Forum: Netzwelt
Künstliche Intelligenz: Denkkraft ohne Selbstbewusstsein

Wenn Maschinen in Denkdisziplinen Menschen schlagen, flammt stets die Diskussion um künstliche Intelligenz neu auf. Für manche ist das eine Verheißung, für andere ein Alptraum. Aber vor allem ist es ein Irrtum:*Wir unterschätzen, wie überlegen wir der Maschine eigentlich sind.

Seite 1 von 21
küss_di_hand 17.02.2011, 16:03
1. .

Die Diskussion um Ki ist uralt. Außerdem gibt es wissensbasierte (KI-ähnliche, also "lernfähige") Systeme bereits seit den 80ern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
founder 17.02.2011, 16:05
2. Unsinniges Konkurrenzdenken

Es sollte viel mehr darum gehen um eine möglichst gute Schnittstelle zwischen Mensch und Computer.

Schon 1995 schrieb ich zu diesem Thema "Homo Multimind", der Mensch der mehr als nur einen Verstand hat. Das Notebook als Verstant ´Nummer 2

Zum Beispiel ständig mitlaufende Kamera mit Gesichtserkennung. Wird ein Gesicht erkannt, werden dazu Daten in die Brille eingespiegelt.
Oder sofortige Übersetzungen. Zum Beispiel ich bin in China und praktisch Analphabet dort. Ich sehe etwas an, in die Brille wird die Übersetzung chinesisch deutsch eingespiegelt.
Im Moment ist es aber eher so, daß die Datenschutzhysteriker den Homo Multimind ausgrenzen möchten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Meckermann 17.02.2011, 16:06
3. Simulierte Intelligenz

Ganz richtig. Noch immer gilt: jede Software ist nur so intelligent, wie ihr Programmierer. Das heißt aber nicht, dass eine Techologie wie, diejenige, die in Watson steckt keine Auswirkungen auf unser Leben haben wird. Und das werden nicht nur gute sein. Es ist also schon sinnvoll, sich über die Gefahren Gedanken zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
atomkraftwerk 17.02.2011, 16:15
4. .

Sehr gut der Artikel. Vorallem weil er darauf hinweist, und das vergessen viele, daß der Computer bis dato nur das kann was man ihm eingibt, er kann nur gespeichertes Wissen abrufen und den vorgegebenen Algorithmen folgen. Er ist aus sich heraus nicht im Stande einen höheren Level zu erreichen, unabhängig zu werden von den vorgegebenen Programmabläufen, von Selbstwahrnehmung und Bewusstsein ganz zu schweigen. Eben nur eine Maschine, und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben.
Die üblicherweise als "lernfähig" bezeichneten Versuche machen im Grunde nichts weiter als neue Daten die nach den vorgegebenen Programmen aus alten errechnet wurden dem Speicher hinzuzufügen, es werden aber keinen eigenen neuen Ideen ad hoc generiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Marshmallowmann 17.02.2011, 16:21
5.

Zitat von Meckermann
Ganz richtig. Noch immer gilt: jede Software ist nur so intelligent, wie ihr Programmierer.
Naja ungefähr. Es sollte eher heissen die Maschine ist nur so 'dumm' wie ihr Programmierer. Das Problem steckt nicht in der Maschine, es liegt offensichtlich am Menschen. Wir sind einfach zu dumm Maschinen so zu programmieren, dass diese tatsächlich sinnvolle Lernfähigkeit aufweisen, sonst würde die Maschine innerhalb von sekundenbruchteilen mehr lernen als ein Mensch im ganzen Leben.


Zitat von sysop
Wir unterschätzen, wie überlegen wir der Maschine eigentlich sind.
Ich hoffe das ist nich ihr ernst was sie da schreiben. Ohne Taschenrechner und Computer wären 99,9% der Schüler im Matheunterricht komplett verloren. Ohne Computer würde Recherche in bestimmten Themen Jahre dauern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Woolloomooloo 17.02.2011, 16:28
6. ich lasse mich lieber ...

von einem Automaten fliegen, während der Pilot schläft und in Zukunft lieber von einem Roboter operieren, als dass der besoffene Chirug die Schere im Bauch vergisst...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Layer_8 17.02.2011, 16:33
7. Bravo!!!

Zitat von sysop
Wenn Maschinen in Denkdisziplinen Menschen schlagen, flammt stets die Diskussion um künstliche Intelligenz neu auf. Für manche ist das eine Verheißung, für andere ein Alptraum. Aber vor allem ist es ein Irrtum:*Wir unterschätzen, wie überlegen wir der Maschine eigentlich sind.
"[...]Deep Blue wurde programmiert, um Menschen schlagen zu können: ein beeindruckendes Beispiel menschlicher Intelligenz[...]"
Der Artikel spricht mir aus dem Herzen.
Zusätzlich möchte ich den interessierten hier noch 2 Lesetipps geben:
Joseph Weizenbaum: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, Suhrkamp, Frankfurt am Main

Roger Penrose: Computerdenken. Des Kaisers neue Kleider oder Die Debatte um Künstliche Intelligenz, Bewusstsein und die Gesetze der Natur. Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg

Hoffentlich wird dies nicht wieder ein esotherisches Forum.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ammoudia 17.02.2011, 16:39
8. Mein Gott, uns kann keiner...

Zitat1: Was auch immer sie (die Maschine) kann, hat ihr einer von uns gegeben.
Und wer hat uns das Können gegeben?
Die Eltern, die Umwelt ? Wo ist der Unterschied?
Um hier einen Unterschied zu konstruieren, müsste man mit dichterischer Muse, dem liebe Gott, der Einzigartigkeit des menschlichen Gehirns etc. argumentieren, kurz, wir stünden wieder im Mittelpunkt des Universums. Die Geschichte hat uns aber gelehrt, dass immer ein Galilei, Darwin etc kommt und uns daraus reisst, ob es uns nun passt oder nicht.

Zitat2: Noch immer gilt: jede Software ist nur so intelligent, wie ihr Programmierer.
Welch Irrtum, schon längst gibt es Programme, deren Ergebnis der Programmierer nicht vorhersagen kann. (Neuronale Netze)
Wenn die Menschheit dann mal tot ist, muss man anscheinend ihre Arroganz separat totschlagen, so hartnäckig scheint sie sich zu halten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
duschinabuschi 17.02.2011, 16:40
9. Der Mensch: Denkkraft ohne Selbstbewusstsein

Zitat von Marshmallowmann
Wir sind einfach zu dumm Maschinen so zu programmieren, dass diese tatsächlich sinnvolle Lernfähigkeit aufweisen, sonst würde die Maschine innerhalb von sekundenbruchteilen mehr lernen als ein Mensch im ganzen Leben.
Watson arbeitet zwar massiv parallel, aber nach - wenn auch extrem intelligenter - binärer Logik.
Demgegenüber steht die Forschung an Neuronen Netzen, die biologischen Nervennetzen nachempfunden sind. Innerhalb dieser Computer verstärken sich Muster der Verbindung zwischen den einzelnen Rechenzellen, je nach dem, wie der Input ist. Dadurch verstärken sich diese Verbindungen bei wiedererkannten Reizen. Der Computer lernt - nach einem analogen Wahrscheinlichkeitsmodell. Auch solche Computer werden bereits zur Mustererkennung eingesetzt. Stand der Forschung ist (m.W.), dass die Ingenieure das Gehirn eines Wurms auf diese Art nachvollziehen wollen. Das menschliche Gehirn ist jedoch so unermesslich viel komplexer als das und gilt nach menschlicher Erkenntnis nicht zu unrecht als das komplexeste Gebilde des Universums.

Irgendwann in den nächsten hundert Jahren wird die Forschung sicherlich (vielleicht?) so weit sein, ein menschliches Gehirn abzubilden. Damit dieses aber auch so funktioniert, muss es alle seine Fähigkeiten - wie ein Mensch eben auch - erlernen. Das wäre natürlich sensationell, gelänge dieses.

Demgegenüber stehen aber Milliarden biologische Gehirne, die allesamt dazu in der Lage wären, was diese eine Simulation kann. Und zwar bereits schon jetzt!

Daher ist es m.M.n unsinnig, ein menschliches Gehirn kopieren zu wollen. Wozu? Wir haben doch schon so viele davon. Insofern wird die entstehende Maschinenintelligenz nicht viel mit einem Menschen gemeinsam haben. Aber sie wird den Menschen - wie Watson in Jeopardy - in vielen Disziplinen übertreffen. Man sollte sich also Gedanken machen, wer das Ziel dieser Entwicklung bestimmt, und wer diesen Maschinen was für Tricks beibringt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 21