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Leistungsschutzrecht: Bundestag beschließt Google-Gesetz
DPA

Widerstand zwecklos: Der Bundestag hat das umstrittene Leistungsschutzrecht verabschiedet - gegen vehementen Protest vieler Netzpolitiker und Aktivisten. Selbst in Reihen der Union gab es Abweichler. Für ein so sperriges Gesetz ging es in der Debatte ganz schön zur Sache.

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leser-fan 01.03.2013, 12:53
120. Macht der Zentralorgane Regierung gesichert

Vor den Wahlen braucht die Regierungskoalition dringend positive Berichte in Bild u. Burda Zeitschriften. Endlich hat SPD ein Wahlkampfthema was Mutti nicht stehlen wird. Nur bitte verstãndlich dem Bürger die Thematik erklãren.

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bloßich 01.03.2013, 12:53
121.

Zitat von suessedrops
80% halte ich aber für arg übertrieben. Und zweitens zähle mal nach, wieviele Gesetze unter Rot/Grün vom Verfassungsgericht beanstandet wurden. Oder bist du auf einem Auge blind? ;-) [...]
Wie viele sind es denn ?

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sozialminister 01.03.2013, 12:54
122.

Ich finde das Gesetz zwar auch schwachsinnig, allerdings will ich auch niemanden davon abhalten sich sein eigenes Grab zu schaufeln. :)

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Dubbel 01.03.2013, 12:55
123.

Zitat von teutoniar
Das LSR verhindert nur, dass kommerzielle News-Sammler (wie z.B. das Milliardenunternehmen Google) sich Inhalte ungefragt zusammenklauben und in wesentlichen Teilen (Überschrift und zusammenfassende Einleitung) auf der eigenen Webseite zu einem eigenen Dienst gebündelt veröffentlichen[...]
1. Wenn der wesentliche Teil eines journalistischen Werks aus Überschrift und Einleitung besteht, dann muss man sich tatsächlich Sorgen um unseren ach so hintergründigen "Qualitätsjournalismus" machen. Dies dürfte z.B. bei Artikeln aus dem Hause BILD der Fall sein - oh welch Wunder das gerade der Springerverlag das LSR so energisch vorangetrieben hat.
2. Das Internet funktioniert nicht wie ein Supermarkt. Die Verlage werden für die Verlinkung auf Google bereits indirekt entlohnt - indem mehr Nutzer auf die Internetangebote der Verlage gelangen und dort Werbeeinnahmen erzielt werden (oder Einnahmen durch Paywalls etc., hier muss die Verlagswirtschaft mal Eier haben und ausprobieren) (und natürlich nur, wenn der Artikel so gut ist, dass nicht alles durch Überschrift und einleitungstext verraten wurde - was bei dem "Pressemeldungen abschreiben"-Journalismus heutzutage leider manchmal der Fall ist).
3. robots.tx AAH!

Zitat von teutoniar
[...]Das Problem ist, dass es hier keine Verpflichtung gibt. Google muss sich nicht an robots.txt halten und kann seine Werbestrategie von heute auf morgen ändern.
Jede große Suchmaschine hält sich an die robots.txt. Die einzigen, die sich nicht daran halten sind Spamcrawler und einige kleine schwarze Schafe. Newsaggregatoren, die den gesamten Artikelinhalt anzeigen kann man schon heute verklagen.
Ich wundere mich hier etwas: Wenn die Angst der Verlage sich darin begründet, dass die robots.txt nicht rechtlich bindend ist und theoretisch übrgangen werden könnte - warum lobbyiert sie dann nicht für ein Gesetz, dass die Einhaltung der robots.txt vorschreibt?

Zitat von teutoniar
Google bietet bei vielen seinen Diensten keine eigenen Inhalte an. Die stammen in der Regel von anderen. Oft werden diese Inhalte einfach ungefragt übernommen. Siehe z.B. bei YouTube, wo sich YouTube (das Google gehört) einfach auf den Standpunkt stellt, man sei ja nur Hostingplattform.
Nicht, dass es was mit dem LSR zutun hätte, aber YouTube IST nun mal für alle Videos, die nicht von YT selbst produziert wurden, nur eine Hostingplattform. Was sollte es denn sonst Ihrer Meinung nach sein?

Zitat von teutoniar
Insbesondere Herr Höppner, der für das LSR spricht, hat auch gute Argumente, die nicht einfach vom Tisch gewischt werden können.
Oh ja, tauschen wir die Propaganda der einen Seite gegen die Propaganda der anderen Seite aus! (Thomas Höppner ist vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger)

So lange mir kein Verlagsvertreter erklären kann, warum sie sich bei Google News angemeldet haben (!) und freiwillig daran teilnehmen und den Dienst trotzdem verteufeln, halte ich das LSR für den letzten Versuch vieler Verlage sich vor den Herausforderungen des digitalen Zeitalters mit einem Wirtschaftsverständnis aus dem letzten Jahrhundert zu drücken.

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teutoniar 01.03.2013, 12:55
124.

Zitat von Zaunsfeld
Wenn ich in der google-Suche mal "Papstwahl" eingebe, dann sehe ich bei keinem Ergebnis mehr als 15 Wörter, nicht mal einen richtigen Satz. Aber schon dafür wollen die Verlage Kohle sehen.
Vielleicht sollten Sie sich mal die Seite gehen, um die es geht: Google News und nicht die, um die es nicht geht. ;)

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Zeitwesen 01.03.2013, 12:56
125.

Leider ist es nunmal so hierzulande, dass jeder 12jährige Teenager durchschnittlich mehr Erfahrung und Wissen über das Internet hat, als ein(e) CDU/CSU PolitikerIn.
Sobald die CSU/CDU sich mit dem Internet befasst muss ich zwangsläufig an "Catweazle" und den Lichtschalter denken, nur das "Catweazle" keine gesetzgebende Befugniss hatte und alsbald ins Mittelalter zurückkehrte.

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ponyrage 01.03.2013, 12:57
126. Über 50 Stimmen aus der Opposition fehlen

Schaut man sich das Abstimmungsergebnis im Detail an

http://www.spiegel.de/flash/0,5532,22868,00.html#abstimmung=307&hilfe=false

so stellt man fest, dass über 50 Mandatsträger der Opposition an der Abstimmung nicht teilgenommen haben. Hätten sie alle mit "nein" gestimmt, wäre das Gesetz gescheitert.

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sappelkopp 01.03.2013, 12:58
127. Faszinierend...

Zitat von sysop
Widerstand zwecklos: Der Bundestag hat das umstrittene Leistungsschutzrecht verabschiedet - gegen vehementen Protest vieler Netzpolitiker und Aktivisten. Selbst in Reihen der Union gab es Abweichler. Für ein so sperriges Gesetz ging es in der Debatte ganz schön zur Sache.
...dass sich Leute hier im Namen von Google künstlich aufregen, obwohl Google gar nicht mehr betroffen ist; jedenfalls nicht als Suchmaschine. Da haben wohl Leute Angst, dass sie für Leistungen zumünftig doch zahlen müssen.

Wenn wir das ganze mal nüchtern betrachten, muss man schon mal überlegen, ob kostenfreie Apps wie "Pulse" so weitermachen dürften wie bisher, denn die nutzen schon Leistungen, die sie nicht selbst erbringen und die Ersteller der Leistung erhalten nichts.

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sappelkopp 01.03.2013, 13:01
128. Ja, aus dem gleichen Grund...

Zitat von ponyrage
Schaut man sich das Abstimmungsergebnis im Detail an so stellt man fest, dass über 50 Mandatsträger der Opposition an der Abstimmung nicht teilgenommen haben. Hätten sie alle mit "nein" gestimmt, wäre das Gesetz gescheitert.
...haben ja Nichtwähler bei BTW und LTW die Schuld, wenn jemand gewählt wird...

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Bob Andrews 01.03.2013, 13:01
129.

Zitat von teutoniar
Sie übersehen, dass diese Inhalte gerade von dieser "Berufsgruppe" produziert werden und Google davon massiv profitiert. Google leitet weltweit (!) nach eigener Aussage von dort 4 Milliarden Aufrufe täglich an Verlagsseiten weiter.
Die werden dann wegfallen. Ob das den Betreibern der Verlagsseiten gefallen wird? War doch alles schon mal da. oder haben Sie den Rechtsstreit mit den Belgischen Verlagen vergessen?
Zitat von
Wieviele davon bei Google hängenbleiben (weil die Seite es für viele nicht erforderlich macht weiterzuklicken) ist nicht bekannt. Google weiß es.
Was glauben Sie, wieviele erst gar nicht auf die Idee kommen, weiterzuklicken, wenn Sie gar keine Infos über die Existenz des Links und des verlinkten Originaltextes durch eine Suchmaschine erhalten?
Folgt man dieser Sichtweise, müssten ja Werbeunternehmen noch dafür bezahlen, dass sie Werbung für andere machen. Faktisch bezahlen aber die anderen dafür, dass für sie Werbung gemacht wird.
Zitat von
Wenn dieses Verfahren also für jemanden profitabel ist, dann für Google. Deshalb kann ich Ihre Anmerkung, dass es die Verlage seien, die Geld rausziehen, so gar nicht teilen. Wenn man das schon als Argument bringt, dann sollte man Google hier nicht aus der Rechnung nehmen.
???
Gehts noch?
Folgt man Ihrer Argumentation, müssten Fernsehsender Geld dafür bezahlen, dass sie Werbung einblenden und zwar an den Urheber der Werbung.

Zitat von
Oder warum betreiben sie jetzt schon zwei Kampagnen gegen Rechteinhaber? 1. Die Sperrtafeln bei YouTube, 2. Kampagne "Verteidige Dein Netz" mit auch bei Twitter gesponserten Tweets. Meiner Ansicht nach, weil sie ein starkes monetäres Interesse daran haben.
Natürlich haben sie ein monetäres Interesse daran. Aber die Urheber profitieren davon genauso. Was glauben Sie, wer sich noch die Ursprungsseiten ansieht bzw. diese überhaupt findet, wenn die nicht mehr in Suchmaschinen verlinkt werden?

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