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Lobo antwortet Fleischhauer: Die Goldmedaille in Privilegien-Blindheit
imago/ Christian Mang

Nachdem viele Journalisten kürzlich "Nazis raus" twitterten, schrieb Jan Fleischhauer eine SPIEGEL-Kolumne mit der Überschrift "Nazis rein". Dahinter steckt viel mehr als nur ein kindischer Wunsch nach Provokation.

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Flinsenberger 24.01.2019, 12:56
160. Links wie rechts

Leider ist dieses Verhalten, die Güte von Diskurs Positionen über den Grad der Ablehnung der ideologischen Gegenüber zu definieren, stark verbreitet.

Das kann man live bei Netzpolitik.org betrachten, wo Männerthemen automatisch als "rechts" und damit abzulehnen eingeordnet werden.

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Piether 24.01.2019, 12:56
161. Was werden die Links-Dummen nur lesen und kommentieren,

wenn es den Spiegel nicht mehr gibt?
Das Goldene Blatt vielleicht?
Oder die Neuauflage vom "Stahlhelm"?

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klmo 24.01.2019, 13:03
162.

Ja ja! Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns! Da unterscheidet sich weder links noch rechts im politischen Sinne.
Differenzierungen unmöglich.
Es gibt zum Glück Gegenbeispiele, deren nähere Erläuterungen ich mir hier erspare:

https://www.suedkurier.de/ueberregional/politik/Die-Entdeckung-des-Konservativen-Zauberwort-fuers-UEberleben;art410924,9975805

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Vorzeichen 24.01.2019, 13:17
163.

Zitat von nutellaandernase
...Herr Lobo trifft es auf den Punkt. Nur in einem Punkt stimme ich nicht zu: Herr Fleischhauer ist kein Konservativer, der eine Handlungsweise von Rechten übernimmt, sondern er ist ein waschechter Rechter.
Herr Fleischhauer ist weder konservativ noch ist er ein Rechter. Genauer: Eventuell hält er sich für konservativ, bringt aber das intellektuelle Potential nicht mit, diese Weltanschauung argumentativ zu rechtfertigen, zu begründen oder überzeugend darzustellen. Beim Lesen seiner Texte kann man mit viel Wohlwollen den Versuch erkennen, durch Ironie witzig (nicht komisch, denn Komik ist Kunst) erscheinen zu wollen, was ihm den Dank einfach denkender Geister einbringt. Da werden beliebige Vokabeln aus dem politischen Diskurs miteinander verwoben, um am Ende befriedigt festzustellen, dass man es den Linken (was auch immer das sein soll) mal wieder so richtig gezeigt hat.
Kurz, der Mann ist trivial. Damit offenbart er zwar ein rechtes Charakteristikum, aber das reicht immer noch nicht, ihn als Rechten einzuordnen. Das Enttäuschende ist nicht, dass beim Spiegel auch konservative Stimmen eine Platform bekommen, sondern dass es ausgrechnet JF ist, der diese äußert.
Wirklich schade. Als Linksliberaler würde ich gerne intelligente Darstellungen Konservativer lesen, weil ich den Diskus liebe, aber JFs Kolumnen verhalten sich zu klugen Kommentaren wie Groschenromane zu Kant und Hegel.

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tmattm 24.01.2019, 13:37
164. Gemeinschaft in Abgrenzung zum Kollektivismus

Zitat von Timbuk3
...bis auf Ihren letzten Satz. Der Wunsch nach 80 Mio. Individuen ist schlicht tautologisch. Ich möchte vorsichtig zu bedenken geben, dass eine Überbetonung des Individuellen (im Sinne von Selbstoptimierung und Egozentrismus) die Gefahr in sich birgt, geradewegs zur Ausbildung von partikularen Identitäten zu führen, bei dem der Mensch mit fast niemandem sonst noch etwas gemeinsam hat, abgesehen von der u.U. engen peer group. Ist nicht tatsächlich eher zu fragen (und so habe ich Ihren Beitrag verstanden), welche gemeinsamen Geschichten, gemeinsamen Interessen und gemeinsame Verantwortung die Menschen in Deutschland miteinander verbinden könnte? Die Aufrechterhaltung unserer demokratischen Errungenschaften wäre es wert, oder?
In der Tat gibt es ein Spannungsfeld zwischen Individualität und Gemeinschaft. Sie haben Recht, dass eine Überbetonung von Individualität zulasten der Gemeinsamkeit (wie wir es z.B. in den USA sehen) höchst problematisch ist. Ein Fokus auf Gemeinsinn allein natürlich auch. Eine Synthese aus Individualität und Gemeinschaft ist erstrebenswert. Ich habe in meinem Kommentar einen Fokus auf Individualität gesetzt in Abgrenzung zum kollektivistischen Denken der Identitätspolitik, welches ich vollkommen ablehne. Ich empfehle die Lektüre des erwähnten Artikels "Why can't we hate men?", um zu sehen wo solches Denken hinführt: Die Frauen von heute sollen wütend sein und die Männer von heute hassen wegen des Umgangs der Männer von früher mit den Frauen von früher. Solche Gedankenkonstrukte sind gefährlich für die Gemeinschaft, aber sind am besten mit der Betonung des Individuum zu begegnen.

https://www.washingtonpost.com/opinions/why-cant-we-hate-men/2018/06/08/f1a3a8e0-6451-11e8-a69c-b944de66d9e7_story.html?noredirect=on&utm_term=.77 2aa23a21cf

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nesmo 24.01.2019, 13:38
165. Zum Glück

Zitat von cobaea
Wow - so viele nichtssagende Floskeln in einem einzigen Satz.... Wer solchen Schwampf in die Welt setzt, weiss nicht wovon er redet, sondern will nur andere beeindrucken, indem er so tut, als ob er philosophische Gedanken wälze. Kurz: Nichts als heisse Luft, keine Substanz.
kommen Sie ja ganz offensichtlich ohne Floskeln aus, übersehen aber, dass dies eine nicht ganz ernst gemeinte Antwort auf eine nicht ganz ernst gemeinte Frage war. Ich bin nun auf ihre substanzielle Antwort auf die Frage gespannt, was damit gemeint ist, sich durch das Universum treiben zu lassen. Dann mal los.

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xfbrx 24.01.2019, 14:01
166. Warum regen sich so viele über "Nazis raus" auf?

Weil sie sich dadurch angegriffen und bedroht fühlen. Die Definition, dass jeder ein Nazi sei, der nicht die Grünen wählt könnte auch doppelte Ironie gewesen sein. Zumindst AfD Wähler sind ja bekanntlich Nazis, deswegen ist die AfD ja auch verboten und nicht im Bundestag vertreten...(Disclaimer: Auch wenn es unglaublich klingt, ich wähle links) In den USA gibt es das Motto "Punch a Nazi", und Trends aus den USA schwappen gerne mit etwas Verzögerung zu uns rüber. Nur wer ist da ein Nazi? Jeder, der es in den USA wagt eine MAGA (make america great again) Mütze zu tragen. Aktuellstes Beispiel: #facecrime, #magakid. Da ist ein Jugendlicher, des es wagt rumzustehen(er wartet mit seinen Mitschülern auf einen Bus), und zu grinsen, und eben eine MAGA Mütze zu tragen. Da wird (von Twitter-Blue-Checkmarks!) dazu aufgerufen seine Identität zu veröffentlichen und es Belohnungen ausgelobt für Menschen, die ihm eine reinhauen. Die (bekannt und sehr eindeutig!) homophoben Rassisten, die daneben stehen werden natürlich ignoriert, weil sie schwarz sind(Black Hebrew Israelites). So weit sind wir zum Glück in Deutschland noch nicht, aber ich sehe es kommen, und es fängt eben mit belanglosen "Nazis raus" Tweets an.

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lexrab 24.01.2019, 14:06
167. Ich hätte da mal 'ne Frage

Herr Fleischauer, Herr Lobo, ich bin der Meinung, dass in Deutschland sehr viele, gut integrierte, nette, fleißige Ausländer leben, auf die wir niemals mehr verzichten könnten. S. z.B. Personal in Krankenhäusern, von der Putzfrau über den Pfleger bis zur Oberärztin. Aber wenn ich dann lese, dass ein abgelehnter Asylbewerber, der hier bereits 13 mal straffällig in Erscheinung getreten ist, noch die Gelegenheit hat, in eine Apotheke einzudringen, eine Geisel zu nehmen, diese mit Benzin übergießt und ihr droht sie anzuzünden, dann frage ich mich, was sich ein Rechtsstaat noch alles bieten lassen will, bevor er Konsequenzen folgen lassen will.
Nun meine Frage: muss ich nun "raus", oder "rein" ??

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uswusw 24.01.2019, 14:20
168. Känguru Manifest

Die Sache war in Marc-Uwe Klings "Känguru Manifest" eigentlich schon ausdiskutiert, als er das Känguru neben ein "Nazis raus"-Graffito (die Schreibweise wird an anderer Stelle des Werkes diskutiert) schreiben lässt:
„Deine Einstellung ist grundsätzlich löblich und deine Absicht zumindest verständlich, aber da du forderst „raus“ stelle dir doch bitte auch die Frage woraus und wohin. Raus aus Deutschland schön und gut, aber wohin? Denn wer will die wohl haben? Keiner! Es hat dem Ausland verständlicherweise keineswegs gefallen als die Nazis das letzte mal in großer Zahl aus Deutschland marschierten. Schließlich musst du noch bedenken, dass die Nazis dann selber Ausländer wären und wenn du die dann immernoch hassen würdest wärst du dann selber Nazi und müsstest dann selber raus und woraus und wohin? Du hättest also genauso gut schreiben können SELBER. Denn auf diesem Kindergarten-Niveau bewegt sich deine Argumentation."

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SIR-ENE 24.01.2019, 14:26
169. Antwort

Zitat von lexrab
[...] Aber wenn ich dann lese, dass ein abgelehnter Asylbewerber, der hier bereits 13 mal straffällig in Erscheinung getreten ist, noch die Gelegenheit hat, in eine Apotheke einzudringen, eine Geisel zu nehmen, diese mit Benzin übergießt und ihr droht sie anzuzünden, dann frage ich mich, was sich ein Rechtsstaat noch alles bieten lassen will, bevor er Konsequenzen folgen lassen will. Nun meine Frage: muss ich nun "raus", oder "rein" ??
Da wohl keiner der Autoren ihnen antworten wird, Sie vermutlich nicht mal mehr nachschauen, ob überhaupt jemand reagiert hat auf ihren Kommentar, empfehle ich mal folgendes: Sorgen Sie einfach für mehr Gerechtigkeit überall dort, wo Sie Einfluss ausüben können. (Es gibt viel mehr Gelegenheit, als viele wahrnehmen.) Die korrekte Zielsetzung im Kopf würde dabei schon viel helfen. Bemühen Sie sich dann auch noch darum, dass andere ihnen gleichtun, wird die Rechtswirtschaft in ein paar Jahren nicht mehr viel Arbeit haben mit zu vielen Aufmüpfigen, zumal viele davon sich Ungerechtigkeiten nur einbilden, weil sie die wesentliche Zielsetzung hinter jedem möglichst gerechten Geben und Nehmen nicht im Kopf haben ...

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