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Krise der SPD: Versucht es doch mal mit Sympathie
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Auf ihre miesen Wahlergebnisse und Umfragewerte reagiert die SPD mit maximal langweiligen Verweisen auf ihre Sachpolitik. In emotionalen Zeiten wie diesen sollte sie eher Sympathiepunkte in sozialen Medien sammeln.

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Havel Pavel 01.11.2018, 10:43
80. Wo wird dies alles enden?

Zitat von Bondurant
die SPD scheint den Faktor persönliche Sympathie für politischen Erfolg dramatisch zu unterschätzen. Das ist leider wahr. Das liegt daran, dass die richtigen, ernstzunehmenden Sozis noch nicht verstanden haben, wie infantil das ganze Land geworden ist. Dabei hätte man......
Wenn man ihre Worte ernstnimmt, muss man zu dem Schluss kommen, dass ein Grossteil der Wähler sich durch simple Äusserlichkeiten, schlaues Dahergerede, usw. leicht verführen lässt. Wenn man sich dann noch so manche Wahlergbnisse ansieht kann man eigentlich dem nichts entgegensetzen. In der Tat scheinen sich in der Politik immer mehr "Selbstverwirklicher" zu tummeln, die halt unverholen den Versuch machen, durch entsprechende Redegestaltungen die Menschen zu beeinflussen und es auch nicht auslassen dabei das Blaue vom Himmel zu verprechen und ein heile Welt zu verkünden wenn sie erst mal als Regierung antreten. So kann man natürlich viele gutgläubige Wähler generieren, wohlwissend, dass man die Versprechen ja eh nicht umsetzen muss, da man ja (noch) nicht Regierungspartei ist und dort wo man in Länderparlamenten vertreten ist sind für alle Missstände natürlich immer die Regierungspartner verantwortlich!

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Anna156464641156 01.11.2018, 10:54
81.

Noch einer der ungefragt der SPD Ratschläge erteilt und von Sympathie redetet und gleichzeitig alle Menschen als ungerechte Knalldackel beleidigt. Sehr Sympathisch.

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.patou 01.11.2018, 11:01
82.

Zitat von Kurt-C. Hose
Leider fehlt es sowohl SPD als auch CDU an frischen und sympathischen Kandidaten. Was den Grünen ihr Habeck ist der FDP ihr Lindner, jung frisch, sympathisch. Wer will da einen Sauertopf wie Stegner oder eine polternde Altjusovorstizende wie die Nahles.
Mal davon abgesehen, dass mir auch der sauertöpfigste Stegner zehnmal lieber ist als das glattpolierte Marketingprodukt Lindner oder gar Kurz, finde ich es seltsam, dass neuerdings Politiker als jung durchgehen, die wie Habeck knapp 50 sind oder 62, wie Merz. Wobei ich mir persönlich tatsächlich wünschen würde, dass Merz Vorsitzender und Kanzlerkandidat wird, weil das die Dinge für die SPD etwas einfacher macht.

Was die "polternde" Nahles angeht, muss man allerdings auch anmerken, dass hier immer noch unterschiedliche Maßstäbe gelten. Während Schröder sein prolliges Poltern ("Hömma, hol mir ma 'ne Flasche Bier") als bodenständig ausgelegt wurde, wendet man sich bei einer Frau auch heute noch indigniert ab, wenn sie das Wort "Fresse" in den Mund nimmt, auch wenn alle Umstehenden dies als derben Scherz belacht haben. Als sympathischer und kompatibler gelten Frauen wie Giffey mit ihrer Kleinmädchenstimme oder Barley, die jederzeit geschmackvoll und dezent wirkt.
Erstaunlich ist auch, dass jemand, der normalerweise provinziell, unbeholfen und skurril wirken würde, etwa im Fall von Winfried Kretschmann plötzlich als knuffig und authentisch gilt und es zeitweise zum beliebtesten Politiker Deutschlands schafft.

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lustigerseth 01.11.2018, 11:10
83. Einen Versuch ist es wert, aber..

Die SPD hat nur noch wenig zu verlieren. Von daher wäre eine Sympathieoffensive auch mal ein denkbarer neuer Weg.

Im Übrigen scheint mir die Korrelation zwischen Sympathie und politischem Erfolg sehr schwach zu sein. Feiern doch gerade besonders unsympathische Menschen oft große Erfolge in der Politik. Beispielsweise kann ich kann mir nicht vorstellen, dass seinerzeit irgendjemand ernsthaft den Hitler sympathisch fand. Trotzdem war er lange populär. Auch Trump ist ganz offensichtlich unsympathisch (um MIssverständnissen vorzubeugen: Diese Aufreihung soll keinen Vergleich insinuieren), aber er hat sein Erfolge.

De Erklärung ist wohl, dass Sympathie weitgehend subjektiv und gruppenspezifisch ist. Die SPD müsste sich mal kritisch mit der Frage auseinandersetzen, wer genau ihre Zielgruppe sein könnte, und dann maßgeschneidert für diese Gruppe attraktive personelle und inhaltliche Angebote machen.

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tatanano 01.11.2018, 11:18
84. Da machen Sie es sich etwas einfach...

Herr Lobo, zunächst einmal Zustimmung: Die SPD scheint tun und lassen zu können, es springt der Funke der Begeisterung einfach nicht richtig rüber. Das war bei der ersten Wahl von Gerhard Schröder anders.

Ich halte den Mangel eines glaubwürdigen Zukunftskonzeptes bei der SPD für den Kern des Problems. Die CDU hat an sich das gleiche Problem. Ich bin mir unschlüssig ob das das Problem der SPD verschärft oder ihr hilft. Die SPD mag gute Sacharbeit in einzelnen Dinge leisten, kann das aber nicht zu einem
Gesamtkonzept zusammenführen.

Nun kommt auf diese Gemengelage nun die mangelnde Sympathie gegenüber dem SPD Spitzenpersonal oben drauf und die Wahlergebnisse in den Keller. Es mit Sympathie zu probieren mag klappen und hier würde ich auch Frau Kohnen, die Spitzenkandidatin in Bayern, ins Gespräch bringen. Wobei, ich fand die sympathisch und geholfen hat ihr das kaum..,

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shrufu 01.11.2018, 11:24
85. Beiwerk

Ich möchte ein Thema nochmal hervorheben das in der Kolumne ganz kurz angesprochen wurde aber bei Vertiefung auch nicht wirklich den Rest des Textes verfälscht. Es mag auch nicht der alleinige Grund sein aber es könnte mE durchaus das größte Zahnrad sein. Es geht um die Beobachtung der Abnahme von Zustimmung von etablierten sozialistischen Parteien. In Europa, den USA und Südamerika ist ein Niedergang von Parteien oder jetzt speziell in den USA der gewohnten Akteure in den Parteien zu sehen. Der wirkliche Abfall ist seit.. 7 bis 10 Jahren? konkret da. Davor gab es Stagnation. Im selben Zeitraum gab es eine Bankenkrise mit all ihren Ausläufern und eine Rohstoffkrise. Ich sehe da einen vermutlichen Zusammenhang. Natürlich ist die Rechnung recht grob, aber ich denke es würde sich ein Blick in nicht so betroffene Länder wie Indien und Südafrika lohnen um andere globalere wie auch lokalere Effekte auszuschließen. Meine These ist also, die Krisen haben einen Modus bei den meisten Wählern ausgelöst der eher konservativ ausfällt. Hier kommt vielleicht ein zweites Zahnrad ins Spiel ..ob es jetzt aber losgelöst oder aus demselben Effekt kommt spielt im Ergebnis keine Rolle.. und zwar die Abkehr von allen gewohnten Akteuren zu etwas neuen. Sowohl bei den Linken Sanders, Syriza, Podemos wie bei den rechten Trump, Bolsano, Afd und europäische Konsorten haben sie alle gemein, dass sie neu sind. Also quasi eine neue Denkensart oder Ansatz präsentieren. Meine Theorie dazu ist, dass die Rezension der tragende Auslöser ist mit einer Mischung aus aus alten Problemen die jetzt im Hauruckverfahren gelöst werden sollen. Entscheidend für die Parteien ist, dass es neu oder parallel zu dem alten Geschehen abgekoppelt sein muss. Es gestaltet sich quasi nach dem Satz "ein Problem kann nicht mit der Denkweise gelöst werden mit dem es erdacht worden ist". Übrigens geile Buchempfehlung von Lobo.. hätte mal nichts gegen eine Bücherliste. Ftst gehört zu meinen favorites an Sachbüchern. Wenn wir schon dabei sind.. Die youtube Vorträge von Sapolsky bei standford fand ich echt gut. Und der eine Prof der Konservative untersucht den Diez mal erwähnt hat ist auf YouTube imao die Stunde wert. Ich finde die These der Beliebtheit und Sympathie als Impfmittel gegen die Effekte überzeugend mit Blick auf Brasilien und Lula. Persönlich kenne ich den Effekt auch. Zb kann mein Post einiges sein aber eher nicht sympathisch wirken. Kenn ich alles aus dem ZON Forum. Aber es gibt ein paar die schaffen es ganz gut ziemlich rational zu schreiben und sympathisch zu wirken. Dazu zähle ich auch Lobo.

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ernestobecker 01.11.2018, 11:26
86. Wer ist die SPD?

Wer ist die SPD? Wofür steht die Partei?

Wenn man sich diese Fragen stellt, merkt man, dass es der SPD an einer Identität fehlt. Die SPD ist vielköpfig und ohne eindeutige politische Richtung. Keiner ihrer Protagonisten taugt als Sympathieträger und positiver Anführer.

"Mit Sympathie probieren" kann man es meiner Ansicht nach übrigens nicht. Entweder ist man ist (für einen Großteil) sympathisch oder man ist es nicht.

Ein weiteres Problem sehe ich für die SPD: falls sich ein solcher Anführer herauskristallisieren würde, würde man es ihm parteiintern nicht gönnen; man würde ihn nicht an der Spitze lassen. Ich denke, in der SPD gibt es eine Menge Besserwisser (zu viele).

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Anna156464641156 01.11.2018, 11:42
87.

Zitat von ernestobecker
Wer ist die SPD? Wofür steht die Partei? Wenn man sich diese Fragen stellt, merkt man, dass es der SPD an einer Identität fehlt. Die SPD ist vielköpfig und ohne eindeutige politische Richtung. Keiner ihrer Protagonisten taugt als Sympathieträger und positiver Anführer. "Mit Sympathie probieren" kann man es meiner Ansicht nach übrigens nicht. Entweder ist man ist (für einen Großteil) sympathisch oder man ist es nicht. Ein weiteres Problem sehe ich für die SPD: falls sich ein solcher Anführer herauskristallisieren würde, würde man es ihm parteiintern nicht gönnen; man würde ihn nicht an der Spitze lassen. Ich denke, in der SPD gibt es eine Menge Besserwisser (zu viele).
Haben Sie sich diese Frage auch mal bei der CDU gestellt? Bouffier bei seiner Rede am Wahlabend. Wir hatten zwei Ziele. Stärkste Partei zu werden, und das keine Regierung gegen uns gebildet werden kann. - Toll! Das sagt doch schon alles über den Zustand der CDU aus. Völlige Inhaltsleere. Der reine Machterhalt um jeden Preis. Hauptsache Ministerpräsident und sich als Sieger gebären. Aber die SPD steht für nichts?

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Bondurant 01.11.2018, 11:56
88. In diesem Fall

Zitat von .patou
Was die "polternde" Nahles angeht, ... wendet man sich bei einer Frau auch heute noch indigniert ab, wenn sie das Wort "Fresse" in den Mund nimmt,... Als sympathischer ... gelten Frauen wie ... Barley, die jederzeit geschmackvoll und dezent wirkt. Erstaunlich ist auch, dass jemand, der normalerweise provinziell,
dürfte es eher um die Differenz Unterschicht/Oberschicht gehen.

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denkpanzer 01.11.2018, 12:06
89. Eventuell

Eventuell würde es helfen es mal mit SOZIALdemokratie zu versuchen. Alle Schröderianer raus, die Bundes SPD muss komplett erneuert werden. Neo- bzw Marktliberales hat bei der SPD nix zu suchen. Dann klappts auch mit den Wählern.

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