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Leistungsschutzrecht: Schlagabtausch zur Google-Steuer im Bundestag
AFP

Müssen sich Suchmaschinen und Aggregatoren künftig um Lizenzen kümmern, bevor sie Inhalte von deutschen Verlagen nutzen? Ein von der Regierung geplantes Leistungsschutzrecht soll genau das regeln. Am Mittwoch diskutierten Experten die Vor- und Nachteile im Bundestag.

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spatenheimer 31.01.2013, 08:31
10.

Zitat von sysop
Die Verlage wollen, dass ihre Inhalte von Suchmaschinen gefunden werden, aber sie wollen mehr Einfluss auf die Art der Präsentation. Und die Betreiber sollen zahlen.
Also wenn ich einem Taxifahrer sage, er soll mich ins beste Hotel der Stadt bringen, und er das auch tut, dann muss der Taxifahrer quasi einen Teil seiner Bezahlung an das Hotel abgeben, bei dem er mich abgeliefert hat?

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niska 31.01.2013, 09:14
11.

Zitat von sysop
Müssen sich Suchmaschinen und Aggregatoren künftig um Lizenzen kümmern, bevor sie Inhalte von deutschen Verlagen nutzen? Ein von der Regierung geplantes Leistungsschutzrecht soll genau das regeln. Am Mittwoch diskutierten Experten die Vor- und Nachteile im Bundestag.
Wenn das durchkommt freue ich mich. Dann kann ich nämlich dem örtlichen ÖPNV-Anbieter regelmäßig fette Rechnungen schreiben, weil er mir mit der von ihm finanzierten und bereitgestellten Technik und Infrastruktur Kunden für mein Unternehmen zuführt.
Ich fand das schon immer ziemlich unfair, dass die einfach parasitär Geld mit meinen Kunden verdienen...

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DesTeufelsAnwalt 31.01.2013, 09:18
12.

Klar, verstehen kann ich die Verlage schon.
Denen schwimmen die Felle weg und es wird händeringend nach Möglichkeiten gesucht, "Revenue" zu generieren.
Dann gucken diese auf Google und machen die Milchmädchenrechnung auf, dass Google ja so ein Schweinegeld mit der Arbeit der Verlage verdient und dass die Verlage das gerne selbst hätten.
Das würden sie aber - wenn sie diese Newsaggregation selbst darstellen würden - nie bekommen. Denn die Verlage sind schlicht nicht in der Lage, dem "Ökosystem Google" etwas auch nur annähernd vergleichbares entgegen zu setzen.
Warum treiben sich die Menschen auf Googles Seiten rum? Weil es dort so vieles aus einer Hand gibt.
Die Verlage ziehen den kürzeren.
Google wird sie möglicherweise gar nicht mehr verlinken und sie damit am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Google wird das kaum schaden - Google News dürfte nicht die Cashcow des Unternehmens sein.
Die Verlage verlieren aber mit einem Schlag 100% der Laufkundschaft; denen bleiben dann nur noch die, die ohnehin ein bestimmtes Angebot direkt ansteuern.

Bottom Line: Dafür, dass die Verlage aus einer Position der Schwäche heraus verhandeln pinkeln diese einen ganz schön dicken Strahl. Wenn der mal nicht in die Hose geht... ;-)

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berniejosefkoch 31.01.2013, 09:38
13. Lobbyismus, das ist auch hier das Problem

Man sieht es auch hier wieder! Eine Lobby "bearbeitet" die Politik, bis diese im Sinne der Lobby dann Gesetze macht!
Was grundsätzlich bei härtester Strafe verboten gehört! Sind wir doch schon so weit, dass die "Volksvertreter" zu "Lobbyvertreter" geworden sind. Dieser SPON-Bericht ist ein weiteres Beispiel für genau das!

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niska 31.01.2013, 09:49
14.

Zitat von berniejosefkoch
Man sieht es auch hier wieder! Eine Lobby "bearbeitet" die Politik, bis diese im Sinne der Lobby dann Gesetze macht! Was grundsätzlich bei härtester Strafe verboten gehört! Sind wir doch schon so weit, dass die "Volksvertreter" zu "Lobbyvertreter" geworden sind. Dieser SPON-Bericht ist ein weiteres Beispiel für genau das!
Wenn das Gesetz kommt, sind die Verlage künftig unsichtbar.
Denn es ist kein Grundrecht bei Google gefunden werden zu können.
So einfach sind die Realitäten.
Da können die Verlage noch so viel Geld und andere Massagen in die Politik investieren.
An Ockhams Rasiermesser kommt hier niemand vorbei, egal wieviel Popanz und Geheule.

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me.muc 31.01.2013, 10:13
15. Ein verzweifelter Versuch

Jeder, also sehr wahrscheinlich auch die Verlage, der sich mit dem Thema Suchmaschinen einmal grundlegend beschäftigt hat, wird früher oder später auf die sogenannten Crawler bzw. Bots stoßen (bspw. Googles Crawler http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=1061943). Diese kleinen Datenkraken durchsuchen Webseiten und können sehr differenziert zugelassen oder verboten werden. Wenn also Verlage nicht möchten, dass bspw. Google ihre Nachrichten auf Google News anzeigt, so kann der Verlag die durch die Sperrung des "Googlebot-News" verhindern. Die gespielte Machtlosigkeit ist verzweifelter Lobbyismus, der ein Marktmodell schafft, welches fern jeder Realität ist. Wenn ein solches Gesetz erlassen wird, ist dies meines Erachtens ein wesentlicher Eingriff in den (nicht versagenden) Markt und damit eine falsche ordnungpolitische Handlung. Willkommen in Deutschland!

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divina_commedia 31.01.2013, 10:16
16. Ich

an Goolges Stelle würde knallhart sagen: "Erteil mir die Lizenz oder du fliegst aus dem Index. Und dann lay yourself gehackt."

Hier sollte diese Erpressung durchaus Wirkung zeigen. Mal sehen wie lange es dauert bis Verlag A oder B dann die Lizenz ohne Gebühren an Google ausstellt.

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k.haz 31.01.2013, 10:39
17.

Zitat von divina_commedia
an Goolges Stelle würde knallhart sagen: "Erteil mir die Lizenz oder du fliegst aus dem Index. Und dann lay yourself gehackt." Hier sollte diese Erpressung durchaus Wirkung zeigen. Mal sehen wie lange es dauert bis Verlag A oder B dann die Lizenz ohne Gebühren an Google ausstellt.
Allerdings würde Google in diesem Fall viel Glaubwürdigkeit als unabhängige Informationsquelle verlieren, weswegen es aus deren (und auch unserer) Sicht das Beste wäre, das sinnlose Gesetz würde gar nicht erst in Kraft treten. Die ganze Argumentation der Verlage ist haltlos. Google verdient ja nicht mal Geld mit Google News. Wer nur einmal auf der Seite war, weiß, dass sie werbefrei ist

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klarahimmel 31.01.2013, 15:26
18. liebe Verleger

ihr solltet vielleicht mal euer Gehirn einschalten, bevor ihr etwas unsinniges vom Rechtsausschuss des BT wollt, denn ihr seit für euren Internetauftritt selber zuständig und nicht der Bundestag. Wenn ihr nicht gefunden werden wollt bzw. euren " Qualitätsjournalismus " keiner lesen soll dann errichtet eine Paywall und verbietet es per robots.txt den Suchmaschinen euch im Index zu listen, mal sehen wie lange ihr dann überlebt.

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niska 31.01.2013, 15:54
19.

Zitat von klarahimmel
ihr solltet vielleicht mal euer Gehirn einschalten, bevor ihr etwas unsinniges vom Rechtsausschuss des BT wollt, denn ihr seit für euren Internetauftritt selber zuständig und nicht der Bundestag. Wenn ihr nicht gefunden werden wollt bzw. euren " Qualitätsjournalismus " keiner lesen soll dann errichtet eine Paywall und verbietet es per robots.txt den Suchmaschinen euch im Index zu listen, mal sehen wie lange ihr dann überlebt.
Das ist dem Springermenschen zu wenig. Er will mehr Wahlmöglichkeiten als gefunden werden oder nicht. Er will auch noch Geld dafür um gefunden zu werden.
Kann man ja mal wollen. Die Wünsche sind frei. Ich wollte als Kind auch einen Kampfhubschrauber. Hab ihn aber seltsamerweise nie bekommen.

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