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Kampf gegen exzessives Computerspielen: Drogenbeauftragte will Altersfreigaben versch
DPA

Die Drogenbeauftrage Marlene Mortler will gegen exzessives Videospielen vorgehen - etwa mit verschärften Altersfreigaben. Die zuständige Prüfstelle hält davon nichts.

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spdf 12.11.2016, 17:40
90. re

Zitat von torben40
Doch was mit den Eltern denen es vollkommen egal ist? Ich würde nie auf die Idee kommen meinen 8 jährigen Sohn GTA zu geben oder vor ihm stundenlang ein Zombiespiel zu spielen oder heftige Horrorfilme zu schauen. Auch würde ich es meiner 12 jährigen Tochter nicht erlauben sich in sozialen Medien gegenüber der halben Welt (emotional) nackig zu machen. Andere Eltern machen aber genau das bzw. lassen es zu.
Es würde zu mindestens mal helfen Kindern zu erklären dass ein Zombie ein Perpetuum Mobile ist und von daher nicht existieren kann. Ein Zombie nutzt nämlich konstant mehr Energie als er erhält und das ist unmöglich. Von daher verstehe ich nicht warum sich Deutschland mit Zombiespielen oder auch Filmen so schwer tut.

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torben40 12.11.2016, 18:23
91.

Zitat von spdf
Es würde zu mindestens mal helfen Kindern zu erklären dass ein Zombie ein Perpetuum Mobile ist und von daher nicht existieren kann. Ein Zombie nutzt nämlich konstant mehr Energie als er erhält und das ist unmöglich. Von daher verstehe ich nicht warum sich Deutschland mit Zombiespielen oder auch Filmen so schwer tut.
Auch wieder wahr! Die Kinder lernen gleichzeitig den Umgang mit Kettensägen, diversen Waffen und können Wunden versorgen. Ich werde meine destruktive Haltung jetzt nochmal gründlich überdenken. Danke!

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spdf 12.11.2016, 19:18
92. re

Zitat von torben40
Auch wieder wahr! Die Kinder lernen gleichzeitig den Umgang mit Kettensägen, diversen Waffen und können Wunden versorgen. Ich werde meine destruktive Haltung jetzt nochmal gründlich überdenken. Danke!
Mit einem Computerspiel lernen sie niemals den Umgang mit einer Waffe. Das ist Unsinn. Genauso wenig wird jemand durch ein Computerspiel zu einem Soldaten.

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Wasserbeutlseele 12.11.2016, 21:20
93.

@ torben40
„Genau DAS machen wir bereits seit Jahren! Nur was, wenn den Eltern das einfach vollkommen egal ist? Das war meine Frage! Die Eltern tun in den Gesprächen zwar immer einsichtig und wollen dabei gut dastehen. Sie handeln aber schlicht und einfach nicht so, wie ich immer wieder feststelle.“

Soweit ich das erkennen kann, fehlt es den Eltern nicht unbedingt an Reflektionsvermögen und es ist ihnen auch nicht egal. Ich sehe da häufig Überforderung und fehlende Durchsetzungskraft. Überforderung in dem Sinne, daß es Zeit erfordert, sich mit dem Kind und seinem Online- oder Spielverhalten auseinanderzusetzen. Die Zeit haben viele Eltern schlicht und einfach in den seltensten Fällen. Vor allem Alleinerziehende, die Arbeit, Haushalt und Kindererziehung alleine managen müssen, haben es dabei besonders schwer. Deweiteren gibt es auch bei den Eltern unterschiedliche Level der Computernutzung und eine gewisse Verunsicherung bezüglich der Inhalte und den gesellschaftlichen Tendenzen. Ist es ok, dem Kind früh einen Facebookaccount einzurichten? Alle anderen Kinder dürfen….. Ist es ok, wenn das Kind pausenlos Minecraft zocken möchte? Die Freunde machen es auch und man sagt, es steigere die Kreativität des Kindes… Soll das Kind früh einen eigenen Rechner bekommen? Alle sagen, es wäre wichtig. Die Zukunft ist digital….
Es ist schwierig für die Eltern da einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und den auch noch, gegen die Wünsche des Kindes, zu behaupten. Die Kids machen teilweise richtig heftig Terror. Was ich in meinem Umfeld beobachten kann, sind ( häufig hilflos wirkende ) Versuche mit überwiegend altbackenen Erziehungsmethoden eigene Standpunkte ( mal mehr oder weniger konsequent) durchzusetzen, die die Kinder aber bei jeder Gelengenheit unterwandern. Die Eltern ziehen auch nicht immer an einem Strang. Sowas zb. ist absolut notwendig, um Regeln überhaupt wirklich einführen und umsetzen zu können.

„Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass bei allen Dingen (die Spaß machen) die Dosis das Gift macht.“

Stimmt nur teilweise. Es gibt auch unterschiedliche Reaktionen auf kleinste Mengen „Gift“. Bei denen, die bereits Suchtendenzen haben, reichen kleinere Dosen, um sie erneut anzufixen + es gibt es ein „genetisches“ Risiko, was generelle Suchtendenzen fördern kann + es gibt anfälligere Typen ( wie zb. ADHSler ), die leichter in ein Suchtverhalten hineinrutschen können + es gibt unterschiedliche RL Bedingungen der Kinder (ein Kind ohne Bestätigung und Anerkennung im RL hat stärkere Tendenzen zur Onlinesucht, als ein Kind was im RL das bekommt, was es sucht).

Btw. Ich verharmlose die anderen Süchte nicht. Wenn sie einen Koksjunkie haben, entgiften sie ihn, stecken ihn in Therapie und ändern sein Umfeld, um ihn vom Stoff fernzuhalten. Was machen sie mit Onlinejunkies in einer komplett digitalisierten Gesellschaft?

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Wasserbeutlseele 12.11.2016, 21:23
94.

Die Kids haben ihre Gründe zu spielen und die kindliche Neugier und der Spieltrieb des Menschen sind sehr starke Kräfte. Es sind eigentlich richtig gute RL Intressen und Fähigkeiten, die die Kinder im Spiel ausleben und ausbauen wollen. Zu meiner Zeit gab es vier Spieletypen. Die Strategen ( die kreieren, bauen stundenlang ihre eigene Welt auf, um sich dann über Strategien im Showdown zu behaupten ), die Rollenspieler ( dabei liegt die Fazination in der Indentifikation mit dem Avatar, dem hochleveln desselbigen, dem Gruppenerlebnis beim Durchwandern unbekannter Gebiete, lösen von Aufgaben und Kämpfen), die Egoshooter ( die wollen sich in der Jagd behaupten und suchen überwiegend die Adrenalinausschüttung) und die Racer ( denen geht es überwiegend um Adrenalin und Ausbau ihres Reaktionsvermögens). Je nachdem, wie die Interessen und Neigungen des Kindes sind, wird es eine Tendenz zum einen oder anderen haben ( Überschneidungen möglich). Die Eltern sehen nur den Spielkonsum ansich, vergessen aber die Fähigkeit ihres Kindes dahinter zu sehen und verpassen es, diese Fähigkeiten einfach ins RL umzulenken ( zu dem Egoshootertyp > das ist jetzt KEIN Aufruf dem Kind eine Paintball Pumpgun in die Hand zu drücken! Es geht auch ohne Knarre!). Ich habe zu meiner Spielezeit Leute getroffen, die wirklich unglaubliche Fähigkeiten über Spiele ausbauen konnten. Einziges Problem > Sie wurden im realen Leben von anderen weder gesehen, noch wertgeschätzt, noch konnten sie sie im RL wirklich nutzen. Das verdonnerte sie quasi zu einer Scheinexistenz mit dementsprechenden Suchtpotential.
Meiner Meinung nach wird, bei der VR Entwicklung, das VR Erlebnis-, das Identifikations- und Bindungspotential zum Avar unterschätzt. Daran knüpfen sich mitunter die psychologischen Risiken. In Asien gehen heute schon Leute Beziehungen mit Avataren ein ( und da steckt noch nicht mal eine Person dahinter), arrangieren RL Geburtstagsfeiern für diese und heiraten sie sogar. Können sie das nachvollziehen? Können glaub ich die wenigsten. Wenn irgend jemand das in unserer heutigen Gesellschaft nur ansatzweise nachvollziehen kann, sind es die Onlinerollenspieler. Deswegen war ich auch echt erleichtert über das Statement von adamk.
Haben sie den zweiten Link von mir überhaupt angeklickt und sich das mal durchgelesen? Die reden da von Manipulationsmöglichkeiten am Bewusssein vorbei, psychologischen Auswirkungen NACH der VR Nutzung und einem möglichen biologischen Einfluß. Wer soll das denn noch beurteilen können?

„It is not excluded that extended interactions with VR environments may lead to more fundamental changes, not only on a psychological, but also on a biological level.“

Quelle: http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/frobt.2016.00003/full

Checken dann spezielle Teams vor der Veröffentlichung die Software nach unterschwelligen Manipulationen, geben Minutenbeschränkungen an und warmen vor möglichen epigenetischen Auswirkungen oder wie soll das aussehen?

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futtereimer 13.11.2016, 12:18
95.

Tja, dann ist mein Mann wohl auch süchtig....nach einem gaaanz gefährlichen Spiel..."Candy Crush" auf FB...während ich "süchtig" nach "Phase 8 " bin..... Ui, ui, gefääährlich !!! Werden wir jetzt zu Zombies, nur weil wir es gerne spielen ? Ach ja, die Altersfreigabe erhöhen..dumm nur, dass wir beide schon über 40 sind... Und lach...Altersfreigaben bei Kindern.....die bekommen es schon so gedreht, dass die mit 12 schon an Spiele ab 18 kommen...sooo doof sind die jetzt auch nicht ! Wir haben bei unseren Kindern erst mal ein Passwort eingerichtet...das geben nur WIR ein--dh, sie können erst an ihr Spiel, nachdem wir den PC frei gegeben haben... Und abends um ne gewisse Uhrzeit ist tuck. Ganz einfach...da brauch ich keine "möchte-gern-" Politikerin, die sich nur lächerlich macht....

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jklas 13.11.2016, 14:59
96.

Ich hab ne Idee: Wie wärs denn, wenn jeder Politiker, der sich für ein Amt bewirbt, im Vorfeld erstmal einen Test ablegen muss, um sicherzustellen, dass auch die benötigte Fachkompetenz vorhanden ist ? Würde der Bevölkerung sicherlich viele Stunden an Verzweiflung, Politikverdrossenheit und Kopfschütteln sparen......

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bloub 14.11.2016, 10:58
97.

Zitat von gehirnbrand
Frau Mortler hat aber auch so gar keine Plan von der Welt: seit STEAM ist Jugendschutz (leider) definitiv ausgehebelt. Die minderjährigen holen sich legal eine Guthabenkarte beim Kiosk, Tankstelle etc und zahlen damit die Spiele auf der STEAM-Platform. Das scheint keinen zu interessieren!
sicher interessiert das niemanden, weil sich steam an die deutschen jugendschutzgesetze hält. entweder kriegt man fsk18 spiele gar nicht auf steam oder nur eine zensierte version.

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dererzer 16.11.2016, 15:53
98. @jklas: Super Idee, ich hätte aber noch einen Vorschlag;

Zitat von jklas
Ich hab ne Idee: Wie wärs denn, wenn jeder Politiker, der sich für ein Amt bewirbt, im Vorfeld erstmal einen Test ablegen muss, um sicherzustellen, dass auch die benötigte Fachkompetenz vorhanden ist ? Würde der Bevölkerung sicherlich viele Stunden an Verzweiflung, Politikverdrossenheit und Kopfschütteln sparen......
Zusätzlich wäre zu prüfen inwieweit die Politiker noch Bezug zur realen Welt haben (und ja, mir ist die Ironie bewusst das gerade bei diesem Thema zu fordern...). Scheinbar ist Frau Mortler viel zu sehr in ihrer eigenen kleinen Welt vertieft um mitzubekommen, dass Altersbeschränkungen absolut niemanden interessieren. Spielt man Online-Spiele mit Altersempfehlung (ist im Netz ja ohnehin so gut wie nicht umsetzbar, allein durch unterschiedliche Gesetze in den verschiedenen Ländern) trifft man dort dermaßen oft Kinder an, dass man sich fragt warum es Altersempfehlungen bzw. -Beschränkungen überhaupt gibt. Solange die Accounts nicht an reale Dokumente wie einen Ausweis gebunden sind (wobei die Datenschützer natürlich wieder Schreikrämpfe bekommen würden) kann sie sich dieses hohle Gebrabbel auch gleich sparen. Andererseits ist es schon ein wenig erheiternd wenn unsere Politiker mal wieder unter Beweis stellen wie fern jeder Realität sie eigentlich sind...

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xineohp 17.11.2016, 08:46
99. Erst wenn ...

... das letzte Kind verkabelt ist, dann werdet Ihr merken, dass die Totalvernetzung bei den meisten Leuten das Hirn verballert und sie ohne die Intenet-Krücke nicht mehr klar kommen. ... Exzessives Online-daddeln (denn zunehmend mehr Leute haben ihre Kinder da nicht mehr im Griff - wie soll das auch auch bei mobilem Internet für Kinder möglich sein?) ist die perfekte Einstiegsdroge :-/

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