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Live-Videos als Terrorhelfer: Machtlos gegen die Gewalt in Echtzeit
DPA

Der Polizistenmörder von Frankreich ließ die Welt per Facebook-Livestream an seiner Tat teilhaben. Der Vorfall zeigt, wie hilflos Netzwerke dem Missbrauch solcher Echtzeit-Funktionen gegenüberstehen.

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sickandinsane 15.06.2016, 12:43
1. Die Lösung ist einfach

Schafft diesen live-Müll einfach ab. Hat vorher ja auch bestens ohne funktioniert.

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xineohp 15.06.2016, 13:03
2. Und viele Minderjährige mit ...

... Smartphone und Tablet live dabei. Ergo: Internet nur in Begleitung Schutzbefohlener und Eltern. Smartphones gehören nicht in Kinderhand. Bereits jetzt schon wieder zahlreiche Kinder traumatisiert. Ein Leckerbissen für die Therapeuten der Zukunft.

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einervondenen 15.06.2016, 13:07
3. Machtlos?

An diese Art von Öffentlichkeit werden wir uns gewöhnen müssen. Wer das sehen will, kann das auch – die anderen schalten ab. Ansonsten beginnt hier die Diskussion von neuem, ob Killergames zum töten verleiten. Letztlich besteht die Aufgabe darin, eigenverantwortliche Mediennutzung zu vermitteln.

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flingern 15.06.2016, 13:29
4. Ab in die Schmuddelecke

Noch kann man niemandem zuverlässig, präventiv gar, in den Kopf schauen. Und die nun einmal vorhandene Informationsvielfalt zu benutzen, lässt sich auch nicht verhindern. Daher ist es unbedingt notwendig, die wie auch immer transportierten Bilder und Texte aus dem „wahren Leben“, so, wie es sich tausendfach gleichzeitig auf der Erde abspielt, und die in Echtzeit übertragen werden, zu verträglichem Input geraten zu lassen. Ganz wird das nicht gelingen. Aber eine breite Bildungsbasis kann sehr viel dazu beitragen. Auch „Konsumgewohnheiten“ zählen dazu.
Ich denke, dass ein erster Schritt dazu derart getan werden kann, dass diejenigen, die sich zurecht darauf berufen, dazu berufen zu sein, seriöse Nachrichten aufzubereiten und weiterzugeben, ihre eigene Nutzung der Echtzeit-Portale deutlich einzuschränken. Bei aller Problematik von Vergleichen: Dass Jugendliche deutlich weniger als früher rauchen (und auch trinken), hat auch damit zu tun, dass das einfach nicht mehr „in“ ist. Es gerät in die Schmuddelecke, ohne grundsätzlich verboten zu sein. Gelingt es also, die Wirkung der Echtzeit-Postings zu mindern, ja, zu diskreditieren (Echtzeigewalt geht gar nicht), so kann sich deren Nutzung zunehmend als nicht mehr „in“ erweisen. Niemand außer den Betroffenen braucht einen umgekippten LKW in China in Echtzeit, ebenso, wie fast niemand Tabak-und Alkoholkonsum braucht. Den Teufelskreis, der sich mit der Gier danach auftut, die oder der Erste gewesen zu sein, die oder der irgendetwas in die Welt gesetzt hat, den gilt es zu verhindern.
Ein praktisches Beispiel dazu: Postings hier z.B., die vor Ablauf von einer bestimmten Zeit eingehen, werden einfach nicht veröffentlicht. Gerade die Schnelllebigkeit dieser Art der LeserInnen-Beteiligung, der zufolge die Online-Nachrichten eine überaus geringe Halbwertzeit haben und rasch durch neuere Neuigkeiten ersetzt werden, sollte reduziert werden. Das ist so etwas wie eine Tempo-30-Zone im virtuellen Kommunikationsverkehr. Vielleicht sollte es sogar -um im Bild zu bleiben- Fußgängerzonen geben.
Was sich zu erreichen lohnt, das ist die Wiederherstellung der Kommunikation mit wenigstens einmal überdachten Beiträgen. Ob sie falsch oder richtig sind, das steht dabei auf einem anderen Blatt. Sich in diesem Sinne „gesittet“ äußern zu können, das setzt eine verbesserte Bildung voraus, deren derzeitigen Mangel man tunlichst aber nicht arrogant gegen diejenigen wenden sollte, die ihre Bauchgefühle aus sich herausplatzen lassen. Sie müssen für’s Erste nur ein wenig „beruhigt“ werden.
Das rüttelt an manchem Geschäftsmodell, das ist mir klar. Da aber das Konsumverhalten insgesamt auch ein nur mühsam umzulenkender Prozess ist, bestünde genügend Zeit, sich auf veränderte Bedingungen einzustellen. Aber auch das geht ohne Zensur und mit nur wenigen neuen „Verboten“. Es mag in diesem Zusammenhang wie „geträumt“ klingen, zu erwägen, spätestens im Rahmen der nächsten Erhöhung der Hartz-IV-Sätze den BezieherInnen je Haushalt eine automatische Lieferung einer wechselnden Auswahl von seriösen Presseerzeugnissen zu liefern.

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spon_2999637 15.06.2016, 13:35
5. Live Informationen sind aber doch unzensiert gefordert...?!

"Wenn man dort ein Video entdeckt, das gegen die Richtlinien des Netzwerks verstößt, kann Facebook den Livestream stoppen und das Video entfernen."

"Die deutschen Sender erhalten die Live-Bilder von den Spielen in Frankreich über den europäischen Fußballverband. Dieser zensiert aber die Bilder und zeigt keine Hooligans und Flitzer im Stadion."
http://www.spiegel.de/kultur/tv/fussball-em-ard-und-zdf-beschweren-sich-ueber-uefa-zensur-a-1097347.html

Zensur ist einmal "notwendig" und einmal "böse"? Gewalt hat einmal "keinen Platz" und einmal "relevant"?

Wir sind schon eine seltsame Gesellschaft mit ambivalenten Sichtweisen - so wie es einem gerade in den Kram passt ist man mal für und mal gegen vergleichbare Dinge.

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unbekanntgeblieben 15.06.2016, 13:37
6.

Wäre es nicht vernünftiger mehr Ressourcen gegen deratige Taten aufzuwenden, als für deren Veröffentlichung?

Und ich bin mir nicht sicher, ob 'Filter' für sowas immer eine gute Sache sind. Existentt ist es trotzdem, das sollte nicht verschleiert werden ...

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at.engel 15.06.2016, 13:41
7.

Ich glaube, jedem ist mehr oder weniger klar, dass es auf sozialen Netzwerken fast unmöglich ist in Echtzeit zu reagieren. Das Problem ist vielmehr, dass sie alle auf dem amerikanischen Werte-Codex basieren: Sex ist komplett tabu, Nacktheit in jeder vorstellbaren Form auch. Da fällt sogar ein Courbet noch unter das Keuschheitsgebot.
Gewalt dagegen überhaupt kein Problem. Rechtextremistische Ansichten sind auch eher kein Problem. Verherrlichung von Waffengewalt sowieso nicht. Rassismus...? Freie Meinungsäußerung! Mord an Schwarzen...? De facto Selbstverteidigung!
Und Religionen, einschließlich fundamentalischter Ansichten jeder Sorte, sind "heilig".
Da hat unsereiner, so als "aufgeklärter" Europäer, etwas Mühe damit.

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roger_woters 15.06.2016, 13:41
8. Die französische Polizei

hat komplett versagt. Sie ist feige und unorganisiert. Wenn 300 Polizisten nichts gegen ein paar Russen unternehmen können, zeigt das den desolaten Zustand der Polizei. Bestes Beispiel dafür ist die gestrige Busaktion. Da lässt sich die gesamte eingesetzte Polizei von ein paar Busreisenden dominieren. Erst ein herbeigerufener russischer Konsul konnte die Situation entspannen. Das ist doch wohl ein übler Witz. Wenn die französische Polizei sich so auf der Nase rumtanzen lässt, muss sie sich nicht wundern, wenn die Russen dadurch erst motiviert werden. Bei diese Gruppe zählt nur Härte.

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benmartin70 15.06.2016, 13:45
9.

Zitat von einervondenen
Ansonsten beginnt hier die Diskussion von neuem, ob Killergames zum töten verleiten. Letztlich besteht die Aufgabe darin, eigenverantwortliche Mediennutzung zu vermitteln.
Wie sie auf diesen Bezug kommen müssen Sie mal erläutern?
Dem letzten Satz ist nichts hinzuzufügen.

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