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Krisenprojekt Bundes-IT: Bundeseigener Betrieb will Innenministerium verklagen
DPA

Die Modernisierung der Staats-IT hat kuriose Folgen: Ein bundeseigener IT-Dienstleister will das Innenministerium verklagen. Der Rechnungshof drängt auf eine außergerichtliche Einigung - um die Steuerzahler nicht noch höher zu belasten.

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J.Corey 20.09.2019, 18:32
1. Der Skandal ist doch wohl ...

..., dass der Bund eine GmbH beauftragt, deren Leistungen aber nicht bezahlt. Als GmbH ist die BWI rechtlich zum wirtschaftlichen Handeln mit Gewinnerzielungsabsicht verpflichtet - unabhängig von den Eigentümer- Verhältnissen der GmbH. Insofern: Was erlauben Bund?

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Das Pferd 20.09.2019, 19:47
2.

Zitat von J.Corey
..., dass der Bund eine GmbH beauftragt, deren Leistungen aber nicht bezahlt. Als GmbH ist die BWI rechtlich zum wirtschaftlichen Handeln mit Gewinnerzielungsabsicht verpflichtet - unabhängig von den Eigentümer- Verhältnissen der GmbH. Insofern: Was erlauben Bund?
das kann so sein, aber auch anders, wenn man mehr weiß ist man schlauer.
Ich frage mich,warum auf aussergerichtliche Einigung gedrungen wird. Wenn zwei Firmen über eine Rechnung im Streit sind, klären das, wenn es gar nicht anders geht, auch Gerichte. Und beide Firmen bestreiten diesen Weg, weil sie die Interessen ihrer Eigentümer wahren wollen

Natürlich sind aussergerichtliche Einigungen immer billiger, aber schlimmstenfalls muß eben auch in diesem Fall ein Gericht entscheiden. Das ist die logische Konsequenz, wenn Behörden und Bundeseigene GmbHs sich in geschäftlichen Fragen ähnlich wie richtige Privatunternehmen verhalten sollen. Finde ich nicht merkwürdig.

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stelzerdd 20.09.2019, 22:34
3.

Zitat von Das Pferd
das kann so sein, aber auch anders, wenn man mehr weiß ist man schlauer. Ich frage mich,warum auf aussergerichtliche Einigung gedrungen wird. Wenn zwei Firmen über eine Rechnung im Streit sind, klären das, wenn es gar nicht anders geht, auch Gerichte. Und beide Firmen bestreiten diesen Weg, weil sie die Interessen ihrer Eigentümer wahren wollen Natürlich sind aussergerichtliche Einigungen immer billiger, aber schlimmstenfalls muß eben auch in diesem Fall ein Gericht entscheiden. Das ist die logische Konsequenz, wenn Behörden und Bundeseigene GmbHs sich in geschäftlichen Fragen ähnlich wie richtige Privatunternehmen verhalten sollen. Finde ich nicht merkwürdig.
Hier will eine bundeseigene Firma gegen ihren Eigentümer klagen.
Abstruser geht es nicht. Staatliche Selbstbeschäftigung zu Lasten des Steuerzahlers.
Selbstverständlich sollten sich die streitenden Seiten einigen. Und zwar ohne Gericht.

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meister_proper 20.09.2019, 23:42
4. Die BWI hat doch schon das Herkules-Projekt vergeigt

Siehe dazu https://www.zeit.de/2013/50/herkules-computertechnik-bundeswehr
Nun sollen sie es für den Bund auch noch vergeigen? Ich lach mich schlapp!

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spon_5711341 21.09.2019, 01:39
5.

Angesichts der Lächerlichkeit des Tuns wird es hier schon zu einer Einigung kommen. Da ist nun also die Bundeswehr-IT mit hohem finanziellen Aufwand (siehe auch Berateraffäre, in Teilen) modernisiert worden und darauf getrimmt, outgesourcte IT anderer Behörden aufzunehmen. Und nun muss offenbar immer und immer wieder noch nachgebessert werden. Ob der hierzu entwickelte Standard-Behörden-Arbeitsplatz für das BKA oder die Bundespolizei mit ihren recht speziellen Aufgabengebieten im Bereich der inneren Sicherheit nun genauso geeignet sind, wie für das übersichtliche Bundesamt für Geodäsie und Kartographie, darf getrost bezweifelt werden. Kann aber am Endes des Tages doch nicht bundesweit flächendeckend gleiche IT und standardisierte Arbeitsplätze genutzt werden, sind qualitiative Reibungsverluste ausgesprochen absehbar.

Ärgerlich ist dabei auch, dass große Behörden mit bislang gut ausgestatteter, effizient laufender IT in der IT-Konsolidierung mit ins Outsourcing gezwungen werden, damit sich das Outsourcing insgesamt lohnt, wenn kleine, extrem heterogene und ineffizente Behörden-IT-en ebenfalls bei diesen Dienstleistern landen. Die Kleinen mögen dadurch gewinnen, für die Großen ist es ein Verlust an Effizienz und Qualität. Das dann bei Milliardenkosten.. man kommt doch stark ins Zweifeln, ob wirklich alle Behörden dieses Landes inhaltlich gleich arbeiten.. sagen wir mal über die Benutzung einer Textverarbeitung hinaus...

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Swoffy 21.09.2019, 08:36
6.

Jetzt verklagen sich bundeseigene Institution, auf Kosten der Steuerzahler, wer das Geld der Steuerzahler verschwenden darf. Da kann man nur noch zum Zyniker werden.

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connaisseur 21.09.2019, 08:59
7. Die digitale Souveränität ist gefährdet.

Was aus diesem Artikel nicht so deutlich hervorgeht, ist die "Versklavung" der IT durch ausländische konzerne (allen voran Microsoft). Lesenswerter Artikel hierzu: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Marktanalyse-Microsoft-Abhaengigkeit-fuehrt-zu-Schmerzpunkten-beim-Bund-4533951.html

Als unter vorgeschobenen und fadenscheinigen Begründungen Windows in München wiedereingeführt wurde, konnte man sich als Steuerzahler nur noch die Augen reiben. Und seltsamerweise verlagerte Microsoft just zu diesem Zeitpunkt seine Deutschlandzentrale von einem Münchener Vorort zurück in die Stadt München. Es ist nicht zu fassen, dass solcherart Küngeleien auf dem Rücken der Steuerzahler stattfinden. ?

HANWE!☺☻

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Greenkeeper2021 21.09.2019, 09:29
8.

16 Bundesländer, etwa 190 Ministerien, unzählige eigenständige Behörden etc etc etc

Alleine für irgendeine Miniänderung wollen fast 200 Ministerien ihren Sermon dazu geben

Und wehe, einer wird nicht gefragt: Der fühlt sich sofort gemobbt, entmachtet, übergangen, entmündigt....
Und Digitalisierung?
Gerne
In meinem Büro
Aber nicht bei mir, sonst kann man mich ja überwachen bzw meine Arbeitsleitung......

Und so dauert betreits der Radiergummi Einkaufsbeschluss 1 Jahr
Softwareentscheidungen länger wie die Software supportet wird

RIP

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50&up 21.09.2019, 11:10
9. Die "Entscheider" ....

... der Bundesregierung sind doch in der Regel nicht nur nicht Sach und Fachkundig sondern schlichtweg ahnungslos und damit eindeutig fehlbesetzt.
Folglich lassen sie sich "beraten", überdenken den Ratschlag im besten Fall und treffen dann grundsätzlich die falsche Entscheidung.
Anstatt dem Sachverstand von ausgewiesenen Fachleuten zu vertrauen und sich derer Expertise zu bedienen werden "Pflichtenhefte" in völliger Ahnungslosigkeit zusammengeschmiert und an "Fachberaterfirmen" als "Anforderungsprofil" und Auftragsgrundlage herausgegeben.
In der Folge werden dann regelmäßig und unweigerlich die "Projektkosten" überschritten.
Irgendein Amtschef oder Betriebsrat sieht dann "Schwierigkeiten" und sabotiert dann das gesammte Vorhaben. Beispiele gibt es Bundesweit in zig Fällen, auf Landesebene hundertfach.
Was würde es "kosten" diese Geldverbrennerei zu stoppen und tatsächlich brauchbare Konzepte zu entwickeln und durchzusetzen?
Nichts, ein Telefonat würde reichen. Der anzurufende Gesprächspartner hat, wenn ich nicht irre, seinen "Hauptsitz" in Hamburg, ein einprägsames "Firmenlogo" aus drei aufeinander folgenden und gleichen Buchstaben aus der ersten Hälfte unseres Alphabets.

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