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Jugendmedienschutzvertrag vor dem Aus - gut so?

Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag steht vor dem Aus. Ist das eine gute Nachricht - oder wären solche neuen nationalen Jugendschutzregelungen in Zeiten des Internet überfällig?

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founder 15.12.2010, 11:43
1. Abmahnland Deutschland

Zitat von sysop
Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag steht vor dem Aus. Ist das eine gute Nachricht - oder wären solche neuen nationalen Jugendschutzregelungen in Zeiten des Internet überfällig?
Ich wohne an der deutschen Grenze in Österreich.
Manchmal überlege ich zu übersiedeln.
Aber als ich auf Heise.de von dieser ganzen Jugendschutzsache hörte und den vermuteten Folgen, gigantische Abmahnwellen, dachte ich, Deutschland NEIN DANKE!
Es war die Gefahr, daß betreiber von Foren oder kleiner Webseiten zum Freiwild für diverse Abmahnkanzleien werden.

Es ist gut wenn dieser Irrsinn deutscher Überbürokratisierung noch fällt.

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a.weishaupt 15.12.2010, 11:52
2. Ja, sehr gut

Das Netz braucht keine solche Regulierung; die Verantwortung sollte bei den Eltern liegen und das wars.

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machorka-muff 15.12.2010, 11:58
3.

klar ich bin auch froh, dass der dreck erst mal weg ist, aber wer weiss, vielleicht wird das noch absurder.

spon legt ja schon mit der bebilderung des artikels nahe dass die zarten kindlein vom internet schaden erleiden können, denkt aber nicht weiter, dass so ein 10-jähriger erst recht neugierig wird auf inhalte die mit "ab 16" oder "ab 18" getaggt sind.
insofern ist es besser die eltern kümmern sich um ihre "kids" (=kinder) als dass die zur selben zeit auch vorm rechner hocken und kommunizieren mit den sprößlingen nur via facebook.
die welt wird überreguliert weil keiner mehr zuwendung und verstand benutzt.

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blue0711 15.12.2010, 11:58
4. ..

Zitat von sysop
Ist das eine gute Nachricht
Es ist immer eine gute Nachricht, wenn sich Vorvorgestrige ohne Sachverstand nicht an zentralen Kommunikationsplattformen des täglichen Lebens vergreifen können.

In der Sache bringt der neue JMStV nichts außer Belastung.
Man sollte besser mal Medienkompetenz früher im Lehrplan berücksichtigen.

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rumpel84 15.12.2010, 11:58
5.

Dass der Schwachsinn nicht erst wieder von einem Gericht gestoppt werden muss, ist gut.
Dieser Absatz ist allerdings beängstigend:

Fällt der Staatsvertrag durch, ist das eine Blamage für die Staatskanzleien, die ihn maßgeblich ausgehandelt haben, und für die Ministerpräsidenten der Länder. Denn mit deren Zustimmung galt der Vertrag eigentlich längst als verabschiedet, die Zustimmung der Länderparlamente gilt bei solchen Gesetzeswerken in der Regel als Formsache

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McSteph 15.12.2010, 11:59
6. Bestürzend

finde ich, dass die "Internet-Ausdrucker" der anderen Länder-Parlamente diesem offensichtlichen und himmelschreienden Blödsinn ohne Abstriche zugestimmt haben. Man sieht daran tatsächlich, aus welchen Kreisen sich diese Brut rekrutiert. Keine Ahnung, wie das Netz funktioniert, aber unsinnige und nicht praktikable Regelungen darüber treffen wollen.

Es mutet an, wie in Schilda, wo man Rathäuser ohne Fenster baut und danach das Licht in Säcken hinein tragen will. Für was bekommen die eigentlich jeden Monat so viel Geld?
Wer beschützt eigentlich das Volk vor derartigem Blödsinn?
Die Abmahn-Anwälte haben sich sicher schon die Hände gerieben und neue Einkommens-Schwemmen ausgemacht. Die Schreiben zum Abzocken kleiner Seitenbetreiber waren sicher schon fertig formuliert.
Nur zu ärgerlich, dass diese Pöbel-Versteher in NRW plötzlich zurück rudern. Wo man doch soooo schön hätte kassieren können.

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ecce homo 15.12.2010, 12:03
7. gute Nachricht

Zitat von sysop
Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag steht vor dem Aus. Ist das eine gute Nachricht - oder wären solche neuen nationalen Jugendschutzregelungen in Zeiten des Internet überfällig?
Es ist eine gute Nachricht. Erstaunlich das dieser Irrsinn aber überhaupt soweit gekommen ist.

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franks meinung 15.12.2010, 12:05
8. Bravo!

Endlich mal ein Bundesland, dessen Politiker scheinbar noch wissen, über was sie dort abstimmen. Wer sich dieses geballte Pamphlet mal genau er angesehen hat, etwas Ahnung von Pädagogik und Onlinemdien hat, der konnte nur zu der Erkenntnis gelangen, das der Gesetzesvorschlag überflüssig ist, wie ein Kropf.
Nicht nur, das der deutsche Abmahnirsinn damit mal wieder eine Steilvorlage bekommen hätte, Eltern und Kinder sollten hier von staatlicher Seite her bevormundet werden. Kinder sollten nicht lernen mit Medien umzugehen, sondern sollten bestimmte Teile des web am besten garnicht mehr sehen. Also kein www, sondern ein "w ab 18" oder so...
Als verantwortungsvolle Eltern sind wir durchaus in der Lage, pädagogisch, als auch technisch dafür zu sorgen, dass unsere Kinder im WWW das tun, was sie tun dürfen. Technische Möglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle. Wer sie nicht nutzen will, wird sie auch mit diesem Gesetz nicht nutzen bzw gezielt umgehen. Ich glaube, ich wandere aus...Nach NRW!

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cine 15.12.2010, 12:06
9. Die Vernunft ist wohl doch noch nicht ganz gestorben

Endlich mal eine gute Entscheidung. Man hatte ja schon den Eindruck, dass alles ohne Einsatz von Kopf und Verstand einfach abgenickt wird. Die Politiker sollten endlich die Hoffnung aufgeben, das Internet reglementieren zu wollen. Und eine deutsche Inselregelung wäre auch nicht wirklich ein Schutz sondern nur noch eine lokale bürokratische Aufbürdung mehr. Das Internet ist international und eine google Suche liefert nicht nur deutsche Seiten, also wo hätte da ein Schutz bestehen sollen?

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