Forum: Netzwelt
Kommunikation im Netz: Der tägliche Meinungsfreiheitskampf
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Die Debatte um Meinungsfreiheit geht in die falsche Richtung: Sie ist weder akut bedroht noch absolut sicher, sondern Gegenstand eines ständigen Aushandlungsprozesses - gerade in der digitalen Transformation.

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mullertomas989 06.11.2019, 17:09
1. Ich sehe kein Problem in Sachen Meinungsfreiheit

Ich bin aber der Meinung, dass unserem Land mehr Toleranz guttun würde. Und da reicht es schon, sich klarzumachen, was Toleranz bedeutet: Die Bereitschaft, abweichende Meinungen zu ERTRAGEN (tolerare). Jeder kann seine Meinung äußern in diesem Land, aber es täte uns gut, wenn nicht gleich bei jeder kleinen Abweichung ein öffentliches Trommelfeuer losgeht. Und besonders die im Wettstreit stehenden Parteien haben da eine Vorbildfunktion.

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spon_4_me 06.11.2019, 17:13
2. Natürlich

würde die Meinung eines Menschen (muss nicht mal ein Iman sein), bei uns die Sharia einzuführen, für meine Begriffe geschützt sein. Ich würde mir ein Eingreifen wünschen, sobald diese Person anfängt, Schwule von Dächern zu werfen oder Ehebrecherinnen zu steinigen, aber die Meinung kann sie zunächst mal gerne haben. Mit zweierlei Maß messt Ihr, weil Ihr damit Knete verdienen müsst: Ich kann mir den Luxus der Toleranz leisten. Und „Shitstorms“ sind nur schlimm, wenn man das Netz als seine Welt versteht. Endgerät aus, ein gutes Buch gelesen oder mal für eine Stunde an die frische Luft: Schon sind die Netzspacken eben genau das - angesoffene Pöbler, die gerne gegen frisch gestrichene Wände pinkeln.

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dirk.resuehr 06.11.2019, 17:14
3. Meinungsfreiheit und ihre Grenzen

sind im GG geregelt, ob es da der Erleuchtungen Herrn Lobos bedarf?
Eher nicht.Artikel 5 Abs. 2 GG:
„Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“

– Art. 5 Abs. 2 GG

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Sendungsverfolger 06.11.2019, 17:31
4. Au weia, Lobo

Es gibt nur eine Meinungsfreiheit in Deutschland. Und die ist in Art. 5 GG geregelt.

Alles andere ist Quatsch, Käse, Wunschdenken, Parteinahme oder .... in einem kleinen Einhorn-Traumland, mit einem gütigen, gerechten Alleinherrscher, einem wohlwollendem Diktator, in dessen Reich es nur wunderbare Menschen gibt.

Hey Lobo, aufwachen! Wir müssen diese Idioten aushalten. Ansonsten verraten wir die Demokratie.

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n.werner 06.11.2019, 17:32
5. Wer lauter ist, hat mehr Recht!

Ok, grammatikalisch nicht ganz sauber, aber das ist der aufdringliche Zustand im Internet.
Das nutzen einige Gruppen, um Unsägliches mit einer kleinen, aber lauten Schaar von Anhängern
durch Kreuz- und Rückverweise im Ranking weit nach oben zu bekommen.
So werden dann moderatere und gemäßigtere Diskutanten oft niedergeschriehen (oder wohl eher nieder"geschrieben") und ziehen sich oft aus dem Diskurs zurück. Übrig bleiben die Radikaleren und wirken noch mächtiger, wichtiger und richtiger.
Sascha Lobo hat völlig recht, dass nicht alles eine Meinung sein kann oder auch darf, wenn es schon objektive Beweise gibt, dass es eben nicht so ist (im furchtbaren Fall z.B. die Leugnung des Holocausts).
Und manche Meinungen dürfen auch nicht zugelassen werden, wenn sie gegen das etische oder moralische Empfinden der Gesellschaft sprechen.
Eine Aussage >>man müsse doch durch die Strassen laufen und beliebige Menschen töten dürfen

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Der wilde Hase 06.11.2019, 17:33
6. Eine Frage Herr Lobo

wie ordnen Sie dann den Meinungs-Journalismus von SPON ein, insbesondere natürlich Ihren ? Ihr Meinungs-Journalismus heißt doch, dass andere Meinungen unerwünscht sind und die SPON Leser gefälligst Ihre Meinung übernehmen sollen. Natürlich gefällt Ihnen das Wort Meinungs-Journalismus nicht, gerne versteckt sich SPON auch unter harmloser klingenden Synonymen, wie Farbe bekennen, Stellung beziehen, usw. Eindeutig wird das in Ihrer Schwarz-Weiß-Sichtweise, linke Gewalt = gut (siehe Ihr Kommentar zum G20 Gipfel), rechts = Nazi. Folgerichtig gibt es kaum Chancen, im Forum mit einem Kommentar durchzukommen, wenn man der Meinungsmache qualifiziert entgegen argumentiert. Meinungs-Journalismus ist letztendlich Mißbrauch der Pressefreiheit, wobei Pressefreiheit ohnehin ein Hirngspinst ist. Es gibt die Eigentümer, die aus dem Hintergrund ihren Meinungs-Journalismus betreiben, also Ihren finanzieren, weil sie reich und mächtig sind.

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muellerthomas 06.11.2019, 17:46
7.

Zitat von Der wilde Hase
wie ordnen Sie dann den Meinungs-Journalismus von SPON ein, insbesondere natürlich Ihren ? Ihr Meinungs-Journalismus heißt doch, dass andere Meinungen unerwünscht sind und die SPON Leser gefälligst Ihre Meinung übernehmen sollen.
Eine Kolumne ist immer eine Meinungsäußerung.... aber wieso sollte das heissen, das andere Meinungen unerwünscht sind?

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xxgomeraxx 06.11.2019, 17:47
8. Heute ...

muss man fast schon wieder ein "Wessi" sein, um nicht zu sehen, wie bedroht die Meinungsfreiheit ist! Wir im Osten nehmen das zum Teil schärfer wahr, zumindest die Generation, die die DDR bewusst erlebt hat und heute, angesichts des Auftretens zahlreicher grüner und linker "Radikalinskis" noch sehr genau weiß, wohin das alles führt(e). - Sind wir "Nazis", weil wir meinen, man sollte sich die Menschen, die mit dem Wort "Asyl" hier eintreten möchten, genau ansehen sollte? Ist es zu viel verlangt, gültige Ausweispapiere mit sich zu führen, die komischerweise "verschollen" sind, während teure Handys und viel Bargeld die Reise offenbar unbeschadet überstanden haben? Ist es schon zu viel verlangt, eine Altersbestimmung durchzuführen, wenn sichtbar ist, dass der "Minderjährige" gar nicht so "minderjährig" ist? Ist es zumutbar, zu sagen, man wolle keine weiteren Radikalen im Lande (religiös oder politisch), weil davon schon genug Einheimische da sind? Ist es unzumutbar, die Einhaltung von Recht und Gesetz zu fordern? Ist Zweifel an der Weltuntergangsstimmung der Jugend schon zu viel? Oder der Hinweis, man rettet nicht die Welt mit Demos sondern mit Bildung, Technikstudium und neuen Ideen? Wenn man dafür schon "Nazi", "Rechtsradikaler", "Islamfeind" oder "Klimaleugner" genannt wird ... ohne dass sich die andere Seite überhaupt die Mühe macht, ihr Hirn einzuschalten ... ist es mit der Meinungsfreiheit schlecht bestellt. Noch dazu, wenn die Gegenseite meint, man dürfe einen Menschen wegen der "falschen Meinung" bis in die Wohnung, bis zur Arbeitsstelle verfolgen und attackieren. D a n n sind wir wirklich "am Ende" in dieser Gesellschaft.

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muellerthomas 06.11.2019, 17:48
9.

Zitat von Der wilde Hase
Es gibt die Eigentümer, die aus dem Hintergrund ihren Meinungs-Journalismus betreiben, also Ihren finanzieren, weil sie reich und mächtig sind.
Sie wollen nun aber nicht ernsthaft behaupten, die Eigner seien irgendwie linksgürn eingestellt.

Sie müssen sich also letztlich entscheiden: Sind die Meiden (alle?) linksgrün versifft, weil die Mehrheit der Journalisten eben zum linksliberalen, städtischem Bürgertum zählen oder schreiben die Medien das, was die (konservativen) Eigentümer wollen?

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