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Kommentarfunktion auf Medienseiten: Huch Agathe, die Leser schreiben!
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Die Deutsche Welle schaltet die Kommentarfunktion unter ihren Beiträgen weitgehend ab. Das wirkt hilflos. Dabei können Leserkommentare wertvoller sein als Gold.

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HenOjiSan 16.08.2018, 01:52
130. Als Leser frustriert

Ihre Vorschläge gehen in die richtige Richtung. Als Leser von Kommentaren fühle ich mich zunehmend frustriert: Wer zuerst und am lautesten kommentiert, gewinnt. Wertlose, aber polarisierende Kommentare erhalten Reaktionen, wertvolle gehen im Geschrei unter. Das ärgert vor allem die Leser, die sich durch die Kommentare quälen müssen, um das bisschen Gold zu finden, das vielleicht eine andere Perspektive aufzeigt. Das nervt und wäre durch kluges Handling, wie von Ihnen beschrieben, vermeidbar. Aber auch etwas anderes beobachte ich zunehmend: Auf Plattformen wie Facebook wirken polarisierende Kommentare wie Brandbeschleuniger, je extremer, desto mehr Interaktion - und Interaktion ist das, was Facebook liebt. Daher sehe ich Medien häufig grenzwertige Kommentare tolerieren, um Reichweite zu erhalten. Auch darüber sollte man reden.

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mvaugusta8 16.08.2018, 02:57
131. unter guter Moderation sehr belebend, aber extrem aufwendig/teuer

Ich schätze die Kommentarspalten unter guter Moderation sehr. Im besten Fall werden Widersprüche, Ungereimtheiten von etwaigen Statistiken, Fehlen von wichtigen Aspekten oder aber weitergehende Fragen/Problemstellungen etc. aufgezeigt. Optimalerweise bereichern also konstruktive Beiträge den Artikel enorm und geben dem Autor ein gutes Feedback. Damit eine Kommentarspalte über komplexe Sachverhalte nicht in Hetze/billige Polemik, Beleidigungen, ewigen Wiederholungen ohne neue Argumente oder mantraartige Selbstbeweihräucherung der eigenen Meinung abdriftet, bedarf es einer enorm aufwendigen und kompetenten Moderation. In Zeiten in denen das Budget bei vielen klassischen Medien extrem kanpp ist und selbst jede investigative Recherche doppelt und dreifach abgewägt werden muss, kann ich deshalb verstehen, dass viele Kommentarfunktionen gesperrt werden. Ein/e guter Moderator/in kann bei starken Zuspruch nur 2-3Artikel betreuen. D.h. sie bräuchten bei großen Nachrichtenmedien eine große Menge von Fachkräften, die alleine für die Kommentarfunktionen zuständig ist. Eine Moderation beinhaltet eben auch das Filtern/Sperren von Kommentaren und läuft damit auch Gefahr zu viel zu zensieren. Die Bereiche, die einen Kommentar unangebracht, beleidigend oder redundant "machen", sind jedoch sehr fließend und erfordern ein hohes Fingerspitzengefühl und ein ständiges Abwägen des jeweiligen Moderators. Deshalb bin ich skeptisch, dass diese Arbeit von Maschinen oder externen Kräften aus der Community geleistet werden kann. Indem man die Kommentarfunktion nur für wenige Artikel zulässt, schränkt man die Meinungsfreiheit letztendlich zwar ein, versucht aber gleichzeitig in den verbliebenen Foren eine bessere Diskussionskultur zu gewährleisten.

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Maria--Galeria 16.08.2018, 05:09
132. Gold für die Kommentarfunktion

Die Kommentarfunktion in den Internetzeitungen ist mit das Beste was das Internet zu bieten hat. Die Volksseele kann sich Luft verschaffen, der geneigte Leser kann sich zum vorgegebenen Thema die unterschiedlichsten Meinungen anlesen. Vernünftig wäre vermutlich dass gerade bei wichtigen politischen Themen bei unseren Volksvertretern (Kommentare Pflichtlektüre für unsere Politiker) die Gehirnwindungen anspringen würden, immerhin können die Kommentare der Teilnehmer das ausdrücken was einer Korrektur im politischen Handeln bedarf, sozusagen zeigen wo der Schuh mehr als drückt. Die Frage ist, will man wieder zu einer schweigenden Mehrheit zurückkehren wie in Zeiten vor der Digitalisierung, oder hat man den Mut hinzuhören und zu handeln. Gerade in der Anonymität, die diese Foren bieten, wird man etliche Beiträge finden die Zustände ans Licht bringen und entsprechend kritisiert werden, die ansonsten unter den Tisch gekehrt werden und sie erreichen schnell ein breiteres Publikum. Da unsere politischen Vertreter scheint nach wie vor Schwierigkeiten haben mit diesem Medium Schritt zu halten, gilt wohl die Losung möglichst die Kommentarfunktionen abschalten und den Deckel druff auf den Dampfkochtopf der Gesellschaft, reicht wenn im richtigen Moment, am richtigen Platz auf dem Wahlzettel angekreuzt wird. Kann jetzt schon sagen dies funktioniert nicht mehr. Nur wenn offen die emotionale Lage und Situation der Menschen ernst genommen wird, kann gegengesteuert werden z.B. gegen die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich und den fatalen Folgen die dies haben kann, alles schon gewesen. Deshalb hat die Kommentarfunktion in den Internetzeitungen eine wichtige gesellschaftliche Funktion, der zusätzliche Arbeitsaufwand um die absoluten Hasskommentare und Trollinger heraus zu filtern, lohnt sich sicherlich. Deshalb einfach schon mal Gold für die Kommentarfunktion im Spiegel Online.

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spon_4_me 16.08.2018, 05:54
133. @ wasnu23 ( # 121):

Ich finde Ihren Beitrag in mehrerer Hinsicht überraschend. Sie sprechen von wachsender wechselseitiger Kommunikation und leiten die Frage ab, ob Medien überhaupt noch nötig sind. Was mich betrifft: Ja, und zwar schon deshalb, weil ich einen Filter fürs Weltgeschehen brauche. Die Medien, die ich konsumiere, brauche ich in erster Linie für Informationen und Interpretationen der Dinge da draußen und zwar in dem Sinne, dass Ereignisse eingeordnet und in einen Kontext gesetzt werden, den ich als Laie schlicht nicht habe. Dann kommen irgendwann die Kolumnen wie hier bei SPON. Die haben für mich schon viel mehr Unterhaltungscharakter (im besten Sinne des Wortes) - dennoch ist meine Erwartung, dass Profis, die ihr Thema und ihre Grammatik beherrschen, solche Kolumnen schreiben. Und dann erst kommt das offen Zugängliche, nämlich die Kommentare und manchmal Dia- oder Trialoge hier im Forum. Da könnte man eventuell SPON-seitig neue Geschäftsmodelle drüber legen, wenn das alte Modell Werbung zahlt für Artikel so nicht mehr genug abwirft. Aber wechselseitig? Mein Eindruck ist, dass öfter jeder für sich und vor sich hin argumentiert. Und zu Ihrem Punkt, die Masse habe mehr Intelligenz als der einzelne Journalist oder Forist. Da weichen unsere Lebenserfahrungen erheblich voneinander ab. Ich würde sagen, Intelligenz ist eines der wenigen Dinge, die - wenn Sie zwei oder mehr Menschen zusammennehmen - geringer werden kann.

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jasuly 16.08.2018, 06:24
134. Zeit Online ist besser als SpOn!

Zeit Online hat eine wesentlich bessere Kommentarfunktion als SpOn. Zunächst einmal werden alle Kommentare veröffentlicht und dann, falls beleidigend etc. mit Begründung(!) editiert oder gelöscht. Kein Kommentar verschwindet einfach spurlos, ohne dass irgendjemand weiß warum. Auch der Editor selbst ist deutlich besser. So ist es z. B. möglich, Absätze einzufügen, was die Übersichtlichkeit merklich erhöht. Außerdem kann bei ZON prinzipiell jeder Artikel auch kommentiert werden.

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herr_ausragend 16.08.2018, 06:31
135. Ich ergänze

Zitat von fredlieb
... wäre nur die Kommentarfunktion freigeschaltet - Spekulationen so weit das Auge reicht. Und das im eigenen Haus, lieber SPIEGEL! Also lieber mal vor der eigenen Haustür kehren.
um die Plattform BENTO. Wenn das keine Echokammer bleiben soll, muss man sich den Kommentaren stellen. Ich hielte es für eine wichtige Rückkopplung.

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herr_ausragend 16.08.2018, 06:42
136. Korrekt

Zitat von poulainelle
weil die meisten der Jungs und Mädchen in einer anderen politischen, viel illiberaleren Sphäre weilen. Mir wird immer wieder deutlich im Gespräch mit Grünen und Linken (auch und gerade im Offline-Kontakt) wie leicht und schnell diese wütend werden. Dann darf man erst einmal die Hälfte seiner geistigen Kapazitäten darauf verwenden diese zu beruhigen, während man dennoch weiterhin munter seinen Standpunkt vertreten darf – ein Balanceakt. (Und nein, meinen Diskussionspartnern geht es nicht ebenso!) Ironischerweise wird aber eher rechtsgesinnten Menschen Hass, Wut und aufbrausendes Temperament unterstellt, während selbst mit erbärmlichen Umgangsformen um sich geschmissen wird. Ich bin in der Lage eine kontroverse Diskussion ohne Anmaßung, Unterstellung, Frotzelei und Wut zu führen, aber viele Mitmenschen sind dazu nicht in der Lage und die finde ich erfahrungsgemäß häufig unter Linken und Grünen – wobei insbesondere boshafte Frotzelei ein anscheinend gängiges und akzeptiertes Mittel in einer Diskussion unter ihnen ist und nicht zu selten Diskreditierungen (insbs. „XY ist doof wie Stroh…“) und das allseitsbeliebte „Leute, die sagen, man wird ja wohl noch sagen dürfen“ fallen. An dieser Stelle: Wann habe ich eigentlich das letzte Mal einen tatsächlichen Rechten sagen gehört oder gelesen, der „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ äußerte? Kann mich nicht erinnern.
Außerdem sei ergänzt: eine funktionierende Auseinandersetzung kann es in einem Forum, zumindest bei SPON, nicht geben. Eine direkte Antwort auf Beiträge anderer Foristen kommt oft nicht an der Redaktion vorbei, wichtigen Aspekten kann so nicht widersprochen werden. Was bleibt ist die hart klingende Überspitzung in einem Beitrag, weil es den zweiten oft nicht gibt...

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ncassady 16.08.2018, 06:52
137. Find's gut

Ich finde das richtig. Kommentare sind doch zu 99% unnötig und uninteressant. Produzieren nur Arbeit und für die, die sie aus Versehen lesen, Frust. Wer mehr als vier Sätze zusammenhängend schreiben kann, kann ja einen Lesebrief/Email schicken.

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fördeanwohner 16.08.2018, 07:17
138. -

Zitat von generation-golf
Alle Kommentare kommen von den Lesern. Alle Macht geht vom Volke aus. Darum: Setzt Euch für den bundesweiten Volksentscheid ein.
Nur für Leser und Kommentatoren? Die haben leider, obwohl sie es von sich selbst denken, nicht immer die meiste Ahnung.
Daher: Bitte keine Volksentscheide! Foren reichen.

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sabato.74 16.08.2018, 07:28
139. Lob für die Deutsche Welle

Ich kann, anders als Herr Lobo, gut mit der Entscheidung der Deutschen Welle leben. Soll doch jedes Medium selbst entscheiden, wie es mit Leserkommentaren umgeht. Es gibt keine Pflicht, Kommentare zu veröffentlichen. Wenn die Leser daraufhin weiterziehen und ein anderes Medium nutzen, nenne ich das freien Wettbewerb. Würde ich jetzt kein Grundsatzding draus machen.
Außerdem muss man auch mal festhalten: Es ist doch ganz offensichtlich so, dass AfD- und Pegida-Fans fast alle Foren der großen Medien gekapert haben. Wo man auch einliest (auch bei SPON): Fast nur Hass und Häme, Merkel-Muss-Weg-Gelaber, Schimpftiraden auf Flüchtlinge. Gehört ganz offensichtlich zur Strategie der Neuen Rechten. Problematisch finde ich, wenn dann die Journalisten in den Leitmedien anfangen, sich in diese Rotz-Kommentare zu vertiefen und glauben, darin Anhaltspunkte für ihre Berichterstattung zu finden. Die Folge ist dann beispielsweise, dass mir in jeder zweiten Talkshow vor der Bundestagswahl ein AfD-Mensch begegnet. Die Folge ist dann, dass eine Sendung komplett entgleitet, wie das Duell der Spitzenkandidaten vor der Wahl.
Nee, nee, Herr Lobo sollte Frau Pohl hier mal nicht als fortschrittsfeindlich verkaufen. Zu viele umgekippte Gartenteiche ergeben nämlich schnell einen reißenden Fluss an Matschepampe.

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