sachverhalte bezüglich der nachweislichen Existenz von Power-Editoren und deren Auftraggebern schwer nachzuvollziehen. Ist der Frager so schlecht vorbereitet in das Gespräch gegangen?

Was also ist denn mit den bekannten Power-Editoren, den Lohnschreibern, mit dem kampagnenartigen Framing durch "Dienste" und Lobbys?
Hat sich der Frager nicht damit befasst, oder es intendiert gar nicht erst angesprochen, wie in der Wikipedia Zeitgeschichte umgeschrieben wird und Menschen gezielt hoch und runter geschrieben werden, je nach Positionierung und Intentionen? Wer kontrolliert hier wen?
Es wurde bereits recht anschaulich und belegt recherchiert, veröffentlicht und kommentiert, dass in der Wikipedia gezielt Politik gemacht wird. Die einen werden herab gewürdigt, die anderen in den Himmel geschrieben. Dazu nichts? Kein Wort?
Gab es eine Raodmap, was gefragt werden durfte? Oder war die Schere schon vorab im Kopf?

Als Nutzer der Wikipedia sollte doch jeder einigermaßen aufgeweckte Sucher nach Informationen daran interessiert sein zu wissen, dass bestimmte Themen systematisch editiert werden, von Interessengruppen, die mit dem Eintrag einen bestimmten, genehmen Spin etablieren.
Wie stellt sich der Befragte dazu?
Wenn niemand fragt, selbst wenn sich diese Gelegenheit bietet, wann sollte denn eine Antworten darauf geben werden können ...?

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andreasbln 06.11.2019, 11:20
8. schließe mich Susi64 an

Insbesondere bei den Beiträgen zu Geschichte, Politik und Geographie ist die Qualität sehr grenzwertig, was oft durch einen Vergleich der verschiedensprachigen Seiten deutlich wird. Allein durch das Weglassen von Fakten und das Betonen anderer Fakten entsteht ein völlig anderes Bild. Diese "Meinungen" oder Betonungen sind für den normalen Nutzer kaum erkennbar. Gerade über historische, politische und geographische Themen wird ebenfalls Populismus und Geschichtsknitterung betrieben. Hier wird im Mantel der "objektiven Enzyklopädie" beeinflusst und Meinungsmache betrieben. Äußerst gefährlich. Gerade bei diesen Thema, die für Demokratie und Frieden wichtig sind, braucht es wirkliche Spezialisten, die in der Lage sind, auf Fakten reduzierte Einträge zu gewährleisten. Ein Restrisiko gibt es immer, aber man sollte es wohl deutlich mindern.

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otto_lustig 06.11.2019, 11:20
9. Einfach mal bei Wikipedia AfD googeln!

Zitat von Motorpsycho
Einfach mal nach Wikipedia und "Feliks" googeln. Viele Themen sind von bestimmten Grüppchen besetzt und wer unbedarft Wissen ergänzt, der wird sein blauer Wunder erleben. Kein Wunder, dass da abseits dieser Fanatiker niemand mehr Lust darauf hat, da mitzuarbeiten.
Der Artikel wird weitgehend von der AfD selbst dominiert. Oben links auf Diskussionsseite klicken.

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