Forum: Netzwelt
Kommentare im Netz: Immer her mit der Nazikeule

Ein aktueller Trend im Netz sieht so aus: Man möchte rechtsradikale Positionen vertreten, aber dafür bitteschön nicht als rechtsradikal bezeichnet werden. Das geht so nicht.

Seite 6 von 36
biesi61 11.11.2015, 13:50
50. Sehr guter Kommentar,

Im besten Sinne Victor Kemperers hat sich Lobo der Umdeutung aller Begrifflichkeit entgegengestellt. Ich bin auch dafür, die Rassisten der AfD Rassisten zu nennen und die Neonazis von PEGIDA Neonazis, auch wenn sonderbare Kräfte beim SPIEGEL dann die Veröffentlichung meiner Posts immer wieder verhindern.

Beitrag melden
at.engel 11.11.2015, 13:51
51.

Dass Rechtsextremisten - im Gegensatz zu Linksextremisten - meist abstreiten "rechstextremistische" Ideen zu vertreten, ist mir schon früher aufgefallen. Marine Le Pen ziert sich da auch immer. Ich finde es aber auch äußerst wichtig, die Dinge beim Namen zu nennen, das heißt, hier klar Grenzen zu ziehen. Wozu man nicht unbedingt immer die "Nazis" braucht.
Das sollten sich aber auch Journalisten zu Herzen nehmen. Da stand in SPON Online vor nicht allzu langer Zeit etwas vereinfacht ausgedrückt, dass unter den Rechstextremisten Leute seien, die gar nicht aus dem rechtextremistischen Eck kämen. Da das ja nicht irgendwie genetisch veranlagt ist, klang das auf Anhieb erst mal etwas absurd.
Gemeint war, dass inzwischen auch Leute "aus der Mitte der Gesellschaft" - ganz brave Familienväter (-mütter) mit geregeltem Einkommen, 1,38 Kindern, 30 Tagen Urlaub im Jahr und einem Golf in der Garage - plötzlich anfangen für rechtsextremistische Ideen auf die Straße zu gehen; was ja aber grundsätzlich nichts ändert. Rechtsextremisten sind einfach Leute, die rechtsextremistische Ideen vertreten - auch wenn sie keine Springerstiefel tragen.

Beitrag melden
friedberta 11.11.2015, 13:51
52. interessante Erläuterung der Wortherkunft

Es wäre auch hilfreich, wenn man die Grundsätze von PEGIDA gleich am Anfang sachlich diskutiert hätte. Dann hätte sich diese Bewegung nicht in die Ecke gedrängt gefühlt und es wäre nicht zu extremen Äusserungen und Handlungen gekommen.

Sachlicher Gedankenaustausch ist nämlich für alles angesagt, nicht nur für die Verteidigung von linkem Gedankengut.

Beitrag melden
mikefromffm 11.11.2015, 13:51
53. Wenn sie ....

Zitat von TheFrog
Ich verstehe das so : Bist Du nicht meiner Meinung, bist Du Rechts oder ein Nazi. Bist Du meiner Meinung, können wir reden. Ich benutze bewusst nicht diskutieren, denn das sieht anders aus.
... das tatsächlich so verstanden haben, .... habe sie nix verstanden. Vielleicht hilft es ja, den Artikel noch mal zu lesen.

Beitrag melden
observerbgg 11.11.2015, 13:52
54. Nein

er hat nicht recht. Der Beitrag dient wieder einmal nur Lobo selbst. Ausnutzen der momentanen Mehrheit zur Erzeugung von Lob, ist nicht der richtige Weg. Es gibt nicht nur schwarz und weiß! Dieses sich ständig anbiedern mieft!

Beitrag melden
cwernecke 11.11.2015, 13:52
55.

Wer sich als Gutmensch beschimpfen lassen muss, darf sich auch der Nazikeule bedienen. Soviel Freiheit muss sein!

Beitrag melden
mikefromffm 11.11.2015, 13:53
56. Interessante Theorie!

Zitat von ingofischer
Dann müsste man den dann inflationär verwendeten Begriff Nazi neu definieren und dürfte ihn nicht mehr zwangsläufig mit den nationalsozialistischen Verbrechen in Verbindung bringen.
Nazis gibts nicht mehr, weil das die waren, die die "nationalsozialistischen Verbrechen" begangen haben und die sind ja nun bald alle tot. Interessanter Standpunkt.

Beitrag melden
Robert_Rostock 11.11.2015, 13:55
57.

Zitat von eternalchii
Und Sie glauben ersthaft, dass die heutigen Naziterroristen, sollte sie an die Macht kommen, sich irgendwie besser verhalten werden? Obwohl die NSU mordend und plündernd durch die BRD zog und Nazis und Nachwuchsnazis Flüchtlingsheime anzünden, auch gerne, wenn dort Menschen leben? Sie glauben ersthaft, dass die damaligen Nazis nicht von Massen von rechten Mitläufern gestützt wurden?
Besteht denn eine ernstzunehmende Gefahr, dass diese Naziterroristen in absehbarer Zeit die Macht übernehmen?
Meiner Meinung nach dürfte diese Gefahr in etwa so groß sein wie die Gefahr der Islamisierung des Abendlandes. Oder glauben Sie, dass die IS-Terroristen, sollten sie an die Macht kommen, in Deutschland weniger Köpfe abschneiden?

Beitrag melden
Katzazi 11.11.2015, 13:55
58. Grenze

Zitat von mug999
Der Autor meint: Die "Nazikeule" kann ein geeignetes Instrument sein, um den noch rettbaren Rechten zu zeigen, wo Meinung aufhört und Nazitum beginnt. Das Problem ist nur dass diese Grenze von verblendeten Gutmenschen aus dem linken Spektrum festgelegt wird, für die alles Nazitum ist was nicht Ihrer Meinung entspricht
Nein. Die Grenze wird nicht wahllos vom "linken Spektrum" festgelgt. Sie wird vom Grundgesetz und den Menschenrechten festgelegt. Insbesondere vom unantastbaren Grundrecht in Artikel 1 GG, der Würde des Menschen. - Dieses Grundrecht ist unantastbar und muss vom Staat geachtet und verteidigt werden (schon mal Absatz 1 Satz 2 gelesen? "Sie zu achten und zu schützen ist Verpflictung aller staatlicher Gewalt."). Bei der Menschenwürde des anderen Menschen ist die Grenze auch für die Meinungsfreiheit. Und das gilt nicht nur für "verblendete Gutmenschen", sondern für alle, die sich im Rahmen des GG bewegen wollen.

Beitrag melden
Hesekiel 11.11.2015, 14:01
59.

Witzig: Laenger als Lobos Kolumne gibt es im Internet Godwins Law, welches die Erscheinung entweder der Nazikeule oder eines Nazikeulenvergleiches hinreichend erklaert. Dazu lassen sich von den drei genannten "Erkennungspunkten" mit ziemlicher Gaengigkeit zwei auf fast jeden Teilnehmer dieser sog. Online-Diskussionen anwenden - links wie rechts, hueben wie drueben. Die Anonymitaet hilft hier, seinen ganzen inneren Fundamentalismus rauszuquetschen, unabhaengig von der Gesinnung des Texters. Herr Lobo, vllt haette es ein Kolumnenthema besser getan, bei dem nicht krampfhaft irgendeine Verknuepfung zur aktuellen Fluechtlingsthematik versucht worden waere.

Beitrag melden
Seite 6 von 36
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!