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Kryptowährungen und die Pornobranche: So richtig geil läuft das noch nicht
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Kryptogeld wäre in der Erotikbranche das ideale Zahlungsmittel: keine Spuren auf dem Kontoauszug, keine hohen Abrechnungsgebühren. Doch die Sache ist schwieriger als gedacht.

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larsmach 29.05.2019, 19:27
1. Leben in Bigotterie...

Da werden Themen, selbst harmlose, im Internet nur anonym kommentiert (klein Hänschen versteckt sich hinter einem albernen Pseudonym), und da wird spießig gegeifert, wenn andere Leute Sex haben oder offen polyamor leben oder sich auf Swinger-Parties zu einem Dreier verabreden. Fetisch-/BDSM-Parties in spezialisierten Großdiskotheken und anderswo runden das Bild ab. Die einen genießen ihr (Sex-)Leben - die andere verstecken sich hinter den Displays ihrer Computer. Dazu Weiland Oswald Kolle: "Deutschland wird zur Masturbationsgesellschaft" - und das war noch VOR Breitband-Anschlüssen! Nach außen wird so getan, als sei Pornografie etwas Besonderes (und nicht etwa ein Teil des Menschseins, wie antike Vasen verraten). So passt es ins Bild, dass eine kindische Diskussion stattfindet zum Einsatz von "Kryptowährungen", denn was wäre schlimmer, wenn Kollegen, Angestellte oder sonstwer mitbekämen, dass da jemand genauso tickt wie sie! Vielleicht sollte man ein temporäres Tauschmittel, das dem Erwerb von Sex-Spielzeugen, Geschmackskondomen oder sonstigem Sex-Kram nach seinem Zweck benennen: "Bigott", wahlweise in Version 1 oder 2 (mit Rücktausch-Option für angekaute essbare Slips). Meine Freundinnen und ich nehmen einfach Bargeld, Paypal oder die Debitkarte. So ein Kindergarten...

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primirp 29.05.2019, 20:07
2.

doofe Frage aber wer bitte bezahlt noch für den porno-content im Netz? gibt doch mehr gratis als man jemals konsumieren kann (hab ich gehört)

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M.W. aus A. 29.05.2019, 20:28
3. Geld?

Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit eine Diskussion im Bekanntenkreis über Pornographie. Es ging darum, wie die Produzenten überhaupt damit Geld verdienen können? Ich kenne niemanden, der für das reine Anschauen von Filmchen irgendwas bezahlen würde! Man(n) bekommt doch nun wirklich alles kostenlos auf den oben angeführten Internetseiten. Für jeden Geschmack und ich meine nicht die Seiten, für die der Tor-Browser benötigt wird. Also ich sehe keine Chancen für Krypto-Porno-Währungen - einfach, weil sie überflüssig sind.

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scoopx 29.05.2019, 20:43
4. "Ein Problem im Alltag ist es etwa"...

... daß die Kryptowährungs-Transaktionen zu langsam sind. Och nö, das hätte ich ja nicht gedacht.

Die Blockchains wachsen derart schnell über alle Grenzen, daß sie sich ab einer bestimmten Anzahl Transaktionen selbst blockieren (deshalb heißen sie ja "block..").

Da hätte ich mal eine naive Frage an die digitalen Helden im Forum: hat eigentlich jede Kryptowährung ihre eigenen Blockchains? Ich denke, ja, und da wäre es doch die Lösung, einfach beliebig viele Krypto-Coins zu bilden, also neben Eroiy noch Sex Coin, LiteCoin, PoC oder Perv-C (die letzten beiden Namen habe ich erfunden).

Und wer verdient eigentlich an den ICOs?

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otto_extremverbraucher 29.05.2019, 20:43
5. Nische einer Nische

Die Verbindung von Cryptos und Pornos ist nur auf den ersten Blick perfekt. Aber wie #2 schon angemerkt hat: wer bezahlt denn dafür überhaupt noch? Das können doch nur alte Menschen sein, die Jungen sind mit kostenlosem Material aufgewachsen. Und da die Kombi -alte Leute- und -Cryptos- ja schon fast ein Widerspruch ist, handelt es sich bei denjenigen auf die das zutrifft doch nur um die Nische einer Nische an Konsumenten. Diese Crypto-Projekte waren von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

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fractionofpaar 29.05.2019, 20:51
6. Bitcoin passt nicht zum Geschäftsmodell

Bitcoin passt nicht zum aktuellen Porno Geschäftsmodell aus Gründen:
1. Bitcoin Zahlungen muss der Kunde selbst tätigen und können nicht eingezogen werden in Abos, die man explicit kündigen muss. Die Masche mit schwer kündbaren Abos ist wichtig für die Branche.
2. Eine Dienstleistung der Videochat Seiten ist die anonyme Zahlungsabwicklung. Bitcoin würde dies selbst lösen und die Marge schmälern.
3. Die grösseren Porno-Anbieter verdienen gut an der Zahlungsabwicklung für Kleinere, die überhaupt keinen oder nur einen sehr teueren Vertrag mit den Kreditkarten-Firmen bekommen können.

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susuexp 29.05.2019, 22:48
7. Geld

Zitat von M.W. aus A.
Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit eine Diskussion im Bekanntenkreis über Pornographie. Es ging darum, wie die Produzenten überhaupt damit Geld verdienen können? Ich kenne niemanden, der für das reine Anschauen von Filmchen irgendwas bezahlen würde! Man(n) bekommt doch nun wirklich alles kostenlos auf den oben angeführten Internetseiten. Für jeden Geschmack und ich meine nicht die Seiten, für die der Tor-Browser benötigt wird. Also ich sehe keine Chancen für Krypto-Porno-Währungen - einfach, weil sie überflüssig sind.
Na ja, zum einen durch Werbung (wie YT es ja auch macht), zum anderen durch Customs und Caming. Da werden durch die normalen Pornos eben Leute zu Branchenstars und die bieten dann für teuer Geld eben speziell auf Kundenwunsch zugeschnittene Pornos. Wenn es interessiert gibt es eine großartige Reportage von Jon Ronson - "the butterfly effect", die sich damit beschäftigt wie PornHub und Co (fast alle in der Hand einer Dachfirma) die Pornobranche verändert haben. Da wo noch versucht wird traditionelle Absatzwege zu finden wird es softer, weil dann das Material in mehr Ländern nachtprogrammgeeignet ist. Und beim streaming wird eben doch wieder ein Bezahlmodell nötig, ebenso bei Produkten die über die Filme verkauft werden.

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Nonvaio01 30.05.2019, 11:40
8. verstehe ich auch nicht

wir haben noch nie fuer Porn bezahlt, ausserdem ist hier wohl eher von Live Chat die rede, das ist etwas anderes.

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dasfred 30.05.2019, 15:23
9. Zu Nr.8 Nonvaio01

Die meisten Gratispornos im Netz sind Clips, gekürzte Filme oder eben altes Material. Dieses wird den Platformen von den Produzenten zur Verfügung gestellt, um die Kunden auf die eigene Seite zu locken, wo neue Produktionen dann gegen Gebühr oder monatlicher Flatrate in voller Länge abgerufen werden können. Die meisten Zuschauer sind schon mit dem Gratisangebot voll befriedigt, aber es gibt noch genug Kunden, die bereit sind, für mehr oder neuere Videos zu bezahlen. Vor zwanzig Jahren schon kostete eine DVD Neuerscheinung gern um die 100,-DM, während der Preis dann binnen Monaten auf 20,-DM fiel. Auch damals gab es Kunden, die nur DVDs im Billigsektor suchten und welche, die bereit waren für Neuheiten richtig zu bezahlen.

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