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KI-Kunstwerk versteigert: Gemälde von "min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]"
DPA

Das Werk "Edmond de Belamy" wurde von einem künstlichen neuronalen Netzwerk geschaffen, nun hat das Auktionshaus Christie's es versteigert - und für das KI-Gemälde deutlich mehr bekommen als ursprünglich geschätzt.

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intercooler61 26.10.2018, 07:26
10. Was ist daran Künstliche "Intelligenz"?

In jüngster Zeit ist KI en vogue, und jeder der dabeisein will, wirft mit dem Begriff um sich. Selbst wenn das Bild einen (visuellen) "Turing-Test" bestünde: Letzterer ist eine _bi_näre Funktion - sein Ergebnis hängt auch von der Intelligenz des menschlichen Betrachters ab.

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huz6789 26.10.2018, 08:06
11. Keine Intelligenz

Der Geldbetrag ist dem Hype geschuldet, ganz bestimmt nicht der künstlerischen Qualität. Die Setzung der Unschärfe ist unmotiviert, der Stil anachronistisch. An Stelle von Überraschung, Kreativität, Individualität und schöpferischer Leistung tritt eine nachvollziehbar "verzweifelte" Verwendung vergangener Datensätze einer ziemlich dummen Maschine. Nur wenig intelligenten Menschen kann man so etwas als Intelligenz verkaufen.

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teespee 26.10.2018, 08:26
12. Kopie

Scheint so als hätte das Kollektiv nur ein fertig trainiertes Modell von Robbie Barrat laufen lassen, ohne selber etwas zu leisten. Siehe Twitter: https://twitter.com/DrBeef_/status/1055285640420483073

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vermeervandelft 26.10.2018, 08:45
13. "ein anonymer Bieter"

War es ein menschlicher Bieter? Oder hat ein neuronales Netz das Gemälde ersteigert? (denn vielleicht haben die am meisten Sinn dafür?)

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gapun 26.10.2018, 08:46
14. Nochmal lesen...

Das Bild wurde von zwei konkurrierenden Algorithmen geschaffen.
Der eine, gefüttert mit Porträts als Basis hat nichts anderwärts gemacht, als Wahllos aus dieser Grundlage Pixel neu zusammen zu ordnen.
Ein wenig möchte ich es vergleichen mit einem Ausmalbild eines Gesichts und einer zufälligen Anordnung von Hautfarben, die auf dieses Bild klatschen.

Eine zweite Anwendung, eine Art Gesichtserkennung, schaut sich dann jedes Bild an und versucht was zu erkennen.
Sobald es irgendwie an einen Menschen erinnert... Treffer!

Aber wo ist da die Intelligenz???
Eine Intelligenz hätte schon vorher gewusst, was in etwas raus kommen soll. Hatte sich auch frei entscheiden können, also nicht auf Porträt festgelegt, und auch wenn es verworfen worden wäre, was erkennbares produziert, selbst wenn es abstrakt geworden wäre.
Try and error hat nichts mit echter Intelligenz zu tun, sondern ist nur eine Fortführung von automatischen Prozessen.

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hmueller0 26.10.2018, 08:56
15. Was ist Kunst?

Das wäre doch mal wieder ein guter Zeitpunkt, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Und dann noch gleich damit, wie es um das Kunstverständnis (oder das Ego?) ders Käufers bestellt ist, der sich das Teil gekauft hat.

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iasi 26.10.2018, 09:19
16. Der "Kunstmarkt" spiegelt eben die ganze Finanzwirtschaft wider.

Blasen überall. Einen echten Gegenwert gibt es für all das Geld doch schon lange nicht mehr. Bitcoin, Kunstwerke, Aktienkurse, Gold und all die anderen "Anlagewerte" sind doch nichts anderes als die Tulpen unserer Zeit. Langsam schlägt dieses "Geld" aber eben doch auf die Realwirtschaft durch: An den Immobilienpreisen kann man es schon erkennen. Dennoch: Manche Kunstwerke erzielen Preise, die dem Wert ganzer Fabriken entspricht - was doch sehr an Tulpen erinnert.

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hansgustor 26.10.2018, 09:23
17. Plagiat

Die eigentlich interessante Geschichte ist dass der Algorithmus jemand anderes programmiert hat, der keinen Cent dafür bekommt. Die "Künstler" haben sogar noch auf GitHub nach Hilfe gefragt.

Danke @teespee für den Hinweis.

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Michael1982 26.10.2018, 09:26
18. Der Pinsel malt ein Bild!!!

Mit derselben Verwunderung könnte man hinter einem "herkömmlichen" Kunstmaler stehen und mit Erstaunen feststellen: "Der Pinsel malt ein Bild!"
Der Künstler ist ja nun mitnichten der Algorithmus, sondern der, der den Algorithmus geschrieben hat. Gegenstand des Kunstwerks ist auch ebenso mitnichten die abgebildete Person, die, albernerweise und vermutlich hintersinnig vom Aktionshaus, noch mit einem ebenso nostalgisch anmutenden Goldrahmen versehen wurde. Ohne den Rahmen fände ich den kunsthistorischen Bezug schlüssiger bzw. den Gegenwartsbezug konkreter.
Den konzeptuellen Ansatz finde ich spannend! Gute Arbeit Arbeit vom Kollektiv Obvious.

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frenchie3 26.10.2018, 09:43
19. @3 Die künstlerische Qualität

würde ich niemals für irgendwas als Beurteilungskriterium nennen. Qualität ist für jeden etwas anderes, mir käme nie ein Picasso ins Haus selbst wenn ich nicht wüßte wohin mit dem Geld. Sicher, das Bild kommt aus einem elektrischen Dingens, aber wer sagt Ihnen daß das Teil nicht doch eine explosive Idee hatte nachdem viele Ansätze verworfen wurden? Immerhin wurden nicht Millionen von Möglichkeiten durchgerechnet wie es Computer sonst machen

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