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Krisenkonzern: Yahoo soll bewusst Sicherheit vernachlässigt haben
REUTERS

Yahoo ist Opfer des größten bekannten Hacks eines Firmennetzwerks geworden. Insider erheben schwere Vorwürfe gegen die Chefin des Konzerns. Marissa Mayer soll bewusst an der Sicherheit gespart haben.

el_zombo 29.09.2016, 13:37
1. Faktor Geld...

IT-Sicherheit ist sehr kostspielig und funktioniert heute nach dem vermeintlichen neoliberalen Naturgesetz der unsichtbaren Hand des Marktes: wenn es billiger ist, Nutzer fahrlässig in ihrer persönlichen Sicherheit zu gefährden durch mangelhafte Sicherheit als das Geld zu investieren Nutzerdaten zu sichern, dann wird das eben so gemacht und es wird sich auch in Zukunft nichts daran ändern. Die RAND Corporation hat kürzlich in einer Studie genau das belegt. Ein typischer Datenverlust in der Privatwirtschaft kostet im Durchschnitt $200000, sichere Technik jedoch ein Vielfaches. Hier bleibt nur der Gesetzgeber, der diesen Faktor umkehren muss mit so empfindlichen Strafen, dass diese existenzbedrohend für jedes Unternehmen sein müssen. Sonst wird sich nichts ändern, von selbst werden Unternehmen nicht in mehr Sicherheit für ihre Rohstoffe (die Nutzer) tun. Auch Datensparsamkeit, verbindliche und weitreichende Vorschriften zum Datenschutz und der kritische Umgang mit dem Hintergrund von Marketingbuzzwords (IoT usw.) sollte mehr in den Vordergrund treten, als nur dem nächsten Trend hinterherzuhecheln. Es geht hier um die persönliche Sicherheit von uns allen.

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Tr1umph 29.09.2016, 20:34
2. Hat für Yahoo ja auch keine Konsequenzen

Das große Problem bei der IT-Sicherheit ist ja, dass keiner dafür haftet. Durch den Mist den Yahoo da verzapft hat werden Schäden in Milliardenhöhe entstehen: Identitätsdiebstahl, Betrügereien, Spam/Virenverteilung, etc.

Blöderweise werden sich die Schäden nicht direkt auf diesen Hack zurückführen lassen. Yahoo ist also fein raus. Ähnlich wie Adobe oder LinkedIn damals.

Jeder der sich mit Softwareentwicklung und IT-Sicherheit ein wenig auskennt weiß, dass da Todsünden begangen wurden. Passwörter in Klartext speichern ist ungefähr so sicher wie ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen.

Leider fehlen was das angeht noch immer passende Vorschriften und Gesetze. Insofern hatte/hat Merkel mit ihrem Neuland durchaus Recht.

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