Forum: Netzwelt
Klick-Arbeiter hinter Gittern: Wie finnische Häftlinge einen Algorithmus trainieren
_hijiki_/ Getty Images

In Finnland klassifizieren Gefängnissen-Insassen für ein Start-up Daten, mit denen anschließend ein Algorithmus trainiert wird. Die Arbeitsmaßnahme ist ungewöhnlich - und umstritten.

Seite 1 von 2
freigeistiger 29.03.2019, 22:42
1. Gemeinsamkeiten ...

... von Start ups, Platformen ode Franchise Systemen ist, dass sie Arbeitskraft und Resourcen von Anderen nutzen. Der Aufwand, das Risiko und geringe Bezahlung gehen zu Lasten Anderer. Start up hört sich immer schön nach innovativ und produktiv an. Es ist die Ausnutzung anderer, etwa wie bei Uber. Uber verdient nur durch die Vemittlung. __ Zum Artikel: Ausgenutzt werden, umsonst arbeiten, durch und für Andre ist gut für das Training von angemessenem gesellschaftsrelevantem realistischem Sozialverhalten. Sich verhalten auf Kosten anderer. Das ist das Gleiche, warum Gewaltbereit-innen aus Gewaltfamilien kommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Newspeak 30.03.2019, 01:03
2. ....

Auf der einen Seite ist nichts dagegen einzuwenden, dass Gefangene solche einfache, aber langweilige Arbeit verrichten. Das ist per se nichts Schreckliches. Das tun auch viele Menschen ausserhalb des Gefängnisses. Nur sollte man sie dafür wirklich auch fair entlohnen, also zumindest Mindestlohn bezahlen. Das wäre nur gerecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
snoook 30.03.2019, 07:05
3. Erstaunlich wie schnell heutzutage aus einer Dystopie Realität wird!

Nicht nur, dass hier tatsächlich Arbeitsplätze vernichtet werden. Wir schaffen völlig neue Geschäftsmodelle mit einem Teufelskreis aus Geheimverträgen, Startups mit niedrigster Bezahlung und exorbitanten Gewinnmargen. Fehlt nur noch, dass die Gefängnisse privatisiert werden und die Gesetzte verschärft, damit mehr "qualifizierte Häftlinge" diese Arbeit machen können.
Bleibt hoffen, dass sie sich schnell der Probleme bewusst werden, die diese "Lösung" mit sich bringt. Schon mal was von "Bias" gehört???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
konradhamster 30.03.2019, 07:22
4. Gefangenenarbeit? Nein Danke!

Ich finde auch, dass man Gefangene nicht arbeiten lassen sollte: allein diese armen Menschen einzusperren ist eine unmenschliche Repression, nur weil sie andere betrogen, beraubt, verletzt, verstümmelt oder hin und wieder jemanden umgebracht haben. Jetzt sollen sie arbeiten! Was will man diesen Menschen als nächtes antun? Wiedergutmachung für ihre Verbrechen leisten? Oder gar Steuern zu zahlen? Ich frage mich, auf welch sadistische Wahnsinnsideen dieser Staat noch kommt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Röö¶ 30.03.2019, 07:47
5. konkret?!

Worin besteht denn nun konkret die Arbeit der Gefängnisinsassen? Wie soll ich mir ein Urteil bilden, wenn ich nur mit unspezifischen Hinweisen bedient werde?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Naturrecht 30.03.2019, 08:08
6. @autor

Zitat: „Sie arbeiten hinter Gittern für ein Start-up und klassifizieren Daten, um Algorithmen zu verbessern.“
Der Algorithmus ändert sich durch das Klassifizieren der Daten nicht. Der für das ML verwendete Algorithmus kann aber durch die bessere Datenqualität ein bessere Ergebnis erzielen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
No Trumpet 30.03.2019, 08:13
7. Wo ist jetzt das Problem?

Gefängnisarbeit wird schlecht bezahlt. Das ist ein Fakt. Hat aber mit der Art der Arbeit nichts zu tun.

Und Gefängnisarbeit kann anspruchslos und monoton sein. Auch ein Fakt. Nicht jeder Insasse ist Tischler o.ä. und nicht jeder Insasse kann eine Weiterbildung machen.

Und Gefängnisinsassen sind froh um JEDE Arbeit, um den Tag irgendwie zu verkürzen. Sei dies nun einfache Arbeit in der Montage von Steckern o.ä. oder die sicher schönere Tätigkeit in der Gärtnerei.

Wo also ist jetzt das eigentliche Problem?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frenchie3 30.03.2019, 08:29
8. Der Sinn des Artikels

ist jetzt aber nicht daß man Mitleid wegen Ausbeutung von Sträflingen hat? Oder werden die gezwungen? Da tun mir eher die Leute leid die außerhalb des Gefängnisses den Job gerne gemacht hätten, als Heimarbeit oder um wenigstens etwas zu verdienen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PRAN1974 30.03.2019, 08:49
9.

Es ist erschreckend, wie kreativ manche Unternehmen darin sind, Niedriglöhner zu finden. Wenn keine finnischen Sprachkenntnisse nötig wären, hätten sich wahrscheinlich genug arme Ausländer gefunden, die das für ein paar Cent pro Stunde erledigen und in ihrem Heimatland davon leben können. Dass in einem Hochlohnland wie Finnland niemand zu diesem Lohn solche Arbeiten erledigen will, überrascht nicht. Ich weiß nicht, ob es in Finnland einen Mindestlohn gibt, aber auch gerade eine monotone Arbeit sollte zu solchen Löhnen bezahlt werden.
Für die Häftlinge selbst ist diese Arbeit sicherlich nicht schlecht und die meisten werden freiwillig die Gelegenheit nutzen, sich etwas dazuzuverdienen. Aber diese Arbeit könnten auch normale Finnen zu angemessenen Löhnen im Mindestlohnbereich machen und darum finde ich das nicht in Ordnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2