Forum: Netzwelt
Jugend im Netz: So werden Kinder fit für Facebook
Pearson

Hilfe, das Kind ist bei Facebook? Düstere Warnungen sind in Deutschland oft das Erfolgsrezept für Erziehungsratgeber mit Medienthemen. Ein Bestseller wird "Mein Kind ist bei Facebook" also vielleicht nicht: Das Buch setzt auf Pragmatismus statt Panik. Gut so.

Seite 1 von 3
lordas 05.06.2012, 12:41
1. Altersgerecht

Zitat von sysop
Hilfe, das Kind ist bei Facebook? Düstere Warnungen sind in Deutschland oft das Erfolgsrezept für Erziehungsratgeber mit Medienthemen. Ein Bestseller wird "Mein Kind ist bei Facebook" also vielleicht nicht: Das Buch setzt auf Pragmatismus statt Panik. Gut so.
Sorry aber ich kann dem absolut nicht zustimmen. Warum müssen unter 13 Jährige und überhaupt Kinder unter 16/17 Jahren einen Facebook Account haben? Weil es die "Peergroup" verlangt? Sind Eltern heutzutage nicht mehr in der Lage ein Nein von sich zu geben?

Als ob das so schwierig wäre sich mit der Schule und anderen Eltern mal zusammen zu setzten und das Thema mal ausgiebig zu besprechen. Die Konsequenz kann dann auch durchaus sein, dass Facebook erst ab einem bestimmten Alter für alle erlaubt ist.

Und generell sollten Kinder nicht ohne Kontrolle ins Internet. Ich kann das mittlerweile nicht mehr hören, erst pflanzt man die Kitz geraderecht vor das digitale Medium und findet das "total Toll" und "voll modern", nachher geht das Geschrei wieder los, wenn die Kinder dann auf Gewalt und Pornografie stoßen.

Tut mir wirklich leid aber bei dem Thema bekomme ich langsam echt einen Anfall. Ich bin selber Pädagoge und wenn ich sehe mit welcher Naivität manche Eltern a) den Kindern alles in die Hände drücken und b) sich für die Konsequenzen nicht verantwortlich fühlen, dann frage ich mich warum die überhaupt Kinder in die Welt setzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
3-plus-1 05.06.2012, 13:13
2. Internet

Zitat von lordas
Sorry aber ich kann dem absolut nicht zustimmen. Warum müssen unter 13 Jährige und überhaupt Kinder unter 16/17 Jahren einen Facebook Account haben? Weil es die "Peergroup" verlangt? Sind Eltern heutzutage nicht mehr in der Lage ein Nein von sich zu geben?
Ich habe selber 1985 mit 11 Jahren meinen ersten Computer bekommen und 1989 mein erstes Geld mit der Veröffentlichung eines Programmes von mir in einer Zeitschrift verdient. Da war ich folglich 15.

Entschuldigung, aber mit der Erfahrung werde ich meine Kinder nicht bis zum 16 Lebensjahr vom Rechner fernhalten, geschweige denn permanent beaufsichtigen. Das haben - zum Glück! - meine Eltern auch nicht gemacht.

Aber als Pädagoge versteht man das sicher nicht. Schon als Schüler war "Pädagoge" ein Schimpfwort für Menschen, die auch am liebsten den Taschenrechner im Mathematikuntericht verboten hätten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mo2 05.06.2012, 13:32
3. Fit?

Zitat von sysop
Hilfe, das Kind ist bei Facebook? Düstere Warnungen sind in Deutschland oft das Erfolgsrezept für Erziehungsratgeber mit Medienthemen. Ein Bestseller wird "Mein Kind ist bei Facebook" also vielleicht nicht: Das Buch setzt auf Pragmatismus statt Panik. Gut so.
"Fit für Facebook" ist ja schon mal ein Widerspruch: Kinder (und Erwachsene) werden durch Facebook eher dick & doof denn fit.
Facebook WAR mal ein Hype, jetzt ist es ein "walking dead".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stubborn 05.06.2012, 14:33
4. langsam reichts wirklich:

"Fit für Facebook" - wie virtuell will SPON noch werden? Facebook bekommt hier in Kürze einen Stellenwert wie Kirche und Staat, befürchte ich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
FirstFallenAngel 05.06.2012, 14:49
5.

Zitat von lordas
Sorry aber ich kann dem absolut nicht zustimmen. Warum müssen unter 13 Jährige und überhaupt Kinder unter 16/17 Jahren einen Facebook Account haben? Weil es die "Peergroup" verlangt? Sind Eltern heutzutage nicht mehr in der Lage ein Nein von sich zu geben? Als ob das so schwierig wäre sich mit der Schule und anderen Eltern mal zusammen zu setzten und das Thema mal ausgiebig zu besprechen. Die Konsequenz kann dann auch durchaus sein, .....
Mal ganz ehrlich: Leuten/Eltern wie Ihnen, mit dieser 'Mir egal, was die anderen haben/machen/dürfen, das brauchst/kannst/darfst du alles nicht'-Einstellung ist es doch total egal, wenn Sie damit (Ihre) Kinder über die gesamte Schulzeit und eventuell sogar darüber hinaus zu Außenseitern machen, nicht? Aber das ist ohnehin nicht schlimm, denn das "formt den Charakter".
Sich dann aber wundern, wenn die Kinder/Jugendlichen es sich in ihrer Außenseiterrolle bequem machen und mit der Zeit nicht mehr nur bezüglich Kleidung/Hobbies/Ausgehverhalten wenig gesellschaftskonform sind. Und zusätzlich mit Erreichen der Volljährigkeit alles nachholen, was ihnen vorher verboten wurde, ohne dass die Eltern oder sonstwer wirksam etwas dagegen tun kann.

Wenn Sie glauben, dass es immer möglich ist, dass alle Eltern einen Konsens finden UND sich daran halten, hatten sie schon länger nichts mehr mit (heutigen) Eltern zu tun. Es gibt immer welche, die sich nicht in ihre Erziehungsmethoden reinreden lassen wollen und (manchmal zu recht, manchmal nicht) der Meinung sind zu wissen, was das beste für ihr Kind ist. Oder entgegen den Absprachen ihrem Kind doch erlauben, sich z.B. auf facebook anzumelden.

Viel wichtiger als Verbote finde ich, mit den Kindern darüber zu sprechen, Gefahren sachlich (ohne erhobenen Zeigefinger) aufzuzeigen und eine generelle Gesprächsbereitschaft im Falle von Problemen zu signalisieren. Wenn sich das Kind wegen Fernsehverbot nachts ins Wohnzimmer geschlichen hat und dann über einen Horrorfilm gestolpert ist, muss es darüber sprechen können, warum es jetzt Alpträume hat, ohne zusätzliche Bestrafung fürchten zu müssen. Ähnliches gilt bei Problemen im Internet. "Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist..."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
silenced 05.06.2012, 15:36
6. <->

Zitat von 3-plus-1
Ich habe selber 1985 mit 11 Jahren meinen ersten Computer bekommen und 1989 mein erstes Geld mit der Veröffentlichung eines Programmes von mir in einer Zeitschrift verdient. Da war ich folglich 15.
Nun vergleichen Sie die Möglichkeiten der Interaktion von 1985 mit der von heute. Ich hatte 1990 auch mit 11 Jahren meinen ersten PC bekommen und lange die Auffassung vertreten, ja, meine Kinder bekommen das gleiche. Aber die Entwicklung von heute inkl. der Möglichkeiten von heute, da kann und darf man Kinder nicht ohne Beaufsichtigung an einen Internetfähigen PC lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Celegorm 05.06.2012, 15:56
7.

Zitat von silenced
Aber die Entwicklung von heute inkl. der Möglichkeiten von heute, da kann und darf man Kinder nicht ohne Beaufsichtigung an einen Internetfähigen PC lassen.
Dann überwachen Sie Ihre Kinder 24/7? Müssen jeden Schritt beaufsichtigen? Nicht gerade eine gute Grundlage für Selbstständigkeit und ein Vertrauennsverhältnis. Gerade darum sollte man doch eher einen vernünftigen Umgang zu vermitteln versuchen, damit die Kleinen gegenüber grundlegenden Problemen gerüstet sind. Wobei manche Grenzen natürlich irgendwann überschritten werden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, aber das werden Sie mit Ihrer "Beaufsichtigung" auch nicht verhindern können. Im Gegenteil..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lordas 05.06.2012, 16:01
8. Ansichten

Zitat von 3-plus-1
Ich habe selber 1985 mit 11 Jahren meinen ersten Computer bekommen und 1989 mein erstes Geld mit der Veröffentlichung eines Programmes von mir in einer Zeitschrift verdient. Da war ich folglich 15.
Eine gute Geschichte, nur was hat ihre offensichtliche Präferenz/Begabung mit Computern, damit mit zu tun, dass man Kinder nicht einfach-so vor den Computer setzt. Ich verlange in keiner Zeile, dass Kinder nicht mit dem Computer arbeiten dürfen, nur der Facebookzugang, diese Notwendigkeit erschließt sich mir nicht.
Sollen wir jetzt alle denken, dass unsere Kinder zu IT-Fachkräften werden, wenn sie über Facebook die neuesten Nachrichten tauschen und die Hausaufgaben ergooglen?
Zitat von 3-plus-1
Entschuldigung, aber mit der Erfahrung werde ich meine Kinder nicht bis zum 16 Lebensjahr vom Rechner fernhalten, geschweige denn permanent beaufsichtigen. Das haben - zum Glück! - meine Eltern auch nicht gemacht. Aber als Pädagoge versteht man das sicher nicht. Schon als Schüler war "Pädagoge" ein Schimpfwort für Menschen, die auch am liebsten den Taschenrechner im Mathematikuntericht verboten hätten.
Das Schimpfwort können sie behalten, meine abweichende Meinung ist noch lange kein Grund in diesen Ton zu verfallen.
Schön das ihre Eltern sie mit 11 nicht überwacht haben, nur leider war das Internet 1985 ein vollkommen anderes als Heutzutage. Wie oft ich es hören musste, dass sich Kinder von Verwandten mal wieder bei irgendeiner obskuren Hausaufgaben-Seite angemeldet haben oder mal wieder den super tollen Film, mitsamt Trojaner, auf den Rechner gezogen haben. Selbst Erwachsene und da will ich mich nicht ausschließen, können sich nie zu 100% absicher. Ein Restrisiko bleibt immer und da wollen sie Minderjährige ohne Kontrolle, ohne Riegel reinstoßen? Wenn sie älter werden 16/17 und in der Lage sind das auch abschätzen zu können, dann können sie meinetwegen auch alleine dadrinnen rumtoben. Solange man aber merkt, dass sie das nicht können, muss das auch nicht sein.

Welche Erfahrung wollen sie denn ihre Kinder nahe legen? Warum müssen Kleinkinder mittlerweile einen Facebook Account haben? Weil es die Peergroup verlangt oder weil die Peergroup herbeigeredet wird?
Es ist nunmal ein Unterschied, wenn ich über E-mail und Jabber Kontakt halte oder ob ich mein Leben in ein Facebookaccount hineingieße. Haben den Kinder überhaupt die Vorraussicht dafür? Diese Diskussion erinnert mich ein bisschen an DSDS Kids, da hieß es auch, dass Kinder das wollen, von ihnen selber kommt und es ja nicht schaden kann. Manche mögen ja darüber lachen können aber andere nicht. Und hier liegt es in der Verantwortung der Eltern, das Kind auch vor sich selbst zu schützen.


Die ganzen Diskussionen über das ganz böse Internet, dass nicht Kindergerecht ist, geben mir Recht. Und ich habe keine Lust auf Stoppschilder und Vorratsdatenspeicherung, weil Eltern zu faul sind sich um die Interneterziehung ihres Kindes zu kümmern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oberleerer 05.06.2012, 16:51
9.

Man kann es den Kindern nicht verwehren und es ist wohl auch gut so, den Kindern die schlechten Seiten der Welt so früh als möglich zu benennen.
Dazu gehört, zu erklären, wie Facebook funktioniert und daß man eben oftmals lügen muß, einen ganzen Satz Wegwerf-email-Adressen bewirtschaften muß, und niemals deutliche Fotos einstellen sollte, weil eben viele Firmen auf Dummenfang gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3