Forum: Netzwelt
Kann sich der Online-Journalismus mit der Zeitung messen?

Die Zeit, in der Online-Journalismus ein hastiges Nebengeschäft der Verlage war, geht ihrem Ende entgegen. Noch aber reklamiert die Zeitung für sich die höheren Qualitäten. Ist das wirklich noch so?

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Horst Ziegler 02.01.2009, 11:33
30. Dem pflichte ich bei.

Zitat von la borsa
die zunehmende Oberflächlichkeit des Spiegels. Mir jedenfalls fällt beim Spiegel immer wieder auf, das da nur Datenblätter aufbereitet werden. Es fehlt mir bei den Journalisten einfach der geniale Kick. Könnte man ja bei einer Wochenzeitschrift verlangen. Die Jungs verdienen richtig Asche.
Ergänzung:
Da wird im Spiegel über die Germanen parliert und über die Ethnienbildung der Deutschen. Es wird aber immer noch nicht zur Kenntnis genommen, dass man zwar gleicher sprachlicher Zunge sein kann, aber die Bildung einer Nation etwas ganz anderes ist. (Die Schweizer wollen keine Deutschen sein oder doch?)

Besonders: Man denke nur an die USA und England oder Australien, wie inbrünstig die sind. Das Empfinden geht den Deutschen ab. Deshalb hätte der Spiegel dem Aspekt Bildung und Stabilisierung von Nationen breiteren Raum einräumen müssen. So aber war der Artikel nur nett. Mehr nicht.

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la borsa 02.01.2009, 12:44
31. Nationalliberale Töne

Zitat von Horst Ziegler
Ergänzung: Da wird im Spiegel über die Germanen parliert und über die Ethnienbildung der Deutschen. Es wird aber immer noch nicht zur Kenntnis genommen, dass man zwar gleicher sprachlicher Zunge sein kann, aber die Bildung einer Nation etwas ganz anderes ist. (Die Schweizer wollen keine Deutschen sein oder doch?)
Gut. Inhaltlich sind die Redaktionen an ihre Verleger gebunden. Beim Spiegel ist das die Gesamt der Mitarbeiter, soweit mir bekannt ist. Bei anderen Zeitungen ist das die jeweilige Verlegergruppe oder -familie.
Ich wundere mich schon, dass der Spiegel ein Nationalliberales Thema aufgreift, er begibt sich damit zu den Anfängen des Deutschen Liberalismus.

Na, ja. Lassen wir das Inhaltliche.
Hier geht es nur ums Format. Eines dürfte klar sein, die Zeitungen haben sich mit dem Online-Format die Konkurrenz ins Haus geholt.

Sonst ist hier ja schon alles zum Format gesagt worden und damit Tschüss.

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leinentuch 06.01.2009, 16:11
32.

Hallo,

ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen doch mag ich mal einen Einwurf bringen und nicht extra dazu ein Thema eroeffnen.

Mittlerweile finde ich, ist der Onlinejournalismus realer und wahrer wie jeder andere der an die oeffentlichkeit geraet. Denn in deutschland wird bewusst einiges verschwiegen was in anderen laendern so abgeht. Ich sag nur Niederlande und Griechenland, Frankreich nicht zu vergessen.
Medien haben Angst vor der Wahrheit. Es wird nichts berichtet ueber andere Laender und was da passiert. Ich werde hier auch nicht tiefgruendiger auf diese Themen eingehen, sonnst ist der Beitrag geloescht durch die Adminstration.

Es ist sagenhaft das uns Informationen bewusst enthalten werden und das wir eine heile Welt vorgelogen bekommen. Ich denke und bin der ueberzeugung das dies volle Absicht ist, denn wer will da nachrecherchieren. Quellangaben fehlen so oder so. - Das ist kein Journalismus.

zum Glueck gibt es das Internet..

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Peter Werner 08.01.2009, 11:55
33.

Zitat von leinentuch
Hallo, ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen doch mag ich mal einen Einwurf bringen und nicht extra dazu ein Thema eroeffnen. Mittlerweile finde ich, ist der Onlinejournalismus realer und wahrer wie jeder andere der an die oeffentlichkeit geraet. Denn.....
Muss gestehen, ich verstehe diesen Beitrag nicht so ganz. Was bitte schön wird von den herkömmlichen Medien mit Absicht verschwiegen was in anderen Ländern (Niederlande, Griechenland, Frankreich) passiert?
Nach wie vor existiert eine riesige Vielfalt auch an kommerziellen Medien. Glauben Sie an eine Verschwörung zwischen all diesen Verlagen, Redaktionen, Journalisten etc. um das "was in anderen Ländern passiert" zu verschweigen?

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hofnarr.florian 10.01.2009, 22:49
34.

Ich denke, dass die Print-Medien nie ganz verschwinden werden, aber das Web trotzdem an Bedeutung gewinnen wird. In Amerika und anderen Ländern haben Blogs schon längst viel mehr Einfluss als hier.

Die Blogger-Szene muss sich gar nicht vor den alten Medien verstecken. Sie bietet schon jetzt eine alternive Möglichkeit zur fundierten Meinungsbildung.
Es ist aber trotzdem fraglich, ob das WWW die Print-Medien je ganz überholt.

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politischerhofnarr 10.01.2009, 23:32
35.

Ich glaube, hier geht's nicht um eine "entweder oder"-Frage. Sowohl Print als auch Online werden weiter bestehen bleiben. Wichtig ist, dass sich beide Angebote ergänzen: Durch schnellere Verfügbarkeit und Multimedia-Elemente sind die Vorteile des Internets der zeitnahe Nachrichten-Überblick sowie zusätzliches Infomaterial. Die Zeitungen können dafür mehr in die Tiefe gehen in ihren Beiträgen und die sind zumeist auch qualitativ hochwertiger.
Ein Blog-Bericht zum Thema.

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mörk 11.01.2009, 13:51
36. ...

Ich denke, dass das Überleben der Druckausgaben eine Kostenfrage ist. Online ist ebenso effektiv, aber billiger, was in Zeiten von stagnierendem Anzeigengeschäft eine immense Rolle spielt. Bei unzähligen Tageszeitungen macht das Kaufen der Printausgabe mE keinen Sinn mehr, da alles identisch und kostenlos auch online verfügbar ist.

Ich denke aber, dass nicht nur die Printausgaben zurückgehen werden, sondern dass der gesamte Journalismus in einer Krise steckt, die mehr und mehr auch öffentlich wahrgenommen wird. Ich weiß, wovon ich spreche, ich komme aus der Branche. Die Qualität gerade der jetzt noch "etablierten" Redaktionen, ist in den letzten Jahren ins Bodenlose gesunken. Unzählige Tageszeitungen bestehen fast nur noch aus Agenturmeldungen, selbst recherchiert wird zunehmenmd nur noch im Lokalteil, und das Ergebnis ist selbst dort qualitativ unter aller Sau. Gründe hat das viele. Zum einen müssen Journalisten immer mehr Aufgaben für immer weniger Geld übernehmen, die Redaktionen werden ausgedünnt, Printredakteure müssen sich parallel um online-content kümmern. Zeit und Energie für tiefergehende Recherchen bleibt da kaum noch. Wer sich in bestimmten Themen gut bis sehr gut auskenmnt, kann das einfach überprüfen: Er lese verschiedene Artikel zu diesen Themen. Ich garantiere, er wird IMMER teils sogar immense Fehler finden.

Ein weiteres Problem ist die Vermuischung von Journalismus und Werbung. Die meisten freien Journalisten machen inzwischen beides, um überhaupt noch genug Aufträge zu haben, und da kommt es schnell zu Interessenskonflikten. Dazu kommt, dass Auftraggeber und sogar angeblich seriöse Redaktionen Inhalte vorgeben, sich Abweichungen verbitten, Texte zensieren, bestimmte Details gar nicht zulassen, weil sie, wenn auch wahr, nicht zur Blattlinie passen etc. Eine freie Presse sieht anders aus.

Einige "Etablierte" wettern daher auch mächtig gegen Blogger und reine Onlinejournalisten, denn unter denen gibt es einige, die immense Qualität liefern und auch zu recht Journalistenpreise abräumen. Für die großen Redaktionen werden diese "Unabhängigen" früher oder später zu einem großen Problem werden.

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Rainer Eichberg 11.01.2009, 14:03
37.

Zitat von sysop
Die Zeit, in der Online-Journalismus ein hastiges Nebengeschäft der Verlage war, geht ihrem Ende entgegen. Noch aber reklamiert die Zeitung für sich die höheren Qualitäten. Ist das wirklich noch so?
Nein, weil eine Zeitung grundsätzlich ein tagesaktuelles Medium ist und eigentlich niemand von ihr ausführliche Hintergrundinformationen erwartet. Sowas erwarte ich von Wochen- oder Monatsmagazinen, bei denen eine Information die Gelegenheit hat, ein paar Tage zu "sacken" und hinterfragt sowie gründlich recherchiert zu werden, bevor man sie in die Welt hinausbläst.

Abgesehen davon leben wir in einer Welt, in der Informationshäppchen blitzschnell und brandaktuell gefragt sind. Das Internet ist weit, weit besser als eine Zeitung dafür geeignet, Nachrichten zu publizieren.

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politischerhofnarr 12.01.2009, 15:45
38.

Ich glaube, hier war lediglich der Begriff "Zeitung" etwas unpräzise und der Print-Journalismus generell gemeint. Im Sprachgebrauch ist die Zeitung ja nicht nur Tages-, sondern eben auch Wochenzeitung. In diesem Fall wären die Hintergrundberichte eben doch der große Vorteil dieses Mediums.

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planet-safari 19.01.2009, 12:56
39. "höhere Qualitäten"? Der ausgestreckte Oberlehrer Zeigefinger hat ausgedient.

Ein Umbruch geht nicht von heute auf morgen und es wird noch dauern bis z.B. "Fakten, Fakten, Fakten" endlich eingehen. Es hängt doch nicht so sehr von dem ab von wo die Information bezogen werden, egal ob Internet oder Print. Und da geht's um die Qualität, um die Leute die diese Informationen presentieren.
Selbst die Gratis-Zeitung im Flieger hab ich seit Jahren nicht mehr angefasst. Fast alle Tageszeitungen sind einfach am Ende.
Keine Werbeeinnahmen = kein Gewinn = schlecht bezahlte Mitarbeiter = miese Zeitung.
Die "Qualität" der DPA zeigt genau dieses Prinzip: Honorare so gering wie möglich! Mit den Einsparungen hat sich diese (international gesehen) kleine Nachrichtenagentur eine Monopolstellung in deutschsprachigen Medien geschaffen und kontrolliert in dem elektronischen Bereich viele Konkurenzunternehmen die über den DPA Server laufen müssen.
Weil aber immer mehr Leser keine Lust haben diesen "DPA Einheitsbrei" in den Printmedien zu lesen weichen viele auf Online Produkte aus und suchen sich ganz nach individuellem Themen-Interesse die Quellen selbst aus.

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