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Kontrollrat für ARD und ZDF?

Unsinn - oder eine längst überfällige Reform?

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Klo 25.08.2007, 16:36
20.

Zitat von sysop
Unsinn - oder eine längst überfällige Reform?
Ein unabhängiger Kontrollrat, in dem Amts- und Mandatsträger nicht vertreten sein dürfen und die Parteien nur gemäß ihres Mitgliederproporzes in der Bevölkerung, wäre lediglich ein Element einer Reform des ÖRR. Dazu gehören aber auch die Abschaffung des Zwangsgebührensystems auf Empfangsgeräte und vor allem auch solche, die gar keine sind. Der Staat hat einen Bildungs- und Informationsauftrag und sollte den auch mit staatlichen Mitteln wahrnehmen. Dazu also folgende Vorschläge:

1. Schaffung eines Informationskanals mit hochwertigen Nachrichtensendungen, ggf. auch Diskussionen - finanziert aus Steuergeldern, kontrolliert von einem wirklich unabhängigen Kontrollrat, in dem keine Parteigänger sitzen. Die Steuerfinanzierung und Bürgerkontrolle ist hier äußerst wichtig, da dieser Kanal von nahezu allen Bürgern genutzt würde und darüber auch amtliche Mitteilungen unters Volk gebracht werden. Regionalzeiten können eingerichtet werden.

2. Schaffung eines Kinderkanals mit hochwertigen Kindersendungen, steuerfinanziert und kontrolliert von einem ebensolchen Gremium ohne Parteieinfluß.

3. Schaffung eines Bildungskanals mit gesellschaftlich relevanten Sendungen, wie Natur- und Kulturdokumentationen, Telekollegs etc. pp. - zu finanzieren über eine jährliche Abgabe in Höhe von 15 Euro durch alle Bundesbürger, oder über Steuern (ein Budget von 1,2 Milliarden Euro im Jahr dürfte dafür ja wohl locker ausreichen). Bildung braucht jeder und bringt jedem etwas, also muss auch jeder dafür zahlen.

4. Schaffung von verschlüsselten Unterhaltungs- und Spartenkanälen mit kostendeckender Finanzierung über Pay-per-View oder Abo-Bezahlung durch diejenigen, welche ein solches Programm sehen wollen. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob er das 200-Euro Komplettprogramm im Jahr buchen möchte, oder nicht.

5. Ansonsten gehören Unterhaltungssendungen komplett auf den freien Markt. Die guten werden sich dort durchsetzen, die schlechten eingehen. Eine GEZ wird nicht mehr gebraucht - macht eine gesparte Milliarde Euro, die in den Konsum von Punkt 4. fließen können.

Gerechter geht es nicht.

Das Klo.

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charliehotel 25.08.2007, 17:04
21. Weniger ist mehr...

Also, dass es eine Erneuerung der öffentlich-rechtlichen Systeme bedarf, darüber braucht man wohl wirklich nicht ernsthaft zu diskutieren.
Dazu gehört nicht nur eine Abschaffung der *höchst bürgerfreundlichen* GEZ, sondern - wie ja schon erwähnt - auch eine radikale Programmreform im Sinne von: Unterhaltungssendungen auf den freien Markt und Bildungs- und Informationsorientierte Inhalte zu den Öffentlich-Rechtlichen.

Mir ist völlig unklar, warum alle zahlenden GEZ-Teilnehmer immer noch zu besten Sendezeit mit Geronto-TV a la Grand Prix der Volksmusik usw. malträtiert werden.
Unverständlich auch, das deren durchaus solvente Akteure sich über mangelnde Sendezeite ausweinen.

Wenn nicht bald etwas passiert, werden sicher private Spartenkanäle die bisherige Domäne der Öffentlich-Rechtlichen belegen. Und das wäre doch schade... ;-)

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Pinarello 25.08.2007, 17:21
22.

Zitat von zarathustra2
Richtig ! Auch Leute unter 60+ zahlen GEZ-Gebühren. Ich mit meinen 29 Jahren fühle mich nicht ernst genommen von ARD, ZDF und Co.
Da haben Sie auch völlig recht, deshalb hat die Politik ja die werbefinanzierten Privatsender zugelassen und gefördert, deshalb haben sich ja alle Zuschauer der sogenannten "werberelevanten" Bevölkerungsschicht, also von 14-49 Jahre, gefälligst von ARD und ZDF fernzuhalten und sich bei den privaten Dummysendern die Werbung ins Gehirn hämmern zu lassen.

Genau deshalb müssen ARD und ZDF ja an ihrer relevanten Zielgruppe von 60+ unbedingt festhalten.

Sie sehen, alles hat Sinn und Zweck!

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RenRlp 25.08.2007, 17:52
23.

Ehrlich gesagt ist es mir völlig egal. Ich besitze seit Jahren weder TV und Radiogerät. Auch einen PC natürlich nicht. Und da mir die liebe GEZ erstmal das Gegenteil beweisen muss, wird dies wohl auch noch etliche Jahre so bleiben.

Moderne Raubritterei lasse ich jedenfalls nicht mit mir machen. Demnächst will der Dachdecker von neben an auch monatliche Gebühren, weil ich seine Dienste "rein theoretisch" ja in Anspruch nehmen könnte.

Grundversorgung ist dass was die ARD+ZDF da betreiben schon lange nicht mehr. Mal abgesehen von dem abgrund schlechten Journalismus der betrieben wird, welcher immer öfter BILD Niveau erreicht. Grundversorgung ist Nachrichten, Kultur, Sport und Bildung. Und dazu gehören sicher auch nicht teure Bundesliga Übertragungsrechte.

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Guenter2912 25.08.2007, 17:58
24. ARD und ZDF abschaffen, bis auf Phoenix

Aus meiner Sicht ist es nicht Aufgabe der gebührenfinanzierten Sender die Bürger mit "Unterhaltung" zu versorgen. Das war vielleicht noch vor 60 Jahren sinnvoll, als es keine privaten Sender gab.
Die Aufgaben des Staatsfernsehens sind:
Nachrichten,
Informationen aus Politik und Wirtschaft im Sinne eines kritischen Journalismus,
Bildungsfernsehen: Mathematik, Physik, Chemie, Wirtschaftskunde, Vertragsrecht usw.

Dafür reicht eine kleine Rundfunk- und Fernsehanstalt.
Die jährlichen Gesamtkosten dürften dafür nicht mehr als 1 Mrd Euro betragen. Weitere Einkünfte müssen über Pay-TV erwirtschaftet werden.

Der Leiter dieser Einrichtung darf nicht mehr als 100.000 Euro pro Jahr verdienen.

Ich stelle mich dafür gerne zur Verfügung.

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A-Schindler 25.08.2007, 18:38
25. Pay per View

Ich halte auch mehr davon nur das zu bezahlen was ich auch sehe. Für ein Grundprogramm 2 Euro Plus das was man sich Anschaut. Ich selber schaue ARD und ZDF eigentlich gar nicht, nur noch Phönix und ARTE.

Auch sollte man die Möglichkeit haben gar nichts zu zahlen wenn man ÖR Sendungen nicht schaut und dennoch ein Fernseher und Antenne hat.

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Charles Atane 25.08.2007, 18:54
26. Klos Welt

Zitat von Klo
...Ansonsten gehören Unterhaltungssendungen komplett auf den freien Markt. Die guten werden sich dort durchsetzen, die schlechten eingehen...
Na, der Vorschlag ist nicht nur von Klo, sondern auch für's Klo. Freier Markt gibt es auf SAT1, PRO7, RTL & Co. Sind Sie wirklich der Meinung, dass sich dort das Gute durchsetzt?

OK, um 20:15 Uhr ist in den Öffis Party in der Gruft angesagt. Aber gucken alle, die hier rumjammern, immer nur um diese Zeit TV? Privatfernsehen verursacht bei mir jedenfalls (doch, ich weiß, dass ich Vertreter einer Minderheit bin) zu jeder Tageszeit Brechreiz.

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Silverhair 25.08.2007, 19:37
27. Sinnvoller Denkansatz.

Egal wie man über die Details denken kann, dieses Konzept stellt erstmal ein dringendst benötigtes neues Modell dar.

Die Zeiten wo Radio/TV aus technischen Gründen zentral - staatlich finanziert werden müssen sind längst vorbei, und das inzwischen jedes elektronische Gerät mehr oder weniger zum Radio+TV Empfangsgerät erklärt wird stellt die gesamte bisherigen Begründungen auf den Kopf.

Und das ARD+ZDF letztlich die Meinung von Parteien und einflussreichen Lobbygruppen wiedergeben ist jeden Tag beobachtbar. Und das die Werbung nicht nur per 30sec clip kommt, sondern ganz massiv als Programmplatz präsentiert wird kann man in ein paar Min beobachten ZDF -> Grand Prix der Volksmusik - Kostenlose Werbung zur besten Sendezeit - wo der Bürger sogar noch dafür zahlt das er diese Werbung ins Haus gedrückt bekommt. Und so ist das mit vielen "versteckten Werbungen" - egal ob Musik, Videos, Sport , und sonstigen Produkten ...

Und das der Bürger nicht nur dort überhaupt nur als Zahler eigentlich in Erscheinung tritt ist allseits bekannt.

Der Einfluss des Bürgers auf seinen Alltag, Null inzwischen weil Politiker, selbsternannte Medienexperten, selbsternannte Jugendschützer und wie sie alle heißen hunderte von Pöstchen dort besetzen. Am liebsten würde man sogar die Anzahl der Lagen von Toilettenpapier noch "reglementieren" - Würde genau seinen "Breitensport" (natürlich mit gesponserter Werbung) auf den vordersten Platz drücken ... jede beliebige Klientel bedient sich ja dieses Mediums inzwischen freizügig um seine Interessen durchzudrücken - der Bürger bekommt es zwangsvorgesetz.

Also - der Ansatz ist prima, die Realisierung sollte auch nicht daran scheitern das sicherlich das Konzept nicht optimal in allem durchdacht wurde , aber an Verbesserungen kann man denken wenn erstmal die Entkopplung von Staat und staatlichen Einflussmöglichkeiten realisiert wurde.

PS. Im GG steht nichts davon drin das Parteien und Abgeordnete alles und jedes regeln müssen - sie können MIT-wirken - aber sogar das müssen sich die Bürger nicht unbedingt gefallen lassen, insbesondere nicht wenn es um ihre persönlichen und privaten Dinge geht - und information verbreitung - das gehört zu den geschützen Grundrechten ..

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laufer 25.08.2007, 20:36
28.

Zitat von Pinarello
Da haben Sie auch völlig recht, deshalb hat die Politik ja die werbefinanzierten Privatsender zugelassen und gefördert, deshalb haben sich ja alle Zuschauer der sogenannten "werberelevanten" Bevölkerungsschicht, also von 14-49 Jahre, gefälligst von ARD und ZDF fernzuhalten und sich bei den privaten Dummysendern die Werbung ins Gehirn hämmern zu lassen. Genau deshalb müssen ARD und ZDF ja an ihrer relevanten Zielgruppe von 60+ unbedingt festhalten. Sie sehen, alles hat Sinn und Zweck!
Das Niveau der ÖR ist auch sehr niedrig und in einigen Sendungen von den "Dummysendern" nicht zu unterscheiden. Ich hatte letztens im Hotel das zweifelhafte Vergnügen eine "Reportage" im zdf zu sehen. Dort wurde das Fernsehvolk mit platten Beiträgen ohne Hintergrund rundum "informiert". Auf eine Mail an das zdf habe ich bis heute keine vernünftige Stellungnahme bekommen.

Zum Glück habe ich keinen Fernseh.... die Gebühren lohnen sich nicht.

LG
Matthias

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S.Haas 25.08.2007, 23:01
29. ARD, ZDF etc. teilweise privatisieren

Meine Lösung sieht so aus: Nachdem ARD und ZDF zwar ihrem Grundauftrag nachkommen, aber andererseits genauso wie Privatsender agieren und deren Programme nachahmen, deren Moderatoren abwerben etc. ... sollte man zwischen (z.B.) 00.00 und 18.00 Uhr auf den Kanälen von ARD und ZDF etc. privatfinanziert senden.

Ganz normal über Werbung finanziert wie es RTL, SAT1, etc., auch tun. Ich glaube nicht, dass das Frühstücksfernsehen darunter leidet. Es gibt dann eben ARD-Privat, ZDF-Privat, BR-Privat oder BR-Kommunal etc.

Und ich glaube eher, dass dann ein paar schlechte Privatsender wegen weniger Werbeeinnahmen den Betrieb einstellen müßten. Wen kümmerts? Das Programm von 18 bis 24 Uhr könnte dann so hochwertig (außer eben Musikantenstadl, Seifenopern, Rosamunde-Pilcher-Filme, Tour-De-France, Springreiten ...) bleiben, wie gehabt.

GEZ-Gebühren und die ganze Abzockmaschinerie (samt seltsamen Gesetzen begründet von seltsamen Abgeordneten mit seltsamen Einflussinteressen) werden natürlich abgeschafft!

Die Finanzierung des Grundauftrages der Öffentlich-Rechtlichen wird steuerfinanziert, allerdings von einer unabhängigen(!)Instanz erhöht oder zusammengestrichen.

Die Milliarden die den Bürgern dann bleiben werden sie wohl nicht auf die hohe Kante legen, aber wenigstens für eigene Wünsche ausgeben. Vielleicht auch für Pay-TV ...

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