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Jugendmedienschutzvertrag vor dem Aus - gut so?

Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag steht vor dem Aus. Ist das eine gute Nachricht - oder wären solche neuen nationalen Jugendschutzregelungen in Zeiten des Internet überfällig?

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derkomtur 15.12.2010, 12:22
20. Deutschland, ewig Bürokratenland

Da kann ich ihnen als Österreichischer Nachbar nur voll und ganz zustimmen! Ich überlege schon Jahrelang nach Österreich überzusiedeln, weil da hat man scheinbar noch "a weng a Hirn"!
Egal was man in Deutschland versucht, es werden einem von allen Seiten her Steine in den Weg geworfen... Dieses System stinkt mir und zwar ganz gewaltig und in jeglicher Hinsicht!

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abfallverwertung 15.12.2010, 12:23
21. Müll

Der Jugendmedienschutzvertrag ist Müll. Er ist ein Paradebeispiel für den krankhaften, deutschen Kontrollwahn und die absurde Realitätsverdrehung durch zelebriertes Gutmenschentum. Im übrigen ist es auch verwunderlich, dass man sich immer nur auf das "böse" Internet fixiert. Ich kann mich noch erinnern, wie wir als nicht mal Halbwüchsige immer die Playboy-, Praline- und Penthouse-Magazine in den Auslagen der Supermärkte durchblätterten. Komischerweise stört sich daran seit Jahrzehnten niemand.

Und hats geschadet? Mitnichten. Im Gegenteil. Es gehört zum Pubertieren dazu. Wesentlich schadhafter ist das zwanghafte Unterdrücken alles "Bösen". Man kann Kinder und Jugendliche nicht in einem sterilen Raum aufwachsen lassen. Die Welt ist zum Glück vielfältig. Doch anscheinend haben die Moralisten ein Problem damit. Sie würden gern eine Mauer um alles ziehen.

Die gesunde, spitzbübische Neugier der Heranwachsenden pflegt eine wesentlich natürlichere Einstellung zu "gefährdenden" Inhalten, als die Riege dieser Moralisten. Offenbar rennen die alle mit einem Stock im Hintern rum. Und deutsches Gutmenschentum gehört zu den schlimmsten Auswüchsen der postmodernen Vorzeigepädagogik. Alles nur Geblubber, welches mit der Realität wenig zu tun hat. Nur so können so bescheuerte Ideen wie der Jugendmedienschutzvertrag zustande kommen.

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Peter Werner 15.12.2010, 12:23
22. ...

Zitat von sysop
Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag steht vor dem Aus. Ist das eine gute Nachricht - oder wären solche neuen nationalen Jugendschutzregelungen in Zeiten des Internet überfällig?
Nein, sind sie nicht.
Deutsche Internetbereiber und erwachsene Internetbenutzer sind bereits heute durch teils absurde Jugendschutz/Zensurbestimmungen (z.B. Sendzeitbegrenzung für Inhalte mit einer Altersfreigabe ab 12 aufwärts, Inhalte ab 18 nur nach einem abschreckend bürokratischen Postident-Verfahren oder ähnlichen Zumutungen) bevormundet.
Die Antwort hierauf lautet: Stärkung der Medienkompetenz, Vertrauen in die verantwortung der Eltern. Zensur nein Danke.

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a_tetzlaff 15.12.2010, 12:25
23. Was wollen wir denn noch alles Regeln?

Dieser Staat greift immer weiter in die Privatsphäre seiner Bürger ein. Nur Nordkorea oder das maoistische China können das noch topen.
Heute stehen zwar keine realen Mauern mehr herum - es getraut sich aber kaum noch jemand, einen geistigen Schritt über virtuelle Demarkationslinien zu machen. Denken und Handeln sind durch "Regelneinhalten" und politische Korrektheit ersetzt. Jeder darf jeden überwachen, abmahnen oder anzeigen. Deutschland schafft sich wirklich selbst ab!
Über tausende von Jahren konnte sich die Menschheit normal entwickeln, Kinder ihre natürliche Neugier ausleben - bis dann unsere westlich-christlich geprägte Wertegesellschaft kam und alles als gefährlich eingestuft wurde.

Neid gibt es in jeder Gesellschaft. Nur ist es so, wenn in einem nichtdeutschen Land ein Bauer feststellt, dass des Nachbarn Kartoffeln besser sind, dann denkt er sich im stillen Kämmerlein aus, wie er noch grössere Kartoffeln erzeugen könnte. In Deutschland ruft der Bauer seinen Anwalt an und diskutiert, wie man dem erfolgreichen Nachbarn per Verordnung das Handwerk legen könnte.

Deutschland ist einfach kleinkarriert - das beweist es täglich neu!

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Dr.Strangelove 15.12.2010, 12:25
24. Welche Jugend

Ob die Österreicher so viel besser sind, wird sich noch erweisen.
Aber es ist gut, dass der Jugendschutzvertrag fällt. Etwas anderes als ein Zensurinstrument mit zivilrechtlichen Mittel ist er sowieso nicht gewesen. Und die Klassifizierung sollte es sowieso noch eine Diskussion geben, weil es mittlerweile eine Tendenz in Europa gibt, Geschlechtsverkehr und alles was damit zu tun hat unter Jugendlichen zu kriminalisieren. Hier gibt es ein paar schöne Beispiele, was und wie es eingestuft wird:

http://ak-zensur.de/2010/05/ab-6-12-16-18.html

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prieser 15.12.2010, 12:25
25. Falsch verstandener "Jugendschutz": Zensurdiktat von oben.

Nomen est omen: ein furchtbares Machwerk, dieser Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Fast könnte man sagen: reiner Schwachsinn, Schwachsinn, Schwachsinn - wenn sich dahinter nicht die technische Möglichkeit abzeichnen würde, Zensur im Internet auszuüben.

Praxistests hatten ja schon gezeigt, daß die geforderte Selbsteinstufung und Alterskennzeichnung von Webseiten überhaupt nicht praktikabel sind. Anbieter hätten Inhalte daraufhin bewerten müssen, ob diese “ab 0″, “ab 6″, “ab 12″, “ab 16″ oder sogar “ab 18″ einzustufen sind - eine offensichtlich absurde Verpflichtung, mit dem offensichtlichen, folgenreichen Risiko, unbedarft die verkehrte Einstufung vorzunehmen.
Und archivierte Inhalte enormen Umfanges müßten entweder rückwirkend durchgelesen und eingestuft oder sicherheitshalber sofort komplett gelöscht werden, na herzlichen Glückwunsch, Ihr Internet-Dummbeutel-Politiker.
Für zahlreiche kritische blogs hätte der verabschiedete Staatsvertrag das Aus bedeutet, klar daß sich die herrschende Politikerkaste und die an ihren eigenen Wahrheiten und Interessen sich festkrallenden Parteien darüber gefreut hätten.

Wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn der altertümlich verstandene Jugendschutz per Staatsvertrag verordnet worden wäre: würde eine (kritische) Webseite künftig automatisch gescannt und die notwendige Alterseinstufung wäre nicht vorhanden, bekommt kein Internet-User die Webseite überhaupt zu Gesicht, wenn die Filter erstmal freiwillig angeschaltet oder gesetzlich verordnet wären.

Ein kritischer Blog-Betreiber kann sich dann zwischen der Alternative vorbeugender Selbstzensur oder Abmahnrisiko entscheiden. Und legt er sicherheitshalber die Alterseinstufung einen Schritt nach oben an, greift dann der künftig in Schulen etcetera verordnete Filtercheck und ganze Schülergenerationen werden von der kritischen Rezeption regierungsunliebsamer Webseiten, oder solcher wo mal 'ne gefährliche weibliche Brust zu sehen ist, ausgeschlossen. Da läuft der Hase nämlich lang.

Wie schrieb http://vzlog.de kürzlich: "Moderner Jugendschutz verlangt neue Konzepte und medienpädagogische Strategien." Aber kein Zensurdiktat von oben.

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Stef87 15.12.2010, 12:30
26.

Ich war auf Grund verschiedener offenen Fragen von Anfang an recht skeptisch was diese Neuregelung angeht. Man wäre als Inhaber kleiner Webpräsenzen unsicher, ob man nun alles richtig gemacht hat, und müsste Angst vor Abmahnungen haben. Und da solchen Betreibern - welche keine bösen Absichten mit ihren Webpräsenzen haben - in keinerlei Hinsicht geschützt werden, halte ich diese Regelung durchaus für unverantwortungsvoll.

Zudem kann man eine Regelung mit solch einem gigantischen Ausmaß kaum verantworten, wenn sich ein großteil der Politiker selbst nicht so ganz im Klaren sind, ob das der richtige Weg ist.

Von daher: bevor alle Fragen geklärt sind und die Regelung wasserdicht ist, darf diese auf keinen Fall verabschiedet werden.

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Klaus.G 15.12.2010, 12:33
27. Unfug

Pornographie z.B. ist nun mal im Internet verfügbar ob es gefällt oder nicht. Es geht hier eher darum wieder ein Stück Meinungsfreiheit zu beseitigen.

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fleischwurstfachvorleger 15.12.2010, 12:33
28. Cdu / Csu / Fdp

Zitat von founder
Ich wohne an der deutschen Grenze in Österreich. Manchmal überlege ich zu übersiedeln. Aber als ich auf Heise.de von dieser ganzen Jugendschutzsache hörte und den vermuteten Folgen, gigantische Abmahnwellen, dachte ich, Deutschland NEIN DANKE! Es war die Gefahr, daß betreiber von Foren oder kleiner Webseiten zum Freiwild für diverse Abmahnkanzleien werden. Es ist gut wenn dieser Irrsinn deutscher Überbürokratisierung noch fällt.
Wann hört denn endlich dieser Irrsinn auf.
Jetzt stimmt also CDU und FDP gegen einen Entwurf, den sie selbst eingebracht haben, um der Regierungskoalition aus SPD und Grünen eine Abstimmungsniederlage zu verpassen. Mei san die deppat!!

Und unsere Abmahnministerin hat ja versprochen, gene diesen Abmahnwahnsinn endlich einzuschreiten - da vergällt sie aber die ganzen nutzlosen Anwälte, die dann keine Geschäftsgrundlage mehr haben.

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bauagent 15.12.2010, 12:34
29. Jugendschutz?

Zitat von founder
Ich wohne an der deutschen Grenze in Österreich. Manchmal überlege ich zu übersiedeln. Aber als ich auf Heise.de von dieser ganzen Jugendschutzsache hörte und den vermuteten Folgen, gigantische Abmahnwellen, dachte ich, Deutschland NEIN DANKE! Es war die Gefahr, daß betreiber von Foren oder kleiner Webseiten zum Freiwild für diverse Abmahnkanzleien werden. Es ist gut wenn dieser Irrsinn deutscher Überbürokratisierung noch fällt.
Es ging bei diesem Gesetz doch schon lange nicht mehr um Jugendschutz; es ging um Schritte in Richtung Zensur. Inhaltlich und strukturell kann man das Internet nicht in ein allgemeines Mediengesetz integrieren, das ist der Punkt.

Hoffentlich sehen wir in 1 Jahr nicht ein Brüsseler Diktatur-Gesetz.

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