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Lobo antwortet Fleischhauer: Die Goldmedaille in Privilegien-Blindheit
imago/ Christian Mang

Nachdem viele Journalisten kürzlich "Nazis raus" twitterten, schrieb Jan Fleischhauer eine SPIEGEL-Kolumne mit der Überschrift "Nazis rein". Dahinter steckt viel mehr als nur ein kindischer Wunsch nach Provokation.

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Emil Peisker 24.01.2019, 12:10
150. Überflüssig...

Zitat von cat69
Die sozialen Medien sind wie für ihn erfunden. Sachlich liefert er selten etwas. Für mich ist es überflüssig und selten von dem Unterhaltungswert den Fleischhauer oder Broder bieten. Er ließt sich wohl gerne selbst.
Das Verb "lesen" so zu versaubeuteln, ist immer ein Zeichen dafür, dass der Autor mit der Grammatik auf Kriegsfuß steht.

Meistens ist nicht der Unterhaltungswert eines Artikels wichtig, sondern die Fakten, die zur Diskussion stehen.

Sie "mögen" Lobo schlicht nicht, denn seine Meinung liegt mit Ihren Weltanschauungen im Clinch.
Das hat zwar keinen Unterhaltungswert, liefert aber korrekte Leitlinien Ihrer Argumentation zu misstrauen

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jackberlin 24.01.2019, 12:19
151.

Zitat von Das Grauen
Angesichts der völligen Einseitigkeit der jeweiligen Standpunkte und Argumente ist die Frage völlig berechtigt, ob diese Art der radikalen Polarisierung und öffentlichen Inszenierung der Kontroverse nicht eine abgekartete Sache ist, die die Beteiligten vorher bei einem Bier ausbaldowert haben, finde ich. Das Motiv läge ja auf der Hand: Steigerung der Clickraten und Profilierung. Ob das schlimmer wäre, als wenn der Spiegel tatsächlich nur Kolumnisten hätte, die zu radikalen Ansichten neigen und nicht zu einer vernünftigen Abwägung der Pro und Kontraargumente fähig sind, ist noch nicht einmal sicher. Traurige Zustände! Wo ist hier die Stimme der Vernunft, die zunächst überzeugend und differenziert die Sachlage analysiert, bevor sie/er sich nuanciert festlegt, dabei aber noch andere Meinungen gelten lässt? Wenn ich mir die Riege der Meinungsmacher des Spiegel so ansehe, traue ich es keinem wirklich zu. Lauter Heißsporne, nicht ein cooler Denker!
Gar nicht so abwegig. Weitergedacht scheint die politische Auseinandersetzung nach dem gleichen Muster zu funktionieren. Das Motiv bestünde nicht in Klickraten, sondern in der Verschleierung der Tatsache, dass im Grunde alle politischen Kräfte nur dazu dienen die Interessen derslben Gesellschaftsschicht durchzusetzen. Rechts-Links-Scheingefechte dienen einzig der Unterhaltung des Publikums.

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nutellaandernase 24.01.2019, 12:20
152. Schon richtig...

...Herr Lobo trifft es auf den Punkt. Nur in einem Punkt stimme ich nicht zu: Herr Fleischhauer ist kein Konservativer, der eine Handlungsweise von Rechten übernimmt, sondern er ist ein waschechter Rechter. Das beweist er doch mit jeder zweiten Kolumne. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum er überhaupt für den Spiegel schreiben darf. Ich meine, es kann doch nicht in Ordnung sein, wenn da ein Rechter kundtun kann, dass der deutsche Kolonialismus nichts sei, wofür man sich schämen müsse, und über die Überlegenheit der Europäer gegenüber den Afrikanern schwadroniert. Ehrlich: Vor 25 Jahren hätte man so jemandem einen in hohem Bogen rausgeworfen (Nazis raus!), heute darf er für ein renommiertes Medium arbeiten.

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paysdoufs 24.01.2019, 12:24
153.

Zitat von nilux
macht einfach weiter so mit eurem Kinderkram und ihr erlebt ein finanzielles Desaster sondergleichen, nennen wir es Bentoisierung. Wer liest sowas eigentlich noch ohne sich im Nachhinein zu fragen: Hä?
Das ist wohl wahr... Ich für meinen Teil habe vor nicht allzu langer Zeit beschlossen dem Spiegel-Verlag keinen müden Euro mehr zukommen zu lassen solange er den sinnentleerten Männerbeschimpfungen eine Frau Stokowski so bereitwillig Raum zugesteht. Mein Kommentar in dieser Hinsicht wurde übrigens nicht veröffentlicht ;-)

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paysdoufs 24.01.2019, 12:28
154.

Zitat von stefanmargraf
Daher schreibe ich Ihnen. Mein Problem ist die fehlende Definition: was ist ein linker, rechter, oder ein Nazi? Und wenn wir schon dabei sind: Rassist? Hier wird andauernd so schnell die "Nazi" Keule gezogen, man könnte meinen, gleich steht Hitler vor der Tür.
Bei der Frage nach der "linken" Rassismus-Definition kann ich helfen: Das ist inzwischen jeder, dem man (wie etwa SPON-Kolumnistin Stokowski) eine "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" unterschieben kann. Wenn Sie also keine Belgier mögen oder keine Blasmusiker, sind Sie bereits ein Rassist (und damit auch Nazi). Eigentlich ganz einfach, oder...?.

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latrodectus67 24.01.2019, 12:34
155. Identity Politics

Das "Wirgefühl" ist nicht einfach so zerstoben, sondern wurde bewusst zerstört.
Durch die Identity Politics, die sehr schön im weiteren Satz gezeigt werden "mittelalte bis alte, weiße, nicht behinderte, heterosexuelle Cis-Männer". Das ist die Sprache von Identity Politics und genau die dient der Zerstörung von "Wir". Von Gewerkschaften und anderen Gemeinschaften.
Es ist wirklich belustigend Zeitzeuge zu sein, wie eine angeblich "linke" selbsterklärte politische Advantgarde Hand in Hand mit dem schlimmsten Raubtierkapitalismus seit Manchester eine Querfront bildet.
Denn das ist die einzige echte Querfront die ich heute sehe.

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J.Simon 24.01.2019, 12:36
156.

Zitat von nutellaandernase
...Herr Lobo trifft es auf den Punkt. Nur in einem Punkt stimme ich nicht zu: Herr Fleischhauer ist kein Konservativer, der eine Handlungsweise von Rechten übernimmt, sondern er ist ein waschechter Rechter. Das beweist er doch mit jeder zweiten Kolumne. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum er überhaupt für den Spiegel schreiben darf. ....
...das ist doch ganz einfach - weil der Spiegel ein "großes Herz" hat für "Ver(w)irrte":

Unter Linken: Das Buch hat autobiographische Züge. Der Autor zeichnet den eigenen Werdegang bis heute nach, mit vielfältigen Bezügen zu seinen Eltern[1] und deren Generation.[2] Fleischhauer beschreibt dabei den Autoritätenwechsel in der Bundesrepublik Deutschland nach 1968 von einer christlich-konservativen hin zu einer teilweise radikalen linken Prägung der Gesellschaft. Es stellt das Bildungssystem, die Medien (taz und Die Zeit) und die Sozialarbeit als Bereiche vor, in denen die Linke in den letzten Jahren die Oberhand gewonnen habe.

Er berichtet über das politisch linke Milieu, in dem er aufwuchs. Er erzählt beispielsweise von der Abneigung der Eltern gegenüber dem aus den USA kommenden Fast Food, der ständigen Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten und den abonnierten politischen Zeitschriften wie Emma. Das Buch spricht eine angemaßte „Opferrolle“ der Linken an. Ebenso zeigt es die Loslösung Fleischhauers aus ebendiesem Milieu[3] und positioniert Fleischhauer im konservativen Umfeld.


Auf Fleischhauer paßt die gleiche, dumme Floskel, wie er sie den Linken immer - u.a. während seiner Mitgliedschaft in dem von Henryk M. Broder (einem ehemaligen Spiegel-Journalisten/Kolumnisten) betriebenen Blog "Die Achse der Guten" vorhalten würde:

"Wer ganz links steht, kommt irgendwann rechts wieder 'raus..."

Fleischhauer ist bis heute ein ideologischer Wirrkopf, der zu keiner Talkshow mehr eingeladen wird - das liegt natürlich nur an den "links-gleichgeschalteten" Medien in Deutschland, so die Erklärung überzeugter Rechter.... .

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Dengar 24.01.2019, 12:37
157. Schmalspurtoleranz

Mir scheint, Lobo hat Fleischhauers Artikel nicht verstanden. Während Fleischhauer der Integration das Wort redet (mE elemantar für eine Gesellschaft), möchte Lobo am liebsten alle exkludieren, die nicht seiner Auffassung sind (und dabei geht es nicht mal um Verfassungswidrigkeit). Die Spalter sitzen zur Zeit links; und das Erschreckende ist, dass ihnen noch nicht mal auffällt, dass ihr Rechthabenwollen schon totalitäre Züge annimmt. Silone hat schon recht, wenn er meint, dass der neue Faschismus als Antifaschismus getarnt um die Ecke kommt.

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Patrik74 24.01.2019, 12:45
158. Fast...

Zitat von paysdoufs
Bei der Frage nach der "linken" Rassismus-Definition kann ich helfen: Das ist inzwischen jeder, dem man (wie etwa SPON-Kolumnistin Stokowski) eine "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" unterschieben kann. Wenn Sie also keine Belgier mögen oder keine Blasmusiker, sind Sie bereits ein Rassist (und damit auch Nazi). Eigentlich ganz einfach, oder...?.
Sie können mögen oder nicht mögen, wen sie wollen. Ein Rassist sind sie dann, wenn sie

a) Gruppen von Menschen pauschal Eigenschaften zurechnen, insbesondere negative

b) daraus ableiten, dass diese insofern generell minderwertig sind, und man deshalb das Recht hat, sie zu benachteiligen - im Extremfall bis hin zur physischen Vernichtung

Wenn sie Menschen nur deshalb ablehnen, weil sie bspw. Blasmusiker sind, sind sie kein Rassist, sondern einfach nur ein Idiot - wobei es da eine (große) Schnittmenge gibt...

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SIR-ENE 24.01.2019, 12:47
159. Was der Menschheit fehlt ...

... damit die allermeisten friedlich miteinander zurecht kommen, ist die Erkenntnis der wesentlichen Zielsetzung. Die macht alle zu Partnern in der Kohärenzfalle Welt, in der nicht der kleinste Zipfel Energie verschwindet und im besten Falle das Geben und Nehmen aller gerecht verteilt. Erst dann können wir konfliktarm das allem übergeordnete Ziel erreichen, zumindest uns aber oft genug in die Richtung bewegen, die letztlich allen gefällt. Mein Kühlschrank ist auch nicht für alle Nachbarn frei zugänglich.

Erkannt, um welche Zielsetzung es geht, haben bislang nicht mal Sozialpsychologen. Die müssten sich damit beschäftigen. Wissenschaftler gehen noch immer vom irritierenden Ambivalenzziel "Streben nach Wohlbefinden und Macht" aus. Das nutzen Unabhängigere unsere unzähligen Gemeinsamkeiten aufkosten Abhängigerer durch vages Anvisieren von Höherem hinter allem - Macht im weitesten Sinne.

Einflussgewalten wurden schon immer gerne mit Göttlichem aus grauer Vorzeit vermischt, als uns noch viel Erfahrungswissen fehlte. Von dem gibt es inzwischen genug, sodass wir uns endlich mit dem beschäftigen sollten, was jegliches Interessen-Management verhunzt und scheitern lässt, oder aber sehr erfolgreich macht mit Vorteilsnahmen für die jeweils Stärkeren.

Die Vermögensscheren unserer Welt spreizen nicht einfach so ihre Schenkel immer unanständiger. Was dann auch sehr viel Territorialschutz-Power mobilisiert über patriotische Gruppenmächte.

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