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Lobo antwortet Fleischhauer: Die Goldmedaille in Privilegien-Blindheit
imago/ Christian Mang

Nachdem viele Journalisten kürzlich "Nazis raus" twitterten, schrieb Jan Fleischhauer eine SPIEGEL-Kolumne mit der Überschrift "Nazis rein". Dahinter steckt viel mehr als nur ein kindischer Wunsch nach Provokation.

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horst_müller 24.01.2019, 10:18
140.

Zitat von spmc-12355639674612
ohne Linke würden Sie heute noch brav Ihrem adligen Herrscher huldigen, die Paläste der Superreichen und Superadligen lediglich von außen betrachten dürfen und ohne jede Chance des sozialen Aufstiegs vor sich hin darben. Ohne Rechte wären uns die beiden Weltkriege und die darauf folgenden Zusammenbrüche 1918 und 1945 erspart geblieben. Was ist jetzt besser?
Und die Millionen von Toten der linken Diktaturen im letzten Jahrhundert, lassen wir jetzt einfach außer Acht?
In unserer Demokratie sollte es darum gehen, einen vernüftigen Mittelweg zu finden. Dazu gehört auch, dass man miteinander spricht und diskutiert. Aktuell blöken sich leider Linke wir Rechte nur gegenseitig an und jeder möchte die Wahrheit gepachtet haben. Lobo und Fleischhauer passen da perfekt rein.

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marty_gi 24.01.2019, 11:00
141. das trotzige Kind

Fleischhauer ist nur ein trotziges Kind - sein Buchtitel beschreibt das ja schon sehr deutlich. Und nahezu alle seine Artikel unterstreichen, dass es dem Konservativen und den Rechten immer nur um sich selbst geht, niemals um das Wohl anderer. Genau daher ruehrt ja auch die Privilegien-Blindheit. Und die Ablehnung all derer, die sich tatsaechlich mehr um das Wohl aller sorgen und fuer Progressivitaet sind, denn nur die hat schon immer und wird die Welt und die Menschen voranbringen. Konservative, die Gegner jeglichen Fortschritts, muessten ja eigentlich noch in Hoehlen leben, wenn sie ihrem Motto wirklich treu waeren. Geistig tun viele genau dies aber auch tatsaechlich. Tief vergraben.

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Sisyphos der Linke 24.01.2019, 11:31
142. Sie vergessen das Entscheidende: im Kapitalismus vereint

Zitat von tmattm
Erstmal ein Danke an Herrn Lobo für die Analyse der aktuellen Geschehnisse. Doch auf das zugrunde liegende Problem geht Lobo nicht ein; er kann es auch nicht, da er es nicht sehen kann, weil er selbst tief darin steckt: Es gibt eigentlich keine "Krise der Identität", sondern die Krise ist die Aufspaltung der Gesellschaft in Identitätsgruppen. "Mann und Frau" oder "Flüchtlinge und Europäer" oder "Hetero- und Homosexuelle" oder "Weiße und Farbige" usw. Wenn dann auch noch pauschal Viktimisierung und Privilegienzuschreibungen hinzukommen wird mir ganz anders: "der priviligierte Mann und die unterdrückte Frau" oder "der kulturfremde Flüchtling, der Deutschland kaputt macht, und der Europäer/Deutsche, der seine Heimat verliert" oder "der rassistische Weiße und der diskriminierte Farbige" usw. Linksaußen wie Rechtsaußen beherrschen dieses widerliche Spiel und BEIDE Extreme praktizieren auch gerne die "Identität durch Provokation der Gegenseite", wie mir überdeutlich wurde, als ich in der Washington Post "Why can't we hate men?" laß. Diese Spaltungen sind gefährlich und führen z.B. an der Wahlurn zu extremen verhalten (z.B. Wahl Trumps). Wir als Gesellschaft sollten lieber die radikalen -ismen ablegen: Es gibt keine Verschwörung zur Umvolkung Deutschlands, es gibt kein frauen-unterdrückendes, männer-bevorzugendes allmächtiges Patriachat, es gibt keine überlegende Hautfarbe. Seximus (=minderwertige Frauen), Feminismus (=böse Männer), Rassismus (=böse Fremde), Anti-Rassismus (=böse Weiße) - das alles muss weg. Bekennen wir uns zu universalistischen Werten. Ich möchte nicht in einem Deutschland der Identitätsgruppen leben. Ich möchte ein Deutschland von 80 Mio. Individuen mit individuellen Geschichten, individuelle Interessen, individuellen Fähigkeiten und vor allem individueller Verantwortung.
Zum Kapitalismus haben alle die gleiche Einstellung: er ist alternativlos und gut. Von einer wirklichen Linken wie 1968, die den Kapitalismus und den Imperialismus national und weltweit überwinden wollte, ist nichts übriggeblieben. Der Kapitalismus lebt unter diesem Gesellschaftschaos hervorragend, macht seine Geschäfte und den "linken" und rechte Nutznießern des Kapitalismus geht es immer besser. Die Verlierer zerfleischen sich gegenseitig. In einem kapitalistischen System kann es das nicht geben, was Sie wollen. "Man kann nicht Gott dienen und dem Mammon" auch Sie nicht. Die beschworene Gefahr von rechts ist lachhaft, da das den Kapitalismus stören würde.

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janssson 24.01.2019, 11:47
143. selbstverständlichh...

Zitat von Fuxx81
So kommt es mir beim Lesen dieser Kolumne auch vor. Fleischhauer hat also irgendwas geschrieben, dass ich als Nicht-Abonnent nicht lesen kann und Lobo fühlt sich davon getriggert. Vielleicht klären die Herren Kolumnisten das mal auf einem privaten Kommunikationsweg unter sich...
...war die Fleischhauer Kolumne im nicht Bezahlbereich zu lesen. So wie jede Woche.
Sie haben siie nur nicht gefunden: Und das ist Ihr persönliches Problem.

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Raisti 24.01.2019, 11:47
144.

Herr Lobo sollte bei den Netzthemen bleiben, meiner Meinung nach.

Ja mit echten Nazi´s kann man in der Regel nicht reden, weil diese von Hass zerfressen sind, da stimme ich voll und ganz zu.

Deswegen benutzt man heute auch gerne das Label "Nazi" um jede Diskussion direkt im Keim zu ersticken.
Nachdem Motto: "Der ist Nazi, mit dem brauchst du erst gar nicht reden"
Sorry aber eine Demokratie lebt vom Diskurs und wenn dieser von den "Linken" immer direkt im Keim erstickt wird mit dem Label "Nazi", dann sind die wahren Feinde für unsere Demokratie nicht die so genannten "Nazi´s".

Und bevor mir hier was angedichtet wird. Ich befürworte keine einzige Position der AFD und wähle die Linke.

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Timbuk3 24.01.2019, 11:52
145. Ich stimme Ihnen zu...

Zitat von tmattm
Erstmal ein Danke an Herrn Lobo für die Analyse der aktuellen Geschehnisse. Doch auf das zugrunde liegende Problem geht Lobo nicht ein; er kann es auch nicht, da er es nicht sehen kann, weil er selbst tief darin steckt: Es gibt eigentlich keine "Krise der Identität", sondern die Krise ist die Aufspaltung der Gesellschaft in Identitätsgruppen. "Mann und Frau" oder "Flüchtlinge und Europäer" oder "Hetero- und Homosexuelle" oder "Weiße und Farbige" usw. Wenn dann auch noch pauschal Viktimisierung und Privilegienzuschreibungen hinzukommen wird mir ganz anders: "der priviligierte Mann und die unterdrückte Frau" oder "der kulturfremde Flüchtling, der Deutschland kaputt macht, und der Europäer/Deutsche, der seine Heimat verliert" oder "der rassistische Weiße und der diskriminierte Farbige" usw. Linksaußen wie Rechtsaußen beherrschen dieses widerliche Spiel und BEIDE Extreme praktizieren auch gerne die "Identität durch Provokation der Gegenseite", wie mir überdeutlich wurde, als ich in der Washington Post "Why can't we hate men?" laß. Diese Spaltungen sind gefährlich und führen z.B. an der Wahlurn zu extremen verhalten (z.B. Wahl Trumps). Wir als Gesellschaft sollten lieber die radikalen -ismen ablegen: Es gibt keine Verschwörung zur Umvolkung Deutschlands, es gibt kein frauen-unterdrückendes, männer-bevorzugendes allmächtiges Patriachat, es gibt keine überlegende Hautfarbe. Seximus (=minderwertige Frauen), Feminismus (=böse Männer), Rassismus (=böse Fremde), Anti-Rassismus (=böse Weiße) - das alles muss weg. Bekennen wir uns zu universalistischen Werten. Ich möchte nicht in einem Deutschland der Identitätsgruppen leben. Ich möchte ein Deutschland von 80 Mio. Individuen mit individuellen Geschichten, individuelle Interessen, individuellen Fähigkeiten und vor allem individueller Verantwortung.
...bis auf Ihren letzten Satz. Der Wunsch nach 80 Mio. Individuen ist schlicht tautologisch. Ich möchte vorsichtig zu bedenken geben, dass eine Überbetonung des Individuellen (im Sinne von Selbstoptimierung und Egozentrismus) die Gefahr in sich birgt, geradewegs zur Ausbildung von partikularen Identitäten zu führen, bei dem der Mensch mit fast niemandem sonst noch etwas gemeinsam hat, abgesehen von der u.U. engen peer group. Ist nicht tatsächlich eher zu fragen (und so habe ich Ihren Beitrag verstanden), welche gemeinsamen Geschichten, gemeinsamen Interessen und gemeinsame Verantwortung die Menschen in Deutschland miteinander verbinden könnte? Die Aufrechterhaltung unserer demokratischen Errungenschaften wäre es wert, oder?

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janssson 24.01.2019, 11:56
146. Moment Mal

Zitat von skilliard
Schauen Sie sich doch mal die Debatten an um den Hambacher Forst, "gendergerechte" Sprache, Abgasskandal. Auch da finden Sie Manipulation, Faktenauslegung nach politischer Sympathie, Lächerlichmachen Andersdenkender.
Sie bringen da ein paar Dinge durcheinander.

Hambacher Forst: RWE behauptet Unsinn, um privaten Gewinn zu Lasten allgemeiner Kosten (irgendwer muss den Dreck der Braunkohleverbrennung schließlich wieder wegmachen) zu finanzieren.

Gendergerechte Sprache: nicht Linke, sondern FemFurien vergewaltigen die deutsche Sprache und fordern orwellsches Neusprech zur Gedankenmanipulation des Volkes.

Abgasskandal ist ein echter Skandal, der in den USA strafrechtlich verfolgt und in Deutschland politisch protegiert wird.

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cobaea 24.01.2019, 12:03
147.

Zitat von nesmo
Agnostiker gleiten auf platonischen surfboards durch die Welt der Probleme, immer darauf achtend nicht in ihnen zu versinken, sondern den popperschen Abstand zu bewahren, glauben sie zumindest.
Wow - so viele nichtssagende Floskeln in einem einzigen Satz.... Wer solchen Schwampf in die Welt setzt, weiss nicht wovon er redet, sondern will nur andere beeindrucken, indem er so tut, als ob er philosophische Gedanken wälze. Kurz: Nichts als heisse Luft, keine Substanz.

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Bondurant 24.01.2019, 12:07
148. Der Spezialist

für betreutes Denken hat mal wieder was geschrieben. Analytisch kommentieren darf man nicht, was den Eindruck bestätigt, dass es sich bei Lobo in erster Linie um eine Art Lehrer handelt, der den Verstockten draußen im Lande die richtige Meinung einzutrichtern hat. Lange dauert es nicht mehr und es wird eine Art deutschen, nein, europäischen, Trump geben. Wahrscheinlich einen Italiener. Auch Dank Spon.

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paysdoufs 24.01.2019, 12:09
149. Zitat:

"Der dazugehörige [Fleischhauer'sche] Kolumneninhalt ist im Detail gar nicht so wichtig, (...). Denn das Wichtigste an der Kolumne ist meiner Ansicht nach nicht der Inhalt und auch nicht die Überschrift" -- Allein das ist ja schon eine gewaltige intellektuelle Bankrotterklärung ihrerseits, Herr Lobo.

Aber trotzdem: "Nazis raus" war bis vor kurzem mit Sicherheit der Grundkonsens aller Demokraten in DEU. Das Problem ist: Dadurch dass alles und jeder, der sich nicht Ihrer No-Border-Ideologie anschliessen wollte, zum Nazi erklärt wurde, ist der Spruch inzwischen komplett sinnentleert. Klassisches Eigentor einer radikalen linken Ideologie... Wenigstens ist die andere (Brandt'sche?) Maxime "Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!" noch intakt. Wobei -- welche Regierungskoalition hat nochmal damit angefangen auch diese zu schleifen?

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