Forum: Netzwelt
Kommunikation in unsicheren Zeiten: Rauschhafte Nähe

Soziale Medien können ein Segen sein. Aber nach Gewalttaten wie in München sind die Netzwerke nicht hilfreich, sondern kontraproduktiv.

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paulvernica 27.07.2016, 14:02
1. nur miterleben oder auch mitmachen ?

Ein beängstigender Aspekt finde ich dass man durch bewusst falsche oder irrtümliche Meldungen als Normalobürger auf das Tatgeschehen Einfluss nehmen kann. Defacto interaktiver Terror.

Die Falschmeldung dass am Stachus auch geschossen wurde hat die Polizei verleitet dorthin zu gehen.
Mich würde einmal interessieren wieviele Falschmeldung es während der Schiesserei in München gegeben hat.

Und ich würde gerne wissen warum diese Falschmeldungen abgegeben wurden. Nur Hysterie, oder
wurde versucht bewusst die Polizei abzulenken ?

Da konnte man von der Polizei bisher nichts zu hören.

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prince62 27.07.2016, 14:08
2. Soziale Netzwerke sind nie hilfreich, ganz im Gegenteil

Herr Lobo, diese so hochgeputschten angeblich sozialen Netzwerke sind nie hilfreich, bzw. noch nie hilfreich gewesen, deshalb immer kontraproduktiv und für die Menschheit absolut verzichtbar.

Was glaubt Herr Lobo denn, wie viele Menschen tagtäglich in Deutschland zu Tode und in die Krankenhäuser kommen, nur weil ein paar intellektuell fehlgeleitete, aber absolut hippe junge Menschen meinen während des Autofahrens unbedingt ihren giestigen Abfall auf Welt loszulassen, was die Welt übrigens nicht im geringsten interessiert.

Dazu fällt mir dann immer A. Einstein ein, wenn der Mann wüßte, wie Recht er im 21. Jahrhundert bekommen würde.

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hummel1 27.07.2016, 14:13
3.

So, ein Segen für wen und warum würde mich mal interessieren. Für die ganze Unternehmen wie Amazon & Co. Ich persönlich merke, dass es ein Segen ist, mich immer weiter davon zu entfernen. Ausser Spiegel lesen und diverses zu kommentieren mache ich so gut wie nichts mehr im Netz und ich vermisse nichts. Im Gegenteil!

Und ich wiederhole mich in dem Fall gerne.

Durch nichts verbreitet sich Dummheit schneller als durchs Internet! Sagte mal ein gebildeter Mann und wie man sehen kann er hatte wohl Recht!

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step75 27.07.2016, 14:27
4. Gilt nicht nur für social media...

Auch die öffentlichen Medien (allen voran SPON und BILD) fördern diesen "Info Brei". Irrelevante Inhalte und echte Information werden vermengt, weil man im Kampf um Aufmerksamkeit erstmal alles herausposaunt, was aufgeschnappt wird. Auch Gerüchte werden auf diese Weise zu Nachrichten. Weil es schnell gehen muss. Weil man gar nicht so schnell recherchieren kann, wie es das gierige Netz verlangt. So kommt es auch dazu, dass beim Münchener Amoklauf sofort überall von "drei Tätern mit Langwaffen" zu lesen war. Echter Journalismus sieht anders aus.

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fottesfott 27.07.2016, 14:29
5. wie üblich bei Ihnen reflektiert und erhellend

Ich teile auch vollkommen die Einschätzung der negativen Rolle von Twitter und Co. bei bestimmten Ereignissen, egal ob München oder die unsäglichen Tweets von Politikern jeder Couleur, von Künast bis von Storch. Schnelligkeit geht vor Reflektiertheit, es wurde alles gesagt, nur noch nicht von jedem...
Nur: Sie bleiben eigentlich anders als avisiert jeden Beweis schuldig, dass soziale Medien unter dem Strich eine positive Sache sind. Muss wirklich jeder Idiot jederzeit zu jedem Thema seine im Regelfall unmaßgebliche Meinung in die Menschheit bringen ?
Der "arabische Frühling" wurde ja immer für eine solche Beweisführung benutzt. Kann man wohl nicht gelten lassen. Ich postuliere einfach mal: eine Welt ohne Facebook und Twitter wäre nicht nur möglich, sie hätte Vorteile. Freunde wären wieder wirkliche Freunde. Es ginge reflektierter zu. Und nicht alles würde sofort bis zum jeweiligen Extrem stilisiert. An Unterinformation würde der Planet nicht verenden.

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shran 27.07.2016, 14:32
6.

Als ich nach den ganzen Sirenen hörte und dann las was wenige hundert Meter von mir zuhause entfernt passiert ist, habe ich auch erstmal Twitter ausgemacht und irgendwas anderes gemacht (Film/Videos anschauen usw.). Weil ich auch Besseres zu tun habe als mir all das unqualifizierte, hysterische Gekreische im social media anzutun.
Und dann natürlich noch all die völlig irrationalen Angstgefühle von Leuten die sich am nächsten Tag nicht mehr auf die Straße trauen und meinen das dann auch noch kundtun zu müssen.
Das sind immer solche Tage an denen ich diese ganze überemotionalisierte, hysterische deutsche Öffentlichkeit am Liebsten ausblende und mich mit etwas Sinnvollem beschäftige.
Und jetzt danach... muss natürlich die Regierung wieder mal fordern irgendwelche Gesetze bzgl. Sicherheit zu verschärfen.
Was soll das ??!! Statt dass man einfach mal sagt, "ja der Einsatz der Polizei war gut ! Zwar völlig übertrieben im Nachhinein, aber bezogen auf die Informationslage am Anfang ok."
Ich will als Bürger gar KEINE weiteren sinnlosen Einschränkungen bzgl. Sicherheit haben oder in Kauf nehmen müssen !! Damit muss endlich mal Schluss sein ! Ich bin als Bürger nicht mehr bereit weitere Einschränkungen bzgl. Freiheit hinzunehmen. Und zwar Null Komma Null !! Dann macht lieber die Grenzen zu !

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DieterKühne 27.07.2016, 14:33
7. Vergleich mit Blitzschlagrisiko ist hilfreich

Als Ingenieur schätze ich faktisch basierte Informationen. Wenn u. a. durch Aufheizung durch soziale Medien die gefühlte Bedrohung sehr hoch ist, bringt der Blitzschlagrisiko-Vergleich einen realistischen Maßstab. Damit geht gar keine Wertung über gut, böse, Natur- oder Menschengewalt einher. Menschen, die zu Hysterie oder Verschwörungstheorien neigen, neigen leicht dazu Fakten auszublenden, denen wird dieser Maßstab nicht zugänglich sein.

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beob_achter 27.07.2016, 14:34
8. Den Vorschlag Ihrer Frau

kann ich nur begrüßen und unterstützen!

Wenn jemand etwas zu melden hat (im doppelten Sinn des Begriffs), kann er oder sie das telefonisch machen - oder per Mail an die Polizei (falls angeboten), die dann u,a, auch die Identität des Anrufers feststellen kann, wenn es sich um eine bewußte Falschmeldung gehandelt hat.
Ja, im Zeitalter der "Breaking News" bricht bei vielen die Lust zum "Find footage" aus. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.
BILD läßt die Menschheit für sich arbeiten, damit BILD "als Erster mit dem Toten sprechen kann"...

Fratzenbuch sollte an solchen hektischen Tagen in der Tat einen Maulkorb bekommen!

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pleromax 27.07.2016, 14:35
9. Das Medium ist nicht mehr die Botschaft

Anders, als es Mcluhan in den 60er Jahren vortrug, ist das Medium nicht mehr die Botschaft (jedenfalls nicht die primäre) - es wurde mittlerweile vom Konsumenten selbst abgelöst. Das Publikum ist die Botschaft - ein nazisstischer Traumtanz, dem nur wenige gewachsen sind.

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